Schweiz
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In der Schweiz haben Verurteilungen wegen Beschimpfungen extrem zugenommen. (Symbolbild) Bild: shutterstock

«Dreckslügner, Krimineller»: Verurteilungen wegen Beschimpfungen im Internet nehmen zu



Täglich gehen bei der Polizei über 25 Anzeigen wegen Beschimpfung ein. Die aktuelle Schweizer Kriminalstatistik weist für 2017 insgesamt 9555 entsprechende Delikte aus. Ein Rekord, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Und fast doppelt so viele Taten wie bei Erhebungsbeginn 2009. Auch die Verurteilungen erreichten mit 3512 Fällen ein noch nie dagewesenes Ausmass.

Zwar geht aus der Statistik nicht hervor, wie viele Beschimpfungen online ausgesprochen wurden. Jedoch ist laut Experten das Internet verantwortlich für die zunehmende Entwicklung. «Mit einer Beschimpfung auf der Strasse erreicht man einige Leute. Über Soziale Medien hingegen ist der Wirkungskreis viel grösser», sagt Dominic Pugatsch, Geschäftsleiter der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus.

Auch die Anonymität im Netz animiere Täter zu strafbaren Beiträgen. Allerdings scheint die Hemmschwelle deutlich gesunken zu sein: Immer mehr Personen veröffentlichten strafbare Inhalte in ihrem Namen oder sogar mit eigenen Fotos.

watson kommentiert Hasskommentare:

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Video: watson/Emily Engkent

Betreiber von Social Media-Plattformen wie Facebook oder Youtube sind oft untätig. Gemeldete Kommentare bleiben teilweise wochenlang sichtbar. «Ihnen geht es um möglichst viele Klicks. Diese erhalten sie gerade bei gehässigen Diskussionen und anstössigen Inhalten», bemängelt Pugatsch.

Roman Heggli, Geschäftsleiter von Pink Cross, stellt zudem fest, dass der Hass in der Gesellschaft grundsätzlich salonfähiger wird: «Wenn man sieht, wie despektierlich sich zum Beispiel Donald Trump auf Twitter äussert, dann ist es nicht verwunderlich, dass auch in der Bevölkerung die Hemmschwelle sinkt.»

ZUR MELDUNG, DASS SICH JOLANDA SPIESS-HEGGLIN ALS ZUGER KANTONSRAETIN ZURUECKTRITT, STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG, 24. NOVEMBER 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Die Zuger Kantonsraetin Jolanda Spiess-Hegglin von der Piratenpartei posiert anlaesslich einer Kantonsratssitzung am Donnerstag, 28. Januar 2016, im Regierungsgebaeude in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Jolanda Spiess-Hegglin Bild: KEYSTONE

Jolanda Spiess-Hegglin erhielt nach dem Bekanntwerden eines angeblichen sexuellen Übergriffs Hunderte Hasskommentare und Drohungen. Deshalb hat sie den Verein #NetzCourage gegründet, der gegen verwerfliche Beiträge vorgeht und Betroffene unterstützt. 2018 wurden beim Verein mehr als 1000 Hilfegesuche eingereicht. Bislang hat #NetzCourage in 180 Fällen Anzeige erstattet – die Hälfte davon betraf Spiess-Hegglin selber. 

Viele Täter sind laut «SonntagsZeitung» noch extrem jung, wie die Kriminaltstatistik zeigt. Zuletzt wurden in einem Jahr 239 Kinder unter 15 Jahren angezeigt. Gleichzeitig aber auch 232 Senioren, die schon über 70 sind. Drei von vier Beschimpfungen gehen den Daten zufolge auf Männer zurück.

2017 wurden 3512 Urteile wegen Beschimpfungen im Internet gefällt. Da sich diese gut beweisen lassen, sind die Chancen auf einen Schuldspruch relativ hoch. Im Falle einer Verurteilung kann ein Gericht eine Geldstrafe von maximal 90 Tagessätzen aussprechen. Für die Schimpfworte «Dreckslügner», «Krimineller» oder «Dummkopf» verurteilte die Zürcher Staatsanwaltschaft die Täter zu jeweils 900 Franken Geldstrafe. (vom)

«Stirb' doch!» – bösartige Tassen für das schicke Teekränzchen

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TomC 06.01.2019 10:41
    Highlight Highlight Die Tassen sind geil! Muss glaub mal wieder ein Teekränzchen halten;)
  • Magnum44 06.01.2019 09:39
    Highlight Highlight Nicht zu vergessen ist neben der Geldstrafe auch der Eintrag ins Strafregister :)
  • Julian Roechelt 06.01.2019 09:16
    Highlight Highlight Das ist die Folge mangelnder Spachkompetenz.
    Die Leute können heutzutage nicht mehr juristisch unverfänglich beleidigen.
    • sowhat 06.01.2019 12:39
      Highlight Highlight Sjnd eben nicht alle so talentiert wie das Känguru ;)
  • Dirk Leinher 06.01.2019 09:14
    Highlight Highlight Habe gute Erfahrungen hier auf Watson gemacht. 2 recht bösartige gegen mich als Person gerichtete Kommentare wurden recht schnell gelöscht, nachdem ich diese grmeldet hatte. Kränzchen an Watson!
  • Cédric Wermutstropfen 06.01.2019 04:54
    Highlight Highlight Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass heute viele Leute einfach sensibler sind, was Worte angeht. Ein falsches davon und die Taschentücher müssen her. Jeder möchte ein bisschen Opfer von irgendetwas sein.
    • Ueli_DeSchwert 06.01.2019 09:11
      Highlight Highlight In gewissen bereichen sicher, ja. (Beispiel Genderdiskussion).

      Bei Beleidigungen weiss ich aber nicht, wie ein Schimpfwort sensibler oder weniger sensibel aufgefasst werden soll. Es ist strafbar, und soll so bewusst sein und geahndet werden.
    • Frances Ryder 06.01.2019 10:48
      Highlight Highlight Glaube nicht, dass die Leute sensibler geworden sind. Hat im Fall des Internets wohl eher damit zu tun, dass mehr Leute dieses benutzen als noch vor 10 Jahren. Leute die mit dem Internet aufgewachsen sind, wissen dass es ziemlich normal ist, wenn dort deine Mutter oder was auch immer beleidigt wird und es kratzt sie relativ wenig. Ich bezweifle, dass sie es sind, die zur Polizei gehen, wenn sie online beleidigt werden. Sind wohl eher die Ü40er.
    • Burdleferin 06.01.2019 12:13
      Highlight Highlight Warum soll die Schuldumkehr bei Genderdiskussionen eher vertretbar sein?
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