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Bei vielen Schülern hapert es an der Orthografie, andere schaffen es nicht, ganze Sätze zu bilden. Das Phänomen zieht sich durch alle Stufen. Bild: shutterstock

Die Anxt vor Fehlern – wenn Kinder nicht mehr richtig schreiben können

An den Schulen tobt ein Glaubensstreit: Wie sollen Kinder Rechtschreibung lernen? Eine neue Studie zerpflückt eine verbreitete Methode – und stellt den Unterricht vor grosse Probleme.

yannick nock / schweiz am wochenende



Ein Artikel von

Wer mit Lehrern und Professoren spricht, bekommt oft das Gleiche zu hören: Kinder und Jugendliche können heute nicht mehr richtig schreiben. Bei vielen hapert es an der Orthografie, andere schaffen es nicht, ganze Sätze zu bilden. Das Phänomen zieht sich durch alle Stufen.

Rolf Dubs, renommierter Pädagoge und emeritierter Professor der Universität St.Gallen (HSG), erkennt einen regelrechten Zerfall der Rechtschreibkenntnisse. «Selbst an den Hochschulen haben Studenten und Doktoranden heute Mühe, fehlerfreie Sätze zu schreiben», sagt er. Es komme vor, dass der Inhalt einer Dissertation zwar gut sei, die Sprache aber schlicht ungenügend.

Einen Grund sieht Dubs in der umstrittenen Methode «Schreiben nach Gehör», auch «Lesen durch Schreiben» genannt. Sie wird seit Jahren in vielen Primarschulen praktiziert. Erstklässler schreiben so, wie sie meinen, dass es richtig ist. Korrekturen sind nicht vorgesehen – manchmal bis in die zweite oder dritte Klasse. So wird aus «und» «ont», aus «Wasser» «wasa» oder aus «Eule» «oile».

ARCHIV - ZUM SPRACHENSTREIT UND DEM VORSCHLAG DER LANDESREGIERUNG ZUR EINFUEHRUNG VON ZWEI FREMDSPRACHEN IN DER PRIMARSCHULE STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Schulhaus in Movelier am Dienstag, 17. Juni 2008. In den gemischten Klassen gehen deutschsprachige Kinder aus dem Dorf Ederswiler ueber die Sprachgrenze hinweg zur Schule. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

«Selbst an den Hochschulen haben Studenten und Doktoranden heute Mühe, fehlerfreie Sätze zu schreiben», sagt Rolf Dubs, renommierter Pädagoge und emeritierter Professor der Universität St.Gallen (HSG).  Bild: KEYSTONE

Die Methode soll den Schülern die Angst (oder «Anxt», wie sie selber schreiben) vor Fehlern nehmen und sie zum Schreiben animieren. Der Vorteil: Kinder können erstaunlich schnell kleinere Geschichten aufschreiben statt nur einzelne Wörter. Doch die Methode, die vom verstorbenen Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen entwickelt wurde, ist schon länger umstritten. Nun gerät sie noch stärker unter Beschuss.

Eine ganze Generation leidet

Eine neue Studie der Universität Bonn zeigt die Überlegenheit des klassischen Orthografieunterrichts mit Regeln und Rechtschreibebüchern. Dafür wurden die Leistungen von 3000 Grundschülern analysiert. Es ist eine der wenigen grossen Untersuchungen zum Thema. Kinder, die in der klassischen Methode unterrichtet wurden, schnitten demnach in der Rechtschreibung deutlich besser ab als jene, die erst nach Gehör lernten. Kritiker in Deutschland und der Schweiz fühlen sich bestätigt. «Es ist ein grosser Fehler, wenn Kinder einfach drauflosschreiben dürfen, ohne jegliche Kenntnisse der Rechtschreibung», sagt Pädagoge Dubs. Sie brauchten eine Struktur. «Ohne geordnetes Wissen werden Schüler nie gut schreiben können.» Es sei ein Trugschluss, zu glauben, dass die Rechtschreibung in höheren Klassen ohne Abstriche nachgeholt werden könne.

So wird aus «und» «ont», aus «Wasser» «wasa» oder aus «Eule» «oile».

Mit dieser Meinung ist Dubs nicht allein. Weitere Professoren und Lehrer warnen vor den Folgen – in beiden Ländern. Oder wie es eine Lehrervertreterin im «Spiegel» ausdrückt: «Eigentlich müssten sich die Verfechter dieser unseligen Methode bei einer ganzen Schülergeneration entschuldigen.»

Braucht es ein Verbot?

Zwei Bundesländer haben «Schreiben nach Gehör» mittlerweile aus der Schule verbannt. Eine Idee, die auch in der Schweiz gut ankommt. SVP-Nationalrätin (TG) und Bildungspolitikerin Verena Herzog fordert Massnahmen: «Die Bildungsdirektoren müssen zur Vernunft kommen und diese Methode verbieten», sagt sie. Sie müsse komplett aus den Klassenzimmern verbannt werden. «Sich zuerst Fehler anzugewöhnen, die nachher mit grossem Aufwand wieder ausgebügelt werden müssen, ist völlig ineffizient.» Leidtragende seien vor allem Kinder, die ohnehin Mühe mit der Sprache hätten.

Wie viele Schulen hierzulande «Schreiben nach Gehör» praktizieren, ist nicht bekannt. Schweizer Studien dazu fehlen. Experten gehen aber davon aus, dass die Methode oft angewendet wird – zumindest in einem Mix mit klassischem Rechtschreibunterricht. Für Afra Sturm, Professorin für Deutschdidaktik an der Fachhochschule Nordwestschweiz, ist die Schweiz deshalb nicht mit Deutschland vergleichbar. Hierzulande würde «Schreiben nach Gehör» früher durch expliziten Rechtschreibunterricht abgelöst werden. «Wenn der Mix stimmt, kann die Methode einen Grundstein legen.»

Auch der oberste Lehrer der Schweiz, Beat Zemp, hält deshalb nichts von einem Verbot. Die Lehrpersonen müssten selber entscheiden können, welche Methode sie anwenden möchten. Er empfiehlt ebenfalls einen Mix, wie es die meisten Schweizer Lehrbücher ohnehin vorsehen würden. Zemp hebt aber die Bedeutung des Orthografieunterrichts hervor, denn auch er stellt fest, dass Kinder heute mehr Fehler machen. «Es ist wichtig, dass Kinder üben und auch einmal ein Diktat schreiben», sagt er. «Anders geht es nicht.»

ZUM THEMA JUGENDLICHE UND MOBILTELEFON STELLEN WIR IHNEN HEUTE, DONNERSTAG, 14.01.2016, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Female adolescents use their smart phones while commuting in the city train between Zurich and Zug, Switzerland, on June 16, 2015. (KEYSTONE/Christof Schuerpf)

Jugendliche benutzen ihre Smartphone im Zug reisend, aufgenommen am 16. Juni 2015 in der S-Bahn zwischen Zuerich und Zug. (KEYSTONE/Christof Schuerpf)

Anstatt zu lesen, schreiben Jugendlich lieber SMS-, Whatsapp- oder Twitter-Nachrichten. Bild: KEYSTONE

Jugendliche lesen nicht mehr

Zemp empfiehlt zudem, Schülerinnen und Schüler ihre Texte gegenseitig korrigieren zu lassen. Dabei soll jedes Kind für eine andere Regel zuständig sein. Eines soll beispielsweise auf die Grossschreibung achten, ein anderes auf «ie», ein drittes auf den Unterschied zwischen «das» und «dass». So würden sich Kinder die richtige Schreibweise einprägen, ohne dass die Lehrer den Rotstift ansetzen müssten.

Doch das Problem liegt laut Zemp tiefer. «Jugendliche lesen heute weniger Bücher als früher», sagt er. Stattdessen würden sie sich SMS-, Whatsapp- oder Twitter-Nachrichten schreiben. Rechtschreibung und vollständige Sätze sind da zweitrangig. «Darunter leiden die Lese- und Schreibleistungen», sagt Zemp, der selbst seit 35 Jahren unterrichtet. Deshalb sei es auch Aufgabe der Schulen und Eltern, den Kindern wieder die Freude am Lesen zu vermitteln.

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107Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Arthur Philip Dent 29.09.2018 21:22
    Highlight Highlight Juhu, endlich wissen wir, wer schuld ist! :-P

    Ernsthaft: Natürlich gehören Methoden ausprobiert, getestet und bei Bedarf verworfen. Aber die ganze Thematik nun darüber abzuhaken find ich jetzt doch etwas sehr vereinfachend.

    Zum Thema Diktate gibts übrigens viele interessante Frorschungsergebnisse... Aber um einfach Noten zu berechnen sind sie super! ';-)
    • Maracuja 30.09.2018 11:50
      Highlight Highlight @Geralt

      Diktate werden in der Primarschule fast nie spontan durchgeführt, die Texte werden i.d.R. vorher zum Üben mit nach Hause gegeben. Kinder, die Eltern, Geschwister oder sonst jemanden haben, der ihnen den Text vorliest und nachher Fehler aufzeigt und auf Regeln hinweist, haben einen Vorteil. Kinder, die schwach in Deutsch sind und keine Unterstützung haben, bleibt nichts anderes übrig, als den Text ein paar mal abzuschreiben, um sich die korrekte Schreibweise einzuprägen.
  • Watcherson 29.09.2018 21:06
    Highlight Highlight Wie wär’s mit: Rechnen nach Gefühl?
  • Walser 29.09.2018 16:48
    Highlight Highlight Seit bald 30 Jahren bilde ich Lernende in einem handwerklichen Beruf aus. Ich habe den Niedergang der Rechtschreibung live miterlebt. Es ist eine erstklassige Katastrophe wie die Jungen nach der obligatorischen Schule schreiben. Bei denjenigen die eine Lehre absolvieren, gibts in der Regel auch keine Möglichkeit mehr die Versäumnisse der obligatorischen Schule wieder aufzuholen. Die Jungen tun mir regelrecht Leid. Es ist zum Schämen für das Bildungsland Schweiz.
  • dracului 29.09.2018 16:39
    Highlight Highlight Im Instrumentalunterricht gibt es bekanntlich auch „Pädagogik“. Dort lernt man, dass es bis zu 8 Wiederholungen braucht, bis ein Ablauf sitzt und es braucht über 20 Wiederholungen bis man Fehler korrigiert hat. Darum ist es so wichtig langsam und das Richtige richtig zu üben. Wiederholungen sind dein Freund. Dass gerade Kinder, die wie ein Schwamm alles aufsaugen und effiziente und offener Lernende sind, Fehler verinnerlichen sollen, die später korrigiert werden müssen, widerstrebt meinem Verständnis von Pädagogik zutiefst.
  • DanielaK 29.09.2018 15:42
    Highlight Highlight Ich finde die Methode auch nicht so doll. Unsere Tochter liest viel, lernte schreiben ohne das auf die Rechtschreiberegeln geachtet wurde. Sie ist nun in der 4. Klasse und schreibt immer noch gewisse Wörter komplett falsch wenn sie sich nicht wirklich darauf achtet. Z.B hoite statt heute. Wenn ich ihr aber sage, wir üben mittels Diktat eine bestimmte Wortgruppe, schreibt sie diese meist richtig und die restlichen Wörter kreuzfalsch. Sie lernen die Regeln, aber sich den 'Blödsinn' wieder abgewöhnen ist sehr mühsam.
  • Mitz en place 29.09.2018 14:43
    Highlight Highlight Mit Gerüchten Schulplitik machen:

    Die Studie auf der diese Meldung verfasst wurde ist nicht öffentlich und daher auch nicht überprüfbar oder anwendbar.

    • Walser 29.09.2018 23:12
      Highlight Highlight Mitz, es braucht keine Studien. Einfach Schreibarbeiten der Schulabgänger vor 20 Jahren und von heute anschauen. Das reicht.
  • cocorumo 29.09.2018 13:53
    Highlight Highlight Haarsträubend wie hier eine reisserische Geschichte um etwas gesponnen wird, das im Schulalltag einen so kleinen Teil ausmacht. Schreiben nach Gehör ist eine Methode unter vielen. Wie Herr Zemp es sagt, machts der Mix aus.

    Der Artikel hier suggeriert aber was anderes, als würde nur noch so Deutsch unterrichtet... Das ist als würde man sagen, dass Kinder heute nur noch mit Krafttraining lernen sollen, wie man Fussball spielt. Und das auf der Grundlage, weil in einigen Fussballclubs einmal in der Woche auch Krafttraining gemacht wird.
    • Arthur Philip Dent 29.09.2018 21:15
      Highlight Highlight Es ist halt viel einfacher sich über etwas aufzuregen, als sich selber ernsthaft zu informieren... Und wenn's dann auch noch einen Sündenbock gibt, dem man die ganze Verantwortung übergeben kann, ist es noch viel schöner.
      In der Ausbildung zur Lehrperson wurden wir schon vor ca. 10 Jahren intensiv über die Schwächen dieser Methode hingewiesen. Von daher bin ich sicher, dass sie nur begrenzt angewandt wird und die Schwierigkeiten der Kinder in der Rechtschreibung nicht so einfach (nur) damit erklärbar sind.
  • Frank Eugster 29.09.2018 13:33
    Highlight Highlight Wer konte den Titel des Tegstes troz rechtschreibefähler (Anxt) Lesen? Orthographie wird (sorry liebe Machtpädagogen) überbewertet. Die Generation Twitter kümmert sich einen Deut um Rechtschreibung und versteht sich trotzdem. Dies ist eine unaufhaltbare Entwicklung (wie unser heutiges Deutsch sich aus dem Althochdeutschen gelöst hat. Dies gilt es zu akzeptieren und der Realität angepasste Inhalte (z.B. prüfen und kritisches Beleuchten von Inhalten #fakenwes) zu vermitteln.
    • Fabio74 29.09.2018 13:49
      Highlight Highlight nun ist es ja wurst wie man auf Twitter schreibt.
      Aber zu einem Job gehört nun mal saubere und korrekte Rechtschreibung
    • Frank Eugster 29.09.2018 14:35
      Highlight Highlight Lieber Fabio auch das wird sich ändern und das deshalb weil es sigar den wichtigsten und màchtigsten Menschen egal ist wie viele Fehler sie beim Schreiben von tweets machen... Es ist nunmal Generationenthema, welches die digital-natives bestimmen. Da nützt das Hoffen auf ein Zurück wenig. Si wenig wie die Hoffnung, dass fossile Brennstoffe die Ressource der Zukunft sind. Sie gehören in die Vergangenheit, obwohl es noch heute Menschen gibt, die an den sauberen Verbrennungsmotor glauben.
    • jjjj 29.09.2018 14:50
      Highlight Highlight Idiocracy lässt grüssen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Trouble 29.09.2018 13:30
    Highlight Highlight "Schreiben nach Gehör" wäre für mich ein Grund, meinem Kind einen Schulwechsel zuzumuten.
  • AlteSchachtel 29.09.2018 13:29
    Highlight Highlight "Der Vorteil: Kinder können erstaunlich schnell kleinere Geschichten aufschreiben statt nur einzelner Wörter. "

    Ja genau alles schneller, dafür "halbpatzig". Ich fand diese Methode schon bei deren Einführung höchst problematisch.
    Vorallem Kinder, deren visuelle Aufnahmefähigkeit stärker ausgeprägt ist, als die über das Gehör, sind die grossen Verlierer.
    Und Nein, das hat nichts mit dem Elternhaus zu tun.

    Und wenn sie dann in die Phase der Rechtsschreibung kommen, wird gleich die erste Fremdsprache dazu dazugelernt, was das Ganze noch verwirrender macht.
  • Neunauge 29.09.2018 13:12
    Highlight Highlight Was bei der ganzen Duskussion gerne vergessen geht ist die Frage, wozu Grammatik eigentlich dient. Oder noch grundlegender, was der Sinn von geschriebener Sprache ist.

    Die Antwort darauf ist Konmunikation. Grammatik als Regelkatalog zu verstehen, nach dem es sich zu richten gilt, verpasst ihre Bedeutung. Grammatik ist Konvention. Orthographie ebenfalls. Es gibt keine rationalere Erklärung dafür, sich an sie zu halten, als den Wunsch verstanden zu werden.

    Daher die Frage, wann welcher Grad an Grammatik nötig ist. Wie oft tippst du ein WhatsApp? Und wie oft schreibst du eine Diss?
    • Cytat 29.09.2018 13:39
      Highlight Highlight Amen.

      Jede Generation beschwert sich wie die nächste schlimm ist und wir entwickeln uns weiter. Sprache lebt genau weil sie ein Mittel und kein Zweck ist.

      Plus typisch vergleiche Autofahren und Gesetz mit Sprache :-/
    • Sherlock_Holmes 29.09.2018 14:23
      Highlight Highlight Das meint nichts anderes, als dass Sprache unter anderem immer auch adressatenbezogen und inhaltsabhängig ist.

      Es ist absolut klar, dass eine WhatsApp-Nachricht oder ein privater Brief nicht das gleiche ist, wie eine Bewerbung, ein Fachtext oder Prosa.
      Jede Sprache besitzt immanente historisch und kulturell bedingte Strukturen.
      Diese sind nicht Selbstzweck und sind auch Veränderungen unterworfen.
      Sprache beinhaltet aber eben auch einen kulturellen Schatz und eine unverwechselbare Schönheit, der es Sorge zu tragen gilt.
      Dazu gehören die Vielfalt u. Differenziertheit.
      NUR Fastfood ist armselig.
    • Cytat 29.09.2018 14:40
      Highlight Highlight Scherlock: jap. Deswegen entwicklen sich Sprachen weiter. Uhmm. Weil sie hermetisch und genau immer gleich bleiben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roman h 29.09.2018 13:02
    Highlight Highlight Wie geht das sprichwort
    was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
    Man kann doch niemanden etwas faltsches beibringen und später erst das richtige.
    Aber eben den Kindern die Angst nehmen.
    Man kann es mit der kuschelerziehung auch übertreiben.
    • Connor 29.09.2018 13:47
      Highlight Highlight Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen... Aber, lieber Roman h (und auch liebe übrige Schulkritiker): Sprichwort wird gross geschrieben, Falsches ebenso (und ohne t). Kuschelerziehung muss als Nomen/Substantiv auch gross geschrieben werden. Niemandem (nicht niemanden) etwas beibringen: Dativ statt Akkusativ. Also: Bevor man die "Kuschelerziehung" kritisiert, sollte man überlegen, ob wirklich früher alles besser war.
  • leu84 29.09.2018 12:39
    Highlight Highlight Ich war in der Schule nie gut in Aufsätze schreiben. Speziell mit den Fällen oder diese Deklinationen. Ich hatte aber nie Probleme mit der Rechtschreibung oder Einordnung zu Nomen, Pronomen usw. Da haben mir Wanderdiktate sehr geholfen. Auf der Erwachsenenmatur konnte ich mein Niveau etwas anheben. Dafür war in Mathe oder Physik die Nummer 1 :)
  • lilie 29.09.2018 12:37
    Highlight Highlight Ach, wenn man den Kindern nicht richtig Schreiben beibringt, können sie es nachher nicht? Was für eine Erkenntnis! 🙄

    Dieses System ist blödsinnig. Natürlich soll man den Kindern nicht den Mut nehmen, einfach draufloszuschreiben - aber man soll ihnen zeigen, wie man die Wörter richtig schreibt. Und zwar von Anfang an, damit sie sich ans richtige Wortbild gewöhnen.

    Die andere Methode würde ich eher im Sonderunterricht sehen. Kinder mit Lernbehinderungen o.ä. könnte man so eine Chance geben, auch schriftlich kreativ zu werden.

    Für den Rest finde ich sie ungeeignet.
  • Angelo C. 29.09.2018 12:36
    Highlight Highlight Es ist eine Affenschande wie hier aus der Not eine Tugend gemacht werden soll, besonders wenn man die Fakten bedenkt, dass rund 800‘000 Schweizer schon heute kaum richtig lesen und schreiben können, ganze Heerscharen nicht imstande sind, einen Amtsbrief zu interpretieren.

    https://www.srf.ch/news/schweiz/jeder-zehnte-kann-nicht-richtig-lesen-oder-schreiben

    Da will man nun noch weitere Einbussen hinnehmen, um jedem und jeder Lernunwilligen eine Brücke zu bauen 🙄

    Wie sollen solche Leute erst Fremdsprachen erlernen, ohne das minimale Rüstzeug 🤔?

    Entschuldigt sind einzig echte Legastheniker!
    • Maracuja 29.09.2018 12:56
      Highlight Highlight @AngeloC

      Ich denke nicht, dass es darum geht aus der Not eine Tugend zu machen. Das Problem ist wohl eher, dass man nicht zugeben will, dass sich eine gut gemeinte Reform als Flop und die altmodische Methode (Lernen mit Lesefibeln) als besser erwiesen hat. Ich habe nichts gegen das Infragstellen von Bewährtem oder das Ausprobieren von Neuen, solche Reformen sollten aber wissenschaftlich begleitet und schnell wieder abgebrochen werden, wenn sich abzeichnet, dass sie bisherigen Methoden unterlegen sind.
    • Angelo C. 29.09.2018 13:22
      Highlight Highlight Maracuja :

      Mag teilweise sicher richtig sein, was du monierst.

      Nur : man hat schon bei der unsäglichen Rechtschreibereform vor einigen Jahren extreme Zugeständnisse an die geistig Unterprivilegierten und Lernfaulen gemacht.

      Und so kommt es nicht von ungefähr, dass es noch heute namhafte Zeitungen und Buchautoren gibt, welche sich diesem grossmehrheitlichen Unfug widersetzen und die alte Rechtschreibung beibehalten haben.

      Die literarisch hochstehende deutsche Sprache hat es nicht verdient, als „Entgegenkommen“ verhunzt und als Konzession an einfachere Gemüter derart abgewertet zu werden.
  • Maracuja 29.09.2018 12:34
    Highlight Highlight < Die Lehrpersonen müssten selber entscheiden können, welche Methode sie anwenden möchten>

    Nein danke! Heute lässt sich der Erfolg einer Lernmethode gut prüfen. Ergeben Studien vorwiegend schlechte Ergebnisse, dann sollte die Methode nicht mehr verwendet werden. Schule hat gewisse Standards zu setzen, die Selbstverwirklichung der Lehrpersonen ist dabei zweitrangig. Durch „Schreiben nach Gehör“ prägen sich falsche Schriftbilder ein, dies betrifft insbesondere Kinder, die ausserhalb der Schule nie lesen.
    • Garp 29.09.2018 13:07
      Highlight Highlight Die meisten Lernmethoden werden durch Bücher begleitet, die in der Regel von einem Lehrmittelverlag herausgegeben werden. Dort soll die Lehrpersonal durchaus frei auswählen können. Und klar sollten das dann nur Lehrmittel sein, die einen Erfolg belegen können.
    • RobinBayne 29.09.2018 16:49
      Highlight Highlight Es ist tatsächlich zum Teil erschreckend, wie viel Handlungsspielraum Lehrkräfte an gewissen Schulen haben. Da können an zwei Parallelklassen komplett unterschiedliche Ideologien herrschen, völlig andere Methoden und eine diametral widersprüchliche Didaktik angewandt werden, ohne dass sich jemand dagegen zur Wehr setzen kann. Das ist nicht gut! Aber tatsächlich vielerorts Realität.
    • Maracuja 29.09.2018 19:34
      Highlight Highlight @garp: durch Bücher begleitet, die in der Regel von einem Lehrmittelverlag herausgegeben

      Die Schweiz steckt viel Geld in Lehrmittelverlage. Als meine Kinder zur Schule gingen, hielten sich viele Lehrer aber lieber an lose A4-Blätter, 1x im Monat wurde ein ganzer Freitagnachmittag dazu verbraten, diese Blätter in einem Ordner abzulegen. Chaotische Kinder hatten natürlich nie die vollständigen Unterlagen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Matrixx 29.09.2018 12:32
    Highlight Highlight Vielleicht sollte die allgemeine Meinung, Mundart habe keine Rechtschreibung, aus den Köpfen verschwinden und man kann anfangen, Mundarte Wörter an die Schriftdeutschen Wörter anzupassen. Dann werden sie nicht komplett unterschiedlich geschrieben.
    Dann wird z.B. das Mundarte Wort "iiversüchtig" nicht plötzlich zu "einversüchtig".
    • AlteSchachtel 29.09.2018 13:32
      Highlight Highlight @ oder iifersüchtig....
  • Genital Motors 29.09.2018 12:29
    Highlight Highlight Schwieriges Thema... klar rechtschreiben ist sehr wichtig und muss gefördert werden.. was ausser acht gelassen wird ist, dass nicht jeder in seinem späteren Beruf Prosa Texte schreiben muss... der inhalt einer E-Mail einer korrekten Bauabnahme von Sanitärleitungen durch einen Installateur ist wichtig als deren Rechtschreibung..
  • NicksName 29.09.2018 12:20
    Highlight Highlight Von "Schreiben nach Gehör" habe ich noch nie etwas gehört. Kleinen Kindern wird beigebracht, falsch zu schreiben? Und da wundert sich noch jemand über die Generation "I bims"?

    Und zum Thema "Freude am Lesen vermitteln": Wie wär's damit, E.T.A. Hoffmann und Dürrenmatt zu verbannen und die Kinder einfach Harry Potter und Das Lied von Eis und Feuer lesen zu lassen? Literarisch-kulturelle Bildung kann in den höheren Klassen ja immer noch behandelt werden, ohne dass man den jungen Leuten das Lesevergnügen für immer vergiften muss.
    • Vio Valla 29.09.2018 13:00
      Highlight Highlight Muss man heute in den unteren Klassen wirklich E.T.A. Hoffmann und co lesen?! Literatur hatte ich erst auf gymnasialer Ebene (leider).
    • NicksName 29.09.2018 13:56
      Highlight Highlight In den unteren Klassen - ich hoffe nicht! Ich hatte das auf Sekundarstufe. Und auch das ist aus meiner Sicht Unfug.

      Das hinterlässt auf Jugendliche den Eindruck: Es gibt Kinderbücher, aber sobald man aus dem Alter raus ist, gibt es nichts Interessantes mehr zu lesen. Bücher sind eine Qual.

      Ich denke, es wäre sinnvoller, Jugendliche so zu erziehen, dass sie gerne lesen, als dass sie korrekt ein Werk der Frühromantik zuordnen können. Bisschen was im Geschichtsunterricht darüber diskutieren, das reicht.
    • Vio Valla 29.09.2018 21:22
      Highlight Highlight Also ich fand zB E.TA. Hofmanns Sandmann ziemlich geil. Generell gibt es zu fast jeder literarischen Zeitepoche tolle Werke. Ich denke, es kommt, wie so oft, immer auf die Lehrperson an, wie sie ihr Fach vermitteln kann. Da nützt es eben dann auch nicht, wenn man was Zeitgenössisches durchnimt, aber der Unterricht dazu zum einschlafen ist.
  • Vio Valla 29.09.2018 12:19
    Highlight Highlight Ich glaube ein Problem ist auch, dass wir heute sehr oft durch SMS und anderes in Mundart schreiben statt in Hochdeutsch.
  • Renur 29.09.2018 12:13
    Highlight Highlight Was ist der Grundsatz der Schrift? Sich zu verständigen oder? Kommen Kinder frisch in die Schule, möchten Sie vor allem mit dem neu erlernten Buchstaben kommunizieren, Briefe schreiben usw.
    Bläut man Kindern in der 1. Klasse direk Rechtschreibung ein, werden sie zum Teil völig demotiviert. Besser man bringt ihnen zu einem späteren Zeitpunkt über Wortstammregeln etc. die Grundlagen der Rechtschreibung bei, als durch stupendes repetieren und Diktate.
    • Matrixx 29.09.2018 12:29
      Highlight Highlight Das Gleiche könnte man z.b. Über Mathe sagen.
      Lieber die Kinder erst mit den Zahlen spielen lassen. Sie können auch später noch lernen, dass 2+2 nicht 12, sondern 4 ergibt...
    • Fabio74 29.09.2018 13:52
      Highlight Highlight bisschen seltsam. Vor 20 Jahren war man nicht mehr oder weniger motiviert, weil man von Anfang an korrekt schreiben musste.
      Und 1+1 ist nicht 11 sondern 2.
    • Sherlock_Holmes 29.09.2018 14:45
      Highlight Highlight @Olaf44512
      Es ist vielmehr umgekehrt, wer die morphologischen Grundbausteine kennt, wird die Rechtschreibung sehr viel einfacher erwerben und mit wenigen, grundlegenden Regeln auskommen.
      – Aus über zwanzigjähriger Praxis als Schulischer Heilpädagoge und LRS-Therapeut.
  • P. Zwackelmann 29.09.2018 12:13
    Highlight Highlight Dieses Lesen durch schreiben finde ich katastrophal. Meine drei jüngsten Kids arbeiten mit diesem System in der Schule. Laut Lehrer darf man nichts verbessern helfen, die Kinder prägen sich die Wörter schon von Grund auf falsch ein. Meine zwei älteren Kids hingegen lernten noch nach alter Methode. Alle Wörter von Grund auf mit richtiger Rechtschreibung. Ich bemerkte dass sie wirklich weniger Mühe hatten mit Fehlern und auch mit der Rechtschreibung
  • Jol Bear 29.09.2018 12:11
    Highlight Highlight Die Hauptursache wird am Ende des Artikels benannt: Die Mehrheit der Kinder liest heute keine Bücher. Regelmässiges Lesen fördert passiv, als Nebeneffekt ohne weiters Zutun, Grundkenntnisse in Orthographie. Dieser Effekt fällt heutzutage weg. Vor diesem Hintergrund gilt es neue Methoden zu entwickeln. "Schreiben nach Gehör" scheint allerdings ziemlich schlecht dazu geeignet zu sein.
    • Phrosch 29.09.2018 13:38
      Highlight Highlight Die Lust am Lesen kommt zustande, wenn man Bücher zunächst erzählt und dann vorgelesen bekommt. Das kann schon beim Baby beginnen, das noch nichts versteht. Damit wären wir bei den Eltern, die das Smartphone weglegen und sich mit den Kindern abgeben müssten. Natürlich soll dann die Schule mit nachgewiesen (!) sinnvollen Lehrmethoden darauf aufbauen.
  • Konfetti 29.09.2018 12:01
    Highlight Highlight Man hätte Afra Sturm ruhig noch ein wenig mehr zitieren dürfen, denn Rechtschreibkompetenz unterstützt Lesekompetenz, nicht umgekehrt.
    Wir kämpfen momentan auch von oben nach unten, denn, werden falsche Schreibweisen genügend oft eingeübt, bringt man sie fast nicht mehr weg und Richtiges muss ja dann auch erst wieder eingeübt werden.
  • satyros 29.09.2018 11:56
    Highlight Highlight Ich wurde - vor 30 Jahren - mit der Methode "Lesen durch Schreiben" unterrichtet. Und natürlich hat die Lehrerin orthographische Fehler korrigiert. Sie hat dann erklärt, dass es Regeln gibt, wie man gewisse Laute aufschreibt, z.B. dass ein "langes i" ie und nicht ii geschrieben wird und dass bei gewissen Wörtern die Wortherkunft darüber entscheidet, wie man sich schreibt, z.B. dass "Elephant" ein griechisches Wort sei und deshalb mit "ph" und nicht mit "f" geschrieben werde. Aber das ist ja offenbar auch nicht mehr so.
    • waschbär 29.09.2018 12:18
      Highlight Highlight also ich mach das..
    • leu84 29.09.2018 12:48
      Highlight Highlight Mit der neuen Rechtschreibung hat sich das geändert. Ich musste Schifffahrt noch mit 2 f schreiben. In einem Aufsatz hatte ich dies mit 3 f geschrieben. Da war es noch falsch. Ein Jahr später begann die Übergangszeit zur neuen Rechtschreibung. Da wäre es richtig gewesen ^^
  • Das isch doch dä Gipfel. 29.09.2018 11:42
    Highlight Highlight Lernt oder erfindet doch Programmiersprachen. Neue einfachere Codes um den Maschinen Beine zu machen. Wer schreibt heute noch mehr als ich liebe Dich? 🤓
  • Madison Pierce 29.09.2018 11:40
    Highlight Highlight Wir haben Anfang der 90iger mit Mali, Moli und Muli Lesen und Schreiben gelernt. Es gab viele Diktate und wir mussten in Schnürlischrift schreiben. Die Schönschrift ist verloren gegangen, aber bezüglich Orthographie und Grammatik haben wir viel gelernt.
    • Neunauge 29.09.2018 13:14
      Highlight Highlight Und, macht dir schreiben geute Spass?
    • supremewash 29.09.2018 14:26
      Highlight Highlight Mimi geht zu Mausi in den Turm.
      Danke für die Erinnerung!:)
  • Garp 29.09.2018 11:34
    Highlight Highlight Ein weiteres Problem bei Schreiben nach Gehör ist, dass bei vielen Kinder bei der Einschulung das Gehör noch nicht voll entwickelt ist, und viele Kinder noch nicht so differenziert hören können, wie das ein Erwachsener kann.
  • grandvlad 29.09.2018 11:09
    Highlight Highlight Ferstehe diise uffregig nicht über dii rechtschreibung, überal gipts korekturbrogramme, haubtsache dii löite schreiben, oder kan jemand nicht ferstrehen oder lesen, was ich geschriiiiben habe😆😂😂😂
    • Tschaesu 29.09.2018 12:01
      Highlight Highlight Rächtschraibung
    • Neunauge 29.09.2018 13:15
      Highlight Highlight Dass haist Ortogravie!
  • poga 29.09.2018 11:08
    Highlight Highlight Wenn Autoren so Wörter wie Studiezerpflückt erfinden ist es echt um die Rechtschreibung geschehen...
  • Sherlock_Holmes 29.09.2018 10:58
    Highlight Highlight Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
    A. de Saint-Exupéry

    Das Wecken des Interesses u. der Freude steht am Anfang jeglichen Tuns.
    Leider ist dies oftmals verschüttet unter Misserfolg u. Frust.
    Umso bedeutender sind die ersten Erfahrungen.
    Hör-, Sprech-, Lese- und Schreibkompetenz aufbauen heisst, sich mitteilen u. teilhaben zu können.
    Funktion, Inhalt und Form sind untrennbar verbunden u. müssen miteinander vermittelt werden.
    • Sherlock_Holmes 29.09.2018 13:56
      Highlight Highlight Mit letzterem soll gesagt sein, dass die den Lese- und Schreiberwerb begleitende und unterstützende Semantik Syntax, und Rechtschreibung (Morphologie) unverzichtbar ist.
      Dadurch werden Strukturen geschaffen, die nicht zuletzt für die schwächeren und DaZ- Schülerinnen und Schüler unverzichtbar sind.
      Wer anspruchsvolle Inhalte/Themen verstehen und verständlich weitergeben will, kommt ohne sichere Syntax- und Rechtschreibkomptenzen nur mit Mühe aus.
      Zentral ist Sprache als etwas Persönliches, Sinnhaftes zu erfahren.

      Wer die Sehnsucht des Meeres kennt, wird sich auch mit Schiffbauplänen befassen.
  • Clife 29.09.2018 10:56
    Highlight Highlight Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich meine ersten Erfahrungen (4-7) mit der Rechtschreibung mit den Lustigen Taschenbüchern (Donald Duck und co.) gemacht habe. So hab ich in meiner Kindheit gelernt. Danach bin ich in meiner Jugend (8-13) begonnen, richtige Kinderbücher zu lesen (Hotzenplotz und co lässt grüssen ;D). Schliesslich (14-18) waren Fantasy-Bücher die Quelle Nr. 1 für mich. Heute (18-26) beschäftige ich mich hauptsächlich entweder mit Studienbüchern oder mit sonstigen Lehrbüchern. Ich muss sagen, die Rechtschreibung ist wesentlich besser als die meiner Mitstudenten. Lesen bildet
  • HGS 29.09.2018 10:56
    Highlight Highlight Die Analyse des verdienten Rolf Dubs trifft für einmal nicht zu. In den Schweizer Schulstuben wurde Reichens Didaktik nie radikal umgesetzt. Die Schwäche in Orthographie und Sprachstil ist vielmehr dem Umstand geschuldet, dass das Üben - Lesen, Schreiben - als uncool gilt.
  • loquito 29.09.2018 10:53
    Highlight Highlight Ich habe bis ins Gymi extrem Mühe mit der Rechtschreibung (auch heute noch, bin ich Faul, auch hier korrigiere ich lieber nicht). Heute utr kann ich (mithilfe von Word und des Duden und Onlinewörterbücher) auch komplexe Texte auf 5 Sprachen schreiben... Man kann durchaus auch noch spät schreiben lernen. Und warum es ein Problem ist, dass Dissertation inhaltlich gut sind, aber Fehler haben, versteh ich nicht. Lässt man die heute nicht lektorieren? Ich kenne Professoren, die lassen Ihre Texte auch durchlesen...
  • waschbär 29.09.2018 10:44
    Highlight Highlight bei und an der schule arbeiten wir seit jahren mit diesem mix. wie bei allen methoden gibt es auch hier kinder, welche gut darauf ansprechen und solche, die nicht viele fortschritte machen. kinder, welche „trotz“ dieser umstrittenen methode schlussendlich gut schreiben sind meistens jene, welche zuhause deutschsprachige eltern haben, zugang zu büchern, denen zu hause märchen und geschichten erzählt werden, statt vor tablets zu sitzen. leider ist dies immer weniger der fall. viele unserer schützlinge sprechen und verstehen schlecht deutsch und/oder leben in bildungsfernen haushalten...
    • weachauimmo 29.09.2018 11:07
      Highlight Highlight Spannend, dass du als Lehrperson deinen Kommentar durchgehend in Kleinschreibung verfasst hast.
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 29.09.2018 11:25
      Highlight Highlight 😂
      ...sagt ein Kommentar, der diverse Rechtschreibfehler enthält.
      Danke für soviel Ironie. 😂😂
      Benutzer Bildabspielen
    • dmark 29.09.2018 11:28
      Highlight Highlight Das bedeutet aber doch nun letztendlich, dass sich die Eltern um eine korrekte Rechtschreibung ihrer Kinder bemühen und nicht die Schule, oder?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 29.09.2018 10:40
    Highlight Highlight Man mag mich blitzen. Ich kann weder richtig Deutsch noch Englisch, auch mein spanisch isch grottenschlecht. Ich habe keine Ahnung mit 30 wie man Kommas setzt etc. und meine Bachelorarbeit trieb die korrekturleser in den wahnsinn.

    Aber. Auch der indische kollege kann kein super English und auch der chinese nicht. Denoch können wir uns verständigen sowohl beruflich als auch privat. 80/20 lösung. Solange Inhaltlich das Verständnis da ist reicht es auch. Richtiges schreiben hat für mich 3. oder 4. priorität
    • satyros 29.09.2018 11:31
      Highlight Highlight Du hast ja Deine Bachelorarbeit korrigieren lassen. D.h. richtiges Schreiben hat für Dich durchaus Priorität. Wahrscheinlich, weil Du wusstest, dass eine Arbeit voller orthographischer Fehler einen schlechten Eindruck hinterlassen würde und darauf schliessen liesse, dass sie in letzter Minute und ohne grosse Sorgfalt erstellt worden wäre.
    • Scaros_2 29.09.2018 12:29
      Highlight Highlight Nein, du missverstehst, richtiges schreiben hat für moch 0 priorität. Aber warum sollte ich Punkte liegen lassen wenn jemand 3. der Germanistik atudiert ht es auch kann. Mir ist der INHALT wichtig, die sprache, i don‘t care. Dafür gibt es deepl und andere Dinge die dank AI irgendwann auf dem level des bubblefisch sind.

      Wie gesagt, niemand kann heite sprachen gut, wozu also mehr leisten? Wir haben technologien welche das je länger übernehmen. Wichtig ist das der Inhalt korrekt ist.
    • Garp 29.09.2018 12:58
      Highlight Highlight @Scaros Die Form prägt den Inhalt immer mit. Es hat auch mit Respekt gegenüber dem Leser zu tun, dass man sich bemüht korrekt zu schreiben. Ohne Form gibt es keinen Inhalt.
  • incorruptus 29.09.2018 10:38
    Highlight Highlight «Es ist ein grosser Fehler, wenn Kinder einfach drauflosschreiben dürfen, ohne jegliche Kenntnisse der Rechtschreibung» fasst den ganzen Artikel eigentlich perfekt zusammen. Es werden genauso keine Autofahrer auf die Strasse gelassen, welche keinerlei Ausbildung dazu genossen haben - die Folgen bei der Rechtschreibung sind zwar um einiges weniger tödlich, die Wichtigkeit ist allerdings mindestens genau so gross.

    Von dieser Methode habe ich noch nie etwas gehört und trotzdem haben wir vor knapp 15 Jahren die ersten Kurzgeschichten bereits in der ersten Klasse verfasst - sehe keinen Vorteil.
    • MoFuQueen 29.09.2018 14:54
      Highlight Highlight Mein Sohn hat dieses "schreiben nach hören" und es ist das wohl dümmste was mir je untergekommen ist. Ich korrigiere seine Texte trotzdem mit ihm, dass er keinen Stuss lernt. Ich verstehe rbenfalls nicht was es bringen soll wenn man Wörter falsch lernt.
  • dododo 29.09.2018 10:26
    Highlight Highlight Früher war alles besser in
    3.... 2...... 1.....
    • Genital Motors 29.09.2018 12:26
      Highlight Highlight Karl Valentin.

Der Trainerhosen-Aufstand: Basler Schüler protestieren gegen Kleiderordnung

Basler Maturanden zetteln in ihrer letzten Schulwoche vor den Prüfungen eine kleine Revolte an. Sie haben alle Schüler dazu aufgerufen, am Freitag in Trainerhosen zum Unterricht zu erscheinen.

In ihrer letzten Schulwoche vor den Maturprüfungen zettelt die Klasse G6X eine kleine Revolte an. Sie hat die Kleiderordnung des Basler Wirtschaftsgymnasiums (WG) im Visier. Hier steht: «Die Kleidung ist der Ausbildungssituation einer weiterführenden Schule angepasst. Ausserhalb des Sportunterrichts wird daher keine Sportkleidung getragen.»

Die Maturanden haben nun alle Schüler des Wirtschaftsgymnasiums, der Wirtschaftsmittelschule und der Informatikmittelschule dazu aufgerufen, heute Freitag …

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