Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In this June 30, 2014 photo, Ken Buesseler, senior scientist of marine chemistry and geochemistry works in his office at his Woods Hole Oceanographic Institution research facility in Woods Hole, Mass. Buesseler with the help of crowdfunding, the practice of using the Internet to raise relatively small amounts of money from a lot of people to finance a project, is investigating the amount of Cesium 134 that can be found in the waters off the U.S. in the wake of the Fukushima Daiichi nuclear disaster. (AP Photo Stephan Savoia)

Crowdfunding kennt grundsätzlich keine Grenzen, jede Branche kann mittun.  Bild: Stephan Savoia/AP/KEYSTONE

Crowdfunding wird in der Schweiz immer beliebter. Aber es gibt noch viel Luft nach oben



In der Schweiz versuchen immer mehr Menschen, Geld für ihr Musikprojekt oder ihr Start-up über das Internet zu sammeln. Verglichen mit den USA steckt der Schweizer Crowdfunding-Markt aber noch in den Kinderschuhen.

Im letzten Jahr wurden in der Schweiz insgesamt 15.8 Millionen Franken durch Crowdfunding vermittelt, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Hochschule Luzern zeigt. Das ist gut ein Drittel mehr als im Vorjahr, im Vergleich zu 2011 hat sich das Volumen gar verfünffacht.

Trotz des starken Wachstums seien die absoluten Beträge aber immer noch sehr tief, wird Studienautor Andreas Dietrich zitiert. Der Crowdfunding-Markt in der Schweiz stecke im Vergleich zu den USA oder Grossbritannien nach wie vor in den Kinderschuhen.

In this Sept. 5, 2014 photo, Rodney Sampson, co-founder of Opportunity Hub, sits in a loft the company is looking to crowdfund into coworking space in Atlanta. If Georgia is any measure, it will take years for Americans and companies vying for investment through crowdfunding to get comfortable with the practice. Nearly three years after Georgia began allowing individual residents to invest in small businesses, 35 companies have registered with the state to try it. The slow but steady interest could be a sign that federal crowdfunding rules still being developed by regulators are just one hurdle that the much-hailed crowdfunding concept faces. (AP Photo/David Goldman)

In den USA wird Crowdfunding in einer ganz anderen Dimension betrieben als in der Schweiz.  Bild: David Goldman/AP/KEYSTONE

Fast doppelt so viele Konsumkredite

Besonders stark zulegen konnte im letzten Jahr das sogenannte Crowdlending, mittels dem Darlehen vermittelt werden: Die vergebenen Konsumkredite nahmen von 1.8 auf 3.5 Millionen Franken zu.

Die Projekte, die so finanziert werden, sind laut den Studienautoren sehr unterschiedlich: Darlehen werden beispielsweise für ein Familienauto, Hochzeitsvorbereitungen, eine Zahnspange oder ein Start-up gesucht. Die Darlehensgeber erwarten als Gegenleistung eine risikogerechte Rendite.

Visitors look at cars displayed on the stand of French carmaker Renault, on media day, at the Istanbul Motor Show, Turkey, May 21, 2015. Renault could reconsider investment in Turkey after a labour dispute stopped production at its Turkish joint venture Oyak Renault, the French car maker's head of Eurasia said on Thursday. Tofas and Ford unit Ford Otosan as well as Oyak Renault have all halted output because of the dispute, which comes weeks ahead of a June 7 parliamentary election. REUTERS/Osman Orsal

Ein neues Auto fällig? Das Geld dafür kann im Internet aufgebracht werden. Bild: OSMAN ORSAL/REUTERS

Keine oder nur eine einmalige Gegenleistung gibt es in den Bereichen «Crowddonating» (Spende) und «Crowdsupporting» (Unterstützung), in die 2014 jeder zweite Crowdfunding-Franken floss. Diese Arten von Schwarmfinanzierung etablierten sich insbesondere im Kulturbereich zunehmend als alternative Finanzierungsart, heisst es in der Medienmitteilung. Die Erfolgsquote der Sammelkampagnen betrug 60 Prozent.

Investieren ist nicht sehr beliebt

Eine vierte Form von Crowdfunding, das sogenannte Crowdinvesting, verlor 2014 an Terrain - das Volumen ging um fast einen Fünftel zurück auf 4.6 Millionen Franken. Aufgrund der sehr tiefen Anzahl an Projekten - 2014 waren es zehn - sei der volumenmässigen Veränderung jedoch nicht eine sehr grosse Bedeutung beizumessen, heisst es in der Studie.

Positiv zu bewerten sei, dass sämtliche lancierten Projekte zustande kamen. Beim Crowdinvesting erhalten die Investoren als Gegenleistung für das von ihnen eingegangene Risiko Anteile am mitfinanzierten Unternehmen.

Der gesamte Crowdfunding-Markt dürfte laut den Studienautoren auch im laufenden Jahr weiter markant wachsen. Die langfristige Weiterentwicklung von Crowdfunding hänge massgeblich von der Regulierung ab, heisst es weiter. Eine massvolle Regulierung würde zu mehr Rechtssicherheit führen und wäre der zukünftigen Entwicklung förderlich, urteilten die Studienautoren.

Für die Studie wurden die Daten aller 2014 in der Schweiz aktiven Plattformen ausgewertet. Unterstützt wurde die von der Hochschule Luzern zum zweiten Mal durchgeführte Studie von der Swisscom. (feb/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Gesundheitsrechtler zur Pandemiebekämpfung des Bundes: «Der Bundesrat handelt erratisch»

Christoph Zenger hat im Auftrag des Bundes das Epidemiengesetz analysiert. Er kritisiert, dass seine Empfehlungen nicht umgesetzt wurden.

Christoph Zenger ist ein renommierter Schweizer Gesundheitsrechtler. Bis Anfang Jahr war er während 15 Jahren Direktor des Zentrums für Gesundheitsrecht und Management im Gesundheitswesen an der Universität Bern. Zenger hat sich eingehend mit dem Epidemiengesetz befasst. 2018 war der Rechtsprofessor Mitautor einer 217 Seiten starken Analyse zur Rolle des Bundes in der besonderen Lage und zur Frage, wie gut er dafür gerüstet ist.

Wir sind im neunten Coronamonat. Welche Note geben Sie dem Schweizer …

Artikel lesen
Link zum Artikel