Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Es wird teuer für Swisscom & Co.: Mindestens 220 Millionen Franken für 5G-Frequenz



Die Grundlage für die Datenautobahn der Zukunft im Mobilfunk geht ins Geld: Die Mobilfunkfrequenzen für die superschnelle Technik 5G kosten die Telekomkonzerne Swisscom, Sunrise und Salt mindestens 220 Millionen Franken.

Dies hat die Eidgenössische Kommunikationskommission Comcom in ihren Bedingungen zur Versteigerung der Frequenzen festgelegt, wie sie am Freitag vor den Medien in Bern bekannt gab. Die Auktion solle im nächsten Januar stattfinden. Die Telekomkonzerne können ihr Bewerbungsdossier bis zum 5. Oktober einreichen.

ZU EINEM IPHONE/IPAD BASISKURS DER PRO SENECTUTE STELLEN WIR IHNEN HEUTE FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- A participant attends an iPhone and iPad introductory course in Altdorf, Canton of Uri, Switzerland, organised by Pro Senectute's cantonal section of Uri, on May 9, 2018. Founded in 1917, Pro Senectue is a non-profit organization dedicated to the well-being, dignity and rights of the elderly and offers a wide range of services and courses. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die Frequenzen für die 5G-Technologie werden teuer. Bild: KEYSTONE

Das Bieterrennen um die Frequenzen beginnt bei 220 Millionen Franken. Dies ist der Minimalpreis, wenn es für alle Frequenzen eine Nachfrage gibt. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Es gab auch schon Versteigerungen, an denen Frequenzen liegen blieben und an den Bund zurückgingen.

Gewisse Frequenzen sind doppelt so teuer

Besonders gross dürfte das Gerangel um die Frequenzen von 700 Megahertz und 3.5 bis 3.8 Gigahertz sein, die für die neue Mobilfunktechnik 5G sehr wichtig sind. Deshalb hat die Comcom bei den besonders attraktiven Frequenzen im 700 MHz-Band den Mindestpreis des Bundesrats verdoppelt.

«Frequenzen sind ein knappes, öffentliches Gut. Wer Frequenzen nutzen will, muss dafür Gebühren bezahlen», argumentiert die Comcom als Regulatorin: «Es ist jedoch nicht das Ziel der Comcom, einen möglichst hohen Auktionserlös zu erzielen.»

Im Vordergrund stehe eine gute Frequenzausstattung der Mobilfunkbetreiber und eine gute Versorgung des Landes mit qualitativ hochstehenden Telekomdiensten. Die Mindestpreise seien im Vergleich zum Ausland immer noch im unteren Bereich, sagte Comcom-Präsident Stephan Netzle vor den Medien in Bern.

1 Milliarde für die Bundeskasse

Bei der letzten Auktion im Jahr 2012 hatte der Mindestpreis für den Verkauf aller Frequenzen bei 637 Millionen Franken gelegen. Sunrise, Swisscom und die damalige Orange (heute: Salt) schaukelten sich auf 996 Millionen Franken hoch.

Am ungeschicktesten verhielt sich damals Sunrise. Die Nummer zwei im Schweizer Telekommarkt zahlte schliesslich über eine halbe Milliarde Franken, obwohl sie weniger Frequenzen erhielt als die Swisscom.

Der «blaue Riese» ergatterte für 360 Millionen Franken damals 42 Prozent des ganzen Spektrums. Orange bezahlte mit 155 Millionen Franken am wenigsten. Mit den Ratenzahlungen flossen damals über 1 Milliarde Franken in die Bundeskasse.

Nun hat die Comcom die Lehren aus der Vergangenheit gezogen: «Wir nehmen von komplizierten Versteigerungsformaten wie 2012 wieder Abstand», sagte Netzle. Es werde eine einfache Clock-Auktion durchgeführt.

Um zu verhindern, dass die Swisscom ihre finanziellen Muskeln spielen lässt, hat die Comcom Bietbeschränkungen eingeführt. «Alle Marktteilnehmer erhalten damit die Möglichkeit, eine Frequenzausstattung zu erwerben, die ihren Geschäftsmodellen entspricht.»

Mit Bietbeschränkungen in gewissen Frequenzbereichen werde sichergestellt, dass nicht einzelne Auktionsteilnehmer übermässig viele Frequenzblöcke aufkaufen können. Kein Betreiber solle leer ausgehen, sagte Netzle. Bei den 700 MHz-Frequenzen darf ein Anbieter maximal die Hälfte ersteigern, bei den 3.5 bis 3.8 GHz-Frequenzen sind es höchstens 40 Prozent.

Kritik von Mobilfunkern

Die Bietbeschränkungen stossen auf Kritik der Telekomanbieter. Sunrise und Salt störten sich vor allem an der zu grosszügigen Maximalgrenze von Frequenzblöcken. Die Swisscom könnte damit auch Frequenzblöcke ersteigern und diese ungenutzt lassen, nur damit sie der Konkurrenz nicht zur Verfügung stünden.

Genau das Gegenteil bemängelte die Swisscom: Die Bietbeschränkungen seien viel zu eng gesteckt. Die Swisscom habe heute pro Kunde mit Abstand am wenigsten Frequenzen pro Kunde. Dieser Zustand werde nun zementiert: Die Swisscom-Konkurrenten hätten nach der Versteigerung mindestens die Hälfte mehr Frequenzen pro Kunde zur Verfügung als die Marktführerin.

15 Jahre gültig

Die neuen Frequenzen werden technologieneutral vergeben. Das heisst, die Telekomkonzerne können sie für die jetzige Mobilfunkgeneration 4G oder für die neue 5G verwenden, wie sie wollen. Das hängt von ihrer Netzplanung ab.

Die Konzessionen werden voraussichtlich im nächsten Frühling vergeben, teilte die Comcom mit. Allerdings droht noch das Damokles-Schwert eines Rekurses vor dem Bundesverwaltungsgericht. Damit haben Sunrise und Salt bereits gedroht, falls das Auktionsergebnis für sie schlecht ausfallen sollte. Das würde die ganze Einführung von 5G verzögern.

Die Nutzungsdauer ist bei fast allen Frequenzbereichen bis 2033 festgelegt. Damit sollen die Telekomfirmen ausreichend Sicherheit haben, um die hohen Investitionen in neue Technologien wieder hereinholen zu können. (awp/sda)

Stärker mit dem Daumen als mit den Beinen

Play Icon

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

So reagiert das Internet auf Trumps «Finnland-machts-besser»-Vergleich

Link to Article

Der Sexgeschichten-König, der mich in der Suite erobert

Link to Article

«Red Dead Redemption 2» – eine riesige, wunderschöne Enttäuschung  

Link to Article

18 Tinder-Profile, die ein BISSCHEN zu ehrlich sind 😳

Link to Article

Jüngste Demokratin kommt im Kongress an – und wird sogleich kritisiert wegen ihres Outfits

Link to Article

11 Momente, in denen das Karma sofort zurückgeschlagen hat

Link to Article

Facebooks schmutziges Geheimnis – Zuckerberg und Co. behaupten, sie wussten von nichts

Link to Article

Trump ist sauer – und zwar so was von!

Link to Article

Was du über die Bauernfängerei «Initiative Q» wissen musst

Link to Article

Wer sind die SVP-Models, die für die Selbstbestimmungs-Initiative den Kopf hinhalten?

Link to Article

Diese 16 Bilder zeigen, wie blöd unsere Gesellschaft doch manchmal ist

Link to Article

Wenn Teenager illegale Nackt-Selfies verschicken – das steckt dahinter

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AskLee 06.07.2018 18:43
    Highlight Highlight Ein Neymar Wert 🤦‍♂️
    2 0 Melden
  • p4trick 06.07.2018 14:23
    Highlight Highlight Sehr teuer ca. CHF33 pro Mobile Kunden für die Swisscom einmalig!
    4 9 Melden
    • ands 06.07.2018 15:25
      Highlight Highlight Also im Schnitt rund 40% der monatlichen Abogebühr. Macht über 15 Jahre 0.2%. Das dürfte verkraftbar sein.
      4 0 Melden
  • Redly 06.07.2018 14:19
    Highlight Highlight Und alle dann ganz überrascht:
    Warum ist telefonieren in CH mit diesen Staatsabgaben so teuer?
    🤦‍♀️🤦‍♂️
    8 6 Melden
    • p4trick 06.07.2018 16:18
      Highlight Highlight Weil Swisscom 33 Fränkli pro Mobile Kunde zahlt einmalig? Genau...
      6 1 Melden
    • Redly 08.07.2018 11:03
      Highlight Highlight @P4trick: Ich glaub du machst einen Rechenfehler.
      Der Bund erwartet total 1 Milliarde Einnahmen. Das macht bei 8 Mio Einwohner (inkl Babies etc.) schon pro Kopf 125.—. Pro Haushalt summiert sich das schon ein bisschen.
      1 0 Melden
  • fabsli 06.07.2018 14:12
    Highlight Highlight "Frequenzen sind ein knappes, öffentliches Gut."
    Und darum wollen wir Millionen, für ein Blatt Papier. Dein Bund.
    12 9 Melden

Wegen BÜPF: Provider speichern sechs Monate lang, wann du auf welcher Website warst

Vor der Einführung des Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs BÜPF kommunizierten die Behörden, es würden nur Metadaten auf Vorrat gespeichert. Jetzt zeigt sich: Dem ist nicht so. 

Am 1. März trat das umstrittene Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) in Kraft. Im Vorfeld besonders umstritten war die flächendeckende Überwachung von Bürgern und Firmen auf Vorrat, also ohne dass ein Verdacht vorliegen muss. Die Vorratsdatenspeicherung betrifft alle Bürger und Firmen, die Kommunikation über das Internet oder die Post nutzen – sprich die gesamte Bevölkerung.

Der Bundesrat und die Mehrheit des Parlaments argumentierten, das Sammeln von …

Artikel lesen
Link to Article