Schweiz
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Tödlicher Bahnunfall im Tessin könnte strafrechtliche Folgen haben



Der Unglueckszug bei der Unfallstelle eines Zugungluecks auf der Gotthard-Bergstrecke bei Airolo, am Dienstag, 5. Februar 2019. Am Dienstagmorgen sind zwei Bahnarbeiter von einem Zug erfasst worden. Einer der Maenner starb am Unfallort, der zweite wurde schwer verletzt in ein Spital geflogen. (KEYSTONE/Ti-Press/Francesca Agosta)

Bild: TI-PRESS

Der tödliche Unfall auf der Gotthard-Bergstrecke in Airolo TI vor knapp einer Woche hat möglicherweise strafrechtliche Konsequenzen. Die Tessiner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier Personen wegen fahrlässiger Tötung.

Bei dem Unfall vom Dienstagmorgen vergangener Woche waren zwei Bahnarbeiter aus vorerst unbekannten Gründen am Südportal des Gotthardtunnels von einem Richtung Norden fahrenden Zug der Regionalgesellschaft Tilo erfasst worden. Ein 40-jähriger Schweizer starb, sein 39-jähriger Kollege wurde schwer verletzt ins Spital geflogen.

Der Anwalt des Schwerverletzten bestätigte am Montag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht des Tessiner Radios und Fernsehens RSI, wonach die Staatsanwaltschaft aktiv wurde. Auch sein Mandant sei der fahrlässigen Tötung verdächtigt und bereits im Spital von der für das Verfahren zuständigen Staatsanwältin einvernommen worden, sagte der Luganeser Anwalt Yasar Ravi weiter.

Staatsanwältin Marisa Alfier hat das Verfahren auf drei weitere Personen ausgedehnt. Dabei handelt es sich um den Sicherheitschef, den Verantwortlichen für den Bahnverkehr auf der betroffenen Linie sowie einen Angestellten der Sicherheitsfirma Securitrans.

«Die Untersuchung sollte klarmachen, was an jenem Tag auf der Bahnlinie geschehen ist, könnte aber auch in einer Einstellungsverfügung enden», sagte Ravi. Sein Mandat habe den Unfall wie durch ein Wunder überlebt, sei aber psychisch sehr erschöpft.

Staatsanwältin Alfier wollte sich nicht zu dem von ihr eröffneten Verfahren äussern. Der Mediensprecher der SBB im Tessin, Patrick Walser, liess sich auf Anfrage nur ein «wir sind überrascht» entlocken, wollte aber ebenfalls nichts zu der Angelegenheit sagen. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nightghost 11.02.2019 19:31
    Highlight Highlight Die Firma heisst Securitrans., und nicht wie im Artikel Securitas
  • paper 11.02.2019 17:53
    Highlight Highlight Leider ist das Verfahren absolut gerechtfertigt. Sicherheitsrelevante Fehler werden intern regelmässig verschwiegen / vertuscht. Wenn mal ein Fehler ans Licht kommt ist immer "menschliches Versagen" die Ursache, Konsequenzen gibt es für besagte Mitarbeiter dennoch kaum - noch nicht einmal Nachschulungen. (Einschub: menschliches Versagen ist nie Ursache, sondern selbst schon eine Folge eines tieferliegenden Problems.)
    Leider frisiert auch die SUST ihre Berichte - bzw lässt sie von den Unternehmen vor der Veröffentlichung "vernehmlassen". Mal schauen ob die Staatsanwaltschaft das besser macht.
    • Albert J. Katzenellenbogen 11.02.2019 23:23
      Highlight Highlight Wenn ein Mensch stirbt gibt es so gut wie immer ein Untersuchungsverfahren. Dadurch lässt sich noch lange keine Schuld vermuten.
    • Astrogator 12.02.2019 03:21
      Highlight Highlight „Sicherheitsrelevante Fehler werden intern regelmässig verschwiegen / vertuscht.“
      Das erlebe ich überhaupt nicht so.
    • paper 13.02.2019 04:44
      Highlight Highlight 6 tödliche Arbeitsunfälle im Gleisbereich innerhalb eines Jahres sprechen leider eine deutliche Sprache...

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