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Lehrpersonen wollen keine unbezahlte Überzeit mehr leisten

Das Klischee von der vielen Freizeit der Lehrerschaft hält sich hartnäckig. Die dritte Arbeitszeiterhebung des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) zeigt jedoch, dass Lehrpersonen in der Deutschschweiz weiterhin fast 13 Prozent an Gratisarbeit leisten.
08.05.2019, 13:0408.05.2019, 13:09
Laut Beat W. Zemp, Zentralpräsident des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), leisten Lehrerinnen und Lehrer in der Schweiz weiterhin Gratisarbeit im Umfang von Hunderten von Millionen Franken pro Jahr.
Laut Beat W. Zemp, Zentralpräsident des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), leisten Lehrerinnen und Lehrer in der Schweiz weiterhin Gratisarbeit im Umfang von Hunderten von Millionen Franken pro Jahr.Bild: KEYSTONE

«Schweizer Lehrpersonen haben die höchste Sollarbeitszeiten aller OECD-Länder und leisten zudem unbezahlte Überstunden im Wert von Hunderten von Millionen Franken», stellte LCH-Zentralpräsident Beat W. Zemp am Mittwoch vor den Medien in Bern fest. Erfreulich ist laut Zemp allerdings der Rückgang der unbezahlten Überzeit um 40 Prozent in den vergangenen zehn Jahren.

Die Jahresarbeitszeit für eine Vollzeit arbeitende Lehrkraft liegt nach Verbandsangaben je nach Stufe zwischen 2086 und 2222 Stunden. Laut der Arbeitszeiterhebung 2019 leisten Lehrpersonen je nach Stufe zusätzlich regelmässig zwischen 8.6 und 16 Prozent Überzeit ohne Kompensationsmöglichkeit.

Trend zu Teilzeit hält an

Ein 100-Prozent-Pensum sei unter den heutigen Rahmenbedingungen kaum mehr zu leisten. Immer mehr Lehrpersonen seien angesichts steigender Zusatzaufgaben - etwa durch die zunehmende Heterogenität der Klassen, die Einführung des Lehrplans 21 oder neuer Fächer - im Beruf überlastet und leisteten heute Teilzeit, erklärte LCH-Zentralsekretärin Franziska Peterhans.

Doch gerade Teilzeitlehrpersonen bekommen die hohe zeitliche Belastung besonders stark zu spüren. Laut den Ergebnissen der aktuellen Arbeitszeiterhebung bei über 10'000 Lehrerinnen und Lehrern leisten Lehrer umso mehr Überstunden, je kleiner ihr Pensum ist. Lehrpersonen mit einem Pensum von weniger als 50 Prozent arbeiten laut Peterhans durchschnittlich 22 Prozent unbezahlte Überzeit.

LCH fordert daher eine Senkung der Pflichtlektionenzahl für Lehrpersonen, zwei Jahreslektionen für die Klassenleitung, mehr Zeit für Elternarbeit und generell keine unbezahlte Überzeit. (bzbasel.ch)

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lienat
08.05.2019 15:59registriert November 2017
Mit dem systematischen Erfassen der Arbeitszeit in einigen Kantonen wollte man die Lehrer wohl als die faulen Säcke entlarven, welche sie in den Köpfen vielen Leuten sind. Der Schuss ist aber gründlich nach hinten losgegangen. Tatsächlich wurde zu Tage gebracht, dass, wenn man alle Aufwände rechnet, viele Lehrpersonen deutlich mehr arbeiten als sie gemäss Anstellung müssten.

Übrigens: Wenn Lehrer so ein Schoggijob wäre, dann hätten Lehrer wohl kaum ein stark überdurchschnittliches Burnout-Risiko.
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DARTH OLAF
08.05.2019 19:21registriert August 2018
Das mit der Überzeit muss ich als Lehrer eingehen, wenn ich meine Arbeit gut machen will.
Was ich mir deutlich mehr wünsche sind kleinere Klassen. Nicht für mich, sondern für die Schüler.
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Sommerloch am Zürich HB: Wie ein Geruch zum Dauerbrenner wurde
Das Sommerloch stinkt und mit ihm der Zürcher Hauptbahnhof. Die SBB zeigen sich ratlos und liefern seit Tagen dieselben Erklärungen.

Am Zürcher Hauptbahnhof stinkt es seit bald drei Wochen. Nicht irgendwo, sondern an einem ganz bestimmten Ort: Bei den Geleisen 31 bis 34, dort also, wo Schnellzüge aus Bern, Olten, St. Gallen und dem Thurgau sich kreuzen und einzelne S-Bahn-Linien ein- und ausfahren. Aufgefallen war das erstmals irgendwann Mitte Juli, wirklich gross zu stören schien es aber nicht viele.

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