Schweiz
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Sechsfacher Kinderschänder von Starrkirch-Wil erneut verhaftet

Der Kinderschänder von Starrkirch befindet sich erneut in Polizeigewahrsam. Er soll rückfällig geworden sein. Wegen eines Behördenfehlers war er 2016 freigekommen, obwohl ihm ein Gutachten Rückfallgefahr attestierte.



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Kinderschänder William W. (Archiv)   Bild: TeleM1

Der rechtskräftig verurteilte Kinderschänder William W. ist diese Woche in Olten erneut festgenommen worden. Die Solothurner Staatsanwaltschaft hat gegen ihn eine Strafuntersuchung wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind eröffnet. Das bestätigt Sprecher Jan Lindenpütz gegenüber dem Regionalsender Tele M1. Die Staatsanwaltschaft hat Antrag auf Untersuchungshaft gestellt.

Der Mann südamerikanischer Herkunft missbrauchte 2006 ein damals achtjähriges Mädchen in einer Baubaracke in Starrkirch-Wil im Kanton Solothurn. Er war wegen fünffachen sexuellen Kindsmissbrauchs vorbestraft, war auch im Kanton Aargau straffällig geworden. 2009 wurde er zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe mit verfügter stationärer Therapie verurteilt.

September 2017: Selina, die William W. 2006 sexuell missbrauchte, war fassungslos, als sie erfuhr, dass der Prozess gegen ihren Peiniger verschoben wird, wie sie gegenüber Tele M1 erklärte. Video: © TeleM1

Täter siegt vor BundesgerichtDas Solothurner Obergericht ordnete 2015 eine Verlängerung der stationären Therapie an, doch W. musste ein Jahr später freigelassen werden. Er hatte sich gegen die Verlängerung vor Bundesgericht gewehrt und erhielt recht.

Eine Verlängerung der Therapie ist nur zulässig, wenn sie Erfolg verspricht. Doch weil der Mann als untherapierbar galt, respektive jegliche therapeutische Massnahme verweigerte, war die Verlängerung laut Bundesgerichtsentscheid unzulässig. W. kam frei.

Gutachten attestiert RückfallgefahrEin weiteres Verfahren um nachträgliche Verwahrung wurde letztes Jahr aufgeschoben. Dies, obwohl gemäss psychiatrischem Gutachten und dem Obergerichtsentscheid vom 16. September 2016 beim Täter eine «mittelgradige bis hohe Rückfallgefahr anzunehmen» war. Im Gutachten steht aber auch, es sei «nicht zu befürchten, dass er innert kurzer Zeit rückfällig wird, sondern vielmehr anzunehmen ist, dass es mittel- bis langfristig (nach Monaten oder Jahren) zu entsprechenden Straftaten kommen könnte.» William W. wurde in Freiheit ambulant therapiert und von einer Bewährungshilfe betreut.

W. erhielt ausserdem eine Entschädigung von 52'100 Franken weil er zu lange hinter Gittern sass. Nach Verbüssung seiner fünfjährigen Strafe 2015 dauerte es bis ins Jahr 2016, ehe er frei kam. Deshalb musste ihn der Kanton entschädigen. Das Opfer hatte von der Opferhilfe eine Entschädigung von 17'300 Franken erhalten.

Zweifel an der Justiz nach Kinderschänder-Skandal: 

9. Januar 2018: Kinderschänder William W. erhält 50'000 Franken nach verweigerter Therapie. Wie kann unsere Justiz das vertreten? Video: © TeleM1

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    Alle Leser-Kommentare
  • Skip Bo 25.11.2018 09:51
    Highlight Highlight Das Bundesgericht hat entschieden, das Recht entgegen, einer eindeutigen Prognose, in eigener Kompetenz auszulegen. Wer trägt die Konsequenzen?
  • baBIELon 24.11.2018 16:45
    Highlight Highlight Ich würde es sowas von verstehen wenn der Vater eines der Opfer Selbstjustiz üben würde... Solche Kreaturen haben es nicht verdient noch länger unsere kostbaren Ressourcen zu vergeuden!
  • amore 24.11.2018 14:13
    Highlight Highlight Solche Täter gehöhren lebenslänglich verwahrt. Soviel ich mich mag erinnern wollte dies sogar die Mehrheit der Stimmberechtigten auch so.
    • Trasher2 24.11.2018 23:20
      Highlight Highlight 2006 war das noch nicht abgestimmt...
      Auch wenn der Fall tragisch ist. Ein rechtstaat zeichnet aus, dass Rechtsgültige Urteile nicht einfach so angepasst werden.
    • Skip Bo 25.11.2018 09:47
      Highlight Highlight Trasher, ab wieviel Kinder sollte das Recht angepasst werden?
  • Butschina 23.11.2018 23:41
    Highlight Highlight Unser Rechtssystem hat bestimmt gewisse Fehler. Dennoch bin ich dankbar zu wissen dass keine Willkür herrscht. Wer zu lange im Gefängnis sass gehört entschädigt. Man darf den Betrag nicht mit der Opferhilfeentschädigung die das Opfer erhielt vergleichen. Das sind völlig unterschiedliche Geldtöpfe.

    Natürlich würde ich es begrüssen, wenn der Täter dem Opfer Schadensersatz zahlen müsste. Kann mir bitte jemand folgende Fragen beantworten:

    Wann muss ein Täter Schadenersatz bezahlen?

    Zahlt die Opferhilfe wenn der Täter kein Geld hat?

    Wie wird der Schadenersatz berechnet?
  • Nik G. 23.11.2018 22:56
    Highlight Highlight Verstehe ich das richtig, wenn man als nicht Therapiebar angeschaut wird, wird man Freigelassen?!
  • Prodecumapresinex 23.11.2018 22:06
    Highlight Highlight Bin sprachlos und könnte nur noch heulen! Meine Gedanken sind bei dem armen Kind und dessen Familie. Wünsche unendlich viel Kraft!
  • Michael Angst (1) 23.11.2018 18:55
    Highlight Highlight Da isch nid wahr oder???
  • Walser 23.11.2018 18:49
    Highlight Highlight Gratulation an unsere Gerichte und Gutachter. Haben sie mal wieder Mal fein hingekriegt. Diese Leute sollte man auch zur Rechenschaft ziehen können.
  • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 23.11.2018 18:30
    Highlight Highlight Blanker Irrsinn
  • Dragonlord 23.11.2018 18:27
    Highlight Highlight "Ein weiteres Verfahren um nachträgliche Verwahrung wurde letztes Jahr aufgeschoben."
    Und wer genau schiebt solche Verfahren auf? Und weshalb, wenn eine Rückfallgefahr attestiert wird?
    Unverständlich.
    Die Justiz muss dieses Monster für immer aus unserer Gesellschaft verbannen!
  • Redly 23.11.2018 18:18
    Highlight Highlight Da hat die Mehrheit der Bürger (Legislative) klipp und klar entschieden, dass solche Täter lebenslänglich verwahrt werden.
    Und dann kommt die Judikative, hält nichts von Gewaltenteilung und erfindet beliebige Vorwände (labert von Verhältnismässigkeit, niemand könne garantieren, dass jemand nicht doch terapierbar etc.), um das Gesetz nicht umzusetzen.
    So werden Demokratie und hier Kinder zerstört. Ich könnte 🤮
    • Astrogator 23.11.2018 20:10
      Highlight Highlight Die Bürger sind NICHT die Legislative sondern das Parlament.
    • Redly 23.11.2018 22:23
      Highlight Highlight @Astrogator: die CH kennt die direkte Demokratie.
    • Skip Bo 25.11.2018 09:56
      Highlight Highlight Astro, mit dem Initiativrecht wird der Bürger TEIL der Legislative. Und das soll so bleiben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Miicha 23.11.2018 18:18
    Highlight Highlight Rückfällig... Wieder ein Kind als Opfer. Wie können wir so was zulassen?!
    • piatnik 23.11.2018 22:07
      Highlight Highlight in dem du weiter sp und grüne wählst
    • Charlie84 24.11.2018 14:46
      Highlight Highlight Habe genau dasselbe gedacht. Er war fünffach Vorbestraft wegen sexuellen Handlungen mit Kindern. Da kann man mir mit Paragrafen etc kommen wie man will aber das ist wirklich Justizversagen.
    • Miicha 25.11.2018 11:24
      Highlight Highlight Mich wundert immer wieder dass nicht mehr betroffene Eltern durchdrehen.
  • Gawayn 23.11.2018 18:00
    Highlight Highlight Also ein verurteilter Straftäter erhält 52000 und sein Opfer 17000...

    Dann wiegt offenbar das Recht des Straftäters schwerer, als das Unrecht das dem Opfer widerfahren ist?

    Verzeihung. Das verstehe ich nicht....
    • SemperFi 23.11.2018 18:10
      Highlight Highlight Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ist halt keine Milchbüchlirechnung.
    • derEchteElch 23.11.2018 18:14
      Highlight Highlight Ja, habe mühe mit dieser Tatsache. Trotzdem müssen solche Personen weiterhin menschlich und fair behandelt werden. Fällt besonders Beamten schwer, welche selbst Kinder in ähnlichem Alter haben.

      Das sind aber die Spielregeln unseres Rechtstaates. Sie gelten für alle.

      Wer zu lange eingesperrt war, erhält eine Entschädigung. Der Freiheitsentzug (Recht auf Freiheit, Grundrecht) war über einen längeren Zeitraum, während das Opfer „nur kurz“ missbraucht wurde.

      Das entschuldigt die Tat in keinster Weise, doch aus dem Grund wird so eine Entschädigung ausbezahlt..
    • nödganz.klar #161 23.11.2018 19:14
      Highlight Highlight So absurd es klingt, SemperFi hat liegt richtig. Auch du, Gawayn, wärst froh wenn dir nach einer unrechtmässigen Haftstrafe eine Entschädigung zusteht, egal wie die Umstände sind.
      Wir dürfen nicht unseren Anspruch an ein faires Rechtswesen beschneiden, wir sollten aber offensichtliche Schwachstellen des Systems minimieren. Und genau dieser Fall beschreibt eine solche Schwachstelle.
    Weitere Antworten anzeigen
  • nödganz.klar #161 23.11.2018 17:53
    Highlight Highlight Ohne auf den Empörungszug aufzuspringen, möchte ich bemerken, dass dies sehr ungeschickt gelaufen ist.
    Ein funktionierendes, geregeltes Rechtssystem hat viele Vorteile, aber auch Nachteile. Jeder hat Recht auf ein fehlerfreies Verfahren, und auch auf Entschädigung wenn er zu unrecht im Gefängnis war, dies dient uns allen. Aber, es darf nicht sein, dass Behörden- oder Verfahrensfehler zur Freilassung von offensichtlich rückfallgefährdeten Tätern führen. Der Schutz der Gesellschaft muss in diesen Fällen unbedingt gewährleistet sein.
    • Christian Fluri 23.11.2018 18:10
      Highlight Highlight guter Kommentar
    • Astrogator 23.11.2018 20:14
      Highlight Highlight Der zuständige Staatsanwalt der es verbockt hat ist von der SVP und wurde wegen dieser Affäre degradiert. Die SVP Solothurn findet das wiederum skandalös, spricht von Mobbing, verlangt eine Untersuchung und die Wiedereinsetzung des Blindgängers...

      Wenn die SVP schon immer maximale Transparenz bei Tätern will gehört das auch mal wieder in Erinnerung gerufen.
    • nödganz.klar #161 23.11.2018 21:12
      Highlight Highlight @Astrogator

      Quelle? Hab auf die Schnelle nichts gefunden.
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