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Zwei Stunden pro Woche wird der Schülern vermittelt, wie mit Tonhöhe und Bewegung Sprache wiedergegeben werden kann (Symbolbild). bild: shutterstock

Steinerschule spaltet die Gemüter: realitätsfremd oder kindergerecht?

Seit 100 Jahren sind Rudolf-Steiner-Schulen populär: «Wir wollen nicht auslesen, wir wollen individuell fördern.»

Diana Hagmann-Bula / ch media



Christoph Seidlitz tanzt ein I. Dann ein A, O, E. Die Bewegungsabfolge ist Teil des Morgenrituals. Die Klasse begrüsst ihren Lehrer im Chor, dann sagt sie den Morgenspruch auf. Um Licht und Kraft und Seele geht es darin, um Liebe und Dank dafür, arbeitsam und lernbegierig zu sein.

Seidlitz bittet ein Mädchen nach vorne, um ihren Zeugnisspruch vorzutragen. Ein Zitat aus der Philosophie, ausgewählt vom Lehrer, das Kind beschreibend. Es zeigt der Schülerin auf, wie sie sich in den kommenden Monaten weiterentwickeln kann.

Steinerschulen geht es nicht um blosse Wissensvermittlung, sondern um Erfahrungen. Diese sollen den Schülern helfen, Platz im Leben zu finden. Ganze Klassen vermessen deshalb Felder für die SBB oder für Bauern. Sie fahren mit Velo und Zug dem Rhein entlang, von der Quelle bis zur Meermündung. Und was genau ist nun diese Eurythmie? Zwei Stunden pro Woche wird vermittelt, wie mit Tonhöhe und Bewegung Sprache wiedergegeben werden kann. Sie fördere das Kind seelisch, gedanklich, körperlich, stärke die Sozialkompetenz, «weil man nicht nur auf sich, sondern auch auf die anderen achten muss», sagt Volker Kraft. Er ist mit Christoph Seidlitz Lehrer an der Rudolf-Steiner-Schule in St.Gallen. Man spürt, wie ihn diese Art der Schule begeistert.

Unterricht ohne Beamer oder andere Technik

Im Zimmer von Christoph Seidlitz hat unterdessen der Epochenunterricht begonnen. Während drei bis vier Wochen bleibt die Klasse jeweils von acht bis zehn Uhr am gleichen Thema dran. Pflanzenkunde ist es momentan. Gestern die Exkursion in den Wald, heute die Theorie dazu. «Pilze und Flechten sind die Babys im Pflanzenreich. Sie können noch nicht so viel wie die Blütenpflanzen», sagt Seidlitz. Hellraumprojektor oder andere Technik scheinen hier unnötig zu sein. Die Wandtafel genügt, darauf aufwendige Zeichnungen und sauberste Schnürlischrift. Die Schüler notieren mit. Sie gestalten ihr Lehrbuch selber.

In der Schweiz sind die Schülerzahlen an den Steinerschulen nach dem Einbruch Ende der 1990er-Jahre stabil. In Deutschland erleben die Waldorfschulen, wie sie dort heissen, gerade einen Boom. Sie gehen auf Emil Molt, den Inhaber der Zigarettenfabrik Waldorf-Astoria in Stuttgart, zurück. Er bat Rudolf Steiner, eine Schule für die Kinder seiner Arbeiter zu gründen.

Diese Aufgabe nahm der Mann, der Demeterbrot, biologisch-dynamische Landwirtschaft, organische Architektur und anthroposophische Medizin für die einzig richtigen Werte hielt, gerne an. Heute gibt es weltweit 1092 Waldorfschulen und 1857 Waldorfkindergärten in 64 Ländern.

Im Schuljahr 2015/2016 besuchten in der Schweiz 5010 Jugendliche eine Steinerschule, das sind 0.54 Prozent aller Schweizer Schüler. Ortswechsel, Zürich. Dort behandelt die dritte Klasse von Maurus Johnson gerade deutsche Grammatik. Und hält im Heft fest: «Das Wiewort sagt uns, wie etwas ist, ob gross oder klein, ob froh oder traurig, ob stark oder schwach. Wir fühlen es in unserem Herzen. Das Wiewort flüstert uns zu, wie die Dinge sind.»

Schmiede von kreativen, gefühlsvollen, kritischen Menschen

Eine schönere Umschreibung eines Adjektivs kann man Kindern wohl kaum mitgeben. Und irgendwie steht sie exemplarisch für das, was die Steiner Schulen sein wollen: eine Schmiede von kreativen, gefühlsvollen, achtsamen, kritischen, guten Menschen.

Das Kind steht im Zentrum, notenfrei, ganzheitlich erzogen. «Wir wollen nicht auslesen, wir wollen individuell fördern», fasst Robert Thomas, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Steinerschulen Schweiz & Liechtenstein, das Konzept der Privatschule zusammen. Noten gibt es erst ab der achten Klasse, eingeschätzt werden die Kinder davor mit schriftlichen Zeugnissen, die eher beschreiben als bewerten. Doch viele Eltern befürchten, der Nachwuchs gerate ohne Noten in Rückstand. Thomas nennt das ein Klischee:

«Nach der neunten Klasse erfüllen unsere Schüler die minimalen Standards einer öffentlichen Schule. Nur lernen sie die Dinge zu einer anderen Zeit. Zu ihrer Zeit.»

Zwei Fremdsprachen ab der ersten Klasse, Bruchrechnen und Botanik ab der dritten Klasse, beides früh. Gartenbau ist Unterrichtsfach. Doch warum schreiben und lesen Steinerschüler oft erst nach drei Jahren Schule? «Schreiben und Lesen sind eine Konvention der Erwachsenen. Den Umgang mit Zahlen empfindet das Kind hingegen als natürlich. Ein Universum, vier Jahreszeiten, fünf Finger», sagt Lehrer Volker Kraft.

Die Eltern zahlen mehr und putzen mit

Ob Legasthenie, ADHS oder eine andere Schwierigkeit – im Steiner-Universum hat das für die Schüler keine negativen Folgen. Jeder kommt mit bis zur neunten Klasse. Auch der Hauptlehrer bleibt bis zur sechsten Klasse. «Steiner glaubte, dass das Kind in dieser Altersstufe nur anhand der Persönlichkeit des Lehrers Fortschritte macht. In der Begegnung und Auseinandersetzung mit ihm», sagt Kraft.

Noch so ein Klischee: Die Steinerschulen sind das Auffangbecken für leistungsschwache Schüler, die an der staatlichen Schule scheitern. Robert Thomas widerspricht. Vielleicht sei das mal so gewesen, heute aber sei die Quote an Maturanden an Steinerschulen höher als an der Regelschule. Jürgen Oelkers, deutscher Erziehungswissenschafter und emeritierter Professor der Universität Zürich, kennt den Grund dafür:

«Das liegt vor allem an der Zusammensetzung der Privatschulen. Viele Schüler stammen aus einem Elternhaus, das stark begünstigt ist. Oft sind die Eltern bildungsaffine Akademiker.»

Oelkers sagt weiter, die Steinerschulen würden keine neuen Lernformen ausprobieren wollen und seien bezüglich Digitalisierung sehr skeptisch. Robert Thomas kontert: «Wir lehnen Digitalisierung nicht ab. Wir überlegen uns einfach, wie wir es schaffen, Menschen grosszuziehen, die als 18-Jährige vernünftig mit diesen Geräten umgehen.» Im Schulalltag bedeutet das: indirekte Medienkompetenz, etwa die Nutzung von Tablets, erst ab der siebten Klasse.

Zu viel Esoterik schreckt die Eltern ab

Als problematisch stuft Oelkers gewisse Ansichten des Gründervaters Rudolf Steiner ein. Der Begründer der Anthroposophie war überzeugt, dass der Mensch alle sieben Jahre einen grossen Entwicklungsschritt macht. Der Lehrer solle den Unterricht diesem Rhythmus und den vier Temperamenten anpassen, in die Steiner die Menschheit eingeteilt hatte. «Reine Esoterik!», findet Oelkers, «zu viel Anthroposophie und Dogmatismus verträgt es nicht. In den Schulalltag dürfen sie jedenfalls nicht einfliessen, sonst hat die Schule die Eltern nicht hinter sich», meint Oelkers.

Und auf die zählt sie stark. Das Schulgeld beträgt zwischen 900 und 2000 Franken pro Monat, je nach Einkommen. Eltern leisten Putzdienst, Kochdienst, helfen im Garten oder im Vorstand mit, verkaufen am Basar. «Nicht nur die Kinder, auch die Erwachsenen wachsen so zusammen», meint Thomas. Einen Überblick über die Eltern der Steinerschüler liefert ein soeben erschienenes Buch.

Demnach sind 15 Prozent Akademiker, knapp 20 Prozent arbeiten in sozialen Berufen, rund 10 Prozent in kaufmännischen, technischen oder handwerklichen Berufen. Die überraschendste Sparte: 8 Prozent der Eltern sind Lehrer, aber nicht an einer Steinerschule. 57 Prozent wohnen auf dem Land, 43 in der Stadt.

«Andere Meinungen sind nicht gern gehört»

Der HSG-Professor Pietro Beritelli an der Uni St.Gallen schickt seine beiden Söhne an die Steinerschule. «Mein Grosser spürte den Notendruck im öffentlichen System und hatte zunehmend Kopfweh. Mein Kleiner ist ein extrovertierter Bub, der lieber plaudert, als stillzusitzen. Für ihn war das staatliche System nicht geeignet.»

Nach einer kurzen Testphase bei der Steinerschule ging der jüngere Sohn plötzlich gerne in den Unterricht. Obwohl er beruflich sehr eingebunden sei, finde er Zeit, um sich als Vater für die Schule zu engagieren. «Diese Anlässe fallen für mich nicht unter Arbeit. Am Schluss gehen alle zusammen Kaffee trinken. Ein bereicherndes Erlebnis.»

Weniger positiv hat eine Mutter aus der Ostschweiz die Zeit ihrer Kinder an einer Steinerschule erlebt. Viele Wechsel in der Lehrerschaft habe es gegeben.

«Und als ich als Mutter mit Kaugummi zu einem Anlass erschienen bin, musste ich ihn rausnehmen.»

Sie habe sich als erwerbstätige Familienfrau möglichst rausgehalten aus der Elternarbeit für die Schule. «Kochen, putzen, mithelfen am Basar, das geht doch nur mit dem traditionellen Rollenmodell, wo sie nur für die Kinder lebt.» Das Steiner-Konzept sei ihr mit der Zeit zu eng geworden. «Wie eine Religion. Andere Meinungen sind nicht gern gehört.»

Auch Aniston und Wawrinka sind Steinerschüler

epa07691998 Stan Wawrinka of Switzerland in action against Reilly Opelka of the USA in their second round match during the Wimbledon Championships at the All England Lawn Tennis Club, in London, Britain, 03 July 2019. EPA/WILL OLIVER EDITORIAL USE ONLY/NO COMMERCIAL SALES

Ging in eine Steinerschule: Stan Wawrinka. Bild: EPA

Manche glauben in der mitfühlenden Art wie Stan Wawrinka bezwungene Gegner umarmt zu erkennen, dass er auf eine Steinerschule gegangen ist. Der Schweizer Tennisspieler absolvierte Unter- und Oberstufe an der Privatschule in Crissier.

Jennifer Aniston arrives at the Women in Film Crystal Lucy Awards on Friday June 12, 2009, in Los Angeles. (AP Photo/Matt Sayles)

Auch Jennifer Aniston war Steiner-Schülerin. Bild: AP

Unter den Steiner-Schulabgängern finden sich viele andere berühmte Namen: Künstlerin Meret Oppenheim, Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Wolfgang Porsche, Aufsichtsrat der Volkswagen-Gruppe, Synapsenforscher und Nobelpreisgewinner Thomas Südhof. Dem Theaterspiel kommt im Stundenplan eine wichtige Rolle zu. Kein Wunder entscheiden sich Alumni oft für die Schauspielerei. Zu ihnen gehören etwa Jennifer Aniston, Sandra Bullock und Heiner Lauterbach. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • circumspectat animo 24.07.2019 23:43
    Highlight Highlight Mein Bruder hat alle Klassen der Steiner-Schule absolviert, danach das Staatliche Gymnasium mit keiner Note unter 5, hat den Master in Jura mit insigni cum laude abgeschlossen, ist heute Anwalt und wird wohl bald beginnen seine Doktorarbeit zu schreiben. Ich bin in der 5. Klasse rausgeflogen. Ich denke, dass es sehr auf die Persönlichkeit und auf den Lehrer ankommt, ob man in einen solchen Rahmen passt. Ich finde es aber schön, dass es die Möglichkeit gibt, dass Kinder ohne Leistungsdruck und mit Naturverbundenem Unterricht lernen können.
  • MarGo 24.07.2019 15:26
    Highlight Highlight alles ist besser als das momentane Frontalunterricht-System in dem wir leben.
    oder wer von euch kann noch einen Limes berechnen? :D
    oder hat das Franz-Vokabular noch drauf?
    oder weiss noch den chemischen Namen von Schwefelsäure? etc...
    Es wird viel zu viel Stoff in zu wenig Zeit vermittelt, kein Wunder drehen unsere Kids langsam durch aufgrund des Drucks, den sie jetzt schon spüren...
    Zumal von diesem elend langweiligen Frontalunterricht einfach nix hängenbleibt...
    Kann dazu Richard Precht empfehlen, er hat ein Bild der künftigen Schule, dass zumindest einen Diskurs einleiten sollte...
    • frereau 24.07.2019 22:48
      Highlight Highlight Also die öffentlichen Schule die ich kenne machen alles andere als nur Frontalunterricht. Warum wird immer das System der öffentlichen Schule schlecht gemacht? Klar gibt es da einiges zu verbessern. Aber wenn man den öffentlichen Bildungsinstitutionen den Rücken kehrt, trägt man sicher nicht zu deren Entwicklung bei.
      Precht hat gute Ansätze. Er siedelt diese aber sicher nicht in Privatschulen an.
    • MarGo 25.07.2019 07:31
      Highlight Highlight niemand redet von Rücken zukehren... ganz im Gegenteil... die Bildungsreform kann und muss ganz eng mit den jeweiligen Institutionen gemeistert werden. Zudem haben viele Lehrer bereits jetzt erkannt, dass es mehr braucht als reine Faktenvermittlung, da stimme ich dir zu, aber das gros ist immer noch, dass der Lehrer seinen Stoff durchmacht, egal ob die Klasse mitkommt oder nicht. Meine Tochter hat soeben die Kanti abgeschlossen. In Mathe hatte die Klasse keinen Viererschnitt erreicht... da läuft doch gewaltig was schief... Stoffübergreifende Projekte mit Fachkräfteunterstützung aus Wirtschaft
    • frereau 25.07.2019 07:55
      Highlight Highlight @MarGo
      Grad darum: Dran bleiben und mithelfen die Volksschule zu reformieren. Reformpädagogiken haben als Gemeinsamkeit, dass sie die öffentliche Schule kritisieren, aber nicht mithelfen diese zu verbessern.
      Die guten Ideen dieser Vordenker kommen somit erst viele Jahre später in der Volksschule an.
      Dabei darfst du nicht vergessen: die Volksschule muss per Verfassungsartikel alle Kinder aufnehmen. Privatschulen sortieren schon mal über den sozioökonomischen Status der Eltern aus.
      Seine Kinder auf eine reformpädagogische Privatschule zu schicken ist also in mehrfacher Hinsicht problematisch.
  • Abu Nid As Saasi 24.07.2019 13:10
    Highlight Highlight Ich würde auch in die Eurythmie geschickt. Bin dann mit dem Mösli in die Drei Weiher fischen gegangen
  • Mia Mey 24.07.2019 11:57
    Highlight Highlight Leider kenne ich ehe. Steiner Schüler die den Einstieg nach der Schule nur schwer schafften. Teure Erwachsenen Kurse um sich das lesen und rechnen noch richtig beizubringen, immer wieder Arbeitsausfälle weil sie den Druck des Alltags nicht ausstehen und dazu die unglaubliche Weltfremdheit. Und wie überall, die einzelnen Schulen stehen oder fallen, je nach Lehrkräften. Zu antroprosophisch geführte Schulen gehören für mich in die Sparte Sekte. Ich kenne auch erfolgreiche Steiner Abgänger. Nur, die sind selten überzeugte Anhänger.
    • frereau 24.07.2019 22:52
      Highlight Highlight @Mia Mey
      dem kann ich nur beipflichten. Schulen und Lebensideen die einen Wahrheitsanspruch haben sind für mich suspekt. Dazu kommt noch, dass sich die RS-Pädagogik bis heute nicht von den religiösen Elementen der Antroposophie lösen konnte.
      Privatschulen haben per se einen elitären Charakter, bei den RS-Schulen ist diese Tatsache halt einfach im Widerspruch zum gesellschaftsverbessernden Ansatz. Wie bitte soll sich die Gesellschaft wandeln, wenn man sich von ihr verschliesst?
  • Mutbürgerin 24.07.2019 11:43
    Highlight Highlight Das Schweizer Schulen zelebrieren das Kastensystem. Die besten 20% dürfen studieren, sich selbstverwirklichen und gutbezahlte Wirtschafts- und Staatsjobs erhalten. Das Mittelmass liefert das zukünftige Steuersubstrat, auch bekannt als Mittelschicht und übt Jobs aus, die sie über Wasser halten, aber auch krank machen. Die schlechtesten 30% werden entweder Handwerker oder konkurrieren mit Einwanderen um Mindestlohnjobs. Wer das System umgehen will, braucht reiche Eltern, die Privatschulen oder eine Bildung auf dem zweiten Bildungsweg ermöglichen. Wir Schweizer sind super stolz auf unser System.
    • lilie 24.07.2019 12:27
      Highlight Highlight @Mutbürgerin: Das ist eine reichlich verschobene Weltsicht:

      1. Akademiker verdienen mehr, also bezahlen sie auch mehr Steuern. Dazu kommt auch noch die Steuerprogression obendrauf.

      2. Was hat das Level der Ausbildung mit Selbstverwirklichung zu tun? Und sehe jetzt auch nicht ein, wie ein Beamter sich mehr verwirklichen kann als ein Bauarbeiter.

      3. Bevor man das System umgeht, sollte man es zuerst einmal kennen und nutzen: Wer umsatteln oder sich weiterbilden möchte, findet zahllose Möglichkeiten, vom Quereinstieg bis zum Stipendium.

      Letztlich ist jeder selber für sein Glück verantwortlich.
    • Maracuja 24.07.2019 14:36
      Highlight Highlight @Mutbürgerin

      Wahnsinnig mutig, ein Bildungssystem zu kritisieren, dass Sie offensichtlich nicht kennen. Der
      BMS-Abschluss ermöglicht Absolventen einer Berufslehre das Studium an einer Fachhochschule (Vollzeit oder berufsbegleitend). Wird nach dem BMS-Abschluss noch die „Passarelle“ angehängt, kann man an jeder Universität studieren. Daneben gibt es auch noch kantonale Maturitätsschulen für Erwachsene, höhere Fachschulen u.Ä. Manche Angebote sind berufsbegleitend, für andere gibt es Stipendien. Viele Wege führen nach Rom, aber wenn man lieber wutbürgert als sich anstrengt ...
    • Mia Mey 24.07.2019 15:44
      Highlight Highlight Im Kollegenkreis meiner Söhne haben viele in den letzten Jahren die Matura während oder nach der Lehre gemacht und bilden sich weiter. Keiner kommt aus einer reichen Familie, das einzige was sie haben, Ergeiz und den Willen sich weiterzubilden. Auf teure Autos, Wohnungen und Ferien verzichten Sie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Diva 24.07.2019 09:28
    Highlight Highlight Ich würde gerne mal von einem Steiner-Schulabgänger lesen, wie es danach weiterging. Wie war die Berufswahl, die Akzeptanz ausserhalb und der Wechsel ins “normale Schulsystem” in der Berufsschule/ Uni etc.
    • Kruk 24.07.2019 11:52
      Highlight Highlight Ich weiss nicht wie es für diejenigen ist die danach an ein Gymnasium gehen.
      Ich war einer der schlechteren Schüler und habe mich deshalb für eine Lehre entschieden. Der wechsel in die Berufsschule war für mich ein Schock, das erste mal in meinem Leben bin ich auf Menschen gestossen die nicht einen Satz fliessend lesen können. Der behandelte Stoff hatten wir in der St. Schule etwa in der 7. Klasse. Ich war total unterfordert.
      Ich denke in der Staatsschule werden die schulisch weniger starken sehr vernachlässigt, ihr Schicksal gilt als besiegelt.

    • Gitarre 24.07.2019 12:27
      Highlight Highlight Ich habe die Steinerschule besucht und nach der Eidgenössischen Matura an der Hochschule Luzern Wirtschaftsingenieur studiert. Ich konnte sehr gut mithalten und hatte sogar einige Vorteile.
      Nun arbeite ich als IT Projektleiter und bin sehr zufrieden mit dem was mir die Steinerschule auf den Lebensweg mitgegeben hat :-)
      Den Übergang zur staatlichen Hochschule und dann in die Berufswelt hat wunderbar funktioniert.
      Das selbe bei meinen Geschwistern.
      Ich bin meinen Eltern dankbar für alles und auch das sie diesen Extraaufwand mit der Steinerschule auf sich genommen haben!
    • lilie 24.07.2019 15:13
      Highlight Highlight @Diva: In meiner Jugend waren wir mit einer alleinerziehenden Mutter befreundet, deren drei Jungs in die Steinerschule gingen.

      Der älteste ging dann weiter ans Gymi (Kantonsschule), die beiden Jüngeren machten eine Lehre.

      So weit mir bekannt gabs keine Probleme. Allerdings möchte ich auch noch anmerken, dass die Mutter zwar überzeugt war von der RS, aber weder abgehoben noch weltfremd war. Sie hat ihren Jungs Bodenständigkeit und Lebenstauglichkeit vermittelt.

      @Kruk/Gitarre: Danke euch für eure Berichte, das ist sehr eindrücklich! 👍
    Weitere Antworten anzeigen
  • TheBase 24.07.2019 09:21
    Highlight Highlight Individuelle Förderung kann ich nur gutheissen, aber sicher nicht zu diesem Preis!

    Nicht nur bin ich immer wieder entsetzt über dieses grauenhafte Eso-Geschwurbel, den Kindern wird teilweise auch noch haarsträubendster Quatsch vermittelt. Adjektive immer noch „Wieworte“ zu nennen ist nicht nur steinzeitlich, die Existenz der Adverben wird dadurch einfach mal kurzerhand unterschlagen. Und dann diese Aussage zu Pilzen und Flechten...Sag mal geht‘s noch?! Wie können wir bloss zulassen, dass Leute, die derartigen Schwachfug vom Stapel lassen, überhaupt unterrichten dürfen?! 😡
    • stalker 24.07.2019 11:34
      Highlight Highlight Ich war auf einer Steiner Schule: lass dich beruhigen. Auch wir haben die Existenz von Adverben kennen gelernt. Und ob es Adjektiv oder Wiewort heisst, war mir als Kind relativ egal. Es ist ja nicht so, dass man in der 9. Klasse immer noch vom Wiewort spricht....
    • MarGo 24.07.2019 15:32
      Highlight Highlight Altersgerechte Artikulation... schon mal gehört? Beruhig dich doch - du kannst deinem Kind zu Hause dann immer noch Fachausdrücke an den Kopf werfen, mit denen es nullkommagarnichts anfangen kann ;) das "Wiewort" hilft dem Kind zu verstehen, für was diese Wortgruppe steht... irgendwann wird auch ein Steiner-Lehrer sagen, dass das für "Grosse" auch Adjektiv heisst... :/
    • frereau 24.07.2019 23:03
      Highlight Highlight @MarGo: Altersgerechte Artikulation? Der Herr unterrichtet 4./5. Klasse... da stehen auch mir die Haare zu Berge. Von den Pilzen und Flechten ganz zu schweigen!
      Ich verstehe nicht, warum reformpädagogisch orientierte Menschen der öffentlichen Schule den Rücken kehren und diese somit im Stich lassen, anstatt sie zu reformieren.
  • MacB 24.07.2019 08:51
    Highlight Highlight Ich habe soeben mein Weltbild und meine Vorurteile über die Steiner Schulen ein wenig ins Positive verschoben :)
    • frereau 24.07.2019 11:20
      Highlight Highlight Warum?
    • MacB 24.07.2019 12:12
      Highlight Highlight Ich hatte bisher starke Zweifel am Modell. Die sind nicht ganz ausgeräumt aber nicht mehr so ausgeprägt. Weiter habe ich nicht erwartet, dass Absolventen einer Steiner Schule neben dem Namen tanzen wirklich vorbereitet wären für die Welt. Die namhaften Beispiele widerlegen das aber durchaus finde ich.
    • frereau 24.07.2019 14:52
      Highlight Highlight Aber es gibt doch an jeder Schule namhafte Beispiele von Abgängern? Würde man nicht besser mehr Ressourcen in die öffentliche Bildung stecken, anstatt sich in autarke Gesellschaften zurückzuziehen?
  • anundpfirsich 24.07.2019 08:41
    Highlight Highlight Ich finde es gut dass man individuell auf das Kind eingeht. Jedoch habe ich des öfteren im Berufsleben erlebt, das viele die eine Steinerschule besucht haben im Berufsleben schwimmen. Sie leben in einer Blase und werden dann auf die Berufswelt losgelassen die völlig anders tickt. Dann platzt die Blase.Für Kinder mit starker Persönlichkeit ist die Schule gut aber die anderen gehen unter weil in der Realität wird man nicht wie ein Pflänzchen behandelt und kann wählen was man möchte. Da muss man sich halt mal sputen und unterordnen.
    • Ragnarson 24.07.2019 09:36
      Highlight Highlight Mh sind jetzt die Steinerschumen falsch oder haben wir evtl. ein Problem im Rest der Welt. Wäre ein freundlicherer, weniger konkurrenzgetriebener Umgang miteinander nicht erstrebenswert? Vielleucht bräuchte es einfach mehr Steinerschüler um uns zu zeigen wies richtig geht?! 🤔 oke, möchte allerdings auch nicht im Büro jeden morgen erstmal die todo liste tanzen😅
    • Hans -würkli- Nötig 24.07.2019 12:12
      Highlight Highlight "Sei der Wandel den Du in der Welt sehen willst."
    • frereau 24.07.2019 23:05
      Highlight Highlight @Hans -würkli- Nötig
      Genau darum geht es. Sei der Wandel. Daher solltest du als reformpädagogisch orientierter Mensch der öffentlichen Schule auf keinen Fall den Rücken kehren. Somit lässt du diese im Stich anstatt sie zu reformieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nik G. 24.07.2019 08:26
    Highlight Highlight Ich finde das heutige Schulsystem benötigt eine Revolution. Es ist einfach nicht mehr Zeitgerecht. Die Steiner Schule hat einen interessanten Ansatz.
    Interessanter TED Talk über das Thema Schulen
    https://www.ted.com/talks/ken_robinson_how_to_escape_education_s_death_valley?language=de#t-212950
    • frereau 24.07.2019 23:06
      Highlight Highlight Daher solltest du als reformpädagogisch orientierter Mensch der öffentlichen Schule auf keinen Fall den Rücken kehren. Somit lässt du diese im Stich anstatt sie zu reformieren. Aber genau das macht die RS-Pädagogik.
    • Nik G. 25.07.2019 07:40
      Highlight Highlight Ich will doch nicht der öffentlichen Schule den Rücken kehren. Ich sage nur, dass das heutige Schulsystem nicht der heutigen Wirtschaft und dem heutigen Zeitgesit entspricht. Das Schulsystem wurde für die Industrielle Revolution im 19 Jarhundert entwickelt. Nun haben wir das 21. Jarhundert. Ich finde die Steinerschule hat ein paar gute Ansätze die man sehr gut in das Staatliche übernehmen kann.
  • runner 24.07.2019 07:27
    Highlight Highlight Der Ansatz einer individuellen Förderung ist sehr wertvoll. Es gibt aber auch Schüler, die überall gescheitert sind und die Eltern auf einer Steiner Schule unterbringen möchten. Was auch mit unserem ehemaligen Nachbarjungen passiert ist. Eltern versuchen auch manchmal (wie in diesem Fall), eigene Defizite durch eine Schule wett zu machen. Er landete wegen Drogenvergehen vor Gericht.
    • Mutzli 24.07.2019 11:34
      Highlight Highlight @runner

      Individuelle Förderung ist sowieso das Beste, was man machen kann. Ist aber halt extrem zeit- & arbeitintensiv, weshalb es z.B. im regulären Schulsystem, welches nicht gerade mit Geld verwöhnt ist, halt nur schwer umsetzbar ist.

      Habe auch schon selbst Klassen an einer Privatschule mit nur 10 Kindern unterrichtet, aber bereits da kann man als einzelne Lehrperson halt nicht überall präsent sein.

      Doch mit dem Benutzen von Privatschulen fördert man ein Zweiklassensystem, was wirklich nicht sein sollte. Nicht, dass wir am Ende wie z.B. die USA dastehen.

  • wolge 24.07.2019 07:14
    Highlight Highlight Man kann die Steinerschule gut oder schlecht finden. Ich selber kenne sie zu wenig gut um mir ein Urteil zu bilden.

    Worüber wir jedoch sprechen sollten, ist die öffentliche Schule. Diverse psychologische Studien haben erwiesen dass extrinsische Motivation keine mittel- und langfristigen Erfolge erzielt. Die öffentliche Schule ist mehr oder minder ein Abklatsch unserer aktuellen Wirtschaftssysteme. Beide blenden den Menschen sehr stark aus resp. Behandeln ihn als Zahnrad einer Maschine.

    Buchempfehlungen:
    -Daniel Pink: Drive
    -Frederic Laloux: Reinventing Organizations
    • Ragnarson 24.07.2019 09:37
      Highlight Highlight Auf den Punkt!
    • frereau 24.07.2019 23:10
      Highlight Highlight @Wolge
      Genau so sollte es sein: Das öffentliche System überdenken, kritisieren und auch modernisieren. Aber als reformpädagogisch orientierter Mensch der öffentlichen Schule auf keinen Fall den Rücken kehren. Somit lässt man diese im Stich anstatt sie zu reformieren.
      Genau das macht die RS-Pädagogik.
  • samarra 24.07.2019 06:04
    Highlight Highlight naja... vieles passiert aus dem guten, und führt sicher auch zu guten.
    aber eine gesinnung, die grundsätzlich der meinung ist, .... es ist eine straf als „nicht weisser“ geboren zu werden, und man unterichtet diese „nicht weisse“ nur mit dem hintergedanken, dass sie vielleicht im nächsten leben dafür als weisse geboren werden, .... ist mir suspekt.
    • Kruk 24.07.2019 08:38
      Highlight Highlight Ja, das ist schlimm. Aber diese Gesinnung existiert an diesen Schulen nicht.
      Und falls Sie das aus Steiners Texten haben, denken Sie daran, in der Zeit als er lebte, wurden nicht weisse noch im Zoo Basel ausgestellt.
  • FlohEinstein 24.07.2019 05:56
    Highlight Highlight Bezeichnet Pilze als Babys des Pflanzenreichs. Ganz klar realitätsfremd.
  • Spooky 24.07.2019 04:23
    Highlight Highlight 'Alumni' musste ich googeln.
  • malu 64 24.07.2019 02:27
    Highlight Highlight Diese Schulen fördern das, was einen Menschen ausmacht. Bringt viele trockene Schulstoffe auf spielerische, lockere Art rüber. Ich bin überzeugt, dass vielen, sogenannt lernschwachen Schülern, die Lust an der Schule zurückgebracht wird. Ich habe unter meinen Verwandten und Bekannten verschiedene Schüler dieser Institution. Diese jungen Menschen haben einen weiteren Horizont und sind kritischer als Gleichaltrige.
    • frereau 24.07.2019 23:15
      Highlight Highlight @Malu64
      Ich habe in meinem Bekanntenkreis auch viele kritisch denkende junge Menschen. Diese kommen aus den vielfältigsten Hintergründen. Vielleicht auch mal aus einer RS-Schule...
      Erfolgreiche Schulabgänger*innen gibt es überall. Nicht nur in den RS-Schulen. Ich wage mal zu behaupten, dass diejenigen, welche in einer RS-Schule erfolgreich sind, dies auch an einer öffentlichen Schule wären.
  • Kruk 23.07.2019 23:54
    Highlight Highlight Es ist ja wirklich nicht so, dass an Steiner Schulen nur getanzt und musiziert wird, wie es einige Kommentare hier weismachen.
    Fremdsprachen werden ab der ersten Klasse vermittelt. Es wird teilweise Stoff behandelt, der an Staatsschulen allenfalls am Gymnasium gelernt wird. Im Französisch lasen wir Sartre und Camus, lernten nicht nur Französisch, sondern gleich noch etwas über den Existentialismus. Im Englisch viel gelesen. Im Mathe war mir später an der Berufsschule langweilig. Meine Klassenkameraden wurden Ärzte und Architekten, ich wurde Handwerker, dümmer als sie musste ich mich nie fühlen.
    • frereau 24.07.2019 12:23
      Highlight Highlight Und warum soll das an anderen Schulen anders sein?
      Wird da kein Sartre gelesen und nicht über Existentialismus diskutiert?
      Werden da die Kinder nicht auch Ärzte etc.?
    • Kruk 24.07.2019 13:34
      Highlight Highlight Frereau, ich glaube in der Staatsschule wird früh in schulisch stärkere und schwächere getrennt. Ich weiss nicht wie oft es dort vorkommt, dass ein Professor und ein Sanitär die gesamte Schulzeit in der selben Klasse verbrachten.
      Die starken sind dann unter sich und so sind es die schwachen.
      Das resultat lernte ich an der Berufsschule kennen. Menschen die mit lesen mühe hatten. Auf französisch konnten sie allenfalls je m'apelle Pierrot sagen, wie will man da zusammen ein Buch lesen?
      Die Einbindung der leistungsschwächeren wie mich, haben die Starken nicht geschwächt. Eher im Gegenteil.
    • frereau 24.07.2019 23:17
      Highlight Highlight Klar gibt es ganzheitliche Ansätze welche in der RS-Pädagogik auf positive Weise umgesetzt werden. Aber warum wird immer das System der öffentlichen Schule schlecht gemacht? Klar gibt es da einiges zu verbessern. Aber wenn man den öffentlichen Bildungsinstitutionen den Rücken kehrt, trägt man sicher nicht zu deren Entwicklung bei.
      Ich verstehe nicht, warum reformpädagogisch orientierte Menschen der öffentlichen Schule den Rücken kehren und diese somit im Stich lassen, anstatt sie zu reformieren
    Weitere Antworten anzeigen
  • imposselbee 23.07.2019 23:48
    Highlight Highlight ‚Das Gesetz der Anziehung’ oder ‚The Law of Attraction‘ ist ohnehin das Wichtigste was man lernen sollte, bedingt aber die Überwindung von Ängsten, welche in unserer Gesellschaft stark gefördert werden. Da kann ich nur mal die Doku ‚The Secret‘ (u.A. auf Netflix) empfehlen. Die Steiner-Schulen scheinen dieses ‚Gesetz‘ trotz Esoterik/Spiritualität nicht zu unterrichten, sonst wären alle ehemaligen Schüler ‚Supermenschen‘.
    • Sagittarius 24.07.2019 07:52
      Highlight Highlight Mit dem ersten Teil Deiner Aussage bin ich einverstanden opinion, the secret ist jedoch ein einseitiger Friede, Freude, Eierkuchen „Quatsch“... Es gibt diverse andere Autoren welche sich kritisch mit solchen Theorien auseinander gesetzt haben und zu einem „realistischerem“ Schluss gekommen sind. Bspw. R. Dahlke mit Schattenprinzip oder Schicksalsgesetze.

      Auch diese Bücher sind nicht ganz frei von komischen Passagen, aber die Quintessenz der ganzen Bücher stimmt für mich persönlich noch eher.

      „Licht“ oder „gut“ geht Hand in Hand mit „Schatten“ oder „schlecht“.
    • imposselbee 24.07.2019 10:02
      Highlight Highlight Mir geht es vielmehr um den Umgang mit Ängsten. Angst ist ja das Kontrollinstrument der Wahl in unserer Gesellschaft. Angst ist eine Körperreaktion und kann auch durch visualisieren von negativen Ereignissen hervorgerufen werden. Was ist jetzt schlimm daran, sich etwas positives zu visualisieren, schliesslich haben wir die Kraft dazu.
      Ich für meinen Teil konnte so ein Problem lösen, welches ich seit seehr langer Zeit und mit seehr grossem Aufwand nicht lösen konnte.
    • Sagittarius 24.07.2019 12:40
      Highlight Highlight Natürlich spricht da nichts dagegen opinion, umso schöner wenn es klappt!

      Das Gesetz der Anziehung oder ähnliches, ist für mich persönlich aber mehr als „nur“ die Überwindung von Ängsten. Deswegen mein Input! 😊

  • Horburgotter 23.07.2019 23:29
    Highlight Highlight Als ehemaliger Steiner-Schüler erlebte ich durch die Lehrpersonen am eigenen Leib den latenten Rassismus aus Steiners Werk. Auf das äusserst fragwürdige Menschenbild Steiners wird in diesem Artikel leider nicht eingegangen. Für alle, die wirklich ihr Kind dieser Ideologie anvertrauen möchten, empfehle ich zuerst die kritische Auseinandersetzung mit kritischen Schriften zu Steiners Werk: http://www.akdh.ch/ps/ps_95B-A-Kritik.html
  • Gitarre 23.07.2019 23:28
    Highlight Highlight Meine Geschwister und ich haben die Steinerschule besucht.
    Ich ging meist sehr gerne zur Schule.
    Ohne den ständigen Leistungsdruck konnte ich mich einfacher entwickeln.
    Meine Geschwister und ich haben schliesslich die Matura erlangt und danach ohne Probleme an einer staatlichen Hochschule ein Studium abgeschlossen.
    Seit vier Jahren arbeite ich nun als IT-Projektleiter und ich freue mich auf meine Zukunft!
    Die Steinerschule wär natürlich nur ein Teil meines Lebens aber dafür ein sehr prägender. Die Schule ist nicht perfekt aber für mich war es ideal. Und dafür bin ich sehr dankbar :)
  • Cédric Wermutstropfen 23.07.2019 23:17
    Highlight Highlight Wenn ich das so lese, bin ich heilfroh, dass ich auf eine normale, öffentliche Schule geschickt wurde. Dieser ganze esoterische und musische Blödsinn ist so gar nichts für mich. Wohl hätte ich mir spätestens nach einem Jahr eine Überdosis Globuli genehmigt.
    • ChlyklassSFI 24.07.2019 09:58
      Highlight Highlight Vielleicht würden Globuli auch gegen deine Kommentare wirken.
    • Gipfeligeist 24.07.2019 13:20
      Highlight Highlight Ich bin mit meiner gewöhnlichen System-Ausbildung recht zufrieden, aber ich passe auch gut in das System. Es gibt Menschen/Kinder, die Wissen lieber auf andere Weise erlernen, zb. mit Waldexkursionen oder Diskussionsgruppen.

      Leider ist mir das Fach "Esotherik" an der SteinerSchule unbekannt. Ein alternatives Lernsystem heisst nicht, auch an Geister glauben zu müssen. Zudem hängt viel vom Lehrer ab
    • Things will be different when I take over the worl 24.07.2019 13:29
      Highlight Highlight Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber mir geht es genau gleich! Ich liebe den Wettbewerb. Auch wenn ich auch verliere, macht nur einfach schon der "Kampf" wahnsinnig Spass. Ich liebe es hart zu lernen und dann diese Erleichterung zu spüren, wenn man es geschafft hat. Ich will keine blumigen schleimigen Komplimente für etwas, das ich gar nicht gut gemacht habe. Aber jedem das Seine. Ein Leben in dem Wettbewerb und Leistung verpönt wäre, wäre für mich die Hölle! Hätte ich in der Schweiz nicht die Möglichkeit mich ständig zu messen, würde ich aus reiner Langweile kriminell werden.
  • Cas 23.07.2019 22:54
    Highlight Highlight Für mich hat(te) die Waldorfschule seine Stärken und Schwächen.
    Definitiv zu den Stärken zähle ich das Thema Intrinsische Motivation. Während viele "Statsschüler" primär für die Note lernen, gelingt es in der Waldorfschule ohne die Noten oft, die Kinder für die Sache an sich zu begeistern (klar, nicht immer). Eine ganz andere Qualität des Lernens.

    Zum Vorwurf Weltfremd: Meine Schulkollegen erlernten die ganze Bandbreite von möglichen Berufen. Viele studierten, andere wurden Lehrer, Handwerker – oder landeten gar bei Watson ;-)
    • frereau 24.07.2019 23:28
      Highlight Highlight @Cas
      Ja das glaube ich gerne. Es ist ja auch nicht so, dass die Antroposophen komplett weltfremd sind.
      Würde man seine Ressourcen nicht besser in die öffentliche Bildung stecken, anstatt sich in autarke Gesellschaften zurückzuziehen?
      Ich verstehe nicht, warum reformpädagogisch orientierte Menschen der öffentlichen Schule den Rücken kehren und diese somit im Stich lassen, anstatt sie zu reformieren.
  • Ridcully 23.07.2019 22:46
    Highlight Highlight Der Erfolg ist nicht zwingend die Stärke des Einen, sondern die Schwäche des Anderen. Oder kurz: Die Volksschule ist tot!
  • Dani B. 23.07.2019 22:41
    Highlight Highlight Gegen die Schule bin ich nicht voreingenommen. Dort wird auch keine Anthroposophie gelehrt. Aber nach der Lektüre von "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?" von Rudolf Steiner kam ich zum Schluss, dass der Typ einen an der Waffel hatte.
  • sickkicks21 23.07.2019 22:39
    Highlight Highlight Alles Mögliche wird gefördert, aber wo bleibt richtiger Sport, effizientes und rationales Denken, Selbständigkeit und Durchhaltewillen?
    • Cas 24.07.2019 06:30
      Highlight Highlight Wie kommst du auf die Idee, dass dies nicht gefördert wird?
    • anundpfirsich 24.07.2019 09:20
      Highlight Highlight @sickkicks21 Da muss ich dir recht geben. Kenne ein paar Leute, die haben oft kein Durchhalte vermögen. Oder können keine Entscheidungen treffen. Man lernt dort anpflanzen u.s.w. aber wei man kocht wird einem nicht beigebracht. So von aussen betrachtet, finde ich sieht es teils nach Sekte aus. Auch das wenn ein Kind dort hingeht das andere auch muss. Aber vielleicht ist es für das andere Kind nicht das richtige. Ich bin dankbar dass ich auf eine staatliche Schule durfte mit anderen Nationalitäten :)
    • stalker 24.07.2019 11:45
      Highlight Highlight Einige meiner Schulgspändli hatten Geschwister, die nicht in die Steiner Schule gingen. Diese Aussage ist nicht richtig. Und auch bei uns waren verschiedene Nationen vertreten (auch wenn die Durchmischung an Steiner Schulen sicher nicht so gross ist wie an öffentlichen)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Macke 23.07.2019 22:11
    Highlight Highlight Privatschulen mögen durchaus ihre Vorteile haben: Man bleibt unter seinesgleichen und muss sich nicht mit abweichenden Meinungen herumschlagen. Ich finde es bedenklich, dass es bis zur 6. Klasse keinen Lehrpersonenwechsel gibt. Das begünstigt Missbrauch enorm - und den gibt es mit hoher statistischer Wahrscheinlichkeit auch in der Steinerschule. Gewisse Ansätze der Steinerschule finde ich auch gut: Die Nähe zur Natur, das Fördern musischer Fächer usw. Aber das hatten wir in meinen Volksschulen auf dem Land auch: Theaterverein, Weintrauben ernten usw.
    • Starforrze 23.07.2019 22:32
      Highlight Highlight “[...] muss sich nicht mit abweichenden Meinungen herumschlagen.”

      Ist das nicht genau einer der Kompetenzen, die es während der (Schul-)Bildung zu erlangen gilt? Die Fähigkeit, eben auch andere Meinung erfassen und respektieren zu können?
    • öpfeli 23.07.2019 22:49
      Highlight Highlight Auch in Privatschulen ist jedes Kind ein Individuum mit eigener Meinung 😅
    • Hierundjetzt 23.07.2019 22:51
      Highlight Highlight Macke: Bis tief in die 90ger gabs während 4 Jahren Prim 1 Lehrer und während 5 Jahre Sek 1 Lehrer. Dazu noch 2-3 für spezielle Fächer.

      Und das seit den 1950gern.

      So kann man ein echtes Vertrauensverhältnis aufbauen. Nix Missbrauch 😏

  • Trouble 23.07.2019 22:05
    Highlight Highlight Wir waren immer "die von der komischen Schule" und ich empfand dies damals als grossen Nachteil. Trotzdem habe ich nun für meinen Nachwuchs vier Jahre vor Schuleintritt einen Platz an einer Steinerschule reserviert. Ich möchte, dass er ohne Druck lernen kann und vielseitig gefördert wird. Vielleicht ist er Dyskalkuleniker, kann dafür super theäterle oder musizieren. Dann wird er dort nicht durch die Maschen fallen. Einige Dinge sind komisch, die nimmt man aber als Kind oft gar nicht wahr oder macht sich auch darüber lustig.
    Und gebt's zu: Ihr würdet doch alle gerne euren Namen tanzen können 😉
    • Deckardcain 24.07.2019 00:37
      Highlight Highlight Dann hoffe ich für deine Kinder, dass die überhaupt theäterle oder musizieren wollen und kein interesse an elektronischen Geräten haben.


    • Jesses! 24.07.2019 04:12
      Highlight Highlight Tanzen oder Rülpsen. Warum denn nicht?! Dies alles ist jedenfalls spannender, lustiger, kreativer und unverklemmter, als alles andere. Es gibt sonst schon zu viele Normen in unserer Gesellschaft. Ich wäre gerne auf so eine Schule gegangen. Es hätte bei mir Positives bewirkt.
    • Gitarre 24.07.2019 08:26
      Highlight Highlight @Deckardcain: ich war auch an einer Steinerschule und habe vor vier Jahren ohne Probleme mein Studium als Wirtschaftsingenieur abgeschlossen. Nun arbeite ich als IT-Projektleiter und Berater ;-) geht also auch mit einer Steinerschule.
    Weitere Antworten anzeigen
  • acki_ 23.07.2019 22:04
    Highlight Highlight Ich bin selber Steinerschüler. Würde es wieder so machen wie meine Eltern. War eine super Zeit und tatsächlich habe ich das Gefühl, dass Steinerschüler empathischer, liebevoller und achtsamer sind.

    Auf jeden Fall hat diese Schulform meiner Meinung nach ihre Berechtigung.
  • Makatitom 23.07.2019 21:40
    Highlight Highlight Ich weiss, andere Baustelle, aber den will ich euch nicht vorenthalten
    Benutzer Bild
    • Dani B. 23.07.2019 22:35
      Highlight Highlight Waldorf ist "Steiner",
    • Ich hol jetzt das Schwein 24.07.2019 00:06
      Highlight Highlight Da musst du im Winter, wenns glatt ist, immer aufpassen. Vor der Steinerschule durchlaufen, ausrutschen und zack, eine Beleidigung getanzt!
  • Hardy18 23.07.2019 21:23
    Highlight Highlight Ob es eine richtige Bildung gibt,sehen wir wenn man's braucht.

    Wenn ich lesen muss das Flechten & Pilze die Babys sind,wird mir schlecht.So mal es einer der ältesten @ grössten Pflanzen/Lebewesen sind, die auf der Erde sind und wer weiss wo noch im All...

    Und wenn mein Kind nicht lesen kann, weil es nur für Erwachsene ist 🤦🏼‍♂️ Also echt.

    Für die simpelsten Dinge guckt mich dann mein Kind an ob wohl zwei Wörter das Leben der Familie um Welten erleichtern würde... hier Drücken oder Betreten verboten.

    Es mögen Prominente Persönlichkeiten hervorgekommen sein,aber ob sie allein überleben?
    • Cas 23.07.2019 23:01
      Highlight Highlight Steinerschüler lernen auch Lesen und Schreiben. Auf Rechtschreibung wird z.B. später geachtet als in der Statsschule (ich werde z.B. nie verstehen, wozu man in der 3. Klasse Worttrennung lernen sollte. Da gäbe es weiss Gott sinnvollere und kindsgerechtere Themen...). Dafür aber wird der Schreibfluss gefördert - auch nicht falsch.
    • Sharkdiver 23.07.2019 23:18
      Highlight Highlight Vorallem muss die Steinerschule den identischen Lehrplan erfüllen. Khei Ahnig aber sänf dezue gä🤦‍♂️
    • Kruk 23.07.2019 23:29
      Highlight Highlight In der Steiner Schule wird die Rechtschreibung auch korrigiert, einfach nicht benotet. Durch das viele lesen gewöhnen sich die Kinder automatisch eine gute Rechtschreibung ein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ehringer 23.07.2019 21:08
    Highlight Highlight Ohne. mein Urteil abgeben zu wollen: Wieso heisst es im Titel "Realitätsfremd ODER kindergerecht"? Eines schliesst das andere nicht aus. Da unsere Realität aktuell (leider) sehr auf die Wirtschaft ausgelegt ist, sind die Steinerschulen teilweise tatsächlich realitätsfremd. Dennoch sind sie, in meinen Augen, auch kindergerecht.

    Schlussendlich kenne ich Leute, die haben die Steinerschule gehasst und andere sind darin richtig aufgeblüht. Kinder sind individuell, deshalb lässt sich die Frage, ob Steinerschulen kindergerecht seien, auch nur für jedes Kind einzeln beantworten.
    • frereau 24.07.2019 23:48
      Highlight Highlight @ehringer
      Ganz genau! Und dasselbe lässt sich auch für die öffentliche Schule sagen.
  • Resche G 23.07.2019 21:04
    Highlight Highlight Tja sicher wünschenswert wenn die Lehrperson auf jedes Kind individuell eingeht. Aber keine Ahnung wie eine normale Familie pro Kind 12000 im Jahr zusätzlich bezahlen soll. Würde lieber etwas mehr Steuern bezahlen, damit der Kanton Bern aufhört bei der Bildung zu sparen und die "normalen" Lehrer auch wieder etwas Luft bekommen auf die Kinder einzugehen. Ansonsten enden wir in einem zwei Klassen System.
    • Trouble 23.07.2019 22:11
      Highlight Highlight Der Elternbeitrag wird dem Einkommen angepasst und mal zahlt ab dem 2. Kind nur noch einen symbolischen Beitrag. Natürlich ist das im Kontrast dazu, dass bei uns jeder gratis Zugang zu hochwertiger Bildung hat, viel. Meiner Meinung nach gibt es jedoch zwei Dinge, bei denen man im Leben nicht sparen (oder zumindest nicht zu knausrig sein) soll, und das sind Bildung und Gesundheit. Auf diese Dinge kommt's doch an, nicht?
    • Resche G 23.07.2019 23:45
      Highlight Highlight Trotzdem lieber ein gutes Bildungswesen welche alle zahlen anstelle von tiefen Steuern und die dies haben schicken die Kinder auf privat Schulen...

      Und die 12000 nicht für privat Schule ausgeben und dafür 20% weniger arbeiten und für die Kinder Zeit haben ist auch eine Lösung.
    • Makatitom 24.07.2019 01:08
      Highlight Highlight Kennst du den KT. Bern soo schlecht? Wenn du mehr Steuern bezahlst, fliesst das in Senkungen von Unternehmenssteuern und weitere Privilegien für die reichsten 2%, aber sicher nicht in die Bildung, wo kämen wir da bloss hin?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sagittarius 23.07.2019 21:00
    Highlight Highlight Realitätsfremd? Nicht diese Freunde und Menschen die ich kenne. Kindergerecht? In meinen Augen absolut!

    Ist ein System besser als das andere? Schwer zu beantworten.

    Wie so oft frage ich mich auch hier, warum kann sich das System nicht zusammenschliessen um das jeweils Beste rauszuholen?
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 23.07.2019 20:55
    Highlight Highlight Einzelne Ansätze finde ich interessant. Ein Hinderungsgrund wäre für mich aber doch auch das Weltbild das dort mitvermittelt wird. Und die starke Ausrichtung auf die Person des Lehrers macht mir auch Mühe. Ausserdem bin ich skeptisch, da Wettbewerbssituationen vielleicht weniger vermittelt und der Umgang damit vielleicht nicht erlernt wird.

    Trotzdem gut gibt es sowas. Vermutlich ist einfach nicht jeder Schultyp für jedes Kind geeignet und so ist das neben anderen Privatschulen eine zusätzliche Option, wenn die Volksschule nicht das Richtige ist.
  • jupididi 23.07.2019 20:49
    Highlight Highlight Ich hasste das ganze geschwurbel über Selenlichter, Gott und den ganzen Kram. Meinen Namen zu tanzen fand ich immer äusserst merkwürdig und das wir erst in der 9.Klasse einen Computerkurs hatten war sehr seltsam.

    Eines jedoch habe ich in der Steinerschule genossen wie sonst nichts anderes: Man sagte mir was ich alles kann (und ja, Gramatik gehört nicht dazu) Während mir auf staatlichen Schulen immer gesagt wurde was ich alles nicht kann. Das ist so unglaublich wertfoll ! Denn sein Leben sollte man nicht auf seinen Schwächen aufbauen. Sondern auf seinen Stärken.
    • felixJongleur 23.07.2019 23:12
      Highlight Highlight Schön gesagt 👍 Steiner etc. ist trotzdem nichts für mich, würde wohl nur schon die anderen Eltern nicht ertragen. Wir versuchen, diese Haltung zumindest Zuhause den Kindern ggü. zu leben.
    • Loeffel 24.07.2019 07:58
      Highlight Highlight Bitte sag mir, dass Du absichtlich „wertfoll“ geschrieben hast, um uns Leser noch ein Schmunzeln auf die Lippen zu zaubern 🤓
  • Krise 23.07.2019 20:33
    Highlight Highlight Ich wünschte mir ehrlich, dass ich mein Kind auf so eine Schule schicken könnte ...
  • Pafeld 23.07.2019 20:30
    Highlight Highlight Kommt noch ein zweiter Teil von Hugo Stamm über den antroposophischen Charakter, der sich selbst zwar nie so bezeichnen würde, aber eindeutig sektiererische Züge aufweist? Traditionelles Familienbild, Einbindung der Eltern, hohe Aufnahmegebühren, Frohnarbeit für die Gemeinschaft, Missionierung der Eltern über die Kinder. Die Esoterik ist vordergründig nicht praktiziert, da von den Eltern nicht gewünscht, aber zweifellos lotet man den "zumutbaren" Esoteil kontinuierlich aus. Ein spiritueller Umgang wird systematisch gepflegt. Der Artikel ist sträflich verharmlosend.
    • Trouble 23.07.2019 22:26
      Highlight Highlight Also, es wird dort im Fall keine Gehirnwäsche betrieben. Der Morgenspruch (der in der Presse als Gebet an weiss-ich-welchen Gott beschrieben wurde) war für uns einfach ein Ritual, den Tag gemeinsam zu beginnen, indem man ihn gemeinsam runtergeleiert hat. Erst Jahre später... Ahaaa!
      Es ist eher so, dass man mit all diesen Dingen aufwächst und dann für sich entscheidet, in welchem Ausmass diese Weltanschauung für einen stimmt. Es gibt Raum dafür, das System zu kritisieren. Vom schulmedizinischen Standpunkt aus stelle ich z.B. den therapeutischen Nutzen von Heileurythmie stark infrage.
    • Pafeld 24.07.2019 22:03
      Highlight Highlight Die Liste der Sekten, die sich selbst als Sekten sehen, ist deutlich übersichtlicher als die Liste der Sekten, die auch tatsächlich welche sind. Wenn man eine Gemeinschaft auf ihren Sektencharakter prüft, ist das Selbstbild der Mitglieder so ziemlich die unrelevanteste Quelle.
    • frereau 24.07.2019 23:56
      Highlight Highlight @Trouble
      Die Spiritualität und die (selbst zusammengebastelte) Religion macht in der RS-Pädagogik vor nichts halt. Auch heute noch nicht. Religion und Spiritualität haben in der Schulbildung nichts zu suchen. Sie unterbinden die Vielfalt.
      ...und ja: Der Morgenspruch gehört da auch dazu.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 23.07.2019 20:18
    Highlight Highlight Klar, einiges klingt etwas sehr verträumt. Aber wenn man sieht, dass es auch etliche erfolgreiche Steinerschüler gibt, kann es ja nicht vollkommen weltfremd sein.

    Aber insbesondere finde ich es sehr erfrischend, dass es auch Schulen gibt, wo nicht der Leistungsgedanke an erster Stelle steht. Ich finde das sehr wertvoll in unserer Welt.
    • frereau 24.07.2019 11:41
      Highlight Highlight Es gibt an allen Schulen erfolgreiche Schüler*innen. Bildung gehört als Allgemeingut in die öffentlichen Schulen und nicht in autark abgekapselte Gemeinschaften. Privatschulen haben per se einen elitären Charakter, bei den RS-Schulen ist diese Tatsache halt einfach im Widerspruch zum gesellschaftsverbessernden Ansatz. Wie bitte soll sich die Gesellschaft wandeln, wenn man sich von ihr verschliesst?
    • lilie 24.07.2019 11:55
      Highlight Highlight @frereau: Wenn sie sich abkapseln würden, gäbe es ja niemanden aus einer RS-Schule, der erfolgreich ist.

      Finde im übrigen auch aus eigener Erfahrung, dass das nicht zutrifft: Wir waren mit einer RS-Familie befreundet und haben unabhängig davon öffentliche Events an der RS-Schule unserer Region besucht. Es gab durchaus Berührungspunkte.
    • frereau 24.07.2019 15:25
      Highlight Highlight Ja das glaube ich gerne. Es ist ja auch nicht so, dass die Antroposophen komplett weltfremd sind.
      Würde man nicht besser mehr Ressourcen in die öffentliche Bildung stecken, anstatt sich in autarke Gesellschaften zurückzuziehen?
      Ich verstehe nicht, warum reformpädagogisch orientierte Menschen der öffentlichen Schule den Rücken kehren und diese somit im Stich lassen, anstatt sie zu reformieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Theor 23.07.2019 20:09
    Highlight Highlight Also es klingt teilweise schon nach "Gugus". Aber auffallen ist, dass jedes System auch ihre Vorbilder aufweisen kann. Ob Steinerschüler oder Montessori, ob Universitär oder Vollzeitsportler, ob Mann oder Frau, Weiss oder Schwarz. Jede Gruppe konnte erfolgreiche, bewundernswerte Menschen hervorbringen.

    Vieleicht sollten wir unsere Kinder einfach nach bestem Wissen und Gewissen aufziehen und uns nicht immer so viele Gedanken machen, was nun "die richtige" Förderung ist. Weil vieles richtig sein kann.
    • Dominik Treier 23.07.2019 21:03
      Highlight Highlight Nun Gugus würde ich wohl teilweise eher das nennen, was unsere staatlichen Schulen bis zur Maturität machen. Sie fördern
      und entdecken nicht die Fähigkeiten der Kinder, sondern versuchen sie alle durch die gleiche Form zu drücken. Nicht Talent oder Fleiss in den Fächern die man mag zählen, sondern die eigene Anpassungsfähigkeit an ein teils todkaputtes System... Ich finde nicht alles was an Steinerschulen gelehrt wird nützlich, aber deren Modell der individuellen Förderung sollte der staatlichen Schule ein Vorbild sein...
    • Dominik Treier 23.07.2019 21:03
      Highlight Highlight Das z.B. ein durchschnittlicher Maturand 85% des Stoffes, den er so hart reinprügeln musste, nach 3 Monaten wieder vergessen hat, weil es nicht seinen Interessen und Fähigkeitenen entspricht und er es wohl nie wieder brauchen wird spricht da Bände...
    • Things will be different when I take over the worl 23.07.2019 21:35
      Highlight Highlight Diese Aussage, dass man das Gelernte nie mehr braucht, ist einfach falsch. Erstens ist wohl das Lernen zu lernen etwas vom Wichtigsten. Zweitens ist ein breites Wissen in jedem Beruf sinnvoll. Obwohl ich einen technischen Beruf habe, würde ich niemals auf mein Wissen aus der Literatur, Geschichte oder Medizin verzichten. Natürlich brillieren die wenigsten Menschen und gewisse wären auch mit 100 Youtube Videos befriedigt. Die Schule hat aber den Auftrag einem Kind eine breite Wissensgrundlage zu vermitteln. Wieso man sich gegen Wissen sträubt, ist mir sowieso schleierhaft.
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Uni Zürich: 8 (fast) geheime Lernplätze für die Prüfungsphase

Die Uni Zürich platzt aus allen Nähten. Gute Lernplätze sind begehrt – besonders in der bald beginnenden Prüfungsphase. Acht Geheimtipps für verzweifelte Studenten.

Wer in der Prüfungsphase in der Zentralbibliothek Zürich einen Lernplatz ergattern will, muss früh aufstehen. 30 Minuten vor der regulären Öffnung stehen die Studenten bereits Schlange.

Das Platzproblem ist nicht neu: Der Verband der Studierenden der Universität Zürich (VSUZH) fordert schon länger mehr Lern- und Sitzungsplätze für Studierende und Doktoranden. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, tüftelt die UZH derzeit an einem Belegungstool, das noch verfügbare Lernplätze anzeigen soll.

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