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Ueli Steck - wollte er das «Hufeisen» riskieren? Hinter dem Nuptse erhebt sich der Everest. bild: keystone

Everest, Lhotse, Nuptse: Die Hufeisen-Variante geisterte schon lange durch Stecks Kopf

Reinhold Messner vermutet, Ueli Steck wollte seinen geplanten Rekord über Everest und Lhotse um den Nuptse erweitern. Diese sogenannte Hufeisen-Variante gilt als äusserst gefährlich. War sie der wahre Grund für Stecks Training am Nuptse?

Daniel Fuchs / Nordwestschweiz



Was genau wollte Ueli Steck am knapp 7900 Meter hohen Nuptse? Seine Begleiter und Freunde sprechen von einem Trainingsaufstieg, um sich in der Höhe zu akklimatisieren. Nicht so Reinhold Messner: Die Bergsteigerlegende aus dem Südtirol vermutet im Interview mit der Nordwestschweiz, Ueli Steck könnte mit ganz anderen Plänen im Kopf in die Westflanke eingestiegen sein, die ihm zum Verhängnis geworden ist. «Ich kann mir vorstellen, dass er den Nuptse, den Lhotse und den Everest durchsteigen wollte», so Messner.

In Alpinkreisen nennt sich diese Variante «Hufeisen», wegen der hufeisenartigen Form, in der Everest, Lhotse und Nuptse das sogenannte Tal des Schweigens umrahmen.

Die Variante im sogenannten Alpinstil – kleine Seilschaften tragen das benötigte Material selbst mit, auf Flaschensauerstoff verzichten sie – geistert schon lange in den Köpfen der Höhenbergsteiger herum.

Auch bei Steck: In seinem Buch «Der nächste Schritt» erinnert er sich an das Jahr 2012, als er zum ersten Mal auf dem Mount Everest stand und erleichtert feststellte, dass die dünne Höhenluft ihm wenig Schwierigkeiten bereitete. Steck notierte: «Das machte mir Mut, für die darauffolgende Saison eine anspruchsvolle Route zu planen. Es musste ja nicht gleich das sogenannte Hufeisen sein.»

Stattdessen plante er für das Jahr 2013 die Überschreitung von Everest und Lhotse ohne Sauerstoff. Nach einem gefährlichen Streit mit Sherpas musste Steck das Projekt damals jedoch aufgeben. Heuer wollte er es zu Ende führen.

Wurde die Öffentlichkeit getäuscht?

Hatte Steck die Öffentlichkeit nur getäuscht und wollte er den Nuptse mit der Überschreitung von Everest und Lhotse kombinieren? Fragen kann man ihn nicht mehr. Sein Sprecher Andreas Bantl gibt an, von einem solchen Plan sei nie die Rede gewesen. Stecks Freund, der Alpinfotograf Röbi Bösch, schreibt per SMS aus Nepal: «Er war unterwegs zum Nuptse-Gipfel und sicher nicht, um weiterzusteigen (Hufeisen).»

Der von der «Nordwestschweiz» angefragte Gebirgsmediziner Oswald Oelz schliesslich hält die Machbarkeit des Hufeisens im Alpinstil für «ausgeschlossen». «Diese Variante ist nur im Expeditionsstil möglich mit einer grossen Materialschlacht wie Fixseilen, Sauerstoff und Biwakzelten zum Übernachten.» Zu gefährlich sei der verwächtete Grat zwischen Nuptse und Lhotse. Das habe ihm einst Erhard Loretan gesagt, der schon selbst auf dem Gipfel stand, die Variante aber verwerfen musste.

Ueli Steck – sein Alpinisten-Leben in Bildern

Drei Gipfel ohne Sauerstoff? Unmöglich

Auch aus höhenmedizinischer Sicht hätte es Oswald Oelz dem verstorbenen Steck nicht zugetraut, die drei Gipfel ohne Sauerstoff zu kombinieren. «Die Aufenthaltsdauer auf dieser Höhe wäre zu lang gewesen, das wäre selbst für einen wie Ueli zu viel.»

Der einzige, der alle drei Gipfel am Stück und ohne Sauerstoff erklommen hat, waren im Jahr 2013 der Brite Kenton Cool und der Sherpa Dorje Gylgen. Allerdings stieg das Duo zwischen den Gipfeln immer wieder die Flanken ab und war so weniger extremer Höhe ausgesetzt.

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15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 03.05.2017 21:39
    Highlight Highlight Wie man diesem TAGESANZEIGER-Artikel entnehmen kann, gibt es offenbar auch Analysten, welche sich negativ zu Ueli Steck und dessen Wirken äussern 🤔.

    Titel : Warum einen das Ende des Bergsteigers Ueli Steck kaltlassen kann.

    http://desktop.12app.ch/articles/30467138

    Was haltet ihr davon?
    • manhunt 04.05.2017 09:04
      Highlight Highlight man muss bestimmt nicht mittrauern. aber dem autor dieses artikel unterstelle ich jetzt ganz einfach schubladisierung, missgunst und nochmehr totale ahnungslosigkeit von berg- und leistungssport. das ganze gipfelt darin, das büttner stecks art und weise des bergsteigens, im gegensatz zu langsameren varianten, als asketische biederkeit bezeichnet. es besteht ohne zweifel eine diskrepanz zwischen dem was ueli steck war, um dem was die medien in ihrem nachruf von ihm gezeichnet haben. im bergsport gibt es die unterschiedlichsten stile und motivationen, so wie es unterschiedlichste typen des
    • manhunt 04.05.2017 09:17
      Highlight Highlight berggängers oder bergsteigers gibt. somit gibt es, zumindest mMn kein edleres oder biederes bergsteigen. der stil ist immer etwas sehr persönliches und sollte nicht gegen andere ausgespielt werden. ueli war bei weitem nicht der einzige, welcher extrem geklettert ist. ich erinnere mich da bsbw. an die huber buam, bei deren expeditionen auch jederzeit etwas passieren könnte. einen interessanten einblick in stecks ambitionen und sichtweise, bietet das buch "solo" von gabriela baumann-von arx, eine art interview in buchform.
    • Angelo C. 04.05.2017 12:59
      Highlight Highlight manhunt: danke für dein ausführliches statement.

      Grossmehrheitlich teile ich deine Ansicht über Wesen und Wirken von Ueli Steck, den ich für seine einsamen Leistungen stets bewundert habe.

      Andererseits hat mir Büttner doch etwas zu denken gegeben, denn die Berge zu lieben und zu bewundern, dies im Schnellzugstempo rauf und runter, wird bei Stecks Unternehmungen, die voll auf Leistung tendierten, wohl etwas zu kurz gekommen sein 🤔.

      Kritiker meinen daher, Steck hätte seine Leistungen auch am Empire State Buildung oder am Eiffelturm vollbringen können 😉!

      Wie auch immer: ich mochte ihn...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der müde Joe 03.05.2017 08:10
    Highlight Highlight Die Antwort kennt alleine Gott und Ueli. Villicht können wir ja dann mal beide Fragen, wenn uns das Zeitliche eingeholt hat. ;) bis dahin alles nur Spekulationen. R.I.P Ueli
  • Lami23 03.05.2017 06:49
    Highlight Highlight und welchen Sinn machen derlei Spekulationen?
    • emptynetter 03.05.2017 08:10
      Highlight Highlight genau. lasst ihn nun ruhen. wir werden es nie erfahren.
    • who cares? 03.05.2017 09:22
      Highlight Highlight Vorallem da seine Angehörigen die Medien gebeten haben, dass zu unterlassen. Aber Klicks sind ja wichtiger als Stecks Würde.

So viel Energie würde es brauchen, um die Nebeldecke aufzulösen

Wieder liegt ein grauer Deckel über grossen Teilen des Schweizer Mittellandes. Die Nebelsuppe schlägt vielen aufs Gemüt, und manch einer wünscht sich wohl, man könnte den Nebel einfach wegblasen oder sonstwie auflösen. Die Anzahl der Nebeltage hat zwar in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen, doch gefühlt hat sich die Lage nicht verbessert.

Bevor wir uns der Frage zuwenden, ob und wie man die graue Suppe loswerden könnte, sollten wir zuerst klären, was Nebel überhaupt ist. Der …

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