Schweiz
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Ungelöste Fälle: Seit 32 Jahren wird Edith vermisst – bald gilt sie als «verschollen»



Edith Trittenbass gilt seit 1986 als vermisst. Das damals achtjährige Mädchen verschwand auf dem Weg zur Schule im thurgauischen Wolfikon, grossangelegte Suchaktionen blieben erfolglos. Jetzt soll die Verschwundene für verschollen erklärt werden.

Am 3. Mai 1986 verschwindet die achtjaehrige Edith Trittenbass aus Wetzikon SG auf dem Weg zur Schule. Seithher fehlt von ihr jede Spur. Undatiertes Polizeibild. (KEYSTONE/Str)

Am 3. Mai 1986 verschwindet die 8-jährige Edith Trittenbass aus Wolfikon TG auf dem Weg zur Schule. Bild: KEYSTONE

Der Fall, der bis heute ungeklärt ist, erregte im Sommer 1986 grosses Aufsehen. Polizei und Freiwillige suchten in der Umgebung von Wolfikon in der Gemeinde Thundorf TG tagelang nach dem vermissten Mädchen, das möglicherweise entführt wurde oder einem Verbrechen zum Opfer fiel. Die Suche blieb ohne Ergebnis.

«Für die Kantonspolizei Thurgau ist ein Fall nie abgeschlossen.»

Polizeisprecher Matthias Graf

Polizei und Zivilpersonen suchen am 6. Mai 1986 im Wald bei Wetzikon TG nach der vermissten achtjaehrigen Edith Trittenbass. (KEYSTONE/Str)

Polizei und Freiwillige suchten in der Umgebung von Wolfikon in der Gemeinde Thundorf TG tagelang nach dem vermissten Mädchen, das möglicherweise entführt wurde oder einem Verbrechen zum Opfer fiel. Bild: KEYSTONE

Frist läuft ein Jahr

Nach 32 Jahren hat das Bezirksgericht Frauenfeld am Freitag im Amtsblatt ein Verschollenerklärungsgesuch veröffentlicht. Wer sachdienliche Angaben zum Verbleiben des am 3. Mai 1986 verschwundenen Mädchens machen kann, soll diese dem Gericht melden. Die Frist dafür läuft bis zum 1. Juli 2019.

Verschwundene Kinder in der Schweiz

Edith Trittenbass ist eines von fünf Kindern, die in der Schweiz seit den 1980er Jahren verschwunden sind und nie gefunden wurden. Gemäss einer Liste der Koordinationsstelle Gewaltverbrechen an Kindern (ehemals SOKO Rebecca) gab es neben Trittenbass zwei Fälle 1981 und 1984 im Kanton St. Gallen sowie je einen Fall 1985 in Neuenburg und dem Wallis. (sda)

Danach wird Edith Trittenbass, falls bis dann keine Hinweise eingegangen sind, für verschollen erklärt. Verschollenheit hat laut dem Bezirksgericht beispielsweise zur Folge, dass die betreffende Person nicht mehr erbberechtigt ist.

Ein Polizist und ein Spuerhund sind am 6. Mai 1986 bei Wetzikon TG auf der Suche nach der vermissten achtjaehrigen Edith Trittenbass. (KEYSTONE/Str)

Grossangelegte Suche nach dem vermissten Mädchen am 6. Mai 1986 bei Wolfikon TG.  Bild: KEYSTONE

Fall nicht abgeschlossen

Auf die Arbeit der Polizei wirkt sich das Verschollenerklärungsgesuch nicht aus. «Für die Kantonspolizei Thurgau ist ein Fall nie abgeschlossen», erklärte Polizeisprecher Matthias Graf dem «St.Galler Tagblatt» und der «Thurgauer Zeitung». Es würden immer noch Hinweise zum Fall Edith Trittenbass verfolgt und überprüft – letztmals Anfang 2017. Jener Hinweis habe aber keine neuen Erkenntnisse ergeben. (sda)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SJ_California 30.06.2018 09:36
    Highlight Highlight 3 Fälle in SG innerhalb weniger Jahre? Riecht etwas nach Serientäter... Bei solchen Fällen kommen mir immer die Kampuschs in den Sinn
  • just sayin' 29.06.2018 12:57
    Highlight Highlight das muss etwas vom schlimmsten sein, was eltern widerfahren kann
  • Baccara 29.06.2018 12:00
    Highlight Highlight Krass. Das hat mich die ganze Kindheit begleitet. Zu dieser Zeit sind sehr viele Kinder in meinem Alter verschwunden, was natürlich auch Auswirkungen darauf hatte, was wir als Kinder durften.

    Spurlos verschwundene Menschen - etwas was mich sehr beschäftigt.
    • AlteSchachtel 29.06.2018 16:39
      Highlight Highlight Ich war damals zwar gegen 20, aber diese Zeit hat auch mich für die Zukunft (als Mutter) extrem geprägt. Von 1981-1989 eine "Serie" von verschwundenen und bestialisch getöteten Kindern - das geht bei keinem normalen Menschen spurlos vorbei. Bei aller Vernunft und Konzentration auf Rationalität wird man diese spezielle Angst um die Kinder nicht mehr ganz los.

      Es war zudem die Zeit als der Serienmörder Ferrari seine unfassbar grauenhaften Verbrechen verübte.
      Ich denke auch an Annika Hutter, damals 18, die seit 1981 spurlos verschwunden ist.
    • dding (@ sahra) 29.06.2018 19:01
      Highlight Highlight Ich glaube es waren laut Artikel insgesammt 5 Kinder.
  • häxxebäse 29.06.2018 11:45
    Highlight Highlight Kann mich noch gut daran erinnern.. durfte danach wochenlang nicht alleine draussen spielen... 🙄😢
    • redeye70 29.06.2018 18:24
      Highlight Highlight Zum Glück haben meine Eltern nicht gleich derart überreagiert. Ich wurde aufgeklärt und bekam Verhaltensregeln eingebleut. Ich wurde zweimal angesprochen. Einer wollte mir Schleckzeugs geben und wieder ein anderer fragte mich gleich, ob ich mit ihm f… wolle. Beim ersten war ich zehn, beim zweiten zwölf Jahre alt. Ein guter Kollege von mir wurde beinahe ins Auto gezerrt. Weil zufällig ein anderer Lenker heranfuhr, flüchtete dieser sofort. Unheimlich, diese Welle an sexuellen Gewaltverbrechen an Kindern in den 80er Jahren.
    • häxxebäse 30.06.2018 10:31
      Highlight Highlight Sarah oberson, edith trittenbass und dann die vielen morde, wie zb. Dario schaffhausen... war wirklich schlimm..
  • Der Kritiker 29.06.2018 11:36
    Highlight Highlight krass ist ja eigentlich, dass mit dieser meldung alle offenen wunden wieder aufgerissen werden.
    • redeye70 29.06.2018 18:25
      Highlight Highlight Ich bin mir sicher, dass die Betroffenen vorher schon informiert wurden.
    • SJ_California 30.06.2018 09:32
      Highlight Highlight Es kann aber auch genau dazu führen, dass der Fall endlich aufgeklärt wird. Hoffen wir mal...
  • Menel 29.06.2018 11:12
    Highlight Highlight Wie schrecklich muss das für die Eltern und Angehörigen sein, wenn man nie erfährt, was mit dem eigenen Kind passiert ist. Ich glaube, das ist noch schlimmer, als wenn man erfährt, dass das Kind tot ist.
    Nie abschliessen können, was für ein Horror.

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