Schweiz
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18-Jähriger nach Beil-Attacke in Flums für schuldunfähig erklärt



Der heute 18-Jährige, der im Herbst 2017 in Flums SG sieben Menschen mit einem Beil zum Teil schwer verletzt hat, wird die kommenden Jahre in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik verbringen. Das Jugendgericht Werdenberg-Sarganserland hat am Donnerstagabend sein Urteil publiziert.

Täter befindet sich in geschlossener psychiatrischer Klinik

Der damalige Amokläufer stand am Mittwoch vor dem Jugendgericht in Mels SG. Der Tatablauf vom Abend des 22. Oktober 2017 war nicht umstritten. Der junge Mann hatte alles schon nach seiner Festnahme und auch vor Gericht bestätigt. Zudem gab es Zeugen.

Es steht also fest, dass er am Abend des 22. Oktober 2017 in Flums im Elternhaus einen Brand legte. Danach ging er ins Dorf und verletzte dort vier zufällig anwesende Menschen mit einem Beil teils schwer. Er entwendete ein Auto, fuhr damit in einen Gartenzaun, lief zu Fuss weiter und attackierte bei einer Tankstelle drei Frauen. Dann stoppte ihn die Polizei.

Der Beschuldigte war jedoch laut Gericht zum Zeitpunkt seines Amoklaufs schuldunfähig. Aus diesem Grund musste es ihn freisprechen. Es ordnete die Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Klinik an. Schon heute befindet sich der junge Mann in einer solchen Einrichtung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Schuldunfähig wegen Schizophrenie

Das Gericht begründete in einer Medienmitteilung seinen Entscheid mit der schweren psychischen Krankheit des jungen Mannes. Gemäss dem psychiatrischen Gutachten leidet er an einer «schweren, langwierigen und schwierig zu heilenden schizophrenen Krankheit», schreibt das Gericht. Im nicht öffentlichen Teil der Verhandlung vom Mittwoch habe die Gutachterin ihre Befunde schlüssig erläutert.

Der Jugendanwalt hatte einen Schuldspruch wegen mehrfachen versuchten Mordes, versuchter Brandstiftung, mehrfacher teilweise versuchter einfacher Körperverletzung und weiterer Delikte verlangt und eine dreijährige Freiheitsstrafe gefordert. Auch er anerkannte allerdings die Krankheit des Beschuldigten. Der Verteidiger hatte Schuldunfähigkeit geltend gemacht.

Geldforderungen auf Zivilweg

Weil der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt nicht in der Lage war, vernunftgemäss zu handeln, er also nicht urteilsfähig war, kann er zudem nicht zur Zahlung von Schadenersatz- und Genugtuungsleistungen verpflichtet werden. Ob dies ausnahmsweise «aus Billigkeit» getan werden könne, muss nun ein Zivilgericht klären, schreibt das Jugendgericht.

Die Rechtsvertreter der Geschädigten forderten am Mittwoch insgesamt rund 390'000 Franken Schadenersatz- und Genugtuungsleistungen. Das Gericht verwies diese Forderungen nun auf den Zivilweg. Die Verfahrenskosten trägt der Staat.

Der junge Mann war im Alter von 13 Jahren aus Lettland zu Mutter und Stiefvater in die Schweiz gezogen. Einen Landesverweis sehe das Jugendstrafrecht nicht vor, schreibt das Gericht. Es habe einen solchen deshalb nicht zu prüfen gehabt. (tam/sda)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rolf Stühlinger 21.12.2018 06:28
    Highlight Highlight Fährt man in der schweiz zu schnell packt das gesetz brutal zu . Komplett egal wenn niemand dabei gefährdet wurde .
    Die richter haben keinerlei handlungsspielraum .
    Aber vergewaltiger und mörder werden verhätschelt und teils früh wieder freigelassen . Das sind ja ganz arme menschen denen muss man doch helfen .
    Die schweizer justiz ist einfach bald nur noch lachhaft .
  • DocShi 20.12.2018 20:55
    Highlight Highlight Also eigentlich wollte ich erst nichts kommentieren. Als ich jedoch die Kommentare hier las, änderte ich meine Meinung.
    Ich habe das Gefühl das hier Einige nicht verstehen was eine psychische Erkrankung bewirken kann!
    Ja,es ist extremst bedauerlich das diese Erkrankung nicht vorher richtig erkannt und behandelt wurde. Mir tun die Opfer und deren Angehörige sehr sehr leid.
    Aber diesen Täter kann man, ob das hier Einige einsehen oder nicht, nicht wie einen normalen Täter behandeln. Und somit ist es folgerichtig dass er psychatrisch behandelt wird.
    • who cares? 21.12.2018 08:19
      Highlight Highlight Reden wir doch über die Opfer. Eine Genugtuung müsste ihnen schon zustehen, unabhängig davon, ob sie nun vom Täter oder vom Staat bezahlt wird. Die beiden Schwerverletzten haben vielleicht dauerhafte Verletzungen, müssen die nun wirklich vor der IV erniedrigen? (und ja wenn man IV beantragt wird man behandelt wie das letzte) Ausserdem sind doch alle traumatisiert und müssen jetzt mit diesem Trauma das ganze Leben lang zurecht kommen.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 21.12.2018 22:09
      Highlight Highlight @DocShi
      Das kapieren nur Leute die selbst betroffen sind oder Angehörige einer Person mit einer entsprechenden psychischen Krankheit.
      Versuch mal einem gesunden zu erklären, wie sich eine Depression anfühlt.
      Meistens bekommst du dann einfach zur Antwort, ja dann hör doch einfach auf dich leer zu fühlen/traurig zu sein.
      Meine Erwiderung: "Sagst du auch einem Patienten mit Leukämie, er solle einfach aufhören Leukämie zu haben?"
      Es wird immer Leute geben, die Gerechtigkeit nicht von Rache unterscheiden können. Und genau solche Menschen widern mich zutiefst an.
  • Rumbel the Sumbel 20.12.2018 20:31
    Highlight Highlight Wer das nicht versteht, soll ja gemäß gewissen Kreisen offenbar Wutbürger sein. Ich bin es gerne.
    • Fabio74 20.12.2018 22:15
      Highlight Highlight kennen wir schon.
      Aber noch mal: Zum Glück haben wir einen Rechtsstaat und eine unabhängige Justiz und nicht den geiferenden Mob der urteilt
    • Rumbel the Sumbel 20.12.2018 22:58
      Highlight Highlight kennen wir schon. Stimmt. Gut haben wir einen Rechtsstaat. Nur ist es so, dass dieser mit der Konsequenten Durchsetzung so seine Liebe Mühe hat. Gutmenschen, Schönredner und geifernden Übertoleränzler haben wir ja offenbar genug.
  • midval 20.12.2018 19:43
    Highlight Highlight Gut hat er nichts geklaut sonst wäre er aber sowas von rausgeschmissen worden.
  • #Technium# 20.12.2018 19:30
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass der Täter für sehr lange Zeit in dieser geschlossen psychiatrischen Klinik bleibt. Es wäre vollkommen unverantwortlich, solch einen gefährlichen Täter wieder in die Freieheir zu entlassen.
  • EhrenBratan. Hääää! 20.12.2018 18:53
    Highlight Highlight Eine Faust ins Gesicht der geschädigten. Ich bin sprachlos! 😒
  • Pasch 20.12.2018 18:40
    Highlight Highlight Ich behalt mein Urteil über den Täter für mich, vermutlich aber wenn das Interesse an der Geschichte verflogen ist werden die Opfer wieder mal im Regen stehen...
    • Caturix 20.12.2018 18:51
      Highlight Highlight Bei Schizophrenie bleibt nur die Psychiatrie. Eine Person die diese Krankheit hat kann gar nicht anders als es seine Stimmen ihm sagen. Traurig für die Opfer aber so ist es und es wird solche Fälle immer geben.
    • Brezel Hugger 20.12.2018 19:12
      Highlight Highlight Das tun sie immer. Der Staat stiehlt sich bei den Opfern immer aus der Verantwortung.
      Auch hier ist der Verweis auf den Zivilweg ein Hohn.
    • Fabio74 20.12.2018 19:22
      Highlight Highlight Zum Glück für uns alle leben wir in einem Rechtsstaat
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