Schweiz
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Mädchen aus Osteuropa vergewaltigt und gefilmt: 10,5 Jahre für 66-jährigen St. Galler



Ein 66-jähriger Schweizer ist vom St. Galler Kantonsgericht zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren und 6 Monaten verurteilt worden. Ihm wird der sexuelle Missbrauch von fünf- bis zwölfjährigen Mädchen aus Osteuropa vorgeworfen.

Vor rund einem Jahr hatte das Kreisgericht Toggenburg den heute 66-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Beide Parteien gingen in die Berufung.

In der Verhandlung am letzten Freitag vor dem St. Galler Kantonsgericht hatte der Mann eine mildere Strafe verlangt. Die Staatsanwaltschaft forderte hingegen eine höhere Freiheitsstrafe von 15 Jahren sowie die kleine Verwahrung mit einer stationären Therapie. Es gehe um «eine grosse Anzahl von schweren Delikten mit besonders erniedrigenden Handlungen», so die Anklage.

Das Kantonsgericht gab sein Urteil am Montagnachmittag bekannt. Es verurteilte den Schweizer wegen sexueller Nötigung, Schändung, sexuellen Handlungen mit Kindern, Pornografie, Anstiftung zu sexuellen Handlungen mit einem Kind sowie Anstiftung zu Pornografie. Neben der Freiheitsstrafe wird eine ambulante therapeutische Massnahme angeordnet, die den Vollzug begleitet.

Ein intensives therapeutisches Behandlungsangebot aus Einzel- und Gruppentherapie werde weiterhin als geeignet erachtet, um die ausgewiesene Rückfallgefahr massgeblich senken zu können, heisst es in der kurzen Begründung des Gerichts.

Den Missbrauch gefilmt

Das Verfahren ausgelöst hatte der Fund von 2700 Fotos und 150 Filmen mit kinderpornografischen Aufnahmen auf einem Datenträger des Beschuldigten. Die Bilder hatte der Schweizer zumeist selber produziert. Dabei soll er zwei Mädchen immer wieder sexuell missbraucht und sich dabei gefilmt haben.

Eines der Opfer ist ein damals fünfjähriges Mädchen aus der Slowakei, das bei den zahlreichen Treffen in Begleitung seiner Mutter war. Fotografiert und gefilmt wurde weiter ein zehnjähriges Mädchen aus Polen, das sich über zwei Jahre jeweils allein mit dem Angeklagten in diversen Hotelzimmern aufhielt.

Als der Mann 2009 in Polen nach einer Anzeige in Untersuchungshaft sass, schickte ihm eine Frau aus der Ukraine per Mail Sexbilder ihrer damals siebenjährigen Tochter. Daraus entwickelte sich eine Art Geschäftsbeziehung: Der Mann bestellte bei der Frau gegen Geld pornografische Aufnahmen.

Lange Verfahrensdauer

Er wolle die Schuldsprüche nicht anfechten, sagte der 66-Jährige vor Kantonsgericht. «Ich gebe das nicht nur zu. Ich bereue es sehr.» Ab Mitte 2007 habe er pornografische Fotos von Kindern gemacht. Später folgten auch sexuelle Handlungen. Den Müttern habe er Geld geschickt. Man dürfe ihn aber nicht einfach versorgen. Er sei «kein Fall für den 59er» (kleine Verwahrung). Er habe Pläne und wolle heiraten.

Der Verteidiger plädierte auf eine mildere Bestrafung von maximal sechs Jahren und kritisierte die lange Verfahrensdauer. (sda)

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Klangtherapie 25.08.2020 11:30
    Highlight Highlight Ich hoffe für die Mädchen das Sie eines Tages Frieden mit sich selbst schliessen können und mun gut umsorgt werden.

    Den involvierten Müttern, Drahtziehern und dem Täter wünsche ich das Sie bis an Ihr Lebensende an Ihrer Schuld verzweifeln.
  • Wupsie 25.08.2020 01:27
    Highlight Highlight Ich bin entsetzt, schrecklich. Aber auch die Mütter, die ihre Kinder so verkaufen und missbrauchen. Vermutlich herrscht grosse Not, dass die Menschen sich gezwungen sehen, irgendwie Geld zu beschaffen. Aber die eigenen wehrlosen Kinder verkaufen, misshandeln lassen. Schrecklich, da fehlen mir die Worte und das Verständnis.
  • malu 64 24.08.2020 23:20
    Highlight Highlight Seltsame Geschichte!
    Führt er sich gut, kommt er trotz der Verlängerung, nächstes Jahr frei. Mit 67 Jahren.
    Im Jahr 2014 begann der vorzeitige Strafantritt.
    Was passierte mit den Rabenmüttern, welche aus Geldgier ihre Kinder zur Verfügung stellten?


  • äti 24.08.2020 19:07
    Highlight Highlight Ich hatte erwartet, die 10 Jahre Strafe wären pro Kind. Alles andere ist mir zuwenig.
  • Kong 24.08.2020 18:38
    Highlight Highlight Er möchte heiraten... bin ich der Einzige wo die Alarmglocken läuten 🙄
    • Hummingbird 24.08.2020 22:48
      Highlight Highlight Na klar, er möchte ein eigenes Kind zum missbrauchen...
  • Konsortin Sha'ira 24.08.2020 17:26
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  • Konsortin Sha'ira 24.08.2020 16:24
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  • Konsortin Sha'ira 24.08.2020 16:19
    Highlight Highlight Wieso ist die Herkunft der Mädchen wichtig?
    • Scott 24.08.2020 17:42
      Highlight Highlight Wieso ist die Herkunft der Mädchen unwichtig?
    • IZO 24.08.2020 18:59
      Highlight Highlight Weil solche Typen sich dass hier nicht "leisten" können. Da geht mann halt in arme Länder, wirft mit seinem Geld rum. Eine verzweifelte Familie wird sich schon finden lassen. Capiche? Dass ganze geht unter Kindersex Tourismus.
    • Konsortin Sha'ira 24.08.2020 19:07
      Highlight Highlight Schade dass watson meine Nachfragen nach den Konsequenzen für die Mütter/Mittler löscht. Ich hoffe trotzdem, dass die Mädchen nun in ein gesundes Umfeld gekommen sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Butzdi 24.08.2020 15:41
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • MartinZH 24.08.2020 15:07
    Highlight Highlight Gut so, dass dieser Typ lange hinter Schloss und Riegel kommt. Hoffentlich richtet er dann als gut 70-Jähriger keinen Schaden mehr an. Nur schade, ist das Gericht nicht vollumfänglich den Anträgen der Staatsanwältin ("Kleine Verwahrung") gefolgt, denn so ist er bei guter Führung und Anrechnung der U-Haft sicher nach 2/3 der Strafe wieder draussen und reist womöglich wieder nach Osteuropa. 😔
    • MartinZH 24.08.2020 17:31
      Highlight Highlight Solchen Personen sollte man eigentlich (natürlich gesetzlich legitimiert) im Anschluss der Haftzeit einen Reisepass verweigern. Ist doch fahrlässig (von Seiten des Staats und der Gesellschaft), wenn so jemand wieder frei reisen kann: Egal, ob nach Osteuropa, Thailand oder Afrika und Südamerika. Man sollte solche Leute im Anschluss der Strafe einfach adäquater behandeln.

      Es geht v.a. auch um eine Verantwortung von Seiten des Staats: Wir haben es ja auch nicht gerne, wenn osteuropäische Diebesbanden hier ihr unwesen treiben oder wenn, ganz allgemein, Leute aus dem Ausland hier Delikte verüben.
  • Lavamera 24.08.2020 15:05
    Highlight Highlight Mir tun die Leue leid, die sich die Videos anschauen müssen. Weiss nicht, ob ich das könnte...
    • Ian Cognito 24.08.2020 15:30
      Highlight Highlight Ich hab vor allem Respekt vor den Psychiatern, die dann solche Leute begutachten müssen...
  • AnnenMay 24.08.2020 15:05
    Highlight Highlight "Ihm wird der sexuelle Missbrauch von fünf- bis zwölfjährigen Mädchen aus Osteuropa vorgeworfen."

    "Es handle sich um eine grosse Anzahl von schweren Delikten mit besonders erniedrigenden Handlungen"

    "Freiheitsstrafe von 10 Jahren und 6 Monaten"

    Jaja, Rechtsstaat und so... Trotzdem, wenn ich sowas lese würde ich den Täter am liebsten gleich auf brutalste Weise kastrieren und für immer wegsperren! Er hat das Leben so vieler zerstört mit seinen grauenhaften Taten!
    • Pfefferkopf 24.08.2020 15:39
      Highlight Highlight Kürzlich kam hier ein Artikel über die Prostitution in der Schweiz. Gut 80% machen dies unter Zwang oder auf Grund schlimmer Lebensumstände. Viele sind sehr jung teilweise auch minderjährig. Der grösste Teil der männlichen Kommentatoren fand das ganz lässig so. Für die sind Frauen eine Gebrauchsmasse. Die finden es auch völlig in Ordnung, wenn diese Frau von einem Typen gewürgt und angespuckt werden. Diese Mädchen sind nun noch ein Stück jünger. Ich finde die grosse Anzahl Täter in unserem Land zum Kotzen. Männer missbrauchen Frauen immer noch sehr oft. Nur sind es heute ausländische Frauen.
    • Ian Cognito 24.08.2020 16:14
      Highlight Highlight "Jaja, Rechtsstaat und so"
      Ich habe gehört der Trump sucht noch solche Leute für sein Kabinett
    • Kruk 24.08.2020 19:39
      Highlight Highlight Rechtsstaat, der hat für faire Verhandlungen zu sorgen.

      Diese Strafe ist zu lasch. Es handelt sich um einen mehrfach täter.
      Es war nicht eine einmalige Handlung mit folgender Reue.

      Solche Menschen gehören meiner Meinung nach von der Gesellschaft für immer ferngehalten, auch dann wenn sie dies mit Erwachsenen oder Tieren machen.
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