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Maximilian ist der jüngste Student der Schweiz. screenshot: youtube / Bildungsdesign

Das gab's noch nie: Schweizer Mathe-Genie startet als 15-Jähriger mit Master-Studium

Er ist der berühmteste Hochbegabte der Schweiz – und betritt weiter Neuland. Maximilian Janisch (15) startet nach nur einem Jahr an der Universität Zürich mit dem Master. Jünger als er war bislang keiner.

Yannick Nock / ch media



Die vorletzte Prüfung des Semesters ist nur wenige Stunden her. 14 Seiten, 90 Minuten Zeit, Datenbanksysteme. «Das war nicht allzu schwierig», sagt Maximilian Janisch und lächelt. Wahrscheinlich wird er wieder eine 6 bekommen, wie eigentlich immer, seit er mit dem Studium begonnen hat. Dabei ist der Teenager aus Meierskappel erst 15 Jahre alt.

Maximilian ist der jüngste Student der Schweiz. Seit zwei Semestern belegt er Mathematik an der Universität Zürich – und hat schon ein Dutzend Klausuren abgelegt. Die 180 nötigten Punkte für den Bachelor-Abschluss hat er fast beisammen. Nur sechs Punkte fehlen ihm, doch dass er die bald holen wird, daran zweifelt keiner. Maximilian zählt in allen Prüfungen zu den Besten. Seine schlechteste Note im letzten Jahr: eine 5.5.

Der 15-Jährige bleibt der berühmteste Hochbegabte des Landes. Mit einem IQ von 149+ sprengt er die gängige Skala. Bekannt wurde er im Sommer 2013, als er die Mathematik-Matura mit Bestnote ablegte. Da war er gerade neun Jahre alt. Eine Leistung, wie es hierzulande keine vergleichbare gibt.

Zeitungen, Radio- und TV-Stationen rissen sich um ihn. Nicht nur in der Schweiz. Deutsche Sender berichteten über den Jungen aus Luzern, auch die britische BBC und ein japanisches Magazin verfassten Beiträge: Maximilian, das «Genie», das «Wunderkind», der «Mozart der Mathematik».

Dok-Film über Maximilian Janisch

Video: © Youtube/SRF Dok

Arg übertrieben, sei das damals gewesen, sagt Maximilian. Doch noch immer wird er erkannt und angesprochen. «Bist du nicht das Mathematik-Genie aus den Medien?» fragen ihn gelegentlich Studenten und Uni-Mitarbeiter auf dem Campus. «Die Menschen sind einfach interessiert», sagt er, «das stört mich nicht.» Ein bisschen ruhiger ist es um ihn dennoch geworden. Maximilian, mittlerweile 1.84 Meter gross, fällt auf dem Campus nur auf, wenn man genauer hinschaut.

Das war zu seiner Zeit am Gymnasium ganz anders. Als 9-Jähriger unter lauter Teenagern stach er heraus wie Einsteins Zunge auf dem berühmten Foto von 1951. Maximilians Mathematik-Talent sorgte für das Übrige. Mitschülern gab er Nachhilfeunterricht. «Ich möchte euch nahelegen, dass die Matura nicht schwierig sein wird», sagte er den anderen Gymnasiasten. «Das kann jeder.» Er, der Kleine, musste den Grossen die Welt der Mathematik erklären.

Mit seinem Talent ist Maximilian aber auch an viele Grenzen gestossen. Das Schweizer Bildungssystem ist auf einen wie ihn nicht vorbereitet. Eigentlich wollte er nach der Mathematik-Matura an die ETH Zürich. Doch kein 9-Jähriger darf hierzulande studieren. Zuerst müsse er in allen Fächern die Matura erlangen, hiess es. Maximilians Vater, ein pensionierter Mathematikprofessor, ärgert sich über die mangelnde Unterstützung. Statt seinen Sohn zu fördern, würde er gebremst. Die Schweiz tue zu wenig für ihre akademischen Talente, klagte er.

Amerikanische Top-Universitäten meldeten sich. Harvard kämpfte um das Mathematik-Genie, doch umziehen kam für die Familie nicht infrage. Maximilian sollte nicht aus seinem Umfeld gerissen werden.

Es war Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich, der sich 2013 mit einer Lösung an die Familie wandte. Er bot Maximilian ein spezielles Programm an und stellte ihm einen Mentor zur Seite, Professor Camillo De Lellis, der einst selbst ein hochbegabtes Kind war. Dieser förderte Maximilian in Privatstunden an der Universität, bis er sich vergangenen Sommer offiziell an der Hochschule immatrikulieren konnte.

De Lellis, der mittlerweile an die amerikanische Elite-Universität Princeton berufen wurde, sagt über den Jungen: «Ich habe nie eine solche Begabung gesehen wie bei ihm.»

Er wird bald doktorieren

Maximilian zieht nach einem Jahr Studium ein positives Fazit. Er kommt schnell voran und auch mit seinen Kommilitonen versteht er sich gut. Zwar geht er noch an keine Studentenpartys, aber er ist mittlerweile Mitglied der Schweizerischen Studienstiftung, die leistungsstarke Akademiker fördert.

Hier trifft Maximilian auf andere begabte Studenten, mit denen er sich manchmal austauscht. In wenigen Monaten wird Maximilian wieder Neuland betreten. Im Herbst kann er mit seinem Master-Studium beginnen. Jünger war bisher keiner.

Er rechnet mit 3 Semestern, um auch diesen Abschluss zu meistern. Üblich sind vier. Ist das nicht zu knapp bemessen? «Also bitte», antwortet Maximilian und lächelt. «So habe ich auch noch gemütlich Zeit, um die Masterarbeit zu schreiben.»

Was danach kommt, weiss Maximilian auch schon. Er möchte doktorieren, bei seinem Mentor Camillo De Lellis in den USA. Weil er dann aber erst 17 Jahre alt sein wird, dürfte er der Universität Zürich zumindest bis zur Volljährigkeit erhalten bleiben – als jüngster Doktorand der Schweiz.

Maturanden besuchen die Universität

Die Universität Zürich will begabte Jugendliche besser fördern. Deshalb bietet die Hochschule seit einem Jahr Zürcher Mittelschülern an, schon während ihrer Gymizeit Kurse zu besuchen. Sie dürfen in Vorlesungen sitzen, Bachelor-Punkte sammeln und Arbeiten schreiben. «Die Erfahrungen mit Maximilian haben uns dazu bewogen, mehr für begabte Mittelschüler zu tun», sagt Michael Hengartner, Rektor der Universität Zürich. 37 Talente haben sich für das Pilotprojekt angemeldet. Beliebt sind Vorlesungen aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), der Philosophischen Fakultät und den Rechtswissenschaften. Die Jugendlichen zwischen 17 und 19 Jahren sind in den letzten zwei Jahren ihrer gymnasialen Ausbildung. Ausgesucht wurden sie von ihren Lehrern. Dass es weniger sind als die erwarteten 60 Jugendlichen, liegt daran, dass nicht alle Gymnasien das Angebot der Universität Zürich angenommen haben. Im Herbst wird die Universität in Absprache mit den Mittelschulen entscheiden, wie es mit dem Pilotprojekt weitergeht. Womöglich könnten ab 2020 auch Jugendliche aus den Nachbarkantonen folgen, etwa aus dem Aargau, St. Gallen oder Schwyz. (yno)

Ganz normal hochbegabt. Ein Talk mit Maximilian Janisch

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Video: YouTube/Bildungsdesign

(bzbasel.ch)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Richard Meier (1) 24.06.2019 20:26
    Highlight Highlight Was sind die Faktoren für Erfolg im Berufsleben? Oder ist Hochbegabung eine Garantie für Berufserfolg? Der Pädagoge Prof. M. Goldschmid hat 1988 eine Studie über den Berufserfolg der ETH-Absolventen vorgelegt. Die Studie ist professionell gemacht. Er zeigt, dass ETH-Noten NICHT mit dem Berufserfolg korrelieren. Er zeigte, dass einzelne Persönlichkeitszüge wie z.B. Kommunikationsfähigkeit, Selbständigkeit durchgehend mit Indikatoren für Berufserfolg wie Lohn, Übertragung von Verantwortung und Entscheidungen, Anerkennung etc. zusammenhängen. Was sind Ihre Schlussfolgerungen??
    • salliona 24.06.2019 21:57
      Highlight Highlight Vielleicht geht es nicht (nur) um die Frage der Karriere an sich, sondern auch um Forschungsarbeit, Entwicklung?
  • Snowwhitey 24.06.2019 20:21
    Highlight Highlight Was ich nicht ganz verstehe: wie darf er in 2 Semestern schon alle Prüfungen ablegen? Dürfen das die anderen Studenten auch?
    • leu84 24.06.2019 21:50
      Highlight Highlight Theoretisch kann man alle Prüfungen inklusive Thesis in einem oder zwei Semester ablegen. Sofern es der Prüfungsplan oder andere Punkte zulässt.
      Meistens werden Vorkenntisse aus vorherigen Modulen empfohlen. Es bedarf zumindest ein Gespräch mit der Studiengangsleitung, wenn man deutlich mehr als 30 Credits pro Semester machen will. Es gibt Vorlesungen, wo keine Anwesenheit herrschen. Je nach Studiengangs ist es einfacher oder komplizierter.
      In den mathematischen Module wird Herr Janosch genug Vorkenntisse haben, um sich dafür zu fokussieren.
    • mathilder 24.06.2019 21:58
      Highlight Highlight Meines Wissens nach darf man so viel belegen wie man sich zutraut. Ich war jedoch bereits mit der Prüfung, die er als „nicht allzu schwierig“ empfand, am Limit 😅
    • Peperouny 25.06.2019 00:11
      Highlight Highlight Die Prüfung in „Datenbanksysteme“ zählt am Institut für Informatik zu den schwierigsten Bachelor-Modulen. Ich musste daher auch schmunzeln, als ich das gelesen habe, habe ich mir doch die Zähne ausgebissen an diesem Fach. 😅
  • lilie 24.06.2019 16:11
    Highlight Highlight Sehr eindrücklich!

    Ein bisschen schade finde ich, dass der Vater anscheinend gegen die Matura war, sondern seinen Sohn lieber direkt an der ETH gesehen hätte.

    Ich finde es aber schon richtig, dass auch ein Junge mit einer solch aussergewöhnlichen Begabung eine solide Allgemeinbildung erhält. Förderung der Begabung ist wichtig, aber es braucht eben auch Normalität und Lebenstauglichkeit.
    • TheBase 25.06.2019 10:33
      Highlight Highlight Als ob er diese sogenannte Allgemeinbildung nicht ohnehin schon hätte...
  • Garp 24.06.2019 15:33
    Highlight Highlight Die ETH war zu unbeweglich um sich diesem jungen Talent anzunehmen. Selber Schuld und schämt Euch!

    Wünsche Maximilian viel Freude am Forschen und viel Erfolg dabei!
  • mrgoku 24.06.2019 15:26
    Highlight Highlight 15 Jahre und 1.84 gross... nicht nur gross im Kopf der Junge... haha

    Ist bekannt ob er sonst Einschränkungen hat? Oft sind solche Genies ja z.B. Autisten und leben sehr isoliert etc.
    • najaundso 24.06.2019 17:15
      Highlight Highlight Autisten sind statistisch gesehen unterdurchschnittlich intelligent, Inselbegabungen sind die absolute Ausnahme...
  • Gipfeligeist 24.06.2019 13:30
    Highlight Highlight Finde das Bildungssystem sollte solche Genies mehr unterstützen. Hier an einer Hochschule hilft er dem Bildungsplatz Schweiz und der öffentlichen Forschung viel mehr, aber stattdessen wird er in die USA verladen...
    • MacB 24.06.2019 14:12
      Highlight Highlight Das Genie wurde ja gefördert und geht nur in die USA, um bei seinem Mentor doktorieren will.

      Nicht immer das Schlechte suchen, alles ok hier ;)
    • MacB 24.06.2019 14:24
      Highlight Highlight *sorry für meine Satzstellung. Und das in einem Artikel über ein Genie :D
  • Baba 24.06.2019 11:39
    Highlight Highlight Dr. Sheldon B. Cooper erblasst vor Neid 😉

    Wow, einfach nur wow!
  • Toerpe Zwerg 24.06.2019 11:18
    Highlight Highlight Da kann man sich nur verneigen.
  • RatioRegat 24.06.2019 10:48
    Highlight Highlight Es ist sehr erfreulich, wenn junge Talente angemessen gefördert werden, was in unserem Schulsystem viel zu wenig der Fall ist.

    Es bleibt zu hoffen, dass er seiner wissenschaftlichen Laufbahn treu bleibt und nicht als Investmentbanker bei Goldmann Sachs endet.
    • TheNormalGuy 24.06.2019 11:30
      Highlight Highlight Vom Namen her könnte das noch passen. =D

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