Schweiz
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Nadia, Julia und Patrizia, von rechts nach links, kuehlen sich im Wasser ab, im Freibad in Winterthur, am Sonntag, 8. Juni 2014. Strahlend blauer Himmel und hochsommerliche Temperaturen: Puenktlich zu Pfingsten hat sich das Wetter in der Schweiz von seiner praechtigsten Seite gezeigt. Tagsüber erwartet meteonews, dass die Hitzemarke von 30 Grad am Pfingstsonntag sowie am Pfingstmontag teilweise deutlich ueberschritten wird. Danach duerften die Temperaturen langsam etwas zurückgehen, sollten aber bis ueber die Wochenmitte sommerlich bleiben. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)....Nadia, Julia and Patrizia, from right to left, enjoy the water in the public bath in Winterthur, Switzerland, 08 June 2014. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Badi-Gastronomen versuchen immer wieder, Alternativen zum Fast Food anzubieten – mit wenig Erfolg. Bild: KEYSTONE

In der Badi wollen alle nur das Eine 

Badi-Beizer versuchen ihre Gäste mit gesundem Essen zu verwöhnen. Mit mässigem Erfolg.

Rahel koerfgen / schweiz am wochenende



Der Hunger kommt, garantiert. Wer den ganzen Tag im Wasser planscht, sich auf der Wiese die Sonne auf den Bauch scheinen oder den Frisbee durch die Luft segeln lässt, braucht irgendwann eine Stärkung. Beliebtester Badi-Food: Pommes frites mit Ketchup und Mayo. Auch die Bratwurst, der Hot Dog und die Chicken Nuggets gehören zu den Klassikern im Schwimmbad. Verbringen sie einen Nachmittag in der Badi, sind viele Schweizer kulinarisch erstaunlich anspruchslos unterwegs.

Trotzdem geht es den Klassikern zunehmend an den Kragen. Badi-Gastronomen versuchen immer wieder, Alternativen zum Fast Food anzubieten. Plötzlich gibt’s statt Bratwurst eine Alpen-Chili-Wurst, statt dem Hot Dog im gummigen Brötli Hummus mit Fladenbrot oder kalorienarme Süsskartoffel-Chips anstatt der fetttriefenden Pommes. Solche Änderungen werden von den Gästen allerdings selten goutiert. «Ohne Hot Dog und Pommes geht's nicht, danach wird immer verlangt. Das ist irgendwie in den Köpfen drin», sagt Lukas Stocker, der im «Sunnebeedli» auf dem Basler Bruderholz wirtet.

Aufschrei am Mythenquai

Im Appenzellerland läuft das nicht anders. Seit diesem Jahr führt der Jungunternehmer Fabian Devos zusammen mit Christian Böni das Restaurant «Badi-Turm» im Schwimmbad Heiden. «Unsere Specials wie der Büffelburger Caprese, mit denen wir Variation reinbringen wollten, kommen gegen die Klassiker nicht an. Alle wollen Pommes und Chicken Nuggets», sagt Devos. Frustriert sei er deswegen nicht. «Wir haben damit gerechnet.» Im Badi-Bistro in Baden ist derweil der Hot Dog «der absolute Renner», wie Geschäftsführer Philipp Penelas sagt. «Die Gmüesspiessli, die wir zum Start vor drei Jahren auf der Karte hatten, wurden fast nie bestellt. Gesundes kommt bei der Masse nicht so an. Wir haben die Spiessli bald wieder von der Karte genommen.» Ähnlich erging es den Betreibern des Restaurants in der Zürcher Badi Heuried in diesem Jahr. Ihr Mutterhaus in Dietlikon, das Vrenelisgärtli, hat mit alpiner Küche grossen Erfolg. Doch den Badigästen schmeckte das Roastbeef vom Weiderind und der Appenzeller Schweinshals nicht, weshalb das Menü nach einem Monat abgeändert wurde. Hin zu Nuggets und Salatbuffet. Einen veritablen Aufschrei unter den Besuchern von Zürichs grösstem Strandbad, dem Mythenquai, gab es vor vier Jahren. Damals übernahm das Vegi-Restaurant Hiltl, das in der Stadt eigentlich sehr beliebt ist, die kulinarische Verantwortung. Aber am See passte es den Gästen nicht. Denn das bedeutete den Tod der Chicken Nuggets.

Ein Artikel von

Warum fahren die Badi-Gäste dermassen auf «Junk-Food» in der Badi ab? Nicole Meybohm, Präsidentin des Verbands Ernährungs-Psychologische Beratung Schweiz: «Was die Ernährung angeht, ist der Mensch ein Gewohnheitstier, und diese Gewohnheit ist auch durch das bestehende Angebot entstanden. Besonders, wenn es um Örtlichkeiten geht. Im Kino essen wir ja auch Popcorn und nicht einen Salat vom Buffet.» So verhalte es sich auch in der Badi. Hier sei die Gastronomie seit Jahrzehnten vom einfachen Fach, und daran hätten sich die Leute gewöhnt. «In den meisten Schwimmbädern sind die Küchen platzmässig limitiert und nicht ausgerüstet für komplexe Menüs.» Komme hinzu, dass im Freibad die Verpflegung Nebensache sei, so Meybohm: «Wir gehen dahin, um zu baden, und nicht wegen der Kulinarik.»

Wenn du in der Badi angeben willst, dann schau bei den Profis gut hin!

Variation, gewusst wie

Doch genau das ist das Ziel jener Badi-Gastronomen, die mehr als nur Pommes und Hot Dog anbieten: den Umsatz mit dem Besuch «Auswärtiger» zu steigern. So hat Lukas Stocker vom «Sunnebeedli» auch tibetanische Momos oder Flammkuchen im Angebot. Und der Hot Dog kommt «mit ofenfrischem Brot, einer Wurst aus der Region und hausgemachter Remoulade. Wir bereiten alles frisch zu, und das zieht zunehmend Leute an, die gar nicht in die Badi wollen, sondern einfach Lust auf ein feines Essen haben». Man könne also variieren, aber das «sowohl als auch» sei wichtig, so Stocker.

Im «Badi-Turm» wiederum gönnen sich Devos und Böni hinsichtlich Zutaten einen gewissen Spielraum: «Wir variieren zum Beispiel bei den Gewürzen. Die Pommes kommen nicht mit herkömmlichem Salz, sondern einer Kräutermischung. Das ist ohnehin gesünder», sagt Devos. Penelas vom Badi-Bistro ergänzt, dass sich auch Fast Food für Innovationen eigne, etwa hinsichtlich Aufmachung. «Und am wichtigsten ist sowieso die Qualität. Darauf legen die Leute zunehmend Wert.» Dafür spreche, dass sein Angus-Burger mit hausgemachter Sauce sehr oft bestellt werde. «Die Gäste haben sich an das neue Angebot gewöhnt», sagt Penelas.

Für eine Abkühlung: Die 21 schönsten Seen der Welt

Am Mythenquai haben sich die Wogen unterdessen geglättet. Laut dem Geschäftsführer der Hiltl-Restaurants, Rolf Hiltl, treffe das Buffet-Angebot den Geschmack der Besucher. «Wir bieten auch Pommes frites an, und die vegetarischen Nuggets gehören zu den Hits.» Ganz ohne Fleisch ging's auf Wunsch der Stadt Zürich dann aber doch nicht: Die Metzgerei Luma brutzelt ausserhalb vom Restaurant an einem Grill-Stand Würste in diversen Variationen.

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tineler 13.08.2018 20:09
    Highlight Highlight Warum nur das eine oder das andere?
    In unserer Badi gibt es nebst Pommes und Hotdog hausgemachte Pizza, div. Burger vom Grill und eine eigene Thaiküche.
    Das Angebot wurde laufend vergrössert und damit auch die Beliebtheit. Es kommen viele auch ohne zu baden in die Badi, weil das Essen top ist.

    www.badiamsee.ch
    Badi Pfäffikon Zh
  • YB98 13.08.2018 11:54
    Highlight Highlight Ich frage mich sowieso, warum die Pommes nicht immer mit einer zusätzlichen Gewürzmischung serviert werden, Salz ist gut aber mit züsätzlichen Gewürzen wirds fantastisch:)
  • Padcat 13.08.2018 09:20
    Highlight Highlight Ich denke nicht nur der preis, auch die temperaturen spielen eine rolle, was leute in der badi essen wollen. In dachsen und im geiselweld (winterthur) hat zum beispiel thai food sehr gut geklappt. (in dachsen hat der pächter gewechselt, jetzt gibts das auch nicht mehr)
    Ich will gar kein richtiges menü wenn ich den ganzen tag sünnele und bädele
  • Merida 13.08.2018 07:21
    Highlight Highlight Leider schaffen es die wenigsten Badi-Zoo-Freilichttheater etc.-Restaurants nicht, auch etwas ausgewogenes vegetarisches anzubieten.
    Pommes und Salat ist mir a) langsam zu langweilig und b) zu proteinarm...
  • Sharkdiver 12.08.2018 20:22
    Highlight Highlight Und ich nerve mich immer über diesen grottenschlechten einheitsbrei frass der einem angeboten wird
  • fabsli 12.08.2018 18:42
    Highlight Highlight Das Menü in der Badi Heuried hat die Leute nicht überzeugt, weil sie nach 30min anstehen genug vom Hipster-Getue haben.
  • rodolofo 12.08.2018 18:07
    Highlight Highlight Und ich Naivling dachte, es wäre Schwimmen!
  • BoJack Horseman 12.08.2018 17:33
    Highlight Highlight noch ein paar hiltl mehr in den badis bitte. pseudo-gesundes überteuertes essen macht den hipster-bart ganz schmeidig
  • lilie 12.08.2018 17:27
    Highlight Highlight Alles falsch! In der Badi wollen immer alle nur das eine...

    ... nämlich ein Glacé! 🤗👅
  • Chili5000 12.08.2018 17:26
    Highlight Highlight Tut mir leid aber wenn ich mal in die Badi gehe dann möchte ich auch Pommes essen. Ich esse nähmlich solche Dinge wie Pommes und Chicken Nuggets selten und deshalb esse ich es gerne in der Badi. Ausserdem weckt es Kindheitserinnereungen!
  • Garp 12.08.2018 17:02
    Highlight Highlight Es gehen ja nicht nur gut verdienende Singles und Paare in die Badi. Für Familien ist der Eintritt schon teuer, und wenn sie ihr Essen nicht selber mitbringen, muss es nahrhaft, schmackig und möglichst günstig sein. Kräutersalz ist für viele Allergiker übrigens ein Graus ^^ .
    • jjjj 12.08.2018 17:15
      Highlight Highlight Quatsch...

      Saisonabo in Züri um die 100.-. Flussbadis sind gratis.
      In Zug z.B sind alle Seebadis gratis.
    • Amboss 12.08.2018 19:27
      Highlight Highlight @jjj: Ja 100 Franken - pro Person. Das wirkt erst Mal nicht so teuer. Dann musst du aber 100 CHF Mal zwei rechnen u d je nach Alter der Kinder nochmals 2x60 Franken dazu rechnen.
      Da Bist du schon bei 320 Franken, was auch wieder nicht sooo billig ist...

      Und die genaueb Preise hängen halt vom Wohnort ab, und man geht einfach schon in die Badi, wo man wohnt...
      Wenn das nicht in Zug am See ist, dann ist es möglicherweise halt nicht gratis...
    • jjjj 12.08.2018 22:36
      Highlight Highlight ... und wenn du nicht viel Geld hast gibts die Kulturlegi...
  • Hier könnte Ihre Werbung stehen 12.08.2018 16:56
    Highlight Highlight Na ja, wo ist das Problem wenn die Leute lieber Pommes mit Chickennuggets oder Hot Dog essen wollen, statt einem Salat mit fettarmem Joghurtdressing?
    Die Allerwenigsten werden sich täglich so ernähren.
  • Klaus07 12.08.2018 16:25
    Highlight Highlight Hört doch endlich mit diesem ungesunden Gesund Wahn auf. Kräutermischung anstatt Salz weil es gesünder sei? Hallo? Wie wahr das gerade? 15g Salz pro Tag ist unbedenklich?
    Gastronomen sollen das anbieten was die Kunden wünschen und nicht das was hipp sein soll. Niemand braucht eine umerziehung, denn das was unsere Grosseltern und Eltern bereits gegessen haben hat sich über Generationen bewährt und wahr auch nicht ungesund. Auch wenn es eine Portion Pommes oder ein Schnippo ist.
    • Dan Ka 12.08.2018 16:43
      Highlight Highlight Unsere Grosseltern waren auch Bauern und Handwerker, da mags fettiges und kohlenhydratereiches Essen vertragen. Heute arbeiten viele im Büro oder mit wenig körperlicher Beanspruchung. Da macht dieser Food, sofern als Haupternährungsquelle, fett und krank.
    • Herr Ole 12.08.2018 17:03
      Highlight Highlight Kräuter haben sich länger bewährt als Pommes...
    • Klaus07 12.08.2018 17:17
      Highlight Highlight @dan Ka
      Was für eine Argumentation soll dass den sein? Ja klar um das Jahr 1900 wahren alles nur Arbeiter und Bauer! Was für ein Blödsinn.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cesare 12.08.2018 15:48
    Highlight Highlight die preise spielen sicherlich auch noch eine grosse rolle... ein angus burger kostet sicherlich nicht gleich viel wie eine portion pommes mit chicken nuggets

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