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Serie - Liebe 20-Minuten-Leser

«Jetzt kann alles passieren» – Donat Kaufmann knackt die 100'000-Franken-Marke

Heute vor zwei Wochen lancierte der Stundent und Musiker Donat Kaufmann sein Crowdfunding-Projekt, um die Titelseite des Gratisblatts «20 Minuten» zu kaufen – aus Protest gegen den Wahlkampf-Klamauk der SVP. Das Projekt schlug ein wie eine Bombe, fast 10'000 Menschen machen mit. Jetzt muss Donat aber nochmals Gas geben. 



Fünf Tage bleiben noch, 29'455 Franken fehlen: «Jetzt kann alles passieren», sagt Donat Kaufmann über sein Crowdfunding-Projekt. Er hat zwei aufregende Wochen hinter sich. «Dass das Projekt so einschlagen würde, habe ich mir nicht im Traum gedacht», sagt er, «die Reaktionen sind überwältigend.»

Jetzt ist Endspurt angesagt. Heute Dienstag wendete sich Donat noch einmal an seine schon über 9000 Unterstützer – so viele gab es noch nie für ein Projekt auf der Plattform wemakeit.ch: «Es braucht nicht mehr viel», schreibt er, «Wenn jede/r von uns eine einzige Person vom Projekt überzeugt, dann ist’s passiert und die Kampagne wird am 14.10. um ein eindrückliches Element erweitert; die Titelseite der 20 Minuten.»

Sein Aufruf zeigt Wirkung: Am späteren Nachmittag sind schon weitere 6000 Franken dazu gekommen. Das Inserat auf der Titelseite von «20 Minuten» kostet 126'000 Franken, inklusive der Plattform-Gebühr müssen 138'815 zusammen kommen. Klappt's nicht, ist alles verloren – «all or nothing», heisst das Crowdfunding-Prinzip. 

Das Projekt «Mir langet's» lancierte Donat aus Protest gegen den Auftritt der SVP im Gratisblatt: Auf der Titelseite prangte Werbung für den Wahlkampfsong, im Inneren durfte Toni Brunner das erste Editorial der Geschichte von «20 Minuten» schreiben und geschönte Grafiken verbreiten. Zu viel Wahlkampf-Klamauk für Donats Geschmack. Auf seiner «20 Minuten»-Titelseite sollen alle Namen der Kampagnen-Unterstützer erscheinen, auf der Innenseite der Spruch: «Aufmerksamkeit kann man kaufen. Unsere Stimmen nicht.»

Mit seinem Projekt löste Donat eine breite Diskussion über die Amerikanisierung des Schweizer Wahlkampfs und unausgewiesene Parteifinanzen aus. Erst letzte Woche reichte die SP den Text für die Volksinitiative «Für mehr Transparenz in der Politikfinanzierung» bei der Bundeskanzlei zur Vorprüfung ein, heute veröffentlichte die Zürcher Sektion der politischen Bewegung Operation Libero einen offenen Brief an die Ständeratskandidaten Ingold, Schmid-Federer, Bäumle, Girod, Jositsch, Noser und Vogt. Darin fordern sie sie auf, die Herkunft ihrer bisher zehn grössten Spenden im Wahlkampf offenzulegen.

Ob es Donat Kaufmann mit seiner Kampagne nun schafft oder nicht, das Thema Wahkampf- und Parteienfinanzierung wird die Schweiz weiter beschäftigen. Auch die Mehrheit der watson-User findet, dass die Schweiz strengere Regeln bezüglich Politfinanzierung braucht: 

Umfrage

Braucht die Schweiz strengere Regeln bezüglich Politfinanzierung?

  • Abstimmen

1,897

  • Ja, solche Regeln sind schon lange fällig85%
  • Nein, im Milizsystem braucht es sowas nicht12%
  • Weiss nicht2%

(rar)

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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ESMI 08.10.2015 22:59
    Highlight Highlight Schade dass Ihr Eure Energie gegen unser Land einsetzt. Und das mit allen Kräften. Leider kommt das alles auf uns zurück und wir müssen dann dafür bezahlen. Schämt Euch!
  • Luzz 07.10.2015 07:48
    Highlight Highlight "Klappt's nicht, ist alles verloren" ist etwas ungeschickt formuliert. Vielleicht sollte noch darauf hingewiesen werden, dass das Geld der Spender bei Nichterreichen des Ziels nicht einfach verloren ist, sondern dann gar nicht erst von ihnen abgebucht wird.
  • thompson 06.10.2015 23:30
    Highlight Highlight Nach den Wahlen darf er mit mir zum türkischen Baba Barber.
    Wir machen ihm eine tolle Frisur, dann klappt es auch mit den Mädchen. Ich begleite ihn in der Rekrutenschule und in 4 Jahren darf er sich auch sich Wahlsieger nennen... Zusätzlich wird er zu amüsieren den SP Typen die Frauen aus zu spannen. Thompson Style
    • Sir Jonathan Ive 07.10.2015 09:05
      Highlight Highlight was zum teufel?
    • thompson 07.10.2015 10:06
      Highlight Highlight ha ha war in der Wüste... Drogen
    • Alex23 08.10.2015 08:51
      Highlight Highlight @thompson
      "Zusätzlich wird er zu amüsieren den SP Typen die Frauen aus zu spannen"
      Hoffentlich nicht mit solchen Sätzen. Es sei denn die Angeschmachtete ist auf dem gleichen elaborierten Sprachniveau.
  • Mett-Koch 06.10.2015 20:16
    Highlight Highlight Wenn es nicht auf 138000 Fr kommt ist doch nicht alles verloren, wie es im Artikel steht. Das Geld wird rückvergütet, oder nicht?
    • philipp meier 06.10.2015 20:28
      Highlight Highlight ja, so ist es. fürs projekt ist jedoch alles geld verloren.
  • Cheesus 06.10.2015 19:30
    Highlight Highlight Sorry, dass ich hier ein wenig moralisieren muss, aber ich frage mich Folgendes:
    Wie kann man wirklich aufrichtig rechtfertigen, für so eine Kampagne zu spenden, während es so viele dringendere und sinnvollere Zwecke gibt, für die man spenden könnte?
    • Stefan von Siegenthal 06.10.2015 20:00
      Highlight Highlight Du musst nicht. Aber wieso spendest du nicht jeden Monat 20% von deinem Lohn für dringende und sinnvolle Projekte? Du lebst in der Schweiz und selbst wenn du von Sozialhilfe abhängig bist, bist du reicher als 75% der Menschhheit. Also, mit gutem Beispiel voran gehen. Damit ist garantiert mehr getan als andere zu moralisieren.
    • Cheesus 06.10.2015 20:32
      Highlight Highlight Woher weisst du denn, dass ich nicht 20 Prozent meines Lohnes spende? :)
      Es geht mir gar nicht darum, diese Aktion zu kritisieren. Ich finde die Diskussion über das Thema sogar sehr gut und notwendig. Aber wenn ich für etwas Geld ausgebe, überlege ich mir jeweils sehr gut, wofür. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand diese Initiative wichtiger findet als andere Optionen, die es gäbe...
    • Stefan von Siegenthal 06.10.2015 22:08
      Highlight Highlight Tust du es denn? Das Argument, dass man Geld für was besseres einsetzen könne kann man in jedem Fall bringen. Wieso für das Frauenhaus spenden, wenn ich mit dem Geld Kinder in Afrika Wasser kaufen kann (denkt mal jemand an die Kinder!). Ah, das Frauenhaus ist dir also gut genug für eine Spende. Ja wer definiert denn das jetzt, was gut genug ist? Vergiss nicht, die Folgen, die diese Aktion anprangert, haben echte Konsequenzen, die die Menschen in diesem Land zT sehr stark zu spüren bekommen. Nur weil du es als nichtig anschaust, heißt das noch lange nicht, dass es nicht äußerst wichtig ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lutz Pfannenstiel 06.10.2015 17:45
    Highlight Highlight Heisst das, die Crowd-Funding-Seite sackt alleine fast Fr. 13'000.-- ein, für das Zurverfügungstellen der Plattform? Schnoviel....
    • Stefan von Siegenthal 06.10.2015 20:01
      Highlight Highlight Wieso viel? Die müssen für jede Transaktion Gebühren zahlen und wenn die Kampagne nicht zu Stande kommt sitzen sie auf den Aufwand. Und mal abgesehen davon, die wenigsten Kampagnen erreichen ein solches Ausmaß. Von irgendwas müssen die Betreiber auch leben.
  • atomschlaf 06.10.2015 17:43
    Highlight Highlight Zur Umfrage: Es braucht keine Beschränkungen aber endlich Transparenz. Nicht nur bei der Finanzierung der Parteien sondern auch bei jener der Kandidatinnen und Kandidaten und insbesondere bei jenen der gewählten Parlamentsmitglieder. Zusätzlich zu den bereits heute publizierten Interessenbindungen sind die finanziellen Einkünfte aus VR- und weiteren Mandaten offenzulegen.

ETH-Studie zeigt: Wer eingebürgert wird, verdient über 5000 Franken mehr pro Jahr

Die Einbürgerung wirkt sich direkt auf das Portemonnaie aus. Besonders stark vom Schweizer Pass profitieren Leute mit tiefen Löhnen und Zugewanderte aus der Türkei und Ex-Jugoslawien.

Der Schweizer Pass ist bares Geld wert. Der Effekt ist für andere Länder schon länger bekannt, nun ist er auch für die Schweiz belegt. Eingebürgerte erhalten in 15 Jahren im Schnitt rund 5000 Franken mehr Lohn pro Jahr als Ausländer, deren Einbürgerung abgelehnt wurden. Das sind total über 75'000 Franken.

ETH-Forscher um Dominik Hangartner, Professor für Politikanalyse, untersuchten in ihrer Studie die Einbürgerungsgesuche der 46 Deutschschweizer Gemeinden, die bis 2003 in geheimer …

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