Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Jeden Donnerstag feiern die Praktikanten aus dem Europaviertel eine Afterwork-Party auf der Place de Luxembourg, direkt neben der Schweizer Botschaft (hinten). Bild: Peter Blunschi

«Die roten Linien werden eher dunkelrot»: Wie man in Brüssel die Schweiz sieht

Die Verhandlungen mit der EU über ein institutionelles Rahmenabkommen sind in der «heissen» Phase. Bis Ende Jahr muss ein Durchbruch gelingen, sonst droht Stillstand. Grund genug für eine Reise nach Brüssel, um die Lage zu sondieren.

19.06.18, 09:19 20.06.18, 08:16

Die Schweiz und die Europäische Union. Müsste man bei Facebook einen Beziehungsstatus für diese Paarung definieren, die Wahl wäre einfach: «Es ist kompliziert.» Man ist aufeinander angewiesen, und dennoch ist das Verhältnis von Halbwissen und Missverständnissen geprägt.

Derzeit verhandeln beide Seiten über ein institutionelles Rahmenabkommen, das den bilateralen Weg konsolidieren soll. Die Schweiz beschäftigt sich deshalb intensiv mit der EU. Aber wie sieht es auf der Gegenseite aus? watson ist nach Brüssel gereist und hat mit Menschen aus beiden Lagern gesprochen.

Die Sprecherin

Die Schweiz ist in Brüssel Chefsache. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen unter seine Fittiche genommen. Formell sind sie beim auswärtigen Dienst angesiedelt, doch geführt werden sie von Juncker und seinem aussenpolitischen Berater Richard Szostak, der auch für den Brexit zuständig ist.

Bild: Peter Blunschi

«In keinen Staats- und Regierungschef eines Drittstaats hat Juncker so viel Zeit und Energie investiert wie in den jeweiligen Schweizer Bundespräsidenten», erklärt seine Sprecherin Mina Andreeva. Der Präsident empfinde die Schweiz nicht als besonders schwierigen Partner: «Er weiss, dass man viel Zeit investieren muss, aber das zeigt seinen Willen», sagt die gebürtige Bulgarin, die in Deutschland aufgewachsen ist.

Beobachter in Brüssel attestieren Andreeva beträchtlichen Einfluss, sie gehöre zu Junckers innerem Kreis. Im letzten November begleitete sie ihn nach Bern, als der Luxemburger sich mit Bundespräsidentin Doris Leuthard traf. Und in seiner Hoffnung auf einen Abschluss des Rahmenabkommens einmal mehr enttäuscht wurde. Die Quittung folgte mit der Verweigerung der unbefristeten Börsenäquivalenz.



In den letzten Monaten kam es zu einer Entspannung. «Wir erkennen eine neue Dynamik», attestiert Mina Andreeva der Schweizer Seite. Das Zeitfenster für das Rahmenabkommen sei aber relativ klein, und dieses gelte es zu nutzen. «Die Schweiz wäre gut beraten, nicht auf den Brexit zu warten», meint Junckers Sprecherin. Denn die Briten strebten die Scheidung an, «wohingegen wir mit der Schweiz eine eingetragene Partnerschaft eingehen wollen».

Die jungen Menschen aus ganz Europa eint ihre Begeisterung für die Sache der europäischen Einigung. Bild: Peter Blunschi

Der Parlamentarier

Skandinavier gelten als unkomplizierte Zeitgenossen. Jørn Dohrmann, Abgeordneter der Dänischen Volkspartei (DVP) im Europaparlament, ist keine Ausnahme. In lockerer Stimmung und Kleidung empfängt er den Besucher aus der Schweiz, zu der er ein enges Verhältnis hat. Seine Frau stammt aus dem Kanton Zürich, und er präsidiert die Delegation des Parlaments, die für die Beziehungen zur Schweiz zuständig ist.

Bild: Peter Blunschi

«Die Schweiz und Dänemark haben viele Gemeinsamkeiten», sagt Dohrmann. «Es sind kleine Länder, denen es wirtschaftlich gut geht. Beide haben den Euro nicht übernommen und deshalb ein Problem mit einer starken Währung.» Und die Dänen gehören zu den skeptischen Mitgliedern: «Wir betrachten das Verhältnis zur EU immer noch in erster Linie als Handelsabkommen.»

Die Skepsis gilt erst recht für seine Partei. Die DVP ist bekannt für ihre rabiate Haltung gegenüber dem Islam. Sie ist nicht gegen die EU, verlangt aber Reformen. «Wir wollen, dass gewisse Kompetenzen an die Staaten zurückgegeben werden, vor allem bei den sozialen Rechten», sagt Dohrmann. Wenn jemand aus Rumänien nach Dänemark komme und acht Stunden arbeite, habe die Person schon ein Anrecht auf Kindergeld. «Davon lebt man in Rumänien wie ein König.»

Bei den Treffen mit der Schweizer EFTA-/EU-Delegation sei er Repräsentant des Europaparlaments und nicht seiner Partei, betont Jørn Dohrmann. Man diskutiere im Ausschuss sehr intensiv über das Rahmenabkommen und führe regelmässig Gespräche über den Stand der Dinge. Es sei nicht einfach, aber man werde einen Durchbruch schaffen, «einfach erst im letzten Moment», meint der Däne. Dies sei auch ein Signal im Hinblick auf den Brexit: «Die Schweiz kann zeigen, dass es nicht hoffnungslos ist, mit der EU zu verhandeln.»

Das EU-Parlament liegt nur wenige Schritte von der Schweizer Botschaft entfernt. Bild: Peter Blunschi

Die Staatssekretärin

Gewisse Kreise spielen die Bedeutung der EU für die Schweiz herunter. Dem widerspricht die Tatsache, dass kürzlich zwei Chefbeamte gleichzeitig in Brüssel weilten: Europa-Staatssekretär Roberto Balzaretti führte weitere Verhandlungen zum Rahmenabkommen. Und Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, die Direktorin des Staatsekretariats für Wirtschaft (Seco), traf sich mit der Vertretern der EU-Kommission und der belgischen Regierung.

Bild: Peter Blunschi

Während Balzarettis Mission diskret verlief, absolvierte die Seco-Chefin mehrere Auftritte. Dazu gehörte eine Konferenz zur Digitalisierung im Château de la Hulpe, einem prachtvollen Anwesen ausserhalb der belgischen Hauptstadt, das einst der Familie Solvay gehört hatte, den Gründern des gleichnamigen Chemiekonzerns. Der digitale Binnenmarkt war auch Gesprächsthema mit der EU-Kommission, sagte Ineichen-Fleisch an einer Medienkonferenz.

Im Mittelpunkt aber standen die US-Strafzölle auf Aluminium und Stahl und mögliche Schutzmassnahmen der Europäischen Union. Sie könnten auch die Schweiz treffen. «Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass die Schweiz ausgenommen wird», sagte die Staatssekretärin. Sie habe jedoch eine «gewisse Zurückhaltung» bei der Kommission gespürt. Sie verstehe das Problem, fürchte aber eine Umgehung ihrer Massnahmen über die Schweiz.

Ein echtes Problem wären die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle auf europäische Autos. «Die Schweiz wäre davon stark betroffen, wegen ihrer Zulieferer für die Autoindustrie», betonte Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch. Ihre Ausführungen verdeutlichen, wie sehr die Schweiz als Exportnation von den Entwicklungen in der Welt betroffen ist. Und wie stark sie von Europa abhängig ist: «Wir sind mittendrin, auch geografisch», so die Seco-Direktorin.

Das Château de la Hulpe bildete den prachtvollen Rahmen für eine Konferenz zur Digitalisierungs mit Schweizer Beteiligung. Bild: Peter Blunschi

Der Wirtschaftslobbyist

Die Wirtschaft ist das wichtigste Argument, warum die Schweiz auf gute Beziehungen zur EU und einen Zugang zum Binnenmarkt angewiesen ist. François Baur leitet seit 2009 das Brüsseler Büro von Economiesuisse. «In unseren Vorstandssitzungen steht Europa jedes Mal auf der Traktandenliste. Bei den Deutschen ist das vielleicht zweimal pro Jahr der Fall.»

bild: peter blunschi

Aus der Schweizer Politik gibt es Kritik, die Wirtschaft sei ungenügend in Brüssel vertreten, dem weltweit zweitwichtigsten Lobbyingplatz nach Washington. «Die Schweizer Wirtschaft ist seit Jahrzehnten Mitglied von Businesseurope, und wir haben seit über 25 Jahren ein eigenes Büro. Die Schweizer Wirtschaft ist präsent und gut vernetzt», heisst es dazu aus der Economiesuisse-Zentrale in Zürich. Es seien auch Schweizer Unternehmen in Brüssel präsent.

Dank den bilateralen Verträgen werde die Schweiz wie ein Mitglied der EU behandelt, etwa bei den technischen Handelshemmnissen, sagt François Baur. Umso heftiger war der Rückschlag durch das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014: «Die Europäer haben das Ergebnis nicht verstanden. Die Arbeit, die ich während fünf Jahren geleistet hatte, war für die Katz.»

Nun hofft Baur auf eine Lösung beim Rahmenabkommen. Wegen der Börsenäquivalenz, die von der EU «als Geisel» gehalten werde, aber auch grundsätzlich. Ein Rahmenabkommen würde die bilateralen Abkommen sichern und die Rechtssicherheit verbessern. Momentan werde intensiv verhandelt, es sei offen, ob sich beide Seiten in den kommenden Wochen einigen werden.

Das Berlaymont-Gebäude ist der Hauptsitz der EU-Kommission. Bild: Peter Blunschi

Die Expertin

Während sich die Schweiz permanent mit Europa beschäftigt, wird sie in Brüssel kaum wahrgenommen. «Ich verfolge die Schweiz nicht besonders, sie ist klein aus der EU-Perspektive», gesteht Maria Demertzis. Die Griechin ist Vizedirektorin von Bruegel, einer unabhängigen und wegen ihrer Analysen stark beachteten Denkfabrik. Ihr Schwerpunkt sind wirtschaftliche Themen.

Bild: Peter Blunschi

Konjunkturell befinde sich die EU in einer guten Phase, «aber die Strukturprobleme der Eurozone sind nicht gelöst», sagt Demertzis. Mit der neuen Regierung in Italien sei ein Unsicherheitsfaktor hinzugekommen, der «ein bedeutendes Risiko» für die EU darstelle. Gefährlich sei auch die aggressive Handelspolitik der USA. Die EU habe keine andere Option, als zurückzuschlagen.

Dies gefährde den freien Handel, weshalb ist die EU sehr vorsichtig sei. «Sie versucht, den Rest der Welt zu verschonen. Aber die Herausforderung ist so komplex, dass ich befürchte, dass wir uns auf eine Lose-lose-Situation und eine grosse Bedrohung für den Multilateralismus zubewegen. Kollateralschäden für Länder wie die Schweiz wären unvermeidlich.» Die EU werde in eine Position gedrängt, in der sie nicht sein wolle, aber keine andere Wahl habe, so die Bruegel-Vizedirektorin.

Immerhin hält der Brexit die übrigen EU-Länder zusammen. Maria Demertzis ist jedoch nicht sehr optimistisch: «Der Brexit ist kein besonders starker Leim. Viele, die mit einem Austritt liebäugeln, schweigen derzeit. Sie wollen abwarten, wie sich der Brexit entwickelt.» Als Ausweg sieht sie ein neues Europamodell mit konzentrischen Kreisen, das Bruegel vor zwei Jahren vorgeschlagen hat. «Es könnte auch Länder umfassen, die nicht in der EU sind, wie Norwegen und die Schweiz.»

Die Schweiz interessiert in Brüssel kaum jemanden, auch nicht die EU-Praktikanten. Bei ihrer Donnerstagsparty geht es um Alkohol. Und ums Flirten. Bild: Peter Blunschi

Der Schweiz-Versteher

Die Verhandlungen über das Rahmenabkommen sind Chefsache. Aber wie viele Freunde hat die Schweiz in Brüssel wirklich? Nicht sehr viele. Alexandre Stutzmann gehört dazu, er hat eine grosse persönliche Affinität zur Schweiz. Der Elsässer, der perfekt Deutsch spricht, war aussenpolitischer Berater des früheren Parlamentspräsidenten Martin Schulz und arbeitet heute in der Generaldirektion für Aussenbeziehungen des Europäischen Parlaments.

Bild: Peter Blunschi

«Man kennt die Schweiz in Brüssel nicht», sagt Stutzmann. Wegen den Problemen mit der Personenfreizügigkeit habe sich das in den letzten Jahren geändert, aber nach wie vor beschäftigten sich nur wenige der 751 EU-Abgeordneten mit der Schweiz. «Es ist ein ganz kleiner Klub.» Selbst in seiner Direktion hätten vielleicht zwei Kollegen eine Ahnung von der Schweiz.

Für die Schweiz hingegen sei die EU sehr wichtig. «Sie ist kein Mitglied, aber auch kein normaler Drittstaat.» Dies sei eine Quelle vieler Missverständnisse, meint der smarte Elsässer. «Die Schweiz ist der Welt gegenüber sehr offen, der Schweizer aber nicht immer», sagt er schmunzelnd und zitiert den Schriftsteller Max Frisch, der vom «Hochmut in der Enge» gesprochen habe.

Seit die Schweiz sich bei der Freizügigkeit bewegt habe, könne man über die gegenseitigen Beziehungen etwas optimistischer sein als vor zwei oder drei Jahren, meint Stutzmann und ermahnt gleichzeitig die Schweiz: «Ihr könnt nicht ewig davon ausgehen, dass ihr alles bekommt und nichts geben müsst.» Eine weitere Verzögerung beim Rahmenabkommen sei nicht vorteilhaft: «Die roten Linien auf unserer Seite werden nicht rosa, sondern eher dunkelrot.»

Worum geht es beim Rahmenabkommen?

Video: Lea Senn, Angelina Graf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie mich Sekten mundtot machen wollten – und was ich daraus gelernt habe

Warum das chinesische Modell über den Westen siegen wird

So gross müsste ein Gebäude sein, um die gesamte (!) Menschheit zu beherbergen

Ein kleiner Vorgeschmack, was uns bei der nächsten WM erwartet

8 Dinge, die purer Horror sind, wenn sie morgens vor deinem ersten Kaffee passieren

«Who is America?» – 7 Fakten über die neue Skandal-Show von Sacha Baron Cohen

Erkennst du alle Filme an nur einem Bild? Wer weniger als 7 hat, muss GZSZ* gucken!

Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zur WM 2022 in Katar

Erste Verurteilungen nach Ausschreitungen in Paris

«Nur no ä halbs Minipic»: Lara Stoll steckt für 127 Stunden mit dem Finger im Abfluss fest

Nach diesen 5 Dokus wirst auch du deine Ernährung hinterfragen

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

Das sind die Tops und Flops der WM

Bei welchen Fluglinien hast du gratis oder günstig WLAN? Der Preisvergleich zeigt's

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

57
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
57Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mayo 21.06.2018 10:50
    Highlight Wir müssen endlich mitentscheiden können. Um am Tisch zu sitzen und mitzureden bedarf aber einer Mitgliedschaft.

    Ich kann auch nicht in den Quartierverein an die Weihnachtsbeleuchtung Ansprüche stellen aber nicht Mitarbeiten wollen.

    Ich sage nicht, dass wir morgen beitretten sollen aber wir sollten dennoch im Hinterkopf behalten, dass dies durchaus auch mal eine Option für uns sein kann.
    7 10 Melden
  • Waedliman 20.06.2018 09:21
    Highlight Irgendwie macht die Schweiz alles richtig. Sie wurschtelt sich durch die wirtschaftlichen Klippen und hat einen gesunden Haushalt, eine kaum vorhandene Arbeitslosenquote und einen in Europa kaum vergleichbaren Reichtum. Ich würde auch nicht der EU beitreten wollen, wenn ich Schweizer wäre, aber offen über das diskutieren, was in anderen Ländern vielleicht besser gemacht wird.
    11 1 Melden
    • Sophia 21.06.2018 16:42
      Highlight Der Schweiz geht's gut, weil jeder zweite Franken aus der EU stammt! Mein Gott, will man sich denn lieber der USA ausliefern? Denen haben wir Milliarden Strafen gezahlt, die machen den Welthandel kaputt und da gibt es immer noch Menschen, die glauben, die CH käme ohne die EU in der Welt zurecht. Welch ein grandioser Irrtum! Die USA werden uns nie in ihre Union aufnehmen , die Eu würde es sofort tun und wir könnten in Brüssel als Vollmitglied alles mitbestimmen. Nur Dummköpfe verzichten auf dieses Privileg, es gibt keine Alternative zur EU! Das Durchgewurstel ist mehr als peinlich.
      7 6 Melden
  • Schneider Alex 20.06.2018 06:04
    Highlight Und wie flexibel ist die EU gegenüber den Forderungen der Schweiz? Operiert sie sich nach wie vor mit Erpressungsversuchen?
    39 8 Melden
    • Auscho 20.06.2018 13:28
      Highlight Dieses Argument höre ich oft und kann es beim besten Willen nicht verstehen. Die Schweiz möchte etwas von der EU (Zugang zu Märkten, Börsenanerkennung etc) und die EU ihrerseits stellt Bedingungen hierfür auf. Wo ist die Erpressung? Wenn ich der Migros zB einen Apfel möchte, sagt mir die Migros der Apfel kostet 2Fr. Wenn ich aber nur bereit bin, 1Fr zu zahlen und die Migros sich weigert, mir den Apfel günstiger zu geben, ist das doch keine Erpressung? Oder sehe ich das falsch?
      10 8 Melden
    • Schneider Alex 21.06.2018 06:22
      Highlight @Auscho
      JA. Die bilateralen Verträge sehen Vertragsanpassungen vor, wenn das ein Partner wünscht. Die EU weigert sich aber, die Personenfreizügigkeit neu zu verhandeln.
      8 3 Melden
    • Auscho 21.06.2018 08:31
      Highlight Die Bilateralen sehen VertragsVERHANDLUNGEN vor, wenn dies eine Seite wünscht. Das System Personenfreizügigkeit wird in allen europäischen Ländern gleich umgesetzt. Dass die EU hier keine Ausnahmen für das Nicht-Mitglied Schweiz einräumen möchte, ist für mich nachvollziehbar. Wo eine Erpressung vorliegt, sehe ich immer noch nicht. Die Schweiz kann die Verträge ja kündigen, wenn es ihr nicht passt. Wenn ich nicht 2Fr für den Apfel bezahlen möchte, dann lasse ich es halt bleiben.
      7 2 Melden
    • Sophia 21.06.2018 16:50
      Highlight Auscho, du hast völlig Recht, der freie Personenverkehr ist in der EU nicht verhandelbar, das wussten die Quengulierer von rechts und exakt aus diesem Grund haben sie diese ja vors "Volch" gebracht. Weil sie nicht verstehen können, dass es zur EU überhaupt keine Alternative gibt. Diese Knallköpfe zahlen lieber den US Milliarden Strafen und lassen sich die Wirtschaftregeln der US aufzwingen, als dass sie denen, die fairen Welthandel betreiben und die uns mitreden liessen, beitreten und Europa mitgestalten würden. Und dann plappern die vom Erpressen der EU und verkaufen uns für dumm.
      9 3 Melden
    • Oberon 21.06.2018 19:33
      Highlight Auscho, ich denke du hast die Problematik genau getroffen. So lange jedoch immer noch viele Bürger meinen das die EU nur auf uns wartet wird leider enttäuscht. Deshalb wäre aus meiner Sicht ein Rahmenabkommen mit der EU eine gut Lösung solange wir unsere Interessen zu einem Grossteil schützen können. Falls nicht müssen wir ehrlich zu uns sein und alle Verträge kündigen. Sophia hat auch einen wichtigen Aspekt eingebracht, die Schweiz wird dann für die aktuellen "Grossmächte" weiter nur ein Spielball sein.
      5 1 Melden
  • Oberon 19.06.2018 19:11
    Highlight Wie eine Weiterentwicklung von Europa aussehen könnte wird im folgenden Link versucht zu erarbeiten. Leider noch nicht soweit aber die Hoffnung ist noch intakt.

    https://european-republic.eu/de/
    5 8 Melden
  • Ludovigo 19.06.2018 15:29
    Highlight Da kann man wieder sehen, wieviel die Schweiz in den Augen Brüssels wirklich wert ist. Niemand interessiert sich für die Schweiz. Das sollte uns und unseren Politikern einen Weckruf sein. Kümmern wir uns lieber um uns selber und lassen Brüssel aussen vor. Personenfreizügigkeit per sofort streichen. Sollen die sich selber um ihre Arbeitslosen kümmern.
    52 31 Melden
    • Reto32 19.06.2018 21:38
      Highlight Ich glaube, das geht auch über das EU-Thema hinaus. Wenn ich mich mit anderen Europäer austausche, auch aus den Anrainerstaaten, merke ich immer wieder wie die Schweiz praktisch nur über ihre Stereotypen wahrgenommen wird. Ausser Bemerkungen zum Thema 2. Weltkrieg, Steuerparadies oder vage Anekdoten von Grenzgängern gibt es da wirklich nichts. Wir haben es irgendwie geschafft, eine grössere Wirtschaft als 3 der G20 Ländern, aber die mediale Präsenz der Kanarischen Inseln zu haben.
      23 5 Melden
    • Hoppla! 19.06.2018 22:29
      Highlight Ja, da wir eine völlig autarke Insel sind. Kommt gut. in der Not können wir uns ja auf Fahnenschwingen, Käsen und Alphornspielen besinnen. Wir, die stolze und völlig unabhängige Schwei... sorry... Eidgenossenschaft.
      21 26 Melden
  • Spacefrog 19.06.2018 12:43
    Highlight Die EUler denken das sie nicht auf die Schweiz angewiesen sind, genauso wie die CHler denken, sie seien nicht auf die EU angewiesen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Wie bei allen Staatenbündnissen sind alle Mitglieder wichtig. Der Brexit wird (Vermutlich) zeigen, dass das Konstrukt nun stetig zerbröckelt. Allerdings ist das für uns schlecht, da wir mit der EU gerade ggü. den UST (United States of Trump) einen machtvollen Verbündeten haben, von dem wir profitieren können. Auch wenn wir es nicht gerne zugeben, ohne EU haben wir nicht mehr viel zu melden.
    37 40 Melden
  • Altweibersommer 19.06.2018 11:43
    Highlight Dohrmann zeigt, wie rechts-bürgerlich auch ohne populismus gehen kann. Parteien in ganz Europa inklusive seiner eigenen könnten sich davon eine Scheibe abschneiden. Vielleicht wäre dann auch die ganze Beziehungskiste nicht mehr so dramatisch...
    27 13 Melden
  • ostpol76 19.06.2018 11:16
    Highlight "Es ist kompliziert..."

    Zur Zeit ist die Beziehung EU mit jedem Land kompliziert. Sogar innerhalb der EU.
    Nur noch Deutschland und Frankreich klopfen sich auf die Schultern.
    174 35 Melden
  • Fastlane 19.06.2018 10:48
    Highlight «Ihr könnt nicht ewig davon ausgehen, dass ihr alles bekommt und nichts geben müsst.»

    Ach die Schweiz gibt nichts?
    Ein Rahmenabkommen ist weder nötig noch sinnvoll und ist einzig im Interesse der EU. Wir brauchen das nicht.
    194 105 Melden
  • ZaharztAua 19.06.2018 10:44
    Highlight DAS PROBLEM ist, ...
    dass die Schweizer sich als etwas besseres fühlen, als die restlichen Europäer.
    Aus dieser Warte kann ein Zusammenarbeiten mit niederen Menschen und Staaten nur nachteilig sein.
    Diese arrogante Schweizer Überheblichkeit beruht auf der jahrzehntelangen Extradividende als Steueroase für Grosskonzerne und Grossvermögen. Subjektiv erhielt der Schweizer dadurch den Eindruck, er sei "was besseres".
    Es gibt keinen Grund für Europäer, diese freche Arroganz weiterhin zu akzeptieren. Deshalb: «Ihr könnt nicht ewig davon ausgehen, dass ihr alles bekommt und nichts geben müsst.»
    75 223 Melden
    • ZaharztAua 19.06.2018 12:13
      Highlight Dann erkär Du doch mal, wieso die Gemeinschaft europäischer Staaten für die Schweizer nicht "gut genug" ist?
      14 76 Melden
    • Z&Z 19.06.2018 13:02
      Highlight @Zaharzt, wie @Bob schreibt, "trollig". Du implizierst bereits, dass wir denken, die EU wäre nicht gut genug für uns und willst, dass wir für diese falsche Implikation eine Erklärung liefern. Weisst Du was? Können wir nicht. Weil es nicht so ist, dass wir uns für etwas besseres halten. Dieses Argument kommt nur immer von Fanboys.
      57 13 Melden
    • Reto32 19.06.2018 13:39
      Highlight @ZaharztAua Ich sehe, dass Ihr von der Sache leider nicht viel verstanden habt. Ich kann euch nur raten, ab und zu mal ein Geschichtsbuch aufzumachen.

      Als die frühe Europäische Gemeinschaft (DE, FR, NL, BE, LU) in der Nachkriegszeit sich dafür entschloss, Pläne für eine (West-) europäische Freihandelszone zu torpedieren und an der stelle eine engere politische Union zu bilden, in erster Instanz mit einer Zollunion, sagte der damalige zuständige Staatssekretär, die Schweiz sei 'zwar an wirtschaftliche und pragmatische Zusammenarbeit interessiert...
      [1/2]
      21 6 Melden
    • Reto32 19.06.2018 14:06
      Highlight [2/3] ... nicht aber an politische oder militärische Kooperation'. Ähnlich sahen es auch die restlichen "Äussere Sieben" (CH, UK, NO, DK, SE, AT, PT), weshalb diese in 1960 die EFTA gründeten, um die Vision einer unpolitische gesamteuropäische Freihandelszone Rückendeckung zu geben. Und dort investierte sich die Schweiz übrigens ausserordentlich viel. Doch die EG weigerte sich stets, mitzumachen, was die Briten dazu brachte, der EG beizutreten. Und damit brachten sie mit einem Schlag die Machtverhältnisse in Europa auf dem Kopf, was den Zerfall der EFTA zum heutigen Zustand herbeiführte.
      35 5 Melden
    • Reto32 19.06.2018 14:15
      Highlight [3/3]
      Schliesslich blieben in der EFTA nur diejenigen, die ihre Bevölkerung nicht zu einem EU-Beitritt motivieren konnten (Island und Norwegen), zu klein dafür sind (Mikrostaat Liechtenstein) - die alle dem Binnenmarkt unter die Führung der EU beigetreten sind - und die sturen Alpenbewohner, die die Vorstellung einer puren Wirtschaftsbeziehung ohne politische Dimension immer noch nicht aufgegeben haben.

      Ob Sie, das nun wirklich als Hochnäsigkeit oder Arroganz verstehen wollen, weiss ich nicht - ich jedenfalls erkenne hier keine, ich sehe nur den Mut, sich für die eigenen Ideen einzusetzen.
      46 6 Melden
    • sowhat 19.06.2018 20:38
      Highlight Was für ein engstirniges Bild haben Sie denn, Herr Aua, dass sie "was besseres" und "nicht gut genug" interpretieren. Schon mal was von "nicht passend" gehört?
      Damit ist keine Wertung verbunden. Damit ist nur ausgesagt, dass es nicht 100% zusammenpasst und dass daher eine andere Lösung für eine Zusammenarbeit gesucht werden muss.
      Ich muss nicht jede/n Arbeitskollegen/in heiraten. Ich muss aber eine Lösung finden wie wir uns arrangieren, wenn wir im selben Projektteam sind.
      27 3 Melden
  • Wilhelm Dingo 19.06.2018 10:41
    Highlight Stutzmanns Statement zeigt das Problem schön: «Ihr könnt nicht ewig davon ausgehen, dass ihr alles bekommt und nichts geben müsst.» Brüssel geht fälschlicherwiese davon aus, dass wir aktuell nichts geben. Vielleicht sollte das mal genauer kommuniziert werden. (50'000 Jobs für EU Zuwanderer pro Jahr, Grenzgängerarbeitsplätze, Alpentransit, Köhäsionsmilliarden....).
    287 65 Melden
    • ZaharztAua 19.06.2018 12:20
      Highlight Tut mir leid, Dingo:
      1. Die Schweiz spart bei der Bildung (!), mit einer Maturaquote von nur 20%, im Unterschied zum EU-Durchschnitt von 50%.
      Konsquenz dieser Einsparung ist, dass die Schweiz Akademiker importieren MUSS.
      2. Die Schweizer sind zu faul für Spitäler und Restauration.
      Gib Dich mal nicht so generös, wenn Du in Wahrheit darauf angewiesen bist.
      Und was die Sparübung Hochschulbildung betrifft, kannst Du mal sehen, was den wahren Profiteuren der Schweiz die eigene Bevölkerung wert ist ... Aber immer schön hinterherlaufen, gell. Und ja nie aufmucksen, sonst wirst Du "ausgesondert"!
      36 116 Melden
    • Wilhelm Dingo 19.06.2018 13:22
      Highlight @ZaharztAua: 1: Tiefe Maturaquote = hohes Maturaniveau. Hast Du mal das Niveau des französische Bac mit der CH Matura verglichen? An die Schweizer Uni dürfen dann aber alle mit einem Abi/Bac. Hier geben wir wieder mal etwas ohne Gegenleistung: Studienplätze. 2: Nein, niemand ist zu faul für Spitäler und Restauration. Das Problem sind die offenen Grenzen mit einem unedlichen Arbeitskräftereservoir. Die Folge ist, dass die Löhne stagnieren und die Arbeitsbedingungen nicht verbessert werden. Der Arbeitgeber kann ja einfach seinen Rekrutierungskreis ein wenig vergrösseren.
      54 12 Melden
    • Marlon Mendieta 19.06.2018 13:25
      Highlight Die Maturitätsquoten kannst man nicht 1:1 vergleichen
      Ich wette du weisst dass sogar; denn als Zahnarzt hast du sicher Matura gemacht
      32 2 Melden
    • inmi 19.06.2018 13:32
      Highlight @Ahnungsloser ZahnarztAua

      Wir haben ein besseres Schulsystem als die EU. Weil wir haben eine tiefere Arbeitslosigkeit als die EU.


      Das heisst eine tiefe Maturaquote ist richtig. Nicht falsch. Nicht jeder braucht eine Uni-Ausbildung.
      50 10 Melden
    • Reto32 19.06.2018 14:26
      Highlight Wenn die Schweizer wirklich "faul" währen, würden wir wie Saudi Arabien aussehen, wo keine Einheimische kaufmännische oder anstrenge Jobs nehmen, vom Staat haufenweise komfortable unnötige Stellen im öffentlichen Sektor angeboten werden, oder sonst einfach nicht arbeiten. Ich persönlich kann die Schweiz darin nicht erkennen.
      Unsere Bildung ist im internationalen Vergleich auch recht gut finanziert. Nur die Maturaquote zu nehmen erfasst das duale Bildungssystem aber nicht, ist also wertlos.
      55 8 Melden
    • Lowend 19.06.2018 16:40
      Highlight Die EU gibt den Auslandschweizern glatt 500‘000 Jobs und könnte die, wie auch alle im EU Raum tätigen Schweizer Unternehmen, ohne die Bilateralen, jederzeit nach Hause in die in die biedere Schweiz zurückschicken.

      Selbst wenn sich die Schweiz wehren würde und diese ach so phösen EU Bürger ebenfalls rausgewerfen und die Rückkehrer die 50‘000 frei werdenden Jobs von EU Bürgern übernehmen würden, hätten wir trotzdem auf einen Schlag eine gigantische Arbeitslosigkeit!

      So viel zu diesem gockelhaften Aufplustern der nationalistischen Ultras!
      17 36 Melden
    • Wilhelm Dingo 19.06.2018 19:52
      Highlight @Lowend: ein lowend Kommentar. Es gibt keine 500‘000 Erwerbstätige in der EU, lies mal nach auf den Bundesseiten. Und böse ist auch fast keiner dieser EU Bürger. Aufpluster tut sich gerade jemand anders glaube ich.
      30 9 Melden
    • Wilhelm Dingo 19.06.2018 19:54
      Highlight @Lowend: was ist nationalistischer Ultra? Ist das sowas wie ein Hooligan?
      19 5 Melden
    • Reto32 19.06.2018 20:31
      Highlight @Löwend
      Wie Herr Blunschi es sagt, ist die EU-Frage von Halbwissen und Missverständnissen geprägt. Und gerade deshalb sollte man sich im voraus informieren, bevor man die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

      Tatsächlich leben 451'750 CH-Bürgern in die EU. Aber erstens besitzen 338'767 davon mindestens eine zweite Staatsbürgerschaft, zweitens sind nur 258'430 im Arbeitsalter.

      Umgekehrt sind 1'216'000 EWR-Bürgern in der Schweiz wirtschaftlich tätig (inkl. Grenzgänger, exkl. nicht-Erwebstätige; EFTA-Bürgern leider mitgezählt).

      Aber sowieso: solche Argumente verkennen die wirtschaftliche Realität.
      28 6 Melden
    • Reto32 19.06.2018 20:46
      Highlight @Löwend - part 2: Man kann nicht einen Arbeitnehmer durch irgendein anderes ersetzten, ein reines Zahlenspiel ist es nicht.

      Zudem: Die EU kann Schweizer Unternehmen nicht "zurückschicken". Reiner Marktzugang ist durch die gegenseitige WTO-Mitgliedschaft garantiert, und durch das Freihandelsabkommen von 1973 haben wir zollfreies Handel. Bei den Bilateralen geht es vielmehr um die grenzüberschreitende Anerkennung von technischen Zertifikate. Bei eine Kündigung der Bilateralen könnten Unternehmen höchstens dazu gezwungen werden, ihre Produkte ein zweites mal in der EU zertifizieren lassen.
      14 5 Melden
    • Lowend 19.06.2018 21:18
      Highlight Der freie Marktzugang wäre aber leider vom Goodwill der EU abhängig und da könnte die EU die Suppe der ultranationalistischen SVP Gockel gehörig versalzen und wenn der effektive Überhang an Schweizer Arbeitskräften auch nur 200‘000 Menschen sind, dann kann die EU denen trotzden das Leben so schwer machen, dass sie „freiwillig“ zurück wollen.

      Genau das machen ja die Ultranationalisten auch!

      Fakt ist einfach, dass die SVP und ihre Groopies noch nie an die vielen Auslandschweizer und die rege Geschäftstätigkeit von Schweizer Firmen in der EU dachten und die ihnen im Grunde auch total egal sind.
      8 15 Melden
    • Waedliman 20.06.2018 09:14
      Highlight Oh bitte - die Jobs für EU-Zuwanderer sind doch vorhanden und könnten durch Schweizer gar nicht besetzt werden. Immer wieder dieselbe Leier und ewiges Gejammer. Der Schweiz geht es blendend - und das ist ein zentrales Ergebnis der geschickten Abkommen mit der EU.
      6 1 Melden
    • Lowend 20.06.2018 11:15
      Highlight Danke Waedliman! Das sehe ich genau so. Die Wirtschaft sucht Händeringend Spezialisten und etwas besseres als ein solides, institutionelles Rahmenabkommen werden wir von der EU auch nicht bekommen, wenigstens nicht durch solches selbstverliebtes Gockelgehabe, wie es die SVP Kommentarfront wieder mal an den Tag legt.
      5 3 Melden
    • Wilhelm Dingo 20.06.2018 12:58
      Highlight Ach lowend. die CEOs und Kapitalbesitzer werden Dich lieben, die Lohnempfänger weniger.
      5 1 Melden
    • Lowend 20.06.2018 17:03
      Highlight Getroffene Hunde bellen, heisst es so schön und im übrigen sprechen Sie doch mal mit den Schweizer Mitarbeitern im Aussendienst, die täglich in der EU Aufträge für ihre Arbeitgeber und somit auch für die Schweizer Arbeiter und Angestellten akquirieren, wie es für sie wäre, wenn die SVP mit ihrem nationalistischen Blödsinn durchkommen würde. Die können Ihnen sonst mal erklären, was für einen Schaden die dauernde Nabelschau von ihresgleichen im Geschäftsleben bewirkt. Die SVP vernichtet oder verdrängt mit ihrer widerlichen Anti-EU Politik täglich Schweizer Arbeitsplätze!
      3 2 Melden
    • Reto32 20.06.2018 22:58
      Highlight @Löwend
      Ja, die reaktionäre, un-überlegte Europapolitik der SVP nervt extrem, und hat schon einen erheblichen, in *absolut* jeder Hinsicht völlig unnötiger Schaden angerichtet. Darüber kann sich jeder nicht-SVPler einigen, sowohl bei den EU-Sympathisanten als auch EU-Skeptikern.

      Aber die Schuld für alle EU-Probleme der Schweiz der SVP geben, ist irreführend, wenn nicht sogar komplett falsch. Die SVP ist letztendlich nur ein Störfaktor - wenn auch unglaublich irritierend - aber nicht die Ursache der tiefgreifenden Dauerkrisen in den CH-EU Beziehungen. Diese sind wirklich struktureller Natur.
      3 0 Melden
    • Sophia 21.06.2018 17:01
      Highlight Diese Fachkräfte nehmen wir aus Mitleid und Freundschaft bei uns auf. Die Wirtschaft bräuchte die gar nicht, sie wäre dann einfach um bis 60 000 hochqualifizierte Mitarbeiter ärmer und der Export um das geringer und wir alle könnten und müssten uns ein bisschen einschränken! Was ist eigentlich ein ausgebildeter Mitarbeitnehmer wert? so um die 2 Millionen, die wir da bei jedem EU-Zuwanderer eingespart haben, oder glaubt jemand, unsere Industrie nimmt die aus lauter Altruismus und Höflichkeit auf? Hört auf solchen Unsinn zu reden, wir nehmen die der EU weg und die ist darüber gar nicht erfreut!
      2 1 Melden
    • Wilhelm Dingo 22.06.2018 08:17
      Highlight @Sophia: Richtig analysiert. Kurz gesagt: Die Wirtschaft stellt sie ein weil sie billiger sind. Darum plädiere ich für restriktive Zuwanderung und Investitionen ins schweizer Bildungssystem.
      1 2 Melden
  • Gubbe 19.06.2018 10:33
    Highlight 'Die Schweiz ist klein'. Flächenmässig mag das zutreffen, nicht aber auf die Wirtschaft. Klein ist auch die Ansicht vieler sogenannten EU-Sitzkleber. Auch unsere Volksvertreter haben ein leicht devotes Auftreten mit EU 'Grössen'. Da sollte man sie ein Stück Trump abschneiden. Er schiebt sich nach vorne, ohne so viel Geld zu haben wie er möchte. Im Verhältnis hat die CH praktisch keine Auslandschulden. So kommt ausgerechnet die Griechin Maria Demertzis zur Aussage, dass die CH klein sei.
    64 47 Melden
  • Ökonometriker 19.06.2018 10:30
    Highlight Die Schweiz ist, je nach Rechenart, der zweit- oder drittwichtigste Exportmarkt der EU. Entsprechend erstaunt es, dass die Bedeutung der Beziehungen zur Schweiz in Brüssel auf die leichte Schulter genommen werden. Offenbar geht es vielen Politikern entgegen aller Lippenbekenntnisse weniger um den Wohlstand des Volkes - und eher um machtpolitische Interessen. Das zeigt auch die gewünschte Deadline, welche wohl nicht ganz unabsichtlich vor dem BREXIT liegt.
    Das bestärkt die Stimmen die (direkt-) demokratische Reformen in der EU fordern. Und leider auch die Stimmen, die die EU kritisieren.
    66 25 Melden
    • ZaharztAua 19.06.2018 12:06
      Highlight Ja, die Schweiz ist die drittgrösste Exportnation für die EU; tönt riesig!
      Aber: die Welt ist gross und die Schweiz klein.
      Hier die ZAHLEN:
      Export EU-27 total: 1'870 Milliarden.
      Export EU in die Schweiz: 132 Milliarden.
      Zudem ist es ja nicht nur so, dass die EU gerne in die Schweiz exportiert, sondern dass die Schweizer diese Importe wollen, wünschen und brauchen.
      Ökonometriker(?): Du bist ein typisches Beispiel für schweizerische Überheblichkeit.
      23 81 Melden
    • Ökonometriker 19.06.2018 17:21
      Highlight @Zaha: klar, die Schweiz kann auch sagen, sie exportiert einfach in andere Märkte. Von Rechtsaussen wird gerne so argumentiert.
      In solchen Fällen empfehle ich gerne einen Blick auf den Globus.
      14 2 Melden
    • balzercomp 20.06.2018 07:41
      Highlight Der Anteil des Handels CH-EU liegt im niedrigen einstelligen Bereich des EU-Gesamthandels. Der am Schweizer Handel bei rund 50%. Alleine dadurch sind die Abhängigkeiten klar. Die Zahlen, die den Anteil der Schweiz am EU-Handel bei 10% sehen, ignorieren regelmässig den EU-Binnenhandel. Nur ist der Binnenhandel einer der Hauptgründe für die Existenz der EU.
      5 0 Melden
    • Ökonometriker 20.06.2018 11:04
      Highlight @balzercomp: dieser Logik folgend müsste man dann auch den Binnenhandel innerhalb der Schweiz berücksichtigen. So kann man sich beliebig hohe Zahlen zusammenrechnen... aber für die bilateralen Beziehungen ist der Binnenhandel innerhalb einer Entität kaum relevant.
      1 0 Melden
  • Pascal1917 19.06.2018 10:10
    Highlight Guter Artikel. Vielen Dank.
    38 15 Melden
  • Goldjunge Krater, Team Selbstbestimmungsinitiative 19.06.2018 10:01
    Highlight Der Bericht ist viel zu lang.. Ok sie machten einen Ausflug nach Brüssel... gibt es ein Fazit?
    25 86 Melden
    • Peter 19.06.2018 11:54
      Highlight Länge ist ein relativer Begriff. Und das Fazit folgt. Schliesslich muss ich für meinen "Ausflug" nach Brüssel etwas liefern ...
      53 10 Melden
    • einmalquer 19.06.2018 13:31
      Highlight Als "Selbstbestimmer" müsste man doch auch über das Fazit selbst bestimmen und es sich nicht bestimmen lassen.

      Das schöne an Online-Medien ist ja, dass es keine Platzbeschränkungen gibt, anders als bei Printmedien.
      6 8 Melden
    • MacB 19.06.2018 13:57
      Highlight Für jemanden, der lesen kann und will, ist der Bericht genau richtig; spannend und informativ.

      Wer aber nur auf populistische Stichworte wartet, muss hier klar zu lange suchen.

      Dein Kommentar, Goldjunge, ist eine Frechheit!
      35 8 Melden

Kinder dürfen jetzt offiziell zwei Papis oder zwei Mamis haben – Stiefkind-Adoption boomt

Seit wenigen Monaten gibt es in der Schweiz Kinder, die auf dem Papier zwei Väter oder zwei Mütter haben. Möglich machen es Samenspender, Leihmütter – und eine Änderung des Adoptionsrechts. Bei den Kantonen gingen in den letzten Monaten Dutzende Gesuche ein.

Es geht vorwärts mit der «Ehe für alle»: Schwule und Lesben sollen in der Schweiz künftig heiraten und Kinder adoptieren dürfen. Das hat die Rechtskommission des Nationalrats am Freitag entschieden.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist bereits getan: Seit diesem Jahr gibt es in der Schweiz Familien, in denen die Kinder offiziell zwei Mütter oder zwei Väter haben. Möglich macht es eine Änderung des Adoptionsrechts, die am 1. Januar in Kraft getreten ist. Seither steht …

Artikel lesen