Schweiz
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Blunschi in Brüssel: Die grosse Reportage aus dem Zentrum der EU

Jeden Donnerstag feiern die Praktikanten aus dem Europaviertel eine Afterwork-Party auf der Place de Luxembourg, direkt neben der Schweizer Botschaft (hinten). Bild: Peter Blunschi

«Die roten Linien werden eher dunkelrot»: Wie man in Brüssel die Schweiz sieht

Die Verhandlungen mit der EU über ein institutionelles Rahmenabkommen sind in der «heissen» Phase. Bis Ende Jahr muss ein Durchbruch gelingen, sonst droht Stillstand. Grund genug für eine Reise nach Brüssel, um die Lage zu sondieren.

Die Schweiz und die Europäische Union. Müsste man bei Facebook einen Beziehungsstatus für diese Paarung definieren, die Wahl wäre einfach: «Es ist kompliziert.» Man ist aufeinander angewiesen, und dennoch ist das Verhältnis von Halbwissen und Missverständnissen geprägt.

Derzeit verhandeln beide Seiten über ein institutionelles Rahmenabkommen, das den bilateralen Weg konsolidieren soll. Die Schweiz beschäftigt sich deshalb intensiv mit der EU. Aber wie sieht es auf der Gegenseite aus? watson ist nach Brüssel gereist und hat mit Menschen aus beiden Lagern gesprochen.

Die Sprecherin

Die Schweiz ist in Brüssel Chefsache. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen unter seine Fittiche genommen. Formell sind sie beim auswärtigen Dienst angesiedelt, doch geführt werden sie von Juncker und seinem aussenpolitischen Berater Richard Szostak, der auch für den Brexit zuständig ist.

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Bild: Peter Blunschi

«In keinen Staats- und Regierungschef eines Drittstaats hat Juncker so viel Zeit und Energie investiert wie in den jeweiligen Schweizer Bundespräsidenten», erklärt seine Sprecherin Mina Andreeva. Der Präsident empfinde die Schweiz nicht als besonders schwierigen Partner: «Er weiss, dass man viel Zeit investieren muss, aber das zeigt seinen Willen», sagt die gebürtige Bulgarin, die in Deutschland aufgewachsen ist.

Beobachter in Brüssel attestieren Andreeva beträchtlichen Einfluss, sie gehöre zu Junckers innerem Kreis. Im letzten November begleitete sie ihn nach Bern, als der Luxemburger sich mit Bundespräsidentin Doris Leuthard traf. Und in seiner Hoffnung auf einen Abschluss des Rahmenabkommens einmal mehr enttäuscht wurde. Die Quittung folgte mit der Verweigerung der unbefristeten Börsenäquivalenz.



In den letzten Monaten kam es zu einer Entspannung. «Wir erkennen eine neue Dynamik», attestiert Mina Andreeva der Schweizer Seite. Das Zeitfenster für das Rahmenabkommen sei aber relativ klein, und dieses gelte es zu nutzen. «Die Schweiz wäre gut beraten, nicht auf den Brexit zu warten», meint Junckers Sprecherin. Denn die Briten strebten die Scheidung an, «wohingegen wir mit der Schweiz eine eingetragene Partnerschaft eingehen wollen».

Blunschi in Brüssel: Die grosse Reportage aus dem Zentrum der EU

Die jungen Menschen aus ganz Europa eint ihre Begeisterung für die Sache der europäischen Einigung. Bild: Peter Blunschi

Der Parlamentarier

Skandinavier gelten als unkomplizierte Zeitgenossen. Jørn Dohrmann, Abgeordneter der Dänischen Volkspartei (DVP) im Europaparlament, ist keine Ausnahme. In lockerer Stimmung und Kleidung empfängt er den Besucher aus der Schweiz, zu der er ein enges Verhältnis hat. Seine Frau stammt aus dem Kanton Zürich, und er präsidiert die Delegation des Parlaments, die für die Beziehungen zur Schweiz zuständig ist.

Jørn Dohrmann, Abgeordneter im Europaparlament

Bild: Peter Blunschi

«Die Schweiz und Dänemark haben viele Gemeinsamkeiten», sagt Dohrmann. «Es sind kleine Länder, denen es wirtschaftlich gut geht. Beide haben den Euro nicht übernommen und deshalb ein Problem mit einer starken Währung.» Und die Dänen gehören zu den skeptischen Mitgliedern: «Wir betrachten das Verhältnis zur EU immer noch in erster Linie als Handelsabkommen.»

Die Skepsis gilt erst recht für seine Partei. Die DVP ist bekannt für ihre rabiate Haltung gegenüber dem Islam. Sie ist nicht gegen die EU, verlangt aber Reformen. «Wir wollen, dass gewisse Kompetenzen an die Staaten zurückgegeben werden, vor allem bei den sozialen Rechten», sagt Dohrmann. Wenn jemand aus Rumänien nach Dänemark komme und acht Stunden arbeite, habe die Person schon ein Anrecht auf Kindergeld. «Davon lebt man in Rumänien wie ein König.»

Bei den Treffen mit der Schweizer EFTA-/EU-Delegation sei er Repräsentant des Europaparlaments und nicht seiner Partei, betont Jørn Dohrmann. Man diskutiere im Ausschuss sehr intensiv über das Rahmenabkommen und führe regelmässig Gespräche über den Stand der Dinge. Es sei nicht einfach, aber man werde einen Durchbruch schaffen, «einfach erst im letzten Moment», meint der Däne. Dies sei auch ein Signal im Hinblick auf den Brexit: «Die Schweiz kann zeigen, dass es nicht hoffnungslos ist, mit der EU zu verhandeln.»

Blunschi in Brüssel: Die grosse Reportage aus dem Zentrum der EU

Das EU-Parlament liegt nur wenige Schritte von der Schweizer Botschaft entfernt. Bild: Peter Blunschi

Die Staatssekretärin

Gewisse Kreise spielen die Bedeutung der EU für die Schweiz herunter. Dem widerspricht die Tatsache, dass kürzlich zwei Chefbeamte gleichzeitig in Brüssel weilten: Europa-Staatssekretär Roberto Balzaretti führte weitere Verhandlungen zum Rahmenabkommen. Und Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, die Direktorin des Staatsekretariats für Wirtschaft (Seco), traf sich mit der Vertretern der EU-Kommission und der belgischen Regierung.

Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch, Leitern des Staatssekretariats für Wirtschaft

Bild: Peter Blunschi

Während Balzarettis Mission diskret verlief, absolvierte die Seco-Chefin mehrere Auftritte. Dazu gehörte eine Konferenz zur Digitalisierung im Château de la Hulpe, einem prachtvollen Anwesen ausserhalb der belgischen Hauptstadt, das einst der Familie Solvay gehört hatte, den Gründern des gleichnamigen Chemiekonzerns. Der digitale Binnenmarkt war auch Gesprächsthema mit der EU-Kommission, sagte Ineichen-Fleisch an einer Medienkonferenz.

Im Mittelpunkt aber standen die US-Strafzölle auf Aluminium und Stahl und mögliche Schutzmassnahmen der Europäischen Union. Sie könnten auch die Schweiz treffen. «Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass die Schweiz ausgenommen wird», sagte die Staatssekretärin. Sie habe jedoch eine «gewisse Zurückhaltung» bei der Kommission gespürt. Sie verstehe das Problem, fürchte aber eine Umgehung ihrer Massnahmen über die Schweiz.

Ein echtes Problem wären die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle auf europäische Autos. «Die Schweiz wäre davon stark betroffen, wegen ihrer Zulieferer für die Autoindustrie», betonte Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch. Ihre Ausführungen verdeutlichen, wie sehr die Schweiz als Exportnation von den Entwicklungen in der Welt betroffen ist. Und wie stark sie von Europa abhängig ist: «Wir sind mittendrin, auch geografisch», so die Seco-Direktorin.

Blunschi in Brüssel: Die grosse Reportage aus dem Zentrum der EU

Das Château de la Hulpe bildete den prachtvollen Rahmen für eine Konferenz zur Digitalisierungs mit Schweizer Beteiligung. Bild: Peter Blunschi

Der Wirtschaftslobbyist

Die Wirtschaft ist das wichtigste Argument, warum die Schweiz auf gute Beziehungen zur EU und einen Zugang zum Binnenmarkt angewiesen ist. François Baur leitet seit 2009 das Brüsseler Büro von Economiesuisse. «In unseren Vorstandssitzungen steht Europa jedes Mal auf der Traktandenliste. Bei den Deutschen ist das vielleicht zweimal pro Jahr der Fall.»

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bild: peter blunschi

Aus der Schweizer Politik gibt es Kritik, die Wirtschaft sei ungenügend in Brüssel vertreten, dem weltweit zweitwichtigsten Lobbyingplatz nach Washington. «Die Schweizer Wirtschaft ist seit Jahrzehnten Mitglied von Businesseurope, und wir haben seit über 25 Jahren ein eigenes Büro. Die Schweizer Wirtschaft ist präsent und gut vernetzt», heisst es dazu aus der Economiesuisse-Zentrale in Zürich. Es seien auch Schweizer Unternehmen in Brüssel präsent.

Dank den bilateralen Verträgen werde die Schweiz wie ein Mitglied der EU behandelt, etwa bei den technischen Handelshemmnissen, sagt François Baur. Umso heftiger war der Rückschlag durch das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014: «Die Europäer haben das Ergebnis nicht verstanden. Die Arbeit, die ich während fünf Jahren geleistet hatte, war für die Katz.»

Nun hofft Baur auf eine Lösung beim Rahmenabkommen. Wegen der Börsenäquivalenz, die von der EU «als Geisel» gehalten werde, aber auch grundsätzlich. Ein Rahmenabkommen würde die bilateralen Abkommen sichern und die Rechtssicherheit verbessern. Momentan werde intensiv verhandelt, es sei offen, ob sich beide Seiten in den kommenden Wochen einigen werden.

Blunschi in Brüssel: Die grosse Reportage aus dem Zentrum der EU

Das Berlaymont-Gebäude ist der Hauptsitz der EU-Kommission. Bild: Peter Blunschi

Die Expertin

Während sich die Schweiz permanent mit Europa beschäftigt, wird sie in Brüssel kaum wahrgenommen. «Ich verfolge die Schweiz nicht besonders, sie ist klein aus der EU-Perspektive», gesteht Maria Demertzis. Die Griechin ist Vizedirektorin von Bruegel, einer unabhängigen und wegen ihrer Analysen stark beachteten Denkfabrik. Ihr Schwerpunkt sind wirtschaftliche Themen.

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Bild: Peter Blunschi

Konjunkturell befinde sich die EU in einer guten Phase, «aber die Strukturprobleme der Eurozone sind nicht gelöst», sagt Demertzis. Mit der neuen Regierung in Italien sei ein Unsicherheitsfaktor hinzugekommen, der «ein bedeutendes Risiko» für die EU darstelle. Gefährlich sei auch die aggressive Handelspolitik der USA. Die EU habe keine andere Option, als zurückzuschlagen.

Dies gefährde den freien Handel, weshalb ist die EU sehr vorsichtig sei. «Sie versucht, den Rest der Welt zu verschonen. Aber die Herausforderung ist so komplex, dass ich befürchte, dass wir uns auf eine Lose-lose-Situation und eine grosse Bedrohung für den Multilateralismus zubewegen. Kollateralschäden für Länder wie die Schweiz wären unvermeidlich.» Die EU werde in eine Position gedrängt, in der sie nicht sein wolle, aber keine andere Wahl habe, so die Bruegel-Vizedirektorin.

Immerhin hält der Brexit die übrigen EU-Länder zusammen. Maria Demertzis ist jedoch nicht sehr optimistisch: «Der Brexit ist kein besonders starker Leim. Viele, die mit einem Austritt liebäugeln, schweigen derzeit. Sie wollen abwarten, wie sich der Brexit entwickelt.» Als Ausweg sieht sie ein neues Europamodell mit konzentrischen Kreisen, das Bruegel vor zwei Jahren vorgeschlagen hat. «Es könnte auch Länder umfassen, die nicht in der EU sind, wie Norwegen und die Schweiz.»

Blunschi in Brüssel: Die grosse Reportage aus dem Zentrum der EU

Die Schweiz interessiert in Brüssel kaum jemanden, auch nicht die EU-Praktikanten. Bei ihrer Donnerstagsparty geht es um Alkohol. Und ums Flirten. Bild: Peter Blunschi

Der Schweiz-Versteher

Die Verhandlungen über das Rahmenabkommen sind Chefsache. Aber wie viele Freunde hat die Schweiz in Brüssel wirklich? Nicht sehr viele. Alexandre Stutzmann gehört dazu, er hat eine grosse persönliche Affinität zur Schweiz. Der Elsässer, der perfekt Deutsch spricht, war aussenpolitischer Berater des früheren Parlamentspräsidenten Martin Schulz und arbeitet heute in der Generaldirektion für Aussenbeziehungen des Europäischen Parlaments.

Alexandre Stutzmann, Generaldirektion des Europaparlaments

Bild: Peter Blunschi

«Man kennt die Schweiz in Brüssel nicht», sagt Stutzmann. Wegen den Problemen mit der Personenfreizügigkeit habe sich das in den letzten Jahren geändert, aber nach wie vor beschäftigten sich nur wenige der 751 EU-Abgeordneten mit der Schweiz. «Es ist ein ganz kleiner Klub.» Selbst in seiner Direktion hätten vielleicht zwei Kollegen eine Ahnung von der Schweiz.

Für die Schweiz hingegen sei die EU sehr wichtig. «Sie ist kein Mitglied, aber auch kein normaler Drittstaat.» Dies sei eine Quelle vieler Missverständnisse, meint der smarte Elsässer. «Die Schweiz ist der Welt gegenüber sehr offen, der Schweizer aber nicht immer», sagt er schmunzelnd und zitiert den Schriftsteller Max Frisch, der vom «Hochmut in der Enge» gesprochen habe.

Seit die Schweiz sich bei der Freizügigkeit bewegt habe, könne man über die gegenseitigen Beziehungen etwas optimistischer sein als vor zwei oder drei Jahren, meint Stutzmann und ermahnt gleichzeitig die Schweiz: «Ihr könnt nicht ewig davon ausgehen, dass ihr alles bekommt und nichts geben müsst.» Eine weitere Verzögerung beim Rahmenabkommen sei nicht vorteilhaft: «Die roten Linien auf unserer Seite werden nicht rosa, sondern eher dunkelrot.»

Worum geht es beim Rahmenabkommen?

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Video: Lea Senn, Angelina Graf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Mayo 21.06.2018 10:50
    Highlight Highlight Wir müssen endlich mitentscheiden können. Um am Tisch zu sitzen und mitzureden bedarf aber einer Mitgliedschaft.

    Ich kann auch nicht in den Quartierverein an die Weihnachtsbeleuchtung Ansprüche stellen aber nicht Mitarbeiten wollen.

    Ich sage nicht, dass wir morgen beitretten sollen aber wir sollten dennoch im Hinterkopf behalten, dass dies durchaus auch mal eine Option für uns sein kann.
    7 14 Melden
  • Waedliman 20.06.2018 09:21
    Highlight Highlight Irgendwie macht die Schweiz alles richtig. Sie wurschtelt sich durch die wirtschaftlichen Klippen und hat einen gesunden Haushalt, eine kaum vorhandene Arbeitslosenquote und einen in Europa kaum vergleichbaren Reichtum. Ich würde auch nicht der EU beitreten wollen, wenn ich Schweizer wäre, aber offen über das diskutieren, was in anderen Ländern vielleicht besser gemacht wird.
    11 2 Melden
    • Sophia 21.06.2018 16:42
      Highlight Highlight Der Schweiz geht's gut, weil jeder zweite Franken aus der EU stammt! Mein Gott, will man sich denn lieber der USA ausliefern? Denen haben wir Milliarden Strafen gezahlt, die machen den Welthandel kaputt und da gibt es immer noch Menschen, die glauben, die CH käme ohne die EU in der Welt zurecht. Welch ein grandioser Irrtum! Die USA werden uns nie in ihre Union aufnehmen , die Eu würde es sofort tun und wir könnten in Brüssel als Vollmitglied alles mitbestimmen. Nur Dummköpfe verzichten auf dieses Privileg, es gibt keine Alternative zur EU! Das Durchgewurstel ist mehr als peinlich.
      8 8 Melden
  • Schneider Alex 20.06.2018 06:04
    Highlight Highlight Und wie flexibel ist die EU gegenüber den Forderungen der Schweiz? Operiert sie sich nach wie vor mit Erpressungsversuchen?
    39 8 Melden
    • Asho 20.06.2018 13:28
      Highlight Highlight Dieses Argument höre ich oft und kann es beim besten Willen nicht verstehen. Die Schweiz möchte etwas von der EU (Zugang zu Märkten, Börsenanerkennung etc) und die EU ihrerseits stellt Bedingungen hierfür auf. Wo ist die Erpressung? Wenn ich der Migros zB einen Apfel möchte, sagt mir die Migros der Apfel kostet 2Fr. Wenn ich aber nur bereit bin, 1Fr zu zahlen und die Migros sich weigert, mir den Apfel günstiger zu geben, ist das doch keine Erpressung? Oder sehe ich das falsch?
      11 9 Melden
    • Schneider Alex 21.06.2018 06:22
      Highlight Highlight @Auscho
      JA. Die bilateralen Verträge sehen Vertragsanpassungen vor, wenn das ein Partner wünscht. Die EU weigert sich aber, die Personenfreizügigkeit neu zu verhandeln.
      8 3 Melden
    • Asho 21.06.2018 08:31
      Highlight Highlight Die Bilateralen sehen VertragsVERHANDLUNGEN vor, wenn dies eine Seite wünscht. Das System Personenfreizügigkeit wird in allen europäischen Ländern gleich umgesetzt. Dass die EU hier keine Ausnahmen für das Nicht-Mitglied Schweiz einräumen möchte, ist für mich nachvollziehbar. Wo eine Erpressung vorliegt, sehe ich immer noch nicht. Die Schweiz kann die Verträge ja kündigen, wenn es ihr nicht passt. Wenn ich nicht 2Fr für den Apfel bezahlen möchte, dann lasse ich es halt bleiben.
      8 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Oberon 19.06.2018 19:11
    Highlight Highlight Wie eine Weiterentwicklung von Europa aussehen könnte wird im folgenden Link versucht zu erarbeiten. Leider noch nicht soweit aber die Hoffnung ist noch intakt.

    https://european-republic.eu/de/
    5 8 Melden
  • Ludovigo 19.06.2018 15:29
    Highlight Highlight Da kann man wieder sehen, wieviel die Schweiz in den Augen Brüssels wirklich wert ist. Niemand interessiert sich für die Schweiz. Das sollte uns und unseren Politikern einen Weckruf sein. Kümmern wir uns lieber um uns selber und lassen Brüssel aussen vor. Personenfreizügigkeit per sofort streichen. Sollen die sich selber um ihre Arbeitslosen kümmern.
    54 32 Melden
    • Reto32 19.06.2018 21:38
      Highlight Highlight Ich glaube, das geht auch über das EU-Thema hinaus. Wenn ich mich mit anderen Europäer austausche, auch aus den Anrainerstaaten, merke ich immer wieder wie die Schweiz praktisch nur über ihre Stereotypen wahrgenommen wird. Ausser Bemerkungen zum Thema 2. Weltkrieg, Steuerparadies oder vage Anekdoten von Grenzgängern gibt es da wirklich nichts. Wir haben es irgendwie geschafft, eine grössere Wirtschaft als 3 der G20 Ländern, aber die mediale Präsenz der Kanarischen Inseln zu haben.
      25 5 Melden
    • Hoppla! 19.06.2018 22:29
      Highlight Highlight Ja, da wir eine völlig autarke Insel sind. Kommt gut. in der Not können wir uns ja auf Fahnenschwingen, Käsen und Alphornspielen besinnen. Wir, die stolze und völlig unabhängige Schwei... sorry... Eidgenossenschaft.
      22 27 Melden
  • Spacefrog 19.06.2018 12:43
    Highlight Highlight Die EUler denken das sie nicht auf die Schweiz angewiesen sind, genauso wie die CHler denken, sie seien nicht auf die EU angewiesen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Wie bei allen Staatenbündnissen sind alle Mitglieder wichtig. Der Brexit wird (Vermutlich) zeigen, dass das Konstrukt nun stetig zerbröckelt. Allerdings ist das für uns schlecht, da wir mit der EU gerade ggü. den UST (United States of Trump) einen machtvollen Verbündeten haben, von dem wir profitieren können. Auch wenn wir es nicht gerne zugeben, ohne EU haben wir nicht mehr viel zu melden.
    38 41 Melden
  • Altweibersommer 19.06.2018 11:43
    Highlight Highlight Dohrmann zeigt, wie rechts-bürgerlich auch ohne populismus gehen kann. Parteien in ganz Europa inklusive seiner eigenen könnten sich davon eine Scheibe abschneiden. Vielleicht wäre dann auch die ganze Beziehungskiste nicht mehr so dramatisch...
    27 13 Melden
  • ostpol76 19.06.2018 11:16
    Highlight Highlight "Es ist kompliziert..."

    Zur Zeit ist die Beziehung EU mit jedem Land kompliziert. Sogar innerhalb der EU.
    Nur noch Deutschland und Frankreich klopfen sich auf die Schultern.
    176 35 Melden
  • Fastlane 19.06.2018 10:48
    Highlight Highlight «Ihr könnt nicht ewig davon ausgehen, dass ihr alles bekommt und nichts geben müsst.»

    Ach die Schweiz gibt nichts?
    Ein Rahmenabkommen ist weder nötig noch sinnvoll und ist einzig im Interesse der EU. Wir brauchen das nicht.
    195 107 Melden
  • ZaharztAua 19.06.2018 10:44
    Highlight Highlight DAS PROBLEM ist, ...
    dass die Schweizer sich als etwas besseres fühlen, als die restlichen Europäer.
    Aus dieser Warte kann ein Zusammenarbeiten mit niederen Menschen und Staaten nur nachteilig sein.
    Diese arrogante Schweizer Überheblichkeit beruht auf der jahrzehntelangen Extradividende als Steueroase für Grosskonzerne und Grossvermögen. Subjektiv erhielt der Schweizer dadurch den Eindruck, er sei "was besseres".
    Es gibt keinen Grund für Europäer, diese freche Arroganz weiterhin zu akzeptieren. Deshalb: «Ihr könnt nicht ewig davon ausgehen, dass ihr alles bekommt und nichts geben müsst.»
    76 226 Melden
    • ZaharztAua 19.06.2018 12:13
      Highlight Highlight Dann erkär Du doch mal, wieso die Gemeinschaft europäischer Staaten für die Schweizer nicht "gut genug" ist?
      14 76 Melden
    • Z&Z 19.06.2018 13:02
      Highlight Highlight @Zaharzt, wie @Bob schreibt, "trollig". Du implizierst bereits, dass wir denken, die EU wäre nicht gut genug für uns und willst, dass wir für diese falsche Implikation eine Erklärung liefern. Weisst Du was? Können wir nicht. Weil es nicht so ist, dass wir uns für etwas besseres halten. Dieses Argument kommt nur immer von Fanboys.
      57 13 Melden
    • Reto32 19.06.2018 13:39
      Highlight Highlight @ZaharztAua Ich sehe, dass Ihr von der Sache leider nicht viel verstanden habt. Ich kann euch nur raten, ab und zu mal ein Geschichtsbuch aufzumachen.

      Als die frühe Europäische Gemeinschaft (DE, FR, NL, BE, LU) in der Nachkriegszeit sich dafür entschloss, Pläne für eine (West-) europäische Freihandelszone zu torpedieren und an der stelle eine engere politische Union zu bilden, in erster Instanz mit einer Zollunion, sagte der damalige zuständige Staatssekretär, die Schweiz sei 'zwar an wirtschaftliche und pragmatische Zusammenarbeit interessiert...
      [1/2]
      21 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wilhelm Dingo 19.06.2018 10:41
    Highlight Highlight Stutzmanns Statement zeigt das Problem schön: «Ihr könnt nicht ewig davon ausgehen, dass ihr alles bekommt und nichts geben müsst.» Brüssel geht fälschlicherwiese davon aus, dass wir aktuell nichts geben. Vielleicht sollte das mal genauer kommuniziert werden. (50'000 Jobs für EU Zuwanderer pro Jahr, Grenzgängerarbeitsplätze, Alpentransit, Köhäsionsmilliarden....).
    289 65 Melden
    • ZaharztAua 19.06.2018 12:20
      Highlight Highlight Tut mir leid, Dingo:
      1. Die Schweiz spart bei der Bildung (!), mit einer Maturaquote von nur 20%, im Unterschied zum EU-Durchschnitt von 50%.
      Konsquenz dieser Einsparung ist, dass die Schweiz Akademiker importieren MUSS.
      2. Die Schweizer sind zu faul für Spitäler und Restauration.
      Gib Dich mal nicht so generös, wenn Du in Wahrheit darauf angewiesen bist.
      Und was die Sparübung Hochschulbildung betrifft, kannst Du mal sehen, was den wahren Profiteuren der Schweiz die eigene Bevölkerung wert ist ... Aber immer schön hinterherlaufen, gell. Und ja nie aufmucksen, sonst wirst Du "ausgesondert"!
      37 118 Melden
    • Wilhelm Dingo 19.06.2018 13:22
      Highlight Highlight @ZaharztAua: 1: Tiefe Maturaquote = hohes Maturaniveau. Hast Du mal das Niveau des französische Bac mit der CH Matura verglichen? An die Schweizer Uni dürfen dann aber alle mit einem Abi/Bac. Hier geben wir wieder mal etwas ohne Gegenleistung: Studienplätze. 2: Nein, niemand ist zu faul für Spitäler und Restauration. Das Problem sind die offenen Grenzen mit einem unedlichen Arbeitskräftereservoir. Die Folge ist, dass die Löhne stagnieren und die Arbeitsbedingungen nicht verbessert werden. Der Arbeitgeber kann ja einfach seinen Rekrutierungskreis ein wenig vergrösseren.
      54 12 Melden
    • Lester McAllister 19.06.2018 13:25
      Highlight Highlight Die Maturitätsquoten kannst man nicht 1:1 vergleichen
      Ich wette du weisst dass sogar; denn als Zahnarzt hast du sicher Matura gemacht
      32 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 19.06.2018 10:33
    Highlight Highlight 'Die Schweiz ist klein'. Flächenmässig mag das zutreffen, nicht aber auf die Wirtschaft. Klein ist auch die Ansicht vieler sogenannten EU-Sitzkleber. Auch unsere Volksvertreter haben ein leicht devotes Auftreten mit EU 'Grössen'. Da sollte man sie ein Stück Trump abschneiden. Er schiebt sich nach vorne, ohne so viel Geld zu haben wie er möchte. Im Verhältnis hat die CH praktisch keine Auslandschulden. So kommt ausgerechnet die Griechin Maria Demertzis zur Aussage, dass die CH klein sei.
    65 47 Melden
  • Ökonometriker 19.06.2018 10:30
    Highlight Highlight Die Schweiz ist, je nach Rechenart, der zweit- oder drittwichtigste Exportmarkt der EU. Entsprechend erstaunt es, dass die Bedeutung der Beziehungen zur Schweiz in Brüssel auf die leichte Schulter genommen werden. Offenbar geht es vielen Politikern entgegen aller Lippenbekenntnisse weniger um den Wohlstand des Volkes - und eher um machtpolitische Interessen. Das zeigt auch die gewünschte Deadline, welche wohl nicht ganz unabsichtlich vor dem BREXIT liegt.
    Das bestärkt die Stimmen die (direkt-) demokratische Reformen in der EU fordern. Und leider auch die Stimmen, die die EU kritisieren.
    66 25 Melden
    • ZaharztAua 19.06.2018 12:06
      Highlight Highlight Ja, die Schweiz ist die drittgrösste Exportnation für die EU; tönt riesig!
      Aber: die Welt ist gross und die Schweiz klein.
      Hier die ZAHLEN:
      Export EU-27 total: 1'870 Milliarden.
      Export EU in die Schweiz: 132 Milliarden.
      Zudem ist es ja nicht nur so, dass die EU gerne in die Schweiz exportiert, sondern dass die Schweizer diese Importe wollen, wünschen und brauchen.
      Ökonometriker(?): Du bist ein typisches Beispiel für schweizerische Überheblichkeit.
      23 82 Melden
    • Ökonometriker 19.06.2018 17:21
      Highlight Highlight @Zaha: klar, die Schweiz kann auch sagen, sie exportiert einfach in andere Märkte. Von Rechtsaussen wird gerne so argumentiert.
      In solchen Fällen empfehle ich gerne einen Blick auf den Globus.
      14 2 Melden
    • balzercomp 20.06.2018 07:41
      Highlight Highlight Der Anteil des Handels CH-EU liegt im niedrigen einstelligen Bereich des EU-Gesamthandels. Der am Schweizer Handel bei rund 50%. Alleine dadurch sind die Abhängigkeiten klar. Die Zahlen, die den Anteil der Schweiz am EU-Handel bei 10% sehen, ignorieren regelmässig den EU-Binnenhandel. Nur ist der Binnenhandel einer der Hauptgründe für die Existenz der EU.
      5 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pascal1917 19.06.2018 10:10
    Highlight Highlight Guter Artikel. Vielen Dank.
    38 15 Melden

Sozialdetektive-Befürworter leaken Betrüger-Videos – laut Datenschützer ist das verboten

Kurz vor der Abstimmung am 25. November lassen die Befürworter des neuen Sozialdetektiv-Gesetzes den Medien Videos von Versicherungsbetrügern zukommen. Diese Weitergabe von Observationsmaterial ist gemäss dem Eidgenössischen Datenschützer «nicht rechtens». Die Gegner der Vorlage sprechen von «sozialer Brandstiftung».

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