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Tierquälerei: Behörden hatten Angst vor Pferdehändler im Thurgauer «Fall Hefenhofen»



Fehleinschätzungen und Fehlentscheide auf verschiedenen Ebenen haben im Fall des Pferdequälers von Hefenhofen TG einen wirksamen Vollzug des Tierschutzes verhindert. Dies zeigt der Bericht einer externen Untersuchungskommission.

Hanspeter Uster, Praesident der Untersuchungskommission zum Vollzug der Tierschutzgesetzgebung im Kanton, zeigt den Schlussbericht seiner Kommission nach dem Tierquael-Skandal von Hefenhofen, am Mittwoch, 31. Oktober 2018, in Frauenfeld. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Der Zuger alt Regierungsrat Hanspeter Uster stellt am Mittwoch in Frauenfeld den Schlussbericht der Untersuchung vor. Bild: KEYSTONE

Der Zuger alt Regierungsrat Hanspeter Uster, der die Untersuchung leitete, stellte die Ergebnisse am Mittwoch in Frauenfeld vor. Die Kommission befragte 49 Behördenvertreter und sichtete 46 Bundesordner mit Akten über die seit über 15 Jahren andauernden Auseinandersetzungen im «Fall Hefenhofen».

ARCHIVBILD ZUR MEDIENKONFERENZ DER UNTERSUCHUNGSKOMMISSION IM FALL HEFENHOFEN, AM DONNERSTAG, 4. JANUAR 2018 - Die Polizei sichert die ersten Tiere vom Hof von Ulrich K., der wegen der Quaelerei von Pferden unter Verdacht steht, aufgenommen am Dienstag, 8. August 2017, in Hefenhofen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Im August 2017 kam es zu einem Grosseinsatz der Polizei und der Festnahme des Pferdehändlers. Die Behörden beschlagnahmten rund 250 Tiere. Bild: KEYSTONE

Schwankende Behörden

Ein Tierhalteverbot für den Pferdehändler wäre bereits 2007 oder 2009 angezeigt gewesen, heisst es im Bericht. «Nicht durchgesetzt wurde dieses, weil alle beteiligten Ämter und Stellen zwischen Deeskalation und Repression schwankten und sich um die Sicherheit der Mitarbeitenden sorgten.»

Als 2013 endlich ein rechtskräftiges Tierhalteverbot bestand, zweifelte der damals zuständige Regierungsrat an der Verhältnismässigkeit des Entscheids und befürchtete hohe Kosten für den Kanton, wie es heisst. Im Umgang mit dem «als schwierig empfundenen Bürger wurde der Verhandlungsweg eingeschlagen, was jenen in seinem Handeln bestärkte».

Autorität verloren

Dies habe zu einem Autoritätsverlust der staatlichen Behörden geführt. Die Schwierigkeiten im Fall Hefenhofen hätten weit über das Veterinäramt hinausgereicht. So hätten Polizei und Veterinäramt angesichts der wiederholten Beschimpfungen, Drohungen und Gewalt gegen Beamten unterschiedliche Auffassungen gehabt.

Die seit 1995 andauernden Auseinandersetzungen zwischen den Thurgauer Behörden und dem Pferdehändler waren im August 2017 eskaliert. Es kam zu einem Grosseinsatz der Polizei und der Festnahme des Pferdehändlers. Die Behörden beschlagnahmten rund 250 Tiere. Die Pferde wurden in Auktionen verkauft.

Strafanzeigen

Es kam zu Strafanzeigen gegen den Tierhändler, aber auch gegen den Kantonsveterinär, dessen Stellvertreter und gegen Regierungsrat Walter Schönholzer. Das Verfahren gegen Schönholzer wurde Anfang 2018 durch den Grossen Rat gestoppt.

Um die Vorwürfe gegen die Behörden zu klären, setzte die Regierung vor einem Jahr die Untersuchungskommission unter der Leitung von Hanspeter Uster. Der Kommission gehören Experten für Veterinärmedizin, eine Spezialistin für Tierrecht und ein Landwirt an. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Der Rückbauer 31.10.2018 13:58
    Highlight Highlight Ein Rat an die Thurgauer: Greift endlich durch. Sonst werdet Ihr von den Mostindiern zu den Tierliquälern befördert.
    NIcht nur bei Pferden, bei allen Nutztieren. Besonders die Schweine werden Euch das verdanken. Andernfalls landet Ihr im Gammelfleisch-Bayern, der Zentralafrikanischen Republik der BRD. Auch automässig gesehen.
  • Jekyll & Hyde 31.10.2018 12:40
    Highlight Highlight Ichbin weiss gott kein Anhänger der US Law & Order Mentalität. Aber dort könnte sowas nicht passieren. Nicht eingreiffen weil man Angst um die Mitarbeiter hat.

    Dan würde der Polizist halt sein Magazin leerballern und angeben das er bedroht wurde. Und würde mit sicherheit Freigrsprochen, da die Drohungen sicher Dokumentiert sind

    Und da wundern sich Politiker warum die exttremen Ansichten bei der Bevölkerung sich im Wahlverhalten wiederspiegelt.
  • Valon Gut-Behrami 31.10.2018 11:49
    Highlight Highlight Und das Wohl der Tiere war egal? Das darf nicht wahr sein.
    • P. Hodel 31.10.2018 12:32
      Highlight Highlight Ist es aber leider.
      Schmeiss mal ein Fötzeli auf die Strasse und Du wirst von der Schmier schneller und heftiger drangsaliert als dieser Tierquäler.
      So läuft das in der ach so tollen Schweiz.

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