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Schweiz
SVP

SVP-Basis muckt auf: «Es wäre nun Zeit, dass Blocher endgültig zurücktritt»

Alt Bundesrat Christoph Blocher, an der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz, am Samstag, 24. Maerz 2018, in Klosters. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Christoph Blocher gerät in den eigenen Reihen unter Beschuss.Bild: KEYSTONE

SVP-Basis muckt auf: «Es wäre nun Zeit, dass Blocher endgültig und ganz zurücktritt»

Ungewöhnlich deutlich distanzieren sich SVP-Lokalpolitiker von Doyen Christoph Blocher. Hintergrund ist ein Streit darüber, wer Schuld an den jüngsten Wahlschlappen trägt.
22.04.2018, 14:2922.04.2018, 14:50

Wenn die Basis versagt, kennt Übervater Christoph Blocher kein Pardon. Wiederholt hatte er die lokalen SVP-Sektionen für ihr schlechtes Abschneiden an den Urnen gerügt. Viele Ortsparteien seien «eingeschlafen», bemängelte Blocher etwa.

Nun setzen sich die betroffenen Sektionen zur Wehr, wie die SonntagsZeitung berichtet. Sie zitiert Rico Käser, Präsident der SVP-Sektion Kloten, mit den Worten: «Ich glaube, dass Christoph Blocher und sein Umfeld mit dem Festhalten an den alten Themen ebenfalls schuld sind, dass die Kommunalwahlen für die SVP schlecht ausgegangen sind.» Käsers Ortspartei hatte vergangene Woche drei von 13 Parlamentssitzen in Kloten verloren.

Spricht Klartext: Rico Käser.
Spricht Klartext: Rico Käser.bild: svp kloten

Indem Blocher immer auf dieselben Themen fokussiere, vergehe den Wählern die Lust, an die Urne zu gehen, so Käser weiter. Zwar habe Blocher die Partei weit gebracht. «Aber es wäre nun Zeit, dass er endgültig und ganz zurücktritt, und nicht mehr im Hintergrund die Fäden zieht.»

Die Politik der nationalen SVP sei «zu wenig konstruktiv», findet auch Ueli Kuhn, SVP-Präsident in Illnau-Effretikon. Gefragt seien mehrheitsfähige Themen. Zudem sei es in der Basis schlecht angekommen, dass Magdalena Martullo-Blocher in der Parteileitung in die Fussstapfen ihres Vaters tritt. Von einer «Vetternwirtschaft» ist die Rede.

Dass sich SVP-Politiker so offen mit Blocher anlegen, muss als aussergewöhnlich bezeichnet werden. 

(jbu)

«Erich Hess, wovor hast du mehr Angst als vor Ausländern?»

Video: watson/Nico Franzoni, Lya Saxer
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35 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Yolo
22.04.2018 14:43registriert Mai 2015
Die Basis schein ein Licht aufgegangen zu sein. Nur ein Thema zu beackert ist auf lange Zeit nicht zielführend.
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zombie woof
22.04.2018 15:28registriert März 2015
SVP-Basis muckt auf: «Es wäre nun Zeit, dass Blocher endgültig und ganz zurücktritt»

Der arme König Christoph. Ermattet vom harten, Jahrelangen Kampf gegen die Feinde der Eidgenossenschaft, und jetzt das. Er, der vom Volch gerufen wurde, der sich aufgeopfert hat, wird von den Vasallen hinterrücks angegriffen, gar zum Rücktritt aufgefordert! In früheren Zeiten wäre ein solcher Aufstand niedergeschlagen worden, aber heute? Tja lieber König Christoph, mach der Schweiz einen letzten Gefallen, dreh den Geldhahn für die SVP zu, setz dich in den Garten und geniess deine Ankerbildli.
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bcZcity
22.04.2018 16:53registriert November 2016
Als ob die SVP auf einen der wichtigsten Geldgeber verzichten möchte. Die SVP wird noch lange die Blocher-Partei bleiben, denn auch seine Erben (Martullo) werden das Kässeli weiter füllen und dafür bestimmen.

Klar hat es noch andere, ja sogar viele, gut betuchte Mitglieder welche eine starke Lobby haben. Aber das Blocher-Gen wurde nun jahrelang eingepflanzt und spült immer wieder untragbare Figuren (Fuchs, Hess) an die Oberfläche.

Moderate, sympathische und brauchbare SVP Typen wie z.b This Jenny, sind/waren zu selten, treten - leider - zu früh ab oder bekommen kein Gehör.
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