Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

6 Jahre Gefängnis, 7 Jahre Landesverweisung für Brandstifter von Sargans



Bild

Brandstiftung vom Juli 2016. kapo sg

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland hat einen 35-jährigen Mann der mehrfachen Brandstiftung und des Betrugsversuchs schuldig gesprochen, wie es am Montag bekanntgab. Es verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren.

Zudem wird der Deutsche, der in der Schweiz verheiratet ist, für sieben Jahre des Landes verwiesen. Mit dem Strafmass blieb das Gericht unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Sie hatte zehn Jahre Freiheitsentzug und zehn Jahre Landesverweisung gefordert. Das Gericht musste sich für sein Urteil einzig auf Indizien stützen. Für die Brandstiftungen gab es weder Augenzeugen noch Geständnis.

Der Beschuldigte hatte stets seine Unschuld beteuert: Er habe nichts mit den Bränden zu tun, sagte er auch mehrmals an der Hauptverhandlung vom vergangenen Donnerstag. Der Verteidiger betonte vor Gericht das Prinzip «im Zweifel für den Angeklagten».

Bild

Feuer in der Schreinerei des Verurteilten. Kapo sg

Keine Zweifel an der Schuld

Die Richterinnen und Richter hatten nun aber keine Zweifel an der Schuld des Mannes. Unmittelbar nach dem letzten Brand Ende November wurde er festgenommen. Die Polizei hatte ihn beim Brandort beobachtet.

Im Juli, im August und im November 2016 hatte der junge Mann in Sargans siebenmal Feuer gelegt. Fünfmal brannte es auf dem Gelände mit verschiedenen Lokalitäten von Kleinunternehmen, unter anderen hatte er selbst dort seine Schreinerwerkstatt. Zwei weitere Brände gab es in einem Unterstand und in einem Schuppen in der Umgebung. Personen oder Tiere wurde weder gefährdet noch verletzt.

Aktuelle Polizeibilder: Raser hatte Schutzengel

Nach den zwei ersten Bränden – in seiner Werkstatt – legte der Schreiner seiner Versicherung eine Schadensmeldung vor. Dies wurde ihm als Betrugsversuch angelastet. Gezahlt hat die Versicherung nicht.

Schuldenberg von über 180'000 Franken

Der 35-Jährige, der ohnehin chronisch pleite war, steht nun auch noch vor einem schier unüberwindlichen Schuldenberg. Zu den Schulden, die er vor seiner Festnahme schon hatte, kommen immense weitere Beträge, die er wohl kaum je wird abzahlen können.

Das Gericht überband dem Beschuldigten die Verfahrenskosten. Die Staatsanwaltschaft machte Kosten von 51'000 Franken geltend, und die Gebäudeversicherung forderte 131'000 Franken für die verursachten Brandschäden. Und auch der private Verteidiger muss bezahlt werden – ein Bekannter hatte dem Schreiner dafür ein Darlehen gewährt. (sda)

Wie Polizist Schaffner die 80er-«Bewegig» unterwanderte

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

NASA findet neue Hinweise für Wasser auf dem Mond

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

Wolf reisst 19 Schafe auf Alp im Sarganserland

Auf der Alp Fursch in der St. Galler Gemeine Flums sind seit Anfang Woche 19 Schafe von einem Wolf gerissen worden. In dem Gebiet im Sarganserland wurden seit 2019 wiederholt ein männlicher und ein weiblicher Wolf gesichtet.

Der kantonale Wildhüter wurde am Donnerstag wegen mehreren toten Schafen auf die im Schilstal gelegene Alp gerufen, wie die St. Galler Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Die gerissenen Schafe befanden sich auf einer Weide mit Elektrozaun und natürlichen Grenzen.

Die kantonale …

Artikel lesen
Link zum Artikel