Schweiz
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«Keine schönen Bilder» – schon über eine Tonne toter Fisch aus dem Rhein gezogen

06.08.18, 16:18


A dead fish swims on the water surface of the Rhine, on Monday, 6 August 2018, in Schaffhausen, Switzerland. A mass death of fish hast started in the Rhine. Especially the cold-loving grayling suffer from the heat. From 23 degrees Celcius onward these fish show first stress symptoms. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Ein toter Fisch schwimmt im Rhein, am Montag, 6. August 2018, in Schaffhausen. Im Rhein hat ein groesseres Fischsterben eingesetzt. Unter der Hitze leiden vor allem die kaelteliebenden Aeschen. Ab 23 Grad Celsius zeigen diese Fische erste Stresssymptome. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Bild: KEYSTONE

27,6 Grad Wassertemperatur sind zu viel: Im Rhein bei Schaffhausen hat ein grösseres Fischsterben eingesetzt. Bis jetzt wurde eine Tonne toter Äschen aus dem Wasser gezogen. Die Behörden hoffen nun, dass es nicht so schlimm wird wie 2003.

«Es sind keine schönen Bilder», fasst Andreas Vögeli, Departementssekretär beim Kanton Schaffhausen, am Montag zusammen. In einer Kiste am Rheinfall-Ufer liegen Dutzende toter Äschen aufgeschichtet. Etwas weiter oben am Fluss, beim Lindli in Schaffhausen, treiben die Fische in Seitenlage im Wasser.

«Es ist das eingetroffen, was wir befürchtet haben», sagte Vögeli weiter. Die Massnahmen, die ergriffen worden seien, würden nicht mehr ausreichen. Die Temperaturen seien einfach zu hoch.

Unter der Hitze leiden vor allem die kälteliebenden Äschen. Ab 23 Grad zeigen diese Fische erste Stresssymptome. Bei 24 bis 25 Grad wird es heikel - diese Temperatur ist im Rhein längst erreicht. Momentan hat er je nach Standort bis zu 27,6 Grad.

A dead fish lies on the riverside of the Rhine, on Monday, 6 August 2018, in Schaffhausen, Switzerland. A mass death of fish hast started in the Rhine. Especially the cold-loving grayling suffer from the heat. From 23 degrees Celcius onward these fish show first stress symptoms. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Ein toter Fisch liegt am Ufer des Rhein, am Montag, 6. August 2018, in Schaffhausen. Im Rhein hat ein groesseres Fischsterben eingesetzt. Unter der Hitze leiden vor allem die kaelteliebenden Aeschen. Ab 23 Grad Celsius zeigen diese Fische erste Stresssymptome. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Bild: KEYSTONE

Noch ist es nicht so schlimm wie im Hitzesommer 2003, als schlagartig 90 Prozent der Äschen verendete. «Wir hoffen, dass wir mit verschiedenen Massnahmen einen Teil des Bestandes retten können. Es wird aber weitere Abgänge geben.»

Steg am Rheinfallbecken gesperrt

Eine der Massnahmen betrifft auch die Touristen, die sich derzeit ums Rheinfallbecken drängeln. Sie dürfen einen hölzernen Steg nicht mehr betreten, weil sich darunter Äschen in 18 Grad kühlem Grundwasser erholen. Würden die Touristen über das Geländer lehnen, würden die Fische zurück ins viel zu warme Wasser flüchten.

Nicht nur die Schweiz, ganz Europa schwitzt

An anderen Stellen, etwa bei der Kuhtränke in Ellikon am Rhein ZH, werden den gestressten Fischen ausgebaggerte Kaltwasserbecken angeboten, die von den Tieren dankbar aufgesucht werden. Trotzdem gibt es auch auf dem Zürcher Rhein-Abschnitt tote Fische, etwa Barben. In Rheinau wurden auch tote Aale gefunden.

«Alles gemacht, was wir konnten»

Diese Massnahmen wurden in den Jahren nach dem grossen Äschensterben im Hitzesommer 2003 entwickelt. Nun sollen sie sich bewähren, doch die Zeit drängt. «Wir haben alles gemacht, was wir konnten. Nun können wir nur noch auf Regen und Entspannung hoffen», sagte Samuel Gründler vom Schweizerischen Fischereiverband.

Momentan seien die Probleme in der ganzen Schweiz riesig. Seit Wochen seien Fischer am Tiere evakuieren und Kaltwasserbecken bauen, sagte Gründler. Man sei Tag und Nacht für die Fische im Einsatz, an Schlaf sei im Moment nicht zu denken.

Auch wenn die Äschen noch längst nicht alle tot sind: Der Kanton Schaffhausen kümmert sich bereits jetzt um Nachwuchs. 35'000 Jungfische wurden zum «Übersömmern» in Fischzuchtanstalten gebracht, um später als Basis für eine neue Population eingesetzt zu werden.

Weiter unten im Rhein, etwa in Basel, hat das Sterben noch nicht begonnen. Die Behörden setzen «Fisch-Patrouillen» ein, welche die Lage überwachen sollen. Bereits vergangene Woche wurden einzelne Flussabschnitte gesperrt, um gestresste Fische zu schonen. (sda)

Während die Menschen baden, leidet die Natur

Video: srf/SDA SRF

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38
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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rasty 07.08.2018 12:45
    Highlight Andererseits gedeihen die Wasserpflanzen, was einen Botaniker erfreuen kann. Allerdings hat man das Zeugs in der Schiffsschraube
    0 0 Melden
  • ArcticFox 06.08.2018 20:36
    Highlight aber es gibt auch hier wohl weiterhin noch so egomanen, die einen heissen sommer einfach lässig finden und alle, die das etwas differenzierter betrachten, als üble miesepeter beschimpfen
    15 2 Melden
  • Mr. Spock 06.08.2018 18:17
    Highlight Mein Dank an dieser Stelle an all die engagierten Menschen, welche sich für diese armen hilflosen Opfer einsetzen! Mein Respekt!!!
    14 0 Melden
  • AlteSchachtel 06.08.2018 13:25
    Highlight Hauptsache AKWs und Industrie können weiter Kühlwasser in die Flüsse leiten.
    In "weiser Voraussicht" hat das UVEK (U wie Umwelt!) per 1.6.2018 die Konditionen für die Unternehmen gelockert.

    https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/uvek/medien/medienmitteilungen.msg-id-70373.html

    Die Fische und Lebewesen dürfte es in Zukunft noch härter treffen.
    Degoutant, diese Wirtschafthörigkeit zu Lasten von Wasser und Lebewesen. Strahlefrau Leuthard schützt eben vor allem strahlende Einrichtigungen, nicht Fische.
    213 51 Melden
    • Thadic 06.08.2018 16:58
      Highlight Die AKW werden wir wohl bald einmal abstellen.
      45 4 Melden
    • El diablo 06.08.2018 17:07
      Highlight Das Kühlwasser passt sich innert Sekunden der Normaltemparatur des Flusses an, weil es im Verhältnis wenig ist. Das Wasser ist überdies absolut ungefährlich. Bitte nicht behaupten, wenn man keine Ahnung hat. Das Fischesterben jat mit der Temparatur zu tun und nicht irgendwelcher Wirtschaftshörigkeit. Hauptsache irgendwie über Firmen wettern nicht?
      57 68 Melden
    • EvilBetty 06.08.2018 17:09
      Highlight Dieser Fall hat jetzt gar nix mit Kühlwasser aus irgendwelchen AKWs zu tun ... 🙄
      68 19 Melden
    • JudgeofDeath 06.08.2018 17:27
      Highlight Ist dir bewusst, das in einem "normalen" Hochsommer die Temperaturen in Gewässern trotz Industrie und AKW für Fische kein Problem sind?
      44 10 Melden
    • Mr. Spock 06.08.2018 18:02
      Highlight Denke eine Überhitzung eines AKW mit allfäligem GAU Potential dürfte uns und der Natur wohl bedeutend mehr schaden, als eine geringfügige Erhöhung der Wassertemperatur. Solange wir nicht fähig sind unseren Energiebedarf durch nachhaktige Energiegewinnung ohne Import zu decken wwrden wir die AKWs leider brauchen...

      Verstehe jedoch das Anliegen und ja unsere Wirtschaftshöhrigkeit stimmt traurig...
      7 0 Melden
    • AlteSchachtel 06.08.2018 18:04
      Highlight Wer von den Unkenrufern hat den Text auf der UVEK-Side + den neuen Gesetzestext gelesen?

      Natürlich haben sich die Gewässer 2018 nicht wegen der Kühlwasser so aufgeheizt.
      Aber meiner Meinung nach müsste jede mögliche zusätzliche Erwärmung verhindert werden (der Rhein ist lang und die Unternehmen, die sein Wasser beanspruchen zahlreich.)
      Mit dem neuen Gesetz passiert das Gegenteil, man schafft Ausnahmeregelungen.
      10 3 Melden
    • Dsign 06.08.2018 19:11
      Highlight El diablo, bist du schon mal in der Aare an der Beznau vorbeigeschwommen? Wohl nicht, denn dann wüsstest du, dass das Kühlewasser sich nicht in Sekunden anpasst sondern für ein sehr merklichen Anstieg der Flusstemperatur sorgt. Die Wassermenge für die benötigte Kühlung ist massiv – bis max. 23m3/s! Das entspricht an dieser Stelle rund 10% der aktuellen Wassermenge.
      10 1 Melden
    • ArcticFox 06.08.2018 20:39
      Highlight ja, aber die akw heizen trotzdem nochmals extra und gehören sowieso abgestellt. und kommt mir jetzt nicht mit co2 neutral und so, ihr trudi gersters.
      10 3 Melden
    • Zap Brannigan 06.08.2018 20:42
      Highlight Wie kommt den Kühlwasser aus einem AKW nach Schaffhausen? Es sei denn, der Rhein fliesst vor lauter Hitze rückwärts.
      3 5 Melden
    • picknicker86 06.08.2018 20:44
      Highlight Zwischen der Rheinquelle und den in diesem Artikel beschriebenen Orten gibt es am Rhein keine AKWs.
      7 1 Melden
    • Rasty 06.08.2018 21:27
      Highlight Bis so ein AKW komplett abgeschaltet ist und absolut kein kühlwasser mehr braucht haben wir schon die nächste Hitzewelle.
      3 0 Melden
    • flyme 06.08.2018 22:09
      Highlight @El diablo: Der Wärmefluss ist nicht vernachlässigbar, wir reden bei Beznau von über 1.5 GW Abwärme. Das Kraftwerk erwärmt die gesamte Aare flussabwärts - je nach der von ihr geführten Wassermenge - um bis zu 1.5°C. Für einen Fisch wie die Äsche, welche in der Schweiz nahe an der Grenze dessen lebt, was an Hitzestress erträglich ist, reicht diese Temperaturerhöhung alleweil, um sie über den Jordan zu befördern.
      11 1 Melden
    • ujay 07.08.2018 05:54
      Highlight @Alte. Richtig, der Strom, den du brauchst, kommt ja aus der Steckdose.
      4 4 Melden
    • Rasty 07.08.2018 07:48
      Highlight @flyme aber nachher rummotzen wenn der Strom zu teuer wird.
      0 0 Melden
    • AlteSchachtel 07.08.2018 10:16
      Highlight "AKWs und Industrie" INDUSTRIE!

      ausserdem lesenwert

      https://www.admin.ch/ch/d/gg/pc/documents/2860/Verordnungspaket-Umwelt-Fruehling-2018_Erlaeuterungen-GSchV_de.pdf

      "In die Fliessgewässer wird Abwärme z.B.
      mit dem Kühlwasser von Kernkraftwerken (KKW) sowie von grossen Industrie und Dienstleistungsbetrieben (Chemie, Spitäler, Rechenzentren usw.) abgeleitet. Zusätzlich .... "
      1 1 Melden
  • Paddiesli 06.08.2018 11:56
    Highlight Ich könnte den Rhein mit meinen Tränen kühlen.
    Leider verdampfen sie auf meinen Wangen.
    100 74 Melden
    • aglio e olio 06.08.2018 16:23
      Highlight Noch ist der Rhein kühler als deine Tränen. ;)
      Oder bist du ein Zombie?
      61 8 Melden
    • Paddiesli 06.08.2018 16:52
      Highlight Oh, sich sehe, das Kollektiv der humorlosen Blitzer hat sich plötzlich Luft gemacht. Wie immer am Feierabend, an Sonn- und Feiertagen sehr schön zu beobachten.
      40 59 Melden
    • aglio e olio 06.08.2018 17:07
      Highlight Ich wars nicht. ;)

      Nimms nicht so ernst. Blitze und Herzen sind bedeutungslos und in keinster Weise repräsentativ.
      33 7 Melden
    • Paddiesli 06.08.2018 17:12
      Highlight @aglio e olio
      Selbst wenn ich Eisperlen weinen würde, könnte ich den Rhein nicht kühlen. 🙄 Man kann einen Witz auch einfach mal stehen lassen, statt zu klugsch...
      26 25 Melden
    • Zappenduster 06.08.2018 17:48
      Highlight Der Witz ist halt eher mässig :D
      71 4 Melden
    • Paddiesli 06.08.2018 17:53
      Highlight @aglio e olio, tue ich nicht, aber es fällt auf, dass sich das Blatt von xx Herzen und 0 Blitzen innerhalb einer Stunde das Blatt wendet.
      Bitz schad finde ich es schon. Und die Parallelen habe ich tatsächlich beobachtet.
      11 25 Melden
    • Mr. Malik 06.08.2018 18:11
      Highlight @paddiesli
      Blitze und Herzen sind bedeutungslos, weil jeder/jede so oft stimmen kann wie sie möchte, wenn man weiss wie...
      Sieht man ganz gut bei Migrationsthemen...
      Wenn mir langweilig ist verteile ich auch mal ein paar Dutzend Blitze hier und dort.. kann wunderbar die Diskussion ausarten lassen..
      8 0 Melden
    • Sherlock_Holmes 06.08.2018 20:17
      Highlight Du hast dein Herz auf dem rechten Fleck❣️
      3 2 Melden
    • Roman h 06.08.2018 20:25
      Highlight @paddiesli
      Sie kontrollieren jetzt aber nicht wirklich immer wieder wie viele blitze oder herzen sie haben.
      2 0 Melden
    • Idemfall 07.08.2018 00:14
      Highlight Das Witze machen vergeht einem, wenn man Tag und Nacht schuftet und dann zusehen muss, wie die toten Fische den Rhein runter treiben. Ich hatte am Wochenende auch Tränen in den Augen. Aufrichtige.
      3 0 Melden
    • Paddiesli 07.08.2018 02:07
      Highlight @Idemfall
      Mein erster Satz war eine potische Formuliering meiner aufrichtigen Trauer. Der zweite Satz sollte meiner Verbitterung und Ohnmacht darüber mit einem sarkastischen Unterton Ausdruck verleihen.
      Ich teile deine Trauer und die vieler anderer.
      5 3 Melden
    • Paddiesli 07.08.2018 11:18
      Highlight @Mr. Malik
      Danke, für die offene Antwort. Dann bestätigt sich meine Aussage also doch: ab 1630h bis etwa 20 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ist euch langweilig und ihr tut das. Das ist zum Einen ist das unreif und zu Anderen schon fast Watson-Wahlbetrug.
      Solltest dich mal fragen, warum dir langweilig ist und mit Sinnvollem fülllen.
      1 0 Melden
    • Zappenduster 07.08.2018 12:16
      Highlight Aiaiai Paddiesli

      Du bist hier der/die einzige die sich Fragen sollte ob man die Freizeit nicht evtl. sinnvoller gestalten kann.

      So ein Fass aufmachen wegen virtuellen Blitzen und Herzen.

      Ich finde den Witz noch immer schlecht und stehe zu meinem total unaufgeregten Blitz! Chill de läbe alte/i!!
      0 0 Melden
    • Mr. Malik 07.08.2018 12:57
      Highlight @paddiesli
      Ich tu das nur gelegentlich, weil Watson noch nichts dagegen unternimmt und sich als interaktives usergestützes medium vermarkted...
      Die minusblitze geb ich nur wenn jemand ganz tief in der braunen Kiste wühlt und der Zensur durch die Lappen geht..
      Jaja Selbstjustiz...aber hab schon mit Watson Leuten darüber gesprochen.. wäre einfache das zu beheben..
      1 0 Melden
    • Paddiesli 07.08.2018 13:38
      Highlight @Mr.Malik
      Interessant. Woran liegt es denn, dass Watson das nicht korrigiert, wenn es einfach wäre?
      6 0 Melden
    • Mr. Malik 07.08.2018 23:01
      Highlight @paddiesli
      Ev. Weil es dann so aussieht als ob mehr leute in der community sind?
      Wenn ich dir jetzt für den letzten Kommentar 5 likes gebe siehts nach mehr aus und du reagierst eher?
      0 0 Melden
    • Paddiesli 08.08.2018 01:53
      Highlight @Mr.Malik
      Keine Ahnung warum, du hast ja mit Watsons darüber geredet, nicht ich.
      Antwort kriegt von mir, wer (in meinen Augen) eine verdient - ob positiv, negativ oder neutral. Du siehst hier: kein Blitz, kein Herz, aber Antwort hast du gekriegt. ;)
      0 0 Melden
    • Paddiesli 08.08.2018 01:58
      Highlight Nachtrag
      Vielleicht siehts nach mehr Community aus, aber die Glaubwürdigkeit geht flöten, was widerum Leute abturnen kann.
      Vielleicht sollten nur registrierte Leser herzen/blitzen dürfen können. Das könnte auch einen Registrierungsschub auslösen.
      0 0 Melden

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