Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die verstörende Geschichte des Berner Hochhaus-Basejumpers

Bei seinem Hobby geht es um Leben und Tod: Basejumper Florian (30) geht ans Limit – und darüber hinaus. watson hat den Berner bei einem Sprung von einem Hochhaus mitten im Wohnquartier begleitet. Eine Reportage am Abgrund. 



Auf den Dächern von Bern: Florian vor seinem Sprung.  bild: nico franzoni

Den watson-Reportern schlottern die Knie: Florian, ganz in schwarz gekleidet, steigt mit dem Fallschirm auf dem Rücken auf die Brüstung eines Hochhauses in Bern-Wittikofen, einer Satelliten-Siedlung im Osten der Bundesstadt. Der Himmel brennt kurz nach Sonnenuntergang. Die Bise bläst uns ins Gesicht. 67 Meter geht es in die Tiefe. Die Wetterbedingungen sind nicht ideal. Wir können kaum mehr hinschauen. Dann atmet der 30-jährige Extremsportler noch einmal tief durch – denn jeder Sprung kann der letzte sein. 

Image

Bern-Wittikofen, eine Satelliten-Siedlung im Osten der Bundesstadt. nico franzoni

«1,2, los»: Mit einem Rückwärtssalto springt Florian, der seinen Nachnamen nicht lesen will, von der Hochhauskante ins Nichts. Kopfvoran rast er auf den Boden zu. Dann das erlösende Geräusch. Der Schirm öffnet sich. Sieben Sekunden später landet er direkt neben einem Spazierweg auf einer Wiese. Die verdutzten Passanten trauen ihren Augen nicht. «Isch dä vom Hochhus gumpet, vom oberste Stock?», fragt ein Mädchen. Florian will kein Aufsehen erregen und macht sich so rasch als möglich aus dem Staub.  

Was er uns verschwiegen hat: Soeben hat er den tiefsten Sprung seines Lebens gewagt. Und mit der spontanen Salto-Einlage hat er noch eins oben drauf gesetzt.«Next level», erklärt er später mit einem Grinsen auf dem Gesicht. Zeit, zu reden. 

Mit einem Rückwärtssalto ab dem Hochhaus

Play Icon

Florian, was geht in dir vor, wenn du springst?
In dem Moment gibt man sein Leben für den Sprung. Es ist das unfassbarste Gefühl, das man sich vorstellen kann. Es ist die absolute Freiheit. Ich habe keinen Gedanken im Kopf, keine Angst, fühle keinen Stress. Der Moment ist pur und rein. 

Es geht dir um den Kick?
Es geht darum, das Leben so intensiv wie möglich zu spüren. Klar bin ich unmittelbar vor dem Sprung aufgeregt. Aber die absolute Kontrolle ist das A und O. Einen grossen Adrenalinkick verspüre ich nicht mehr. Vielmehr erlebe ich Glücksgefühle nach der Landung. Fliegen ist ein Traum, der die Menschen seit jeher begleitet. Ich lebe diesen Traum.

Warum stürzt du dich von Hochhäusern in die Tiefe? 
Einmal lief ich auf dem Heimweg über die Berner Monbijoubrücke. Da dachte ich: Wie geil wäre es, von dort runterzuspringen – ohne dass ich sterbe. So hat alles angefangen. 

Wie wird man Basejumper?
Ich fing mit Fallschirmspringen an. Dann sah ich auf Youtube Videos von Basejumpern. Da wusste ich: Das will ich auch tun. Inzwischen habe ich in zweieinhalb Jahren 350 Sprünge gemacht. Wenn möglich springe ich jedes Wochenende. In Lauterbrunnen bis zu sechs Mal täglich. Durch das Basejumpen habe ich erst richtig gelernt, zu leben. 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Sonnenmacher #wingsuit

Ein von @ floriankong geteilter Beitrag am

Wie bereitest du dich auf einen Sprung vor?
Wenn ich von Kränen oder Hochhäusern springe, ist die Frage, wie man überhaupt zur Absprungstelle hochkommt. Das ist oft eine Grauzone. Ich habe auch schon Anzeigen gekriegt. Weiter falte ich den Schirm möglichst sorgfältig, damit er möglichst rasch aufgeht. Denn bei tiefen Sprüngen zählt jede Sekunde. Oben angekommen, messe ich mit einem Lasergerät die exakte Höhe des Gebäudes. 

«Ich gebe mein Leben für einen Sprung.»

Die ausschweifenden Jahre sind passé. Heute bleibt Florian abends lieber zu Hause, statt auf die Gasse zu gehen. Eine tiefe Narbe im Gesicht und unzählige Tattoos am ganzen Körper zeugen von wilderen Zeiten. 

Tattoos zieren Flörus Körper Bild:floriankong

Heute lebt er dafür mit seinem Hobby buchstäblich am Abgrund. Alleine in den letzten zwei Monaten hat er drei gute Freunde beim Basejumpen verloren. In den Dolomiten filmte er gar, wie sein Kumpel nach einem missglückten Absprung auf einem Felsen aufschlug und starb. Florian reinigte später den blutdurchtränkten Anzug seines Freundes. Tags darauf sprang er schon wieder vom Felsen. «Für mein Alter sah ich schon viele Leute sterben», sagt er trocken. Der Berner weiss: Er kann der Nächste sein. Für den Fall der Fälle hat er Vorkehrungen getroffen. Organspendeausweis, Exit-Mitgliedschaft, Rega-Gönnerausweis. 

Was geht in dir vor, wenn deine Freunde sterben?
Kürzlich sass ich in einer Vorlesung, als ich per Whatsapp eine Todesnachricht erhielt. Da musste ich schon kurz aus dem Zimmer gehen. Aber ich kann relativ gut mit Todesfällen umgehen. Im Gegensatz zu vielen anderen aus der Szene. Denn mir ist bewusst, was ich mache. Und was die Risiken sind. Aber natürlich gehe ich den Toten auch lieber aus dem Weg. 

Basejumper werden selten alt. Hast du keine Angst vor dem Tod?
Nein. Dann sterbe ich bei etwas, das ich liebe. Der Tod gehört sowieso zum Leben. Es ist keinesfalls so, dass mir mein Leben egal ist. Es gibt sicher Momente, wo man einen Schritt zurück machen muss. Das mache ich jedoch nicht oft (schmunzelt). Für mich ist der Tod aber weit weg bei diesem Sport

Hast du schon brenzlige Situationen erlebt? 
Klar, das passiert jedem Basejumper früher oder später. Kürzlich hatte ich in Lauterbrunnen viel Glück, als es mir den Schirm verdrehte und ich fast in eine Felswand krachte. Ich konnte gerade noch rechtzeitig abdrehen. Dann bin ich aber so tief über die Bäume geraten, dass ich die Füsse hochziehen musste.
Bei einer anderen Situation wählte ich eine Flugbahn, die knapp über Felsspitzen führte. Statt mit vier bin ich bloss mit einem Meter Abstand drübergeflitzt. Das war wirklich knapp. Man muss aber die Verhältnisse sehen: In Lauterbrunnen sterben zwei Basejumper auf 20'000 Sprünge.

Was sagt deine Freundin zu deinem Hobby?
Meine Freundin wusste von Anfang an, dass ich diesen Sport ausüben wollte. Sie weiss, wie viel mir das Springen bedeutet und unterstützt mich dabei.

Will dich denn niemand vom Springen abhalten?
Mein Vater hat anfangs leer geschluckt. Inzwischen hat er sich damit abgefunden. Es gibt immer wieder Kollegen, die mich vom Basejumpen abhalten wollen. Die meinen, es sei nach all den Sprüngen an der Zeit, aufzuhören. Andere Kumpel ignorieren die Sache und finden es sowieso doof. 

Was muss passieren, damit du aufhörst?
Ich müsste wohl sterben. Basejumpen hat mein Leben extrem bereichert. Ich lebe von Jahr zu Jahr und gehe davon aus, dass ich nächsten Sommer noch lebe.  

Lebt von Sommer zu Sommer: So zeigt sich Sunnyboy Florian auf Instagram. zvg 

Florian spricht über den Tod, als würde er über seine neue Briefmarkensammlung Auskunft geben. Es ist eine schon fast unheimliche Ruhe, mit welcher der Extremsportler über sein mögliches Ende philosophiert. 

«Es gibt Typen in der Szene, die werfen sich am Abend LSD ein und springen am nächsten Morgen.»

Wo liegen deine  persönlichen Grenzen? 
Tiefer als aus 50 Metern Höhe springe ich nicht. Es ist aber  vielmehr die Frage, wie weit man sich über die Grenzen hinauswagen will. Es gibt eine Faustregel bei uns Basejumpern: Alle 100 Sprünge verdreht es einem den Schirm, egal wie gut man ihn packt. Ich bereite meine Sprünge akribisch vor. Das tun nicht alle. Es gibt Typen in der Szene, die werfen sich am Abend LSD ein und springen am nächsten Morgen. Nüchtern sind sie dann bestimmt nicht. 

Alles für den besten Insta-Shot

Wenn sich Florian in die Tiefe stürzt, ist seine auf dem Helm montierte GoPro-Kamera meistens mit dabei. Auf Instagram postet er die spektakulärsten Bilder und Videos seiner Sprünge. Oder zeigt auf, wie er mögliche Absprungsorte auskundschaftet. 

Wie wichtig ist Instagram bei deinen Jumps?
Es ist natürlich geil, coole Shots von mir zu posten. Ich will meinen Leuten zeigen, wenn ich eine tolle Linie geflogen bin. Immer wieder sprechen mich wildfremde Menschen auf meine Sprünge an, die sie auf Insta gesehen haben. 

Was ist dein grösster Traum?
Ich möchte im berühmten Yosemite Valley in Kalifornien springen. Da muss man wegen der Polizei höllisch aufpassen. Die Aguille du Midi bei Chamonix machen.  Dieses Bild habe ich schon lange im Kopf. Dann will ich mir bald einen Wingsuit-Anzug zulegen, damit ich noch krassere Flüge machen kann. 

Zurück beim Hochhaus in Bern-Wittikofen. Nach dem spektakulären Sprung ist Flo aus dem Häuschen. «Mitten im Wohnquartier zu springen ist natürlich ein besonderer Nervenkitzel», sagt er. Auf der Risiko-Skala von 1-10 stuft er den Hochhaus-Stunt als eine fünf ein. Für ihn scheint es das normalste der Welt, sein Leben für diese Glücksgefühle aufs Spiel zu setzen.

«Das war einer meiner Top-3-Sprünge»

Nach dieser Grenzerfahrung zwischen Leben und Tod bleibt bei den watson-Reportern ein verstörendes Gefühl im Magen zurück. Warum tut man so was? Eine Frage, die uns Stunden später etwas ratlos zurücklässt.
 

Grenzerfahrung zwischen Leben und Tod

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

Das Sexismus-Dinner des FC Basel sorgt weltweit für Schlagzeilen

Link to Article

«Hi-Tech-Roboter» in russischer Fernsehshow entpuppt sich als verkleideter Mensch

Link to Article

Herzschmerz pur! 15 Leute erzählen, wie sie vom Seitensprung ihres Partners erfuhren

Link to Article

7 ausgefallene Punsch-Rezepte, die du diesen Winter unbedingt ausprobieren solltest!

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Diese 13 Bilder zeigen, wieso «Doppeladler» völlig zu Recht das Wort des Jahres ist

Link to Article

Du regst dich über die Migros-Suppe auf? Dann kennst du diese Gender-Produkte noch nicht!

Link to Article

Nach SBI-Niederlage: Jetzt beginnt der nächste Streit in der Aussenpolitik

Link to Article

Warum die Chinesen die Amerikaner im KI-Wettrennen schlagen werden

Link to Article

Netflix' zweite deutsche Original-Serie ist da – und ein riesiger Fail

Link to Article

Selbst Trump spricht nun von einem Impeachment

Link to Article

Doch noch geeinigt! 30 Minuten vor Ablauf der Deadline rief Nylander in Toronto an

Link to Article

«14 Uhr: Claras Haut ist rot»: Kitas informieren Eltern neu per Liveticker über ihre Kids

Link to Article

Jetzt ist es da! Das geilste Polizeiauto der Schweiz

Link to Article

7 Duschmomente, die uns (vermutlich) allen bekannt vorkommen 

Link to Article

Viva la nonna! – weshalb ich mega Fan vom neuen Jamie-Oliver-Buch bin (dazu 5 Rezepte)

Link to Article

Queen Ariana Grande singt sich mit neuem Song auf den YouTube-Thron 👀

Link to Article

«Es war alles ein verdammter Fake»: Schweizer Adoptiveltern packen aus

Link to Article

In diesem Land wohnt nur ein einziger Schweizer. Wir haben mit ihm gesprochen

Link to Article

Brennende Leichen und blühender Aberglaube – ein Besuch in Indiens heiligster Stadt

Link to Article

«Meine 20 Jahre ältere Affäre erniedrigt mich»

Link to Article

Die Weihnachtswünsche dieser alten Leute sind so bescheiden, dass es dir das Herz bricht

Link to Article

11 Dinge, die du schon immer von einem orthodoxen Juden wissen wolltest

Link to Article

Welche dieser absolut dämlichen Studien gibt es tatsächlich?

Link to Article

Der Super-Beau, der in weniger als 15 Minuten alles verkackt!

Link to Article

Wutbürger nehmen Grossrätin wegen Baby ins Visier– und so reagiert der Grossvater 

Link to Article

So läuft das Weihnachtsessen mit den Arbeitskollegen ab. Immer. Jedes Jahr. Die Timeline

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Ade Pelz: Schweizer zeigen Canada Goose die kalte Schulter

Link to Article

Führerscheinentzug nach 49 Minuten – so witzelt die Polizei über den «Tagesschnellsten»

Link to Article

Tumblrs neuer Pornofilter ist ein riesiger Fail – wie diese 19 Tweets beweisen

Link to Article

Netflix killt die nächste Superhelden-Serie

Link to Article

Miet-Weihnachtsbäume sind in Hipster-Hochburgen in – doch die Sache hat einen Haken

Link to Article

Über Zürich fliegen jetzt die Viren-Drohnen

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

73
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
73Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ReziprokparasitischerSymbiont 02.11.2018 09:33
    Highlight Highlight Ob man 1 Jahr wie ein Tiger oder 100 Jahre wie ein Schaf leben will ist grundsätzlich jedem selbst überlassen. Aber man sollte sich schon bewusst sein, was das für das eigene Umfeld (und allenfalls zufällig anwesende Personen) bedeutet. Insbesondere, wenn man an stark frequentierten Orten springt.
  • Traintown 02.11.2018 09:27
    Highlight Highlight Wieso ein Organspenderausweis? Kann mir nicht vorstellen das da viel übrig bleibt.
    Ausserdem toll für jene die die Überreste im Quartier auflesen dürfen. Für mich persönlich absolut unnötiger Umgang mit dem Leben.
    Aber janu... Leben und Leben lassen!
  • Spooky 02.11.2018 07:52
    Highlight Highlight Ach, diese Jungen!
  • Billy the Kid 02.11.2018 06:49
    Highlight Highlight Extremsportarten sind einfach eine weitere Variante des Höher, schneller, weiter der Moderne.
  • Militia 02.11.2018 06:34
    Highlight Highlight Tönt für mich wie die krasse Fehleinschätzung der Situation eines Süchtigen. Schlimm finde ich, dass die Base Jumper früher oder später alle bei diesem Sport sterben. Für Angehörige, Zeugen und Retter nicht sehr schön.
    Whatever floats your boat aber ich will damit nichts zu tun haben...
  • OSB1 01.11.2018 22:42
    Highlight Highlight Um mal ein passendes Zitat aus einem meiner Lieblingsfilme zu bringen: "Ist die Zeitkoordinate nur lange genug, sinkt die Überlebenschance von jedem Einzelnen auf Null."
    Und btw. ist und bleibt das eigene Bett der Ort, an/in dem die meisten Menschen sterben. Gehen wir deshalb nicht mehr schlafen? Er lebt sein Leben und das möglichst intensiv. In Anbetracht dessen, dass unsere Lebenszeit im Vergleich zum Alter unseres Universus nur ein extrem kurzes, kaum der Rede wertes Aufglimmen ist, tut er m.M. das einzig richtige: Die ohnehin kurze Zeit mit möglichst vielen, intensiven Momenten füllen.
  • ldk 01.11.2018 22:39
    Highlight Highlight Live and let live, Leute.
    • sihtalrebel 02.11.2018 07:54
      Highlight Highlight Wohl eher live and let die...
      Play Icon
  • Trouble 01.11.2018 21:55
    Highlight Highlight Ich hoffe einfach, dass meine Kinder so etwas nie machen werden.
  • sikki_nix 01.11.2018 21:12
    Highlight Highlight Als damals Ueli Gegenschatz in einer PR Aktion von den Sunrise towers in zürich gesprungen und an den Folgen verstorben ist, wurde mir klar, dass es beim Base jeden treffen kann. Er war in meinen Augen einer der odenständigsten und erfahrensten Menschen der Suene und ging den Sport mit schon fast wissenschaftlicher Akribie an. Es ist beteits eine Weile her und viele gute Menschen sind ihm auf die selbe Art gefolgt. Ich will nichts mehr über kalkulierbares Risiko vom Base Sport hören.
    • Ruggedman 01.11.2018 21:20
      Highlight Highlight Ist so, ein Fehler und du bist weg.
      Um diesen Sport zu betreiben muss man ein Stück weit Egoist sein.
  • leu84 01.11.2018 20:15
    Highlight Highlight Da denke ich oft an den tödlichen Unfall beim "Sunrise Tower"
  • Mrum 01.11.2018 18:42
    Highlight Highlight Ich finde den Titel etwas gar reisserisch. Was ist daran verstörend? Das ist ein Sportler, der halt risikobereiter ist als andere, so what?
    Und das mit der Fremdgefährdung (aus den Kommentaren): Bitte bleibt da rational. Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass er jemandem physischen Schaden zufügt? Please...
    Klar, für die Rettungsteams ist ein Basejumping-Unfall ein Aufwand und eine psychische Belastung. Aber so sind es alle anderen Unfälle auch. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein toter Basejumper von einem Fussgänger gefunden / versorgt wird, ist wiederum enorm klein.
  • Garp 01.11.2018 18:26
    Highlight Highlight Ich verstehe es nicht und kann mir darum auch kein Urteil erlauben. Klingt für mich etwas nach Sucht, wenn man so einseitig ein optimales Lebensgefühl hat und das immer wiederholen muss und die Bilder auf Instagramm stellt.

    Vielleicht ist er sehr unempfindsam/ unempfindlich, dass er sich nur bei so etwas Extremen richtig spürt und richtig lebendig fühlt. Menschen sind ja verschieden.
    • Lord_Mort 01.11.2018 21:05
      Highlight Highlight Ein guter und sachlicher Kommentar. Man sollte bei solche Themen nicht davon ausgehen, dass die eigenen Empfindungen die Regel sind. Ich kann akzeptieren, dass es Menschen gibt, die sowas brauchen. Den Einwand bezüglich eines Todessturzes in einer Wohnsiedlung, wo Kinder das Ganze evtl. mit ansehen, finde ich allerdings gerechtfertigt. Sowas kann man nie ausschliessen. In meinem Bekanntenkreis musste jemand miterleben wie jemand mitten in Zürich Suizid begannen hat. Die Person fiel direkt vor ihr auf den Boden. Niemand will so etwas erleben. Es sind Bilder die einem auf lange Zeit belasten.
  • Meitlibei 01.11.2018 17:17
    Highlight Highlight Was ist der unterschied zwischen einem Tennisspieler und einem Basejumper? Der Tennisspieler hat einen zweiten Aufschlag.
    • Phrosch 01.11.2018 17:27
      Highlight Highlight Bad joke, Meitlibei.
    • Mia_san_mia 01.11.2018 18:41
      Highlight Highlight @Phrosch: Wie bitte? Der ist super 😂👍🏻
    • WHU89 02.11.2018 06:15
      Highlight Highlight genial 😂😂😂
  • Laz0rbrain 01.11.2018 17:15
    Highlight Highlight Wär das nicht korrekterweise ein Auerbacher statt ein Rückwärtssalto?
  • Schnueffelix 01.11.2018 17:13
    Highlight Highlight Ich kann ihn verstehen. Zudem ist es, bis zu einem gewissen grad, seine Entscheidung. Und wenn der Wind ihn nicht trägt, trägt er eben die Konsequenz. Aber, und das ist an Flöru gerichtet: Bedenke die Konsequenz, die ein fehlschlag für andere haben kann. Willst Du wirklich Mitmenschen traumatisieren, wenn ein Jump im Wohngebiet danebengeht und sie zusehen müssen wie Du aufschlägst? Kinder zum Beispiel. Ich halte dich für einen tiefgründig denkenden Menschen, denk bitte mal darüber nach, bevor Du ins Wohnquartier gehst. Nicht jeder kann mit Leben und Tod so umgehen, wie Du. Sichere Landung
  • Rectangular Circle 01.11.2018 17:12
    Highlight Highlight Bei uns gibt es auch so einen Basejumper-Hotspot.
    Jedes Jahr sehen wir jeweils den Helikopter an der Felswand entlangfliegen, wenn wieder einer abgestürzt ist.

    https://mobil.fm1today.ch/#!mobilenews/detail/842497?forcemobile=1
  • Scory 01.11.2018 16:54
    Highlight Highlight Irgendwann ist einmal zu viel.
    • kruemelmonstah 01.11.2018 17:01
      Highlight Highlight Sehe ich auch so. Beim Chicken Nuggets essen, beim Autofahren, beim Aus-dem-Haus-gehen bei -10°C, beim Heimweg von der Arbeit, beim trinken, beim Sex, beim ..........
  • nass 01.11.2018 16:49
    Highlight Highlight Krank. Mehr gibts nicht zu sagen.
    • Fabio Haller 01.11.2018 20:08
      Highlight Highlight Hat er dich jemals in deinen Rechten verletzt?

      Wem denn nicht so ist, dann ist er auch nicht krank. Ein Kranker kann dich anstecken. Der tut dir nichts.

      Mit Ausnahme von einem Hochhaus springen, dies gefährdet Mitmenschen.
  • @schurt3r 01.11.2018 16:46
    Highlight Highlight Dazu gibts einen interessanten Artikel, 2016 von der deutschen Ärztezeitung veröffentlicht.

    Titel: «Kalkulierter Wahnsinn»

    https://bit.ly/2EWVShV
    • Bowell 01.11.2018 18:23
      Highlight Highlight „Basejumper wie Emanuele sind genauso wenig verrückt wie die meisten von uns. Ganz im Gegenteil: Sie lassen sich von Risiken nicht verrückt machen, sie versuchen, sie zu beherrschen.“ Emanuele ist 2016 im Lauterbrunnental abgestürzt und gestorben. Das Risiko ist von mir aus kalkulierbar, allerdings trotzdem so hoch, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis man als Basejumpet an irgendeiner Felswand - oder von mir aus Wiese - stirbt. Solange keine anderen Menschen gefärdet sind ist es jedem selber überlassen, was er mit seinem Leben anstellen will.
    • flv 01.11.2018 19:05
      Highlight Highlight Extremsportler haben definitiv einen mal grösseren, mal kleineren Knall. Das Bedürfnis an die (Todes-)Grenze zu gehen, um sich selbst zu spüren, ist doch eher aussergewöhnlich. Nichtsdestotrotz sind sie nicht blöd. Pathologisch handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Borderline-Syndrom. Bei dem jedoch nicht andere direkt darunter leiden müssen, sondern die Person sich selbst an den Abgrund schickt.
      @Bowell: Klar muss jemand einen Abgestürzten zusammenklauben, aber das sind dieselben, die jede Woche auch einen von der Lok abschaben. Ein direkter Zweitschaden wäre mir nicht bekannt.
    • Gawayn 02.11.2018 05:39
      Highlight Highlight @Bowell
      Da machst du einen Gedankenfehler.
      So ist es eben nicht.

      Es ist nicht nur seine Sache, wenn ein junger, vor Kraft strotzender gesunder Mensch sein Leben weg wirft.

      Ich finde es furchtbar, das du sowas nicht verstehst und man es dir erklären müßte.

      Jeder Mensch ist für die Gesellschaft wichtig.
      Keiner kann für sich alleine bestehen.

      Denk darüber nach. Ich hoffe du wirst verstehen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Randy Orton 01.11.2018 16:45
    Highlight Highlight Beeindruckende Einstellung und wie konsequent er das durchzieht. Es muss befreiend sein, sich um die Zukunft keine Sorgen zu machen und nur den Moment zu geniessen - zumindest für einen selbst.
  • praxis 01.11.2018 16:37
    Highlight Highlight In Sport umgesetzte Dauersuizidalität? Nur eine Frage, die ich mir stelle. Habe keine Antwort. Ferndiagnosen sind ja verpönt, aber die Frage ist hoffentlich zulässig...
    • Butschina 01.11.2018 20:17
      Highlight Highlight Es gibt effektiv Krankheitsbilder die erhöhtes Risikoverhalten als Symptom haben können. Dazu würden auch noch die Tattoos passen. Aber es bräuchte noch mind. drei weitere Symptome um eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Borderline) zu diagnostizieren.
      Das heisst aber nicht, dass jeder Basejumper suizidale Tendenzen hat. Es kann, aber es muss nicht. Ich würde eher dazu tendieren dass es nicht oft der Fall ist.
  • G. Schmidt 01.11.2018 16:26
    Highlight Highlight In ein paar Jahren lesen wird dieser Artikel als Rückblick nach seinem Absturz dienen...

    Ausserdem wie Dragonlord richtig schreibt, gefährdet der Typ Andere bei seinen Stunts.

    Nicht wirklich bewundernswert...
    • flv 01.11.2018 19:08
      Highlight Highlight Hast du schon einem von einem Basejumpunfall gehört, bei dem andere zu Schaden gekommen sind?
      Ich meine nicht die, die aufräumen müssen. Damit muss man rechnen, wenn man diese Aufgabe wählt.
    • huck 01.11.2018 19:27
      Highlight Highlight Ja, flv, wenn jemand als Aufgabe wählt, Basejumper vom Boden zu kratzen, dann muss er natürlich auch damit rechnen, Basejumper vom Boden zu kratzen, aber wer wählt denn schon so eine Aufgabe ...
    • @cyclingsimon 01.11.2018 22:38
      Highlight Highlight @flv: Schon mal mit den Bauern in Lauterbrunnen und Engelberg geredet, welche regelmässig Leichen von ihren Feldern kratzen müssen? Die haben die Aufgabe definitiv nicht gewählt zerpflatschte Körper von Kuhwiesen zu kratzen...
  • namib 01.11.2018 16:22
    Highlight Highlight Erinnert irgendwie an ein Interview aus den 90-ern vom Platzspitz: angefangen habe ich mit...einen Grossen kick verspüre ich nicht mehr...ich bin vernünftig, habe alles unter Kontrolle...
  • FrancoL 01.11.2018 16:11
    Highlight Highlight Jeder soll das tun was ihn befriedigt, was nicht geht ist andere gefährden und damit meine ich zB Menschen gefährden die ihn zB auf den Boden aufknallen sehen. Auch an die Rettungskräfte könnte man denken, die zB ihr Leben riskieren, um ihn aus einer Felswand lebend oder tot zu bergen. Die Tatsache dass auch andere Menschen gefährden ist nicht ein Grund dies bewusst und billigend in Kauf zu nehmen.
    • Silent_Revolution 01.11.2018 16:58
      Highlight Highlight Autofahren; ob regelkonform oder nicht, ob zu Hobbyzwecken oder beruflich gefährdet auch mit jeder Fahrt andere.

      Auch an die Rettungskräfte könnte man denken, die ihr Leben riskieren um euch aus misslichen Lagen, zerquetscht oder lebend zu bergen.

      Tatsache ist, dass es tausend mal wahrscheinlicher ist, durch sich korrekt verhaltende Verkehrsteilnehmer ums Leben zu kommen, als dass dich ein vom Hochhaus springender Basejumper irgendwie negativ in deinem Leben beeinflusst.

      Es ist wie immer; alles was neu, abgedreht oder extrem wirkt ist des Teufels und soll unter Strafe gestellt werden.
    • kruemelmonstah 01.11.2018 17:09
      Highlight Highlight Er macht wenigstens eine Risikokalkulation, auch wenn diese nicht deiner/ meiner Norm entspricht. Jemand, der betrunken auf einen Zug steigt, ist nochmals ein anderes Kaliber.
      Und wo ziehst du genau die Grenze, wann Menschen eine Gefährdung bewusst in kauf nehmen und wann nicht? Autofahren? Skifahren? Ich nehme mal an, ein Unfall bei einer dieser Situationen ist dann einfach shit happens. Ach ja und nebenbei: Lies doch mal einen Jobbeschrieb eines Rettungsspezialisten. Noch fragen? Ein Schreiner beschwert sich auch nicht, wenn das Stück Holz nicht immer seinen Vorstellungen entspricht...
    • BobaFett 01.11.2018 17:36
      Highlight Highlight Danke für diesen Kommentar, wollte dasselbe schreiben :)
      Gibt natürlich noch viele weitere Beispiele: Zug fahren, schlitteln, fliegen, Ski oder Snowboard fahren, etc.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Granini 01.11.2018 16:07
    Highlight Highlight Mein Bruder ist wegen Menschlichem Versagen mit dem Gleitschirm tödlich verunglückt. Kein Verständnis für Menschen, die ihr Leben derart aufs Spiel setzen.
    • Paraflüger 01.11.2018 17:08
      Highlight Highlight Gleitschirm fliegen ist, im Vergleich zu Basejumpen, keine Extremsportart.
    • Granini 01.11.2018 20:28
      Highlight Highlight Ich weiss. Ich habe Verständnis für das Gleitschirmfliegen, aber sowas ist einfach nur wahnsinn.
  • conszul 01.11.2018 16:05
    Highlight Highlight Ich möchte nicht derjenige sein, der ihn einmal von einem Felsen oder Quartierweg wegkratzt.
    • flv 01.11.2018 19:24
      Highlight Highlight Ich möchte auch nicht der sein, der deine Grossmutter nach Tagen aus ihrem Bett kratzt... Beschissen ist es immer. So oder so.
      Es gibt einfach Jobs, die wir uns "Normalverdienern" nicht antun/zutrauen würden.
  • SemperFi 01.11.2018 15:52
    Highlight Highlight Ich hab noch nie von einem Basejumper gehört, der Organspendeausweis, Regamitgliedschaft oder EXIT-Unterstützung gebraucht hat. Im Fall eines Falles ist das alles mit einem Schlag erledigt.
    • iHero 01.11.2018 16:38
      Highlight Highlight Jäh, ist so nicht ganz richtig. Wenn sich der Fallschirm verdreht und man "nur" gegen die Wand klatscht und dann gemütlich zu Boden segelt, kann man das durchaus überleben. But I get your point.
    • sikki_nix 01.11.2018 21:02
      Highlight Highlight Das stimmt so nicht. Es kann gut passieren, dass man nach einem basunfall noch durchaus als organspender in frage kommt. die exit mitgliedschaft hat er, so nehme ich an, für den fall, dass ihn ein unfall in einen körperlich schlechtenzustand bringt.
    • ReziprokparasitischerSymbiont 02.11.2018 09:25
      Highlight Highlight Einen Organspendeausweis "braucht" man sowieso nicht für sich selbst. Da geht es ja darum, andern noch helfen zu können, wenn es für einen selbst keine Rettung mehr gibt.
      Da die Organspende sehr schnell erfolgen muss und nur Spender in Frage kommen, die vor dem Tod in guter körperlicher Verfassung waren, macht dieser Ausweis für einen Basejumper durchaus Sinn.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Echo der Zeit 01.11.2018 15:46
    Highlight Highlight Na ja - Fliegen ist was anderes , ich sag dem eher Fallen. Der Tod - gehört dazu, ist auch keine Grundangst , interessant ist dann das Sterben, je nach dem geht das dann sehr Lange.
  • Dragonlord 01.11.2018 15:43
    Highlight Highlight Ich gehe davon aus, dass er das Areal vorher nicht weiträumig absperrt. Wenn dem so ist, gehört er eingesperrt und therapiert, da er das Leben von unbeteiligten Menschen unnötig gefährdet. Basejumping vom Felsen ok, aber von einem Hochhaus in einer Wohnsiedlung?
    • Eine_win_ig 01.11.2018 16:43
      Highlight Highlight Sehe ich genau so. Der egoistischste Sport überhaupt. Null Gedanken an Andere, welche unter Umständen etwas erleben müssen, was sie nie wieder vergessen werden. Traumata inklusive. Aber Hauptsache "man lebt selber" und "man bekommt den Kick"... Null Achtung vor Mitmenschen.

      Für mich genauso Niedrig wie als Suizid vor den Zug zu springen. Die Armen Lokführer tun mir jeweils brutal leid.
    • meine senf 01.11.2018 17:19
      Highlight Highlight Zwischen Absprung und Landung waren ja 7 Sekunden.

      Da sollte man von oben doch sehen können, ob die Fläche menschenfrei ist, dass innert den 7 Sekunden niemand bis in die Gefahrenzone laufen kann (je nach örtlicher Situation, die man aufgrund des Text nicht beurteilen kann, also z.B. nicht auf der Türseite des Hauses, wo plötzlich jemand rauskommen könnte, den man zuvor nicht sah).
    • Schnueffelix 01.11.2018 17:25
      Highlight Highlight @Eine win Ig, denken kann man was man will. Aber die Aussage im letzten Abschnitt ist meiner Meinung nach daneben und ein Schlag ins Gesicht für Hinterbliebene von solchen Suizidfällen. Auch mein Mitgefühl gilt jenen, die in solches involviert sind, jedoch hat ein Suizid immer seine Ursache. Und es steht ihnen schlicht nicht zu, darüber zu Urteilen, am wenigsten in solchen Worten.
    Weitere Antworten anzeigen

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

Artikel lesen
Link to Article