Schweiz
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Schweizer Fussballfans verirren sich an die ukrainische Front

17.06.18, 17:23 18.06.18, 06:35

Mit diesem Kleinbus wollten fünf Schweizer durch das ostukrainische Konfliktgebiet nach Rostow reisen. bild: facebook



Rostow am Don war das Ziel, die Stadt im Süden Russlands, in der die Schweiz gestern um 20 Uhr gegen Brasilien ihr erstes Spiel an der WM austrug.

Stattdessen verschlug es fünf junge Schweizer ins umkämpfte ostukrainische Donbass-Gebiet, wenige Kilometer von der Front entfernt.

Die fünf Schweizer mit der Journalistin Anna Dombrowskaja in der Mitte.  bild: facebook

Wie die Journalistin Anna Dombrowskaja am Samstag auf Facebook schrieb, wollten die fünf jungen Männer mit dem Bus von Bern nach Rostow reisen. Das GPS habe ihnen die Route durch die umkämpften Gebiete in der Ostukraine vorgeschlagen, so die Journalistin gegenüber der Aargauer Zeitung. «Die Fans haben geplant, in der besetzten Stadt Amwrossijiwka zu übernachten».

Offenbar sei ihnen nicht bewusst gewesen, dass im Donbass gegenwärtig ein bewaffneter Konflikt im Gang sei, so Dombrowskaja.

Die Journalistin Anna Dombrowskaja traf die fünf Schweizer in der Donbass-Region und half ihnen, wie sie auf Facebook schreibt.  bild: facebook

Dombrowskaja zeigte sich verwundert, dass die Schweizer nicht von ukrainischen Grenzwächtern aufgehalten wurden, bevor sie Konfliktgebiet betraten. Die Journalistin führte die fünf Schweizer gemäss «Aargauer Zeitung» schliesslich aus der Kampfzone und zeigte ihnen eine sichere Route nach Rostow.

Die Rostow-Arena, in der neben der Partie Schweiz-Brasilien auch noch drei weitere Vorrundenspiele und ein Achtelfinal ausgetragen werden, liegt weniger als 100 Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt.

Mehr als 10'000 Tote

Das EDA steht in Kontakt mit der zuständigen Botschaft in Moskau, wie Sprecher Pierre-Alain Eltschinger gegenüber watson sagte. Zurzeit verfüge man aber über «keine gesicherten Informationen».

Von Reisen in die ostukrainische Konfliktregionen wird generell abgeraten, schreibt das EDA auf seiner Webseite. In Notfällen habe die Schweiz nur begrenzte oder gar keine Möglichkeiten zur Hilfe. Auch die Stadt Amwrossijiwka, die die Schweizer als Übernachtungsort wählten, ist auf der Liste der nicht sicheren Ortschaften aufgeführt.

Seit 2014 kämpfen in der Ostukraine prorussische Kräfte für die Abspaltung von der Ukraine. Der Konflikt hat laut UNO mehr als 10'000 Menschenleben gekostet.

Im Vorfeld der Weltmeisterschaft kam es in der Donbass-Region zu Spannungen zwischen den Konfliktparteien. Vereinzelt wurde die Feuerpause gebrochen. (wst)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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45
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45Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • swisskiss 18.06.2018 05:43
    Highlight "Bei der nächsten Geschützstellung links abbiegen."
    44 0 Melden
  • Pasch 17.06.2018 22:36
    Highlight Man kann nichtmal mehr ins Krisengebiet um im Urlaub seine ruhe zu haben... überall sag ich nur!
    79 1 Melden
  • Echo der Zeit 17.06.2018 20:55
    Highlight Und wen die WM in Katar gewesen wäre, wären sie in Syrien gestrandet ? einfach losfahren und Navi einschalten - Die Neue Technik und ihre Tücken.
    114 7 Melden
    • Fly Boy Tschoko 17.06.2018 21:11
      Highlight Nun ja. Hätten sie mit einer klassischen Karte gearbeitet wärs wohl nicht anders gekommen.
      123 5 Melden
  • Joseph Dredd 17.06.2018 20:49
    Highlight Das werden die noch ihren Grosskindern erzählen: "Synerzyt im '18, wo mer hei ad WM wöue u sy ad Front gfahre..."
    131 2 Melden
  • Hayek1902 17.06.2018 20:23
    Highlight Das EDA hat Reisehinweise zu jedem Land. Ist es immer Wert zuerst zu lesen, wenn man die Länder, die man besucht noch nicht kennt.
    58 5 Melden
    • Demo78 17.06.2018 22:28
      Highlight Nicht von jeder Region wird explizit gewarnt. Vom Donbas schon.
      24 2 Melden
  • He nu.. 17.06.2018 19:14
    Highlight ...indem man Watson anschaut und über Politik liest, sofern man liest und versteht...., merkt man, dass nur 2 1/2 Stunden von hier täglich Menschen sterben, während verwöhnte Bubis Events frönen.
    52 21 Melden
    • jimknopf 18.06.2018 13:24
      Highlight Schrecklich ja! Die Jungs als verwöhnte und Events frönende Bubis zu bezeichnen ist aber auch fehl am Platz. Auf vielen Teilen der Erde herrscht leider Krieg, da kann der Einzelne herzlich wenig ausrichten. Sollen wir wegen dem unsere Zeit auf diesem Planeten nicht geniessen dürfen? Wir sind privilegiert in diesem Land geboren worden zu sein und können dementsprechend uns auch mehr gönnen. Ob man dies in Russland machen muss, ist eine andere Frage.
      3 3 Melden
  • eightball 17.06.2018 19:04
    Highlight erinnert mich an die em in bern, als n sbb mitarbeiter in orange verwundert feststellte, dass ihm einige oranje fans den geleisen entlang ins depot folgen.
    123 1 Melden
    • c_meier 17.06.2018 23:19
      Highlight damals an der EM 2008 mussten die sbb die warnwesten von Orange auf Gelb wechseln... ;)
      47 0 Melden
  • Eine_win_ig 17.06.2018 19:02
    Highlight Eine Dümmer weder dr Anger...
    47 4 Melden
    • Eine_win_ig 18.06.2018 06:32
      Highlight Haha, Merci für dä Lacher hüt Morge :)
      11 0 Melden
  • Päsu 17.06.2018 18:50
    Highlight Hopp choppigä
    23 4 Melden
  • salamandre 17.06.2018 18:50
    Highlight also Anna Dombrowskaja find ich richtig süss...da versteht mann schon fast den Umweg
    36 20 Melden
    • MitchMossad 18.06.2018 01:29
      Highlight Alter... was kennst du denn für Frauen??😂
      9 23 Melden
  • Olmabrotwurst 17.06.2018 18:22
    Highlight Gömmo gäng emou i die richtig allez hopp ^^
    40 20 Melden
    • Eine_win_ig 17.06.2018 19:03
      Highlight Soll das Berndeutsch sein? :/
      33 5 Melden
    • Olmabrotwurst 17.06.2018 21:05
      Highlight Nein, es sollte Oberargauisch sein.
      11 19 Melden
    • Baba 17.06.2018 21:36
      Highlight "Gömmo" ist eher aus der Region, aus der Ihr Nick stammt 😂
      55 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Goon 17.06.2018 18:08
    Highlight Typisch Berner.........
    37 94 Melden
    • Knety 17.06.2018 18:23
      Highlight Die haben eben Eier!
      87 42 Melden
    • TheRealSnakePlissken 17.06.2018 22:48
      Highlight Aber wo?
      19 2 Melden
    • MitchMossad 18.06.2018 08:44
      Highlight Am Teebeuteln😎
      5 1 Melden
  • SemperFi 17.06.2018 18:04
    Highlight Das wundert mich jetzt nicht wirklich...
    37 6 Melden
  • Lümmel 17.06.2018 17:50
    Highlight Nein, ich sag jetzt nichts über die Intelligenz der Fussballfans.
    96 38 Melden
    • wasps 17.06.2018 17:58
      Highlight Das stach mir als erstes ins Hirn. Hauptsache, der Frisör reist mit,
      43 27 Melden
  • Jialdu 17.06.2018 17:50
    Highlight
    324 3 Melden
  • Sebastian Wendelspiess 17.06.2018 17:41
    Highlight Haha de einen kenn ich :) nimmt mich wunder was er zu erzählen hat.
    68 5 Melden
    • WStern 17.06.2018 17:54
      Highlight @Sebastian Wendelspiess: Wir würden den auch gerne kennenlernen und ihm ein paar Fragen stellen :) Willst du mir kurz schreiben? william.stern@watson.ch
      56 7 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 17.06.2018 17:57
      Highlight Sorry, hab ihm gerade geschrieben. Er ist es nicht, sieht ihm einfach aus wie aus dem Gesicht geschnitten.
      38 8 Melden
    • WStern 17.06.2018 18:06
      Highlight @Sebastian Wendelspiess: Haha, der Arme, dann wirst du nicht der Einzige gewesen sein! :)
      34 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • IHaveNoBetterName 17.06.2018 17:41
    Highlight Ich frage mich wirklich wie manche Menschen durch die Welt gehen. Es sollte eigentlich bekannt sein, dass in der Ostukraine ein Konflikt im Gange ist und spätestens bei den Reisevorbereitungen müsste dies doch auffallen. Das EDA rät nicht grundlos von Reisen in dieses Gebiet ab.
    86 2 Melden
    • SemperFi 18.06.2018 06:55
      Highlight So geht es eben, wenn sich die „Reisevorbereitungen“ auf‘s Bierkaufen und GPS-Programmieren beschränken.
      21 0 Melden
    • Blitzmagnet 18.06.2018 10:38
      Highlight Und Bus anschreiben
      12 1 Melden
  • Butzdi 17.06.2018 17:36
    Highlight Hm, nicht grade die schlaueste Aktion. Zum Glück ging es nochmals gut aus.
    234 3 Melden
  • Dr. Lindic 17.06.2018 17:34
    Highlight Sind ja nicht die ersten Touristen, die sich im Donbass an der Front verirren...
    190 3 Melden
  • Reiner Zufall 17.06.2018 17:33
    Highlight Hahahhahahaha göttlich ❤️😂😂😂
    39 7 Melden

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

Zum Glück, so muss man fast sagen, haben Shaqiri und Xhaka mit dem Doppeladler für einen kleinen Skandal gesorgt. Sonst, man stelle sich vor, hätten …

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