Schweiz
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So soll der neue Hardturm aussehen: Das Projekt Ensemble

Geht es 10 Jahre, bis der Hardturm steht? Fünf Antworten zum neuen Zürcher Fussball-Tempel

Die Zürcher Stimmbürger haben grünes Licht für den neuen Hardturm gegeben. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass jetzt gleich die Bagger auffahren. 



Können jetzt die Bagger auffahren?

Das ist nun die grosse Frage. Geht es nach der Leitung des «Projektes Ensemble», soll das Stadion so schnell wie möglich gebaut werden. Das Baugesuch wird im März 2019 eingereicht, der Baubeginn ist auf November 2019 angesetzt. Das erste Spiel soll dann im Juli 2021 stattfinden. Die Bewohner der zwei Wohntürme und der Genossenschaftssiedlung können ab 2022 einziehen.

Läuft alles nach Plan, öffnet das Stadion seine Tore also im Sommer 2021. Dieser Zeitplan ist sehr optimistisch. Denn: Ab der Eingabe des Baugesuches im März kann es noch zu verschiedenen Verzögerungen kommen.

Wie sieht der Worst Case aus? 

Als Erstes könnte der Gestaltungsplan des Areals im Gemeinderat durchfallen. Dass sich der Gemeinderat gegen den Volkswillen stellt, ist aber unwahrscheinlich. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass Private das Referendum ergreifen. Die Verzögerung beläuft sich dann laut Tages-Anzeiger auf rund sechs Monate.

Auch gegen das Baugesuch wird mit grosser Wahrscheinlichkeit von verschiedenen Seiten Rekurs eingelegt werden. Wenn die Gegner des Stadions es darauf anlegen, können also Private die Befürworter zwei Mal durch alle drei Instanzen bis vor Bundesgericht schleifen. Im Worst-Case-Szenario erfolgt der erste Anpfiff etwa im Jahr 2028 oder gar noch später. 

Das Bruegglifeld Stadion in Aarau, aufgenommen am Donnerstag, 17. Februar 2011. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Trotz mehrerer Volksabstimmungen wartet Aarau seit Jahren auf ein neues Stadion.  Bild: KEYSTONE

Wie lange ein angesetzter Bau verschoben werden kann, zeigt das Beispiel der Skateanlage in der Allmend. 2004 schrieb der Gemeinderat das Baugesuch aus und erst 2013, fast zehn Jahre später, konnte der Park geöffnet werden. Ähnliches passierte im Nachbarkanton Aargau. Dort wartet der FC Aarau seit den 90er-Jahren auf ein neues Fussballstadion. 2008 segnete das Stimmvolk einen Kredit von 17 Millionen Franken ab, was folgte, waren ein Beschwerde-Marathon und weitere Abstimmungen. Wann mit dem Bau begonnen werden kann, ist bis heute nicht klar. Der früheste Termin ist 2022 oder 2023.

Wer kämpft jetzt noch gegen das Stadion?

Im Vorfeld kämpfte die eigene Partei von SP-Stadtpräsidentin Corine Mauch prominent gegen das Stadion und reichte gar eine Initiative ein. Unter dem Titel «Für ein transparent finanziertes Fussballstadion» will die SP, dass die Stadt das Stadion selber zahlt und separat über die Wohnprojekte auf dem Nachbargrundstück abstimmt.

Nach dem Ja zum Fussballstadion appellierte Mauch an einer Pressekonferenz an Jacqueline Badran und die SP und bat, die Initiative zurückzuziehen. Auf Anfrage sagt Nationalrätin Badran, es liege nicht an ihr zu entscheiden, ob die SP dem Appell von Mauch nachkommt. Jedoch gehe sie davon aus, dass das Parteipräsidium die Initiative zurückziehen werde, schliesslich liege nun ein Volksentscheid vor. Doch damit sei der Weg für den Baubeginn des Stadions noch lange nicht geebnet. «Vor uns liegt ein Rechtsstreit, der bis vor Bundesgericht gehen und mindestens zehn Jahre andauern wird», ist sich Badran sicher. Denn jetzt müssten erst noch der Gestaltungsplan und die Baubewilligung genehmigt werden. Und dagegen habe sich ja bereits im Vorfeld aus Kreisen des Höngger Freisinns Opposition angekündigt.

Jacqueline Badran, SP-Nationalraetin, posiert mit dem Nein-Plakat zum

Bild: KEYSTONE

Tatsächlich ist den Bewohnern von Höngg das Stadion und insbesondere die zwei geplanten Wohntürme ein Dorn im Auge. Der Widerstand des «Komitees gegen den Höhenwahn» wird auch nach dem «Ja» der Stimmberechtigten nicht versiegen. Sie wollen das Stadion mit allen juristischen Mitteln bekämpfen. Prominente Köpfe der Gruppe sind der frühere FDP-Gemeinderat und Heimatschutz-Präsident Marcel Knörr und der ehemalige Chefredaktor der «NZZ am Sonntag», Felix E. Müller. 

Wie sieht das Stadion aus?

HANDOUT - VISUALISIERUNG --- Innenperspektive des Stadions des Siegerprojekts des Investorenwettbewerbes zum Hardturm-Areal. Der Investorenwettbewerb der Stadt Zuerich zum Hardturm-Areal ist abgeschlossen. Wie am Dienstag, 12. Juli 2016, bekannt wurde, hat der Stadtrat auf einstimmige Empfehlung des Preisgerichts entschieden, das Projekt

Bild: HRS REAL ESTATE AG

Nach zwei gescheiterten Stadion-Abstimmungen lancierte die Stadt Zürich 2014 ein neues Investorenprojekt. Das Rennen machte «Ensemble», ein 570-Millionen-Franken-Objekt, das gänzlich von den Investoren bezahlt wird. Das Stadion mit 18'000 Plätzen gehört zu 100 Prozent der Baufirma HRS.

HANDOUT - VISUALISIERUNG --- Gesamtansicht des Projekts

Bild: HRS REAL ESTATE AG

Es wird durch zwei 137 Meter hohe Türme mit Wohnungen, Gewerberäumen und einer Genossenschaftssiedlung querfinanziert.

In der Südkurve stehen 4500 Stehplätze für die FCZ-Fans, in der Nordkurve ebenso viele für die GC-Fans bereit. 

Was sagen die Fans? 

Der Rekordmeister musste in den letzten zehn Jahren seine Heimspiele im Letzigrund-Exil austragen. «Wir freuen uns, endlich wieder nach Hause zu kommen», sagt ein GC-Fan. Denn nun zeichnet sich ein Ende ab. Und obwohl es noch Jahre dauern könnte, bis der erste Ball im neuen Stadion rollt, ist die Freude gross. «Ich bin sehr erleichtert über das Ja. Aber das ist noch lange kein Freipass, dass das Stadion wirklich gebaut werden kann», so ein anderer GC-Anhänger.

Jubel bei GC-Fans

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Video: watson/Sarah Serafini

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jol Bear 26.11.2018 11:39
    Highlight Highlight Immerhin entstehen ca. 7000 m2 nicht überbaubare Grünfläche...
  • Pedro Rodriguez 26.11.2018 09:17
    Highlight Highlight Und wieder mal ist es die SP die einen Volksentscheid nicht aktepieren kann und Beschwerde einreicht.
    • wilhelmsson 26.11.2018 10:41
      Highlight Highlight Steht im Artikel aber anders. Die SP wird sich wohl zurückziehen. Von Freisinnigen aus Höngg wird wohl Wiederstand kommen.
    • Aldobaldo 26.11.2018 12:09
      Highlight Highlight "Nach dem Ja zum Fussballstadion appellierte Mauch an einer Pressekonferenz an Jacqueline Badran und die SP und bat, die Initiative zurückzuziehen."

      "Auf Anfrage sagt Nationalrätin Badran, es liege nicht an ihr zu entscheiden, ob die SP dem Appell von Mauch nachkommt. Jedoch gehe sie davon aus, dass das Parteipräsidium die Initiative zurückziehen werde, schliesslich liege nun ein Volksentscheid vor."

      "Denn jetzt müssten erst noch der Gestaltungsplan und die Baubewilligung genehmigt werden. Und dagegen habe sich ja bereits im Vorfeld aus Kreisen des Höngger Freisinns Opposition angekündigt."
    • René Obi 26.11.2018 13:04
      Highlight Highlight Das ist Blödsinn. Beschwerden werden von den Häuschenbesitzern in Höngg eingereicht. Die SP hat gegen das Ensemble gekämpft, weil sie genau diese Beschwerden befürchtete und vor allem, weil sie mit der Finanzierung nicht einverstanden war. Die SP kämpft seit Jahrzehnten für günstigen Wohnraum in der Stadt. Und hier gibt es vor allem relativ teure Mieten in den Hochhäusern, mit denen das Stadion quersubventioniert werden soll.
  • Glenn Quagmire 26.11.2018 09:15
    Highlight Highlight Was geht zuerst auf BER oder das Stadion? Wird das Stadion noch in diesem Jahrhundert eröffnet?
    • Mathis 26.11.2018 14:54
      Highlight Highlight Klar der BER. Das Stadion kommt 2035.
  • wädenswiler 26.11.2018 09:08
    Highlight Highlight War jemand schon mal im Kreis 5? Ein grosser Teil dort ist noch gar nicht überbaut, sprich Ödland! Ein Witz, angesichts des grossen Bevölkerungsdrucks im Kanton und in der Stadt. Jetzt werden endlich mal zwei Minitürmli von 137m gebaut (ergo verdichtet) und ein paar Oberbünzli, die in einer Grossstadt wie in einem Dorf leben möchten, "trötzelen" was das Zeug hält. Meine Nachricht an einige militante Höngger und dogmatische Linke: Stellt jetzt bitte das infantile Gehabe ein und akzeptiert den gestrigen Volksentscheid! Wenn wir es mit Verdichtung ernst meinen, müssen wir vorwärts machen.
    • MacB 26.11.2018 10:00
      Highlight Highlight "Verdichtung ja aber nicht bei mir" lautet das Motto :)
    • jjjj 26.11.2018 10:56
      Highlight Highlight Ödland im Kreis 5? Wo denn?
      Josefswiese?
  • Rellik 26.11.2018 08:16
    Highlight Highlight Schön haben die Gc-Fans auch mal was zu jubeln!
    • Muerte 26.11.2018 09:05
      Highlight Highlight Schön auch, dass sie in breitestem Züridüütsch Interviews geben ... 🙈🙈🙈

      Und weiss eure Reporterin bei Watson, dass es kein „Hardturm Stadion“ wird? So heisst das hässliche Teil mit Sicherheit nicht.
    • Zwingli 26.11.2018 09:50
      Highlight Highlight Genau vermutlich wird es das Credit Suisse Stadion oder ähnlich.
    • Zwingli 26.11.2018 09:59
      Highlight Highlight und sowieso "ganz züri isch ois!"
      Benutzer Bild
    Weitere Antworten anzeigen
  • MeinSenf 26.11.2018 08:04
    Highlight Highlight Ich finde es ja nett, dass die ganze Stadt ein schönes Stadion will (ich ja auch), aber wisst ihr Nichtanwohner eigentlich, was 137m an dieser Stelle bewirken? Klar, wenn ihr nicht da wohnen müsst, kann's euch ja auch egal sein... mir aber nicht.
    • bcZcity 26.11.2018 08:13
      Highlight Highlight Willkommen in der Zukunft! Aber einige wollen das ewige Bauerndorf! Zürich West ist prädistiniert für Hochhäuser und SIE wollen ja in der Stadt wohnen. Eine Stadt die wöchst und gedeiht. Aber wenn jeder so denken würde wie Sie, dann würde Zürich noch aussehen wie vor 100 Jahren. Bei jedem Bauprojekt ist irgend eine Nachbarschaft betroffen. Zürich West, der Ort wo das Stadion kommt, gehört allen, nicht nur den dortigen Bewohnern!
    • Toerpe Zwerg 26.11.2018 08:22
      Highlight Highlight Was bewirken sie denn?
    • Posersalami 26.11.2018 08:30
      Highlight Highlight Ja, was bewirken die Türme? Wir sieht ihre persönliche städtebauliche Einordnung aus?
    Weitere Antworten anzeigen
  • P1erre991 26.11.2018 07:53
    Highlight Highlight 570 Mio und nur 18'500 Plätze? Was ist los mit der grössten Stadt der Schweiz? Nicht kleckern-Klotzen!
    Also 30'000 Sitzplätze sollten es schon sein, oder wie stellt ihr euch ein Derby vor? Armselig.
    • Scaros_2 26.11.2018 08:55
      Highlight Highlight http://www.sfl.ch/statistik-archiv/superleague/zuschauer/

      Also Zürich hat im schnitt knapp 11'000 und GC kommt auf läppische 6300 - Macht im Total keine 18'500. Das Stadion wäre also nicht überfüllt.
    • esmereldat 26.11.2018 09:07
      Highlight Highlight Die 570 Millionen sind ja nicht nur für das Stadion, sondern für das ganze Projekt inkl. 2 Hochhäusern. Und wenn man den Zuschauerschnitt der zwei Clubs anschaut, reichen 18'500 Plätze locker.
    • René Obi (1) 26.11.2018 15:09
      Highlight Highlight 18000 passt. Dann wird das Stadion von Zeit zu Zeit bei Spielen des Stadtclubs halt ausverkauft sein. Freut dann alle mit Saisonkarte. :-)
  • Scaros_2 26.11.2018 07:19
    Highlight Highlight Das schlimmste an der ganze Sache ist der Umstand, dass selbst bei absoluter Einhaltung ALLER Bestimmungen, Gesetzer etc. dennoch Einsprache und Referendum ergriffen werden darf und dies im üblichen Prozess abarbeitet wird was eine Verzögerung mit sich zieht. Man müsste also eine Art Schnellverfahren für bewusste Störaktionen einführen. Das ist oft so. Hauptsache man kann etwas das so oder so kommt (zu 100%) verzögern. Einfach so weil es einem das "wert" ist dies zu stören. Sowas ist einfach nur ärgerlich. Ich verstehe wenn Gestaltungspläne über die Vorgaben gehen --> Klagen - ok. Aber sonst?
    • Clife 26.11.2018 07:52
      Highlight Highlight Rechtstaatlichkeim bringt dies halt mit sich. Wenn man dagegen etwas unternehmen will, dann solche Personen im Privatleben meiden bzw. nicht mehr wählen. Solche Menschen regen sich über jeden Kleinkram auf oder sind einfach nur schlechte Verlierer
    • Posersalami 26.11.2018 08:29
      Highlight Highlight Zwei 137m Türme sind vom ordentliche Baurecht nicht gedeckt.

      Ich bin ausserdem froh, in einem Rechststaat zu leben wo jeder sein Recht einklagen kann! Auch wenn es hier gegen meine Interessen geht..
    • Scaros_2 26.11.2018 08:57
      Highlight Highlight Genau lesen bitte. Ich sage nicht, dass der Rechtstaat per se schlecht ist. Ich sage nur, das es mühsam ist etwas per Gerichte etc. zu behandeln das in geltendem Recht ist.

      Das man gegen Dinge klagt die ausserhalb des Baurecht, Zonenplan etc. ist - ist legitim. Dafür gibt es den Rechtstaat ja eben genau.

      Es ist aber denoch himmeltraurig das 1 Person einen Volksentscheid mit so was boykottiert. Ganz zu schweigen von den ganzen Kosten. Was kostet das den Steuerzahler im schlimmsten Fall? Gleichzeitig können die Richter keine wichtigen Fälle behandeln als die bagatelle eines frustrierten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Steven86 26.11.2018 07:14
    Highlight Highlight Das geht auch nur in der Schweiz. Die Bevölkerung von Zürich sagt ja und trotzdem können ein paar Personen eine Einsprache erheben.
    • Madison Pierce 26.11.2018 08:09
      Highlight Highlight Den Herzen nach gibt es hier viele SBI-Befürworter... Zur Erinnerung: ein wichtiges Argument gegen die SBI war die drohende "Diktatur der Mehrheit".

      Stell Dir vor, Du hättest im Dorf nicht viele Freunde und man suchte einen Standort für eine neue Schweinemast. Direkt neben Deinem Grundstück wäre doch ideal? Meint jedenfalls die Gemeindeversammlung...

      Es ist richtig, dass Betroffene sich rechtlich wehren können. Schlecht sind hingegen die langen Verfahrensdauern.
    • La Plaga 26.11.2018 09:50
      Highlight Highlight Sie dürfen nicht vergessen, leichter als mir einer Einsprache werden Sie nie 10'000-20'000 CHF verdienen.
      Man lässt sich oft für das zurückziehen der Einsprache fürstlich bezahlen.
      Würde es auch machen wenn ich könnte ;)
      Merke: vor der Moral kommt das Fressen (leider).


    • Mimimimi 26.11.2018 21:49
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