Schweiz
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Thurgauer Züchter kastrierte über 2000 Ferkel ohne ausreichende Narkose



epa07316164 A piglet is seen in its enclosure at the Singapore Zoo, Singapore, 24 January 2019. Ethnic Chinese will usher in the Year of the Pig, according to the Chinese Zodiac, on 05 February 2019.  EPA/WALLACE WOON

Ein Ferkel im Singapur-Zoo (Symbolbild). Bild: EPA/EPA

Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines Thurgauer Schweinezüchters abgewiesen, der seine Ferkel bei der Kastration ungenügend betäubt hatte. Der Kanton wird verwaltungs- und strafrechtliche Sanktionen ergreifen.

Bei einer unangemeldeten Kontrolle des Schweinemastbetriebs des Mannes im Januar 2016 stellte das Veterinäramt des Kantons Thurgau schwere Verstösse gegen das Tierschutzgesetz fest, wie das Bundesgericht in einem am Montag publizierten Urteil schreibt.

Das Amt kam zum Schluss, dass in der Zeit vom Dezember 2014 bis im Januar 2016 von den rund 2600 kastrierten Ferkeln gegen 2000 ohne ausreichende Anästhesie kastriert worden seien. Die Kastrationen seien zudem von einer Person vorgenommen worden, die nicht über den notwendigen Sachkundeausweis verfügte.

Wie aus dem Urteil des Bundesgerichts hervor geht, sind bereits bei früheren Kontrollen ähnlich gelagerte Mängel festgestellt, aber nicht sanktioniert worden. Dies hat das Veterinäramt erst bei der Nachbearbeitung des Falles festgestellt. Entgegen seiner Ankündigung vor Ort, kündigte das Amt deshalb verwaltungs- und Strafrechtliche Sanktionen an.

Vertrocknete Maus in Ferkelbox

Das Veterinäramt hielt in einer Verfügung vom April 2016 die Verfehlungen des Schweinebauers fest. Zudem ordnete es an, dass die Kastrationen zukünftig durch den Züchter selbst oder eine dazu berechtigte Person durchzuführen seien. Das Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau wies einen Rekurs des Mannes ab.

Kein Erfolg war auch den Beschwerden des Schweinezüchters vor dem Verwaltungsgericht und vor dem Bundesgericht beschieden. Die Lausanner Richter haben alle Rügen des Mannes abgewiesen. Sie haben unter anderem festgehalten, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht willkürlich festgestellt.

Für die Bestimmung der Zahl der ohne genügende Betäubung kastrierten Ferkel stützten sich die Vorinstanzen auf einen Zähler am Narkosegerät. Das war gemäss Bundesgericht zulässig. Der Zähler wies weniger als einen Viertel der tatsächlich durchgeführten Kastrationen auf, wie das Gericht schreibt.

Das Gerät war ausserdem derart verschmutzt, dass das Display zunächst gereinigt werden musste. Zudem waren in den Behältern, in denen die Ferkel vor und nach der Kastration aufbewahrt wurden, Kartonteile und eine tote vertrocknete Maus gefunden worden. (Urteil 2C_307/2018 vom 29.01.2019) (sda)

Schwein gehabt: Dutzende Ferkel wurden vor Feuer gerettet

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Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • youmetoo 18.02.2019 19:05
    Highlight Highlight Der Pferdeschinder von Hefenhofen ist offenbar noch nicht genug für das Veterinäramt des Kantons Thurgau. Wie viele Tiere dürfen noch gequält werden, bis endlich diese Betriebe sanktioniert werden?
  • öpfeli 18.02.2019 13:58
    Highlight Highlight Und warum in aller Welt werden Mängel nicht sanktioniert?!
    Ja, da kann die Schweiz noch so ein "strenges" Tierschutzgesetz haben, wenn man die Augen vor Mängel verschliesst, nützt auch das beste Gesetz nichts 😒
  • Hein Doof 18.02.2019 13:57
    Highlight Highlight Wer Fleisch konsumiert muss solche Dinge in Kauf nehmen.

    Geht ja sowieso um den persönlichen Genuss, also was solls.
    • Dr. Zoidberg 18.02.2019 14:37
      Highlight Highlight ah der obligatorische vegetarier mit der moralkeule. mir hätte was gefehlt ohne deinen qualifizierten kommentar.

      nein, auch als nicht-sojajunkie muss ich solche dinge nicht in kauf nehmen. das problem hier ist nicht, dass der typ schweine züchtet.
      wäre er zu schnell gefahren, wäre er im zweifel im knast sitzen würde und seine karre los.
      dass er aus geldgier (und nur darum geht es hier, die narkose kostet halt geld) seine viecher ohne betäubung von einem pfuscher kastrieren zu lassen, bringt ihm ein "mach weiter, nur den pfuscher darfst du nicht mehr holen". grandioses rechtssystem.
    • Fabio74 18.02.2019 14:58
      Highlight Highlight Falsch Würde der Staat durchgreifen und mit den Sauereien aufhören gäbs dies nicht
    • Hein Doof 18.02.2019 15:05
      Highlight Highlight @Dr. Zoidberg

      Vielleicht bin ich auch ein (ignoranter*) Fleischesser? Vegetarier bin ich auf alle Fälle nicht.

      Solche Dinge nicht in Kauf nehmen zu müssen ist schwierig. Du müsstest die Tiere selber aufziehen, schlachten und verarbeiten. Denn sonst kannst du dir in keinem Fall sicher sein ob das Tier vor seinem Tod fair behandelt wurde.

      * wobei das ignorant hier überflüssig ist
    Weitere Antworten anzeigen
  • Töfflifahrer 18.02.2019 13:56
    Highlight Highlight Müsste den nicht eher die Erlaubniss der Arbeit mit Tieren entzogen werden?
    Ich weiss kann einem Berufsverbot gleichkommen, aber was nützt denn sonst!
    • Hein Doof 18.02.2019 14:43
      Highlight Highlight Die Erlaubnis brauchts damit weiterhin billiges Quälfleisch auf den Markt kommt um die Gaumen von Herr und Frau Schweizer zu erfreuen.
    • Fabio74 18.02.2019 15:52
      Highlight Highlight @doof Mumpitz. Es braucht kein billig Fleisch. Es braucht Gesetze und die Durchsetzung der Gesetze
  • Mokka Sofi Scout 18.02.2019 13:52
    Highlight Highlight „... sind bereits bei früheren Kontrollen ähnlich gelagerte Mängel festgestellt, aber nicht sanktioniert worden.“
    Wozu um Himmelswillen gibt es denn überhaupt solche Kontrollen? Oder ist das einfach ein Thurgauer-Problem, dass jeder Landwirt biz schalten und walten kann wie er grad Lust hat?
    • Hein Doof 18.02.2019 14:43
      Highlight Highlight Wieso? Damit der Konsument denkt, dass es dem toten Tier, das er auf dem Teller hat, mal gut ging.
    • Mokka Sofi Scout 18.02.2019 15:59
      Highlight Highlight @ Hein Doof: Auch wenn Sie ihre "Argumente" noch 100x wiederholen, sie werden irgendwie nicht schlauer. Man kann nämlich tatsächlich bewusst und verantwortungsvoll Fleisch geniessen. Bitte nicht immer grad so angriffig und besserwisserisch mit Keule und erhobenem Zeigefinger. Sie machen den Veganern und Vegetariern damit keinen Gefallen.
    • Hein Doof 18.02.2019 16:15
      Highlight Highlight @Mokka: Solange man (aus rein egoistischen Gründen) über den Tod (und das Leben) von einem anderen Lebewesen entscheidet hat das für mich nichts mit verantwortungsvoll zu tun. Aber eben, Ethik und Moral sind für viele Leute nur leere Worthülsen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fabio74 18.02.2019 13:45
    Highlight Highlight Warum nimmt man so einem die Tiere nicht weg und verbietet die Tierhaltung?

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