Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Dutzende tote Tiere: Polizei räumt Hof des Thurgauer Pferde-Quälers



Die Tierhaltung auf dem Hof eines der Tierquälerei verdächtigten Pferdehändlers in Hefenhofen TG wird unverzüglich aufgelöst und die gegen 300 Tiere weggebracht. Das hat die Task Force unter dem Vorsitz des Thurgauer Regierungsrates Walter Schönholzer beschlossen.

Der vorbestrafte Mann darf ab sofort keine Tiere mehr halten. Seit Montag ist er in polizeilichem Gewahrsam. In der vergangenen Woche war publik geworden, dass auf dem Hof des Mannes in Hefenhofen in den letzten Monaten rund ein Dutzend Pferde verendet waren.

«Von den entsetzlichen Zuständen, die auf dem Hof herrschten, war bei den Kontrollen der Fachleute nichts zu sehen.»

Regierungsrat Walter Schönholzer

«Entsetzliche Zustände»

Weitere Tiere waren abgemagert und mussten verschimmeltes Brot fressen, wie eine Frau, die seit Jahren auf dem Hof verkehrt, mit Fotos dokumentierte. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft hatte am vergangenen Freitag die Echtheit und Aktualität der Bilder bestätigt.

Auf dem Hof des Pferdehändlers seien in den letzten Monaten immer wieder Kontrollen durchgeführt worden, sagte Regierungsrat Walter Schönholzer am Montagabend in Frauenfeld vor den Medien. Bei den kurzfristig angekündigten Kontrollen hätten sich Mängel gezeigt, welche behoben und durch Nachkontrollen überprüft worden seien.

Ein Arbeiter auf dem Hof von Ulrich Kesselring, der wegen der Quaelerei von Pferden unter Verdacht steht, am Montag 7. August 2017, in Hefenhofen. (KEYSTONE/Christian Merz)

Der Hof des Verhafteten im Thurgau. Bild: KEYSTONE

«Von den entsetzlichen Zuständen, die auf dem Hof herrschten, war bei den Kontrollen der Fachleute nichts zu sehen», sagte Schönholzer. Die aktuellen Bilder hätten aber gezeigt, dass die Tiere vernachlässigt oder unter völlig ungeeigneten Bedingungen gehalten würden.

Pferde, Rinder, Schweine, Schafe

Die in dem Fall eingesetzte Task Force habe am Montagmorgen beschlossen, so rasch als möglich einzuschreiten. Die Tiere werden beschlagnahmt, vom Hof geholt und an einen sicheren Ort gebracht. Dem Tierhalter wurde eine superprovisorische Verfügung ausgehändigt.

Auf dem Hof befinden sich neben rund 90 Pferden 100 Schweine, 50 Rinder, ein Dutzend Schafe, drei Ziegen und einige Lamas, wie Kantonstierarzt Paul Witzig ausführte. Bis die Tiere weggebracht sind, wird der Hof von der Polizei abgesperrt und gesichert.

Die Polizei patroulliert vor dem Hof von Ulrich Kesselring, der wegen der Quaelerei von Pferden unter Verdacht steht, am Montag 7. August 2017, in Hefenhofen. (KEYSTONE/Christian Merz)

Die Polizei greift ein. Bild: KEYSTONE

Die Pferde werden nach Angaben des Thurgauer Departements für Inneres und Volkswirtschaft ins Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere nach Schönbühl BE gebracht. Die anderen Tiere werden laut Mitteilung «unter Beizug von Tierhändlern» evakuiert.

Anzeigen wegen Tierquälerei

Der verdächtigte Pferdehändler ist seit Montag kurz nach Mittag in Gewahrsam, wie Jürg Zingg, Kommandant der Kantonspolizei Thurgau, am Abend sagte. Der Pferdehändler werde derzeit befragt. Er habe sich problemlos abführen lassen. Mit der Inhaftierung des Tierhalters sei dem Veterinäramt der Zugang zu den Tieren ermöglicht worden.

Der mutmassliche Tierquäler wurde auf Ersuchen des Veterinäramts des Kantons Thurgau und unter Berufung auf das Tierschutzgesetz in Gewahrsam genommen. Es seien verschiedene Anzeigen wegen Tierquälerei gegen den Mann eingegangen, sagte Zingg. Ausserdem lägen Anzeigen wegen Nötigung und Gefährdung des Lebens vor.

Tierschützer machten Druck

Der Fall des Pferdehändlers von Hefenhofen beschäftigt den Kanton schon seit Jahren. Im Jahr 2013 war ein Tierhalteverbot mit einer Beschränkung auf 60 Pferde erlassen worden. Ein vom Veterinäramt gegen den Bauern verhängtes totales Tierhalteverbot war durch das Bundesgericht aus formellen Gründen nicht bestätigt worden.

Der Fall des Pferdehändlers von Hefenhofen erregt die Gemüter weit über den Kanton Thurgau hinaus. In den sozialen Medien habe der Facebook-Post inzwischen über eine Million Menschen erreicht, sagte Tierschützer Erwin Kessler vom Verein gegen Tierfabriken (VgT).

Beim Pferdehof und auch in Frauenfeld fanden Mahnwachen und Kundgebungen statt. Am Montag überreichten Tierschützer der Regierung eine Petition mit rund 13'000 Unterschriften. Ohne den öffentlichen Druck wäre nichts passiert, sagte Erwin Kessler am Rande der Medienkonferenz. (sda)

Der Bundeszoo: Diese Tiere stehen im Dienst des Staates

Das könnte dich auch interessieren:

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

14
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MaskedGaijin 07.08.2017 23:22
    Highlight Highlight Hoffentlich gibts nicht nur eine bedingte Geldstrafe.
  • Lightning makes you Impotent (LMYI) 07.08.2017 22:57
    Highlight Highlight Ein Skandal und zeigt wie kleine Kantone in der Schweiz einfach überfordert sind. Erst der Druck der Öffentlichkeit hat etwas bewirkt. Obwohl man es seit Jahren gewusst hat. Da muss man nichts mehr dazu sagen.
  • elivi 07.08.2017 21:56
    Highlight Highlight Abgesehen das der artikel achon seit letzten samstag überfällig war kommt der kanton viel zu gut weg hier. Der Tierquäler liess keine unangemeldeten prüfungen zu und das veterinäramt traute sich nicht aud dem hof wegen den drohungen des tierquälers. Ein ganzer kanton liess sich von nem tierquäler vordiktieren gesetze durchzusetzen. Unmöglich unfähig und erst als hunderte in frauenfeld demonstrieren und es in den medien kam (ausser hier) machten sie was.
  • emptynetter 07.08.2017 21:01
    Highlight Highlight interessant: sobald die medien druck machen, gehts plötzlich schnell. noch am samstag hatte der zuständige regierungsrat gesagt, massnahmen bräuchten zeit...jänu,jedenfalls gut für die tiere und alle bauern, die sich an die vorschriften halten.
  • Goon 07.08.2017 20:34
    Highlight Highlight Sobald der mediale Fokus draufliegt geht es schnell........

    Schämt euch, die die bis jetzt mit Scheuklappen ihren Dienst gemacht haben
  • öpfeli 07.08.2017 20:15
    Highlight Highlight Ich hoffe die Tiere können nun an einen schönen Platz ❤
  • eidgenoss67 07.08.2017 18:48
    Highlight Highlight Richtig so
  • Mnemonic 07.08.2017 18:25
    Highlight Highlight Gut so!
  • Lamino 420 07.08.2017 18:07
    Highlight Highlight Ins Gefängnis mit ihm.
  • demian 07.08.2017 17:55
    Highlight Highlight Ich hoffe das hat auch Konsequenzen für die Angestellten vom Kanton Thurgau welche ihre Jobs nicht richtig gemacht haben!

    Leben schliesslich von Steuergeldern!
  • Mia_san_mia 07.08.2017 17:43
    Highlight Highlight Das wurde mal Zeit!
  • Tepesch 07.08.2017 17:39
    Highlight Highlight Wurde auch Zeit!
  • Skip Bo 07.08.2017 17:29
    Highlight Highlight Endlich passiert was. Solche Typen schaden der ganzen Landwirtschaft. Es mag Totgeburten oder krankheitsbedingte Todesfälle auf einem Hof geben. Hatte ich auch schon. Aber die Tiere verhungern lassen und Kranheiten unbehandelt lassen ist kriminell.
  • elivi 07.08.2017 17:07
    Highlight Highlight War mal zeit das darüber hier berichtet wird. Das ganze ist schon seit 2 jahren bekannt.

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Nach dem Unwetter im Unterwallis mit zwei Vermissten geht die Polizei vom Schlimmsten aus. Es bestehe keine Hoffnung, dass der 37-jährige Mann und das 6-jährige Mädchen das Unglück überlebt hätten.

Ein 37-jähriger Mann und ein 6-jähriges Mädchen sind bei einem Unwetter im Unterwallis vermutlich ums Leben gekommen. Laut Polizei besteht keine Hoffnung mehr, dass die beiden Vermissten die Flutwelle im Auto überlebt haben.

Die Chancen, den Mann aus Genf und das Mädchen aus Frankreich lebend zu bergen, seien «gleich Null», sagte Rettungschef Benoît Dorsaz am Montagnachmittag vor den Medien in Chamoson VS. Seit Sonntagabend versuchten die Rettungsdienste erfolglos das Auto zu finden, in dem …

Artikel lesen
Link zum Artikel