Schweiz
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In der Schweiz führen Bautätigkeit und landwirtschaftliche Nutzung zu einer Belastung der Böden, die Landschaft wird zunehmend zersiedelt.

Wunsch und Wirklichkeit: Blick auf das zersiedelte Mittelland. Bild: KEYSTONE

Sind wir Schweizer ein Volk von Heuchlern? Ja, aber wir sind nicht allein

Eine Studie zeigt: Die Schweizer wollen den Fünfer und das Weggli. Ein Einfamilienhaus und ländliche Idylle, Zeit für die Familie und Karriere im Beruf, die Umwelt schützen und nach Thailand fliegen. Damit sind wir keine Ausnahme.



Die Studie trägt einen harmlosen Titel: «Sie wollen beides.» Faktisch aber besagt sie, dass bei den Lebensentwürfen in der Schweiz eine Diskrepanz existiert zwischen Wunsch und Wirklichkeit. In vielen Bereichen herrscht eine Fünfer-und-Weggli-Mentalität. Erarbeitet wurde die Studie von der Forschungsstelle Sotomo des Politgeografen Michael Hermann im Auftrag der Krankenkasse KPT.

Ein erster Befund überrascht wenig: Bei den Schweizerinnen und Schweizern stehen Freiheit und Sicherheit hoch im Kurs. Die Freiheit geniesst sogar etwas mehr Wertschätzung (92 Prozent der Befragten finden sie wichtig oder sehr wichtig) als die Sicherheit (87 Prozent). Wenn sie bedroht ist, etwa durch Terrorismus, sind jedoch viele bereit, Einschränkungen der persönlichen Freiheit hinzunehmen. Das zeigt etwa die Studie «Sicherheit 2016» der ETH Zürich.

Eine mögliche Erklärung bietet die Sotomo-Erhebung. Während politisch links situierte Menschen die Freiheit eher als ideelles Konzept verstehen, steht bei den Rechten die wirtschaftliche Freiheit im Vordergrund. Die Studie enthält zudem weitere interessante Befunde:

Wohnen

Der Durchschnittsschweizer lebt in einer Mietwohnung in der Agglomeration. Dies entspricht jedoch bei weitem nicht den Wunschvorstellungen. 64 Prozent würden am liebsten auf dem Land wohnen, in möglichst intakter Natur. Es folgen die Kleinstadt und die Agglo, am unbeliebtesten sind Grossstädte. Nur 26 Prozent wollen dort leben. Die bevorzugte Wohnform ist das Einfamilienhaus. 55 Prozent sehnen sich danach. Kein anderer Wohnungstyp erreicht annähernd diesen Wert.

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Alle zieht es aufs Land. grafik: Sotomo

Gleichzeitig will man möglichst nahe am Arbeitsort wohnen. Der Wunsch nach einem Eigenheim in ländlicher und trotzdem zentrumsnaher Idylle hat negative Auswirkungen. «Wer nicht allzu weit abgelegen und doch im Grünen leben will, fördert die Zersiedelung und wirkt damit letztlich dem Anspruch nach einer schönen Landschaft entgegen», heisst es in der Studie. Die Folge: Viele Dörfer sind durch den Hüslibau in der Agglomeration aufgegangen.

Arbeit/Familie

Die meisten jungen Männer und Frauen in der Schweiz möchten Kinder. Die Familie geniesst für beide Geschlechter einen höheren Stellenwert als die Karriere. So weit die Wunschvorstellung. Die Realität zeigt ein anderes Bild. Faktisch sind es die Frauen, die ihren beruflichen Erfolg der Familien unterordnen. 20 Prozent aller Mütter arbeiten Teilzeit. Ganz anders die Väter: 87 Prozent haben einen Fulltime-Job. Bemerkenswert: Bei den kinderlosen Männern sind es 79 Prozent.

ARCHIV - Eine Tagesmutter geht am 15. September 2010 in Lyss im Kanton Bern mit den dreijaehrigen Larissa und Ben (von rechts), ihrer eigenen, gleichaltrigen Tochter Galena und der einjaehrigen Iwana im Wagen spazieren. - Der Bundesrat haelt Steuergutschriften für Familien mit Kindern nicht fuer sinnvoll. Stattdessen will er mit 100 Millionen Franken Betreuungsangebote fuer Kinder unterstuetzen. Ziel ist es, dass mehr Eltern eine Arbeit aufnehmen koennen. Erst letztes Jahr hat das Parlament die Starthilfe für Krippen und Tagesschulen um vier Jahre zu verlaengert und dafuer 120 Millionen Franken zur Verfuegung gestellt. Dieses Programm lauuft seit 2003 und fuehrte zur Schaffung von rund 48'000 neuen Betreuungsplaetzen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Am Ende bleibt die Betreuung der Kinder meist an den Müttern hängen. Bild: KEYSTONE

Trotzdem scheinen die Väter mit ihrer Situation ganz zufrieden zu sein. Nur 18 Prozent halten Teilzeitarbeit und flexible Arbeitszeiten für wichtig. Das Fazit der Studie: Eigentlich wollen die Männer beides. «Sie wollen mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen, dabei jedoch ihre beruflichen Perspektiven nicht einschränken.» In der Praxis hat deshalb in der Regel die Karriere Vorrang.

Liebe/Treue

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Man verlang Treue, ist aber oft nicht dazu bereit. grafik:Sotomo

Besonders schön zeigt sich das Fünfer-und-Weggli-Denken in einer Beziehung. Zwei Drittel der Befragten verlangen von ihrem Partner absolute Treue. Selber aber nehmen sie es damit nicht so genau: Nur 47 Prozent wollen sich daran halten. Gross ist die Diskrepanz insbesondere, wenn es um eine Affäre geht. Nur vier Prozent tolerieren sie beim Partner, aber 24 Prozent sind selber zu einen Seitensprung bereit. Immerhin: Je älter die Befragten, umso treuer sind sie.

Umweltschutz

Hier wird die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit besonders problematisch. 59 Prozent bezeichnen Umweltbewusstsein und ökologische Nachhaltigkeit als wichtig oder sehr wichtig. In der Realität beschränkt sich dieses Denken häufig auf den Kauf von Bio-Produkten. Umweltbewusste wohnen gleich häufig im Einfamilienhaus wie «Indifferente» (30 Prozent) und haben ebenso oft einen Arbeitsweg von mehr als zehn Kilometer (45 Prozent). Beides ist nicht nachhaltig.

Menschen schauen auf die Anzeigetafeln am Flughafen, aufgenommen am Samstag, 25. Juli 2015, in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Das Fliegen will man sich nicht nehmen lassen. Bild: KEYSTONE

Auf den Grosseinkauf im Ausland – natürlich im eigenen Auto – wollen die Umweltbewussten ebenso wenig verzichten. Sehr deutlich zeigt sich der Widerspruch zwischen Anspruch und Realität bei der Fliegerei, die als besonders umweltschädlich bekannt ist. Ökologisch «Sensible» fliegen kaum weniger häufig als jene, die sich wenig um die Umwelt scheren (40 gegenüber 43 Prozent). Die Ferien in Thailand oder das Weekend-Shopping in London lässt man sich nicht nehmen.

Das Fazit der Studie: Ökologische Ideale wirken sich kaum auf das Verhalten aus, «wenn sie mit Verzicht und Einschränkungen verbunden sind». Sind wir also «ein Volk von Heuchlern», wie der «Blick» gefolgert hat? Ja, aber wir sind nicht die einzigen. Das zeigt das diesjährige Jugendbarometer der Credit Suisse sehr anschaulich.

Befragt wurden Jugendliche in der Schweiz, in Brasilien, Singapur und den USA. Das Ergebnis deckt sich mit der Sotomo-Studie: Die jungen Leute wollen alles: Karriere machen, aber gleichzeitig eine ausgewogene Work-Life-Balance pflegen, selbstständig sein und bei einer internationalen Firma arbeiten, weniger sparen, aber auch ein Haus kaufen.

Das Fünfer-und-Weggli-Denken scheint Teil der menschlichen Natur zu sein. Problematisch wird es, wenn die Diskrepanz zu deutlich wird. Die starke Zuwanderung der letzten Jahre in der Schweiz wirkt sich auf die knappe Ressource Boden aus. Die Wohnkosten steigen, das begehrte Einfamilienhaus wird für Angehörige des Mittelstands zunehmend unerschwinglich. Auch für die berufliche Karriere werden die Zuwanderer als Konkurrenz empfunden.

Solche Befindlichkeiten trugen zur Annahme der Masseneinwanderungsinitiative im Februar 2014 bei. Der Widerspruch zwischen der Sehnsucht nach intakter Natur und der faktischen Zersiedelung äusserte sich wiederum in der Annahme der Zweitwohnungsinitiative, des neuen Raumplanungsgesetzes oder der Kulturlandinitiative im Kanton Zürich. Wenn man jedoch selber auf das Häuschen im Grünen verzichten soll, ist es vorbei mit diesen Prinzipien.

Schweizer Umwelt

«Einmal mehr zeigt sich, dass viele Schweizer und Schweizerinnen zwar beides wollen, am Schluss jedoch häufig auf das eine oder andere verzichten, weil beides nicht gleich leicht zu haben ist», lautet der Schlusssatz der Studie von Michael Hermann. Vieles wird in Zukunft davon abhängen, wie freiwillig wir zu diesem Verzicht bereit sind.

Insgesamt aber jammern wir in der Schweiz auf sehr hohem Niveau. Dies zeigt eine aktuelle Statistik der OECD: In keinem Land sind die Menschen mit ihrem Leben zufriedener.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Theor 13.10.2016 10:24
    Highlight Highlight Ich gleiche seit Jahren meine ökologische Bilanz bei Flügen mit Ausgleichsprogrammen wieder aus. Als Beispiel für ein gutes Ausgleichsprogramm kann ich Atmosfair empfehlen: www.atmosfair.de
    • Hirnwinde 13.10.2016 11:47
      Highlight Highlight Typischer Ablasshandel, ganz wie zu Zeiten Luthers.
      Das Kimdermädchen zu schwängern war okay, wenn man nur den Ablass zahlte.

      Genau das was Sie tun, ist Heuchelei.
    • Theor 13.10.2016 12:19
      Highlight Highlight Der Vergleich ist schon mal postapokalyptisch schlecht. Weil im einen das Geld an den Wiederaufbau der Natur zufliesst, während dem anderen in die Tasche der Priester gesteckt wurde. Aber abgesehen von dem ziemlich schlechten Gleichnis, bewundere ich ihre konsequente Haltung - sofern sie denn konsequent ist.

      Sie kritisieren den Versuch, die eigene Ökobilanz auszugleichen als heuchlerisch. Dann bleibt konsequenterweise nur noch, überhaupt keinen ökologischen Fussabdruck zu hinterlassen. Ich gehe davon aus, dass Sie so leben?
    • Theor 13.10.2016 12:20
      Highlight Highlight
      Wenn Sie nach ihrem eigenen Massstab leben, dann wäre auch alles andere als Vegane Ernährung, ausschliesslich regionale uns saisonale Produkte, Fortbewegung per Fahrrad, Ferien im eigenen Einflussbereich, Leben ohne grossen technischen Mittel, etc. inkonsequent und folglich heuchlerisch. Wenn dem so ist, dann Hut ab! Ja, solche Menschen mit der Bereitschaft zum starken Verzicht sollte es mehr geben.


      Ansonsten:

      Wasser predigen, Wein trinken...die alte Leier.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Malu 81 13.10.2016 02:01
    Highlight Highlight Die Schweizer waren schon immer gut darin,
    Wasser zu verlangen aber lieber Wein zu trinken. Aber wir leben im Paradies. Die bisher
    neutrale, objektive und weltoffene Politik, gibt
    uns indirekte Sicherheit. Es sollte auch so bleiben. Die kleinbürgerlichen Verbote, gegen
    die Symbole anderer Religionen ( Minarette,
    Burka) sind eines freien unabhängigen Landes
    nicht würdig.
  • Schneider Alex 13.10.2016 01:13
    Highlight Highlight Warum haben viele ländliche Gemeinden JA gestimmt zur Masseneinwanderungsinitiative? Weil die ländlich wohnenden Leute die lockere Bauweise, den geringen Anteil von Mietwohnungen, die Eigenverantwortung für Haus und Garten und die mässige Verkehrsbelastung schätzen. Um die lockere Bauweise auf dem Land in möglichst vielen Gemeinden zu erhalten, müssen wir dort ansetzen, wo das möglich ist: bei der Reduktion der Zuwanderung. Die steigende Wohnflächennachfrage der ansässigen Bevölkerung, der Drang vieler Familien aufs Land können wir nicht beeinflussen.
    • Fabio74 13.10.2016 17:30
      Highlight Highlight Gerade auf dem Land wollen die Gemeinden ja wachsen. Weil mehr Einnahmen. Ausserdem verschafft Gemeinderat x seinem Bauernkollegen y Geld mit der Einzonung. Und Kollege z kann als Baunnternehmer Geld scheffeln.
      Was es braucht ist eine Raumplanung die durchgesetzt wird
  • Hirnwinde 12.10.2016 23:46
    Highlight Highlight Was für ein Blödsinn.
    Diese willkürliche Paarungen von Vorlieben sind ja gar keine Gegensätze.
    Es sind alles Dinge, die man reinen Gewissens sowohl als auch tun kann, ganz ohne Heuchelei.
    Der ganze Artikel ist Augenwischerei.
    Randbemerkungen:
    Mit Ökobilanzen ist es nicht weit her. Frische Äpfel aus Neuseeland im Mai z. B. sind ökologischer als Schweizer Lageräpfel, weil die Lagerung mehr Energie verbraucht, als der Transport per Schiff.
    Ein Haus im Grünen kann sehr Wohl ökologischer sein, als eine Wohnung in der Stadt, z.B. hinsichtlich Energieverbrauch und Biodiversität.

    • slashinvestor 13.10.2016 02:10
      Highlight Highlight Heh.... wo lernen sie Naturwissenschaft? Fangen wir mal an bei die Äpfel. Ich hoffe sie wissen das die Äpfel nicht einfach im Schiff geschmissen werden. Sie werden geschickt in Container mit Kühlschränke. Die Lagerung passiert so oder so. Nur jetzt hat man noch die Schiff Energie verbrau dazu. Ein Haus nehmt Natur weg end of Story.
    • Posersalami 13.10.2016 04:24
      Highlight Highlight Vor allem verbrauchen EFHs am meisten öffentliche Ressourcen (Steuergelder). Die Anschlüsse für Kanalisation, Frischwasser oder die Strassen bezahlt schliesslich die Allgemeinheit und zwar bis an die Grenze zum Grundstück. Der Unterhalt ist ebenso Sache der Gemeinde.
    • Posersalami 13.10.2016 04:26
      Highlight Highlight Der Trick ist eben der, Lebensmittel SAISONAL einzukaufen. Das ist dann aber eben mit Verzichz verbunden und das ist ja ein absokutes Unding!
      Man braucht aber nicht mal auf alles zu verzichten im Winter. Man kann sich schon mal Äpfel oder Tomaten gönnen, aber halt wir Fleisch vielleicht 1x die Woche. Klappt bei mir ganz gut, alles eine Frage der Gewôhnung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • mrcharliebrown 12.10.2016 21:55
    Highlight Highlight oh mich hauts vom hocker ab diesem befund..

    aber immerhin: wissenschaftliche bestätigung, was (mir zumindest) gefühlsmässig schon länger auffiel. unsere gesellschaft kann keine prioritäten mehr setzen. schade
    • Hirnwinde 13.10.2016 11:48
      Highlight Highlight Deutschland hatte sie einmal gesetzt. War das gut?
  • Paraflüger 12.10.2016 19:49
    Highlight Highlight Interessant wie weit oben Brasilien in diesem Ranking anzutreffen ist. Ich finde dies wäre auch ein Artikel wert.
  • ket4mon 12.10.2016 18:56
    Highlight Highlight Wir arbeiten 40 Jahre ca 40 Stunden die Woche, um unsere Rechnungen zu bezahlen, dass wird dann Freiheit genannt.

    Auf der anderen Seite fällt mir keine Möglichkeit ein, ohne eine arbeitende Gesellschaft eine stabile und für alle gleiche Lage zu bewerkstelligen. Alle Varianten erfordern ein massives Umdenken der gesamten Weltbevölkerung, was leider Gottes nicht mehr und nie zu bewerkstelligen ist. Es wird immer machthungrige Menschen geben, mit ihnen ihre Anhänger.

    Hat jemand eine Lösung?

    PS: Denkt auch an die Überpopulation des Planeten und an den Verursacher einer zugrunde gehenden Natur..
    • ket4mon 12.10.2016 20:28
      Highlight Highlight Ich lebe glücklich mit den Sachen, die ich mein Eigen nennen kann, ich liebe meinen Job usw. In dieser Hinsicht kann ich dir zustimmen @botrytis cinerea!

      @Retarded Wizard
      Danke für deine Ansicht, ich habe nie ausgelernt ;)

      Das ein Leben von und mit Mutter Natur illegal ist wusste ich nicht. Warum? Weil der Mensch dann nicht mehr der Natur schadet oder weil die Schweiz dadurch einen wirtschaftlichen Zusammenbruch erleiden würde? Wegen den Steuern kann es nicht sein, zu viele hinterziehen Steuern die im übrigen nicht immer sehr sinnvol eingesetzt werden.
    • Posersalami 13.10.2016 04:30
      Highlight Highlight Blödsinn, wer sich dem Diktat unterwirft etwas "haben zu müssen" ist als Erwachsener selbst Schuld. Ich begnüge mich zB mit einer 2zi Wohnung, habe kein Auto und ein altes Smartphone, obwohl ich mir problemlos viel mehr gönnen könnte. Mir gehts damit sehr gut :) Geld spart man damit auch noch.
    • Kyle C. 13.10.2016 10:14
      Highlight Highlight Posersalami, schön und gut. Aber Wizard hat schon recht. Du lebst zwar reduzierter als andere, du fügst dich aber trotzdem einem vorgegebenen Lebensstil. Anders würde es wohl kaum funktionieren. Der Punkt ist aber, dass unser Lebensstil ein Staatsdiktat ist und keine freie Entscheidung. Innerhalb dieses Diktats besteht zwar Spielraum nach oben und unten, es ist aber dennoch klar abgesteckt. Und die NoGo's (z.B. Arbeitslose, Sozialfälle, Junkies etc.) erinnern dich täglich daran, wo die Grenzen sind. Das ist reine Abschreckungspolitik, die bewirtschaftet wird und uns "motivieren" soll.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Writtencolors 12.10.2016 18:36
    Highlight Highlight Wie soll denn das aufgehen? 67% erwarten absolute Treue, aber nur 47% sind such bereit absolut treu zu sein? Was ist denn das für eine Lebenseinstellung? Mein Partner muss treu sein, ich aber nicht unbedingt? Entweder gönnt man einander Freiheiten oder nicht..

    Auch einige andere Punkte lassen mich den Kopf schütteln.
    • Firefly 12.10.2016 20:54
      Highlight Highlight Das nennt man Doppelmoral und es ist weit verbreitet
    • Posersalami 13.10.2016 04:31
      Highlight Highlight Doppelmoral ist schon im Säugling angelegt, wir kommen mit diesem Konzept auf die Welt. Unsere Kultur hat es aber verstanden dieses Konzept zu perfektionieren, während andere Kulturen Mechanismen entwickelt haben es abzuschwächen.
  • Denverclan 12.10.2016 18:01
    Highlight Highlight Es gibt nicht wir Schweizer, genau so wenig wie den Menschen. Jeder ist sich selbst der Nächste und jeder hat seine Macken, Gelüste, Gier, Sehnsüchte und auch soziale Einstellung. Je nach dem in welchen Schuhen man steckt, überwiegt das eine oder andere. Darum gibt es ja auch Krieg und Frieden, Mord und Totschlag, Drogenhandel, Kriminalität generell in jeglicher Form aber auch Harmonie, Freude, Liebe und Akzeptanz. Es gibt wunderbare Menschen die lieber geben als sie nehmen und es gibt auch das Gegenteil. Wir werden nie alle gleichgeschaltet sein, nie....aber, der werfe den ersten Stein....!
    • Gigle 12.10.2016 21:28
      Highlight Highlight Das ist ja alles schön und gut, aber die Zahlen sagen was anderes.
  • Triumvir 12.10.2016 17:13
    Highlight Highlight Ja wir Schweizer/innen wollen alles und haben auch fast alles. Deshalb sind wir wohl auch so glücklich. Wir leben tatsächlich wie die berühmte Made im Speck. Ich finde aber, dass wir uns deshalb nicht schämen müssen, sondern vielmehr als leuchtendes Beispiel für andere Länder dienen können. So könnten sich zum Beispiel alle kriegsgeilen Länder sich unsere immerwährende relative Neuträlität zum Vorbild nehmen. Wie viel weniger Kriege und Leid würde es dann wohl geben...Yes, i'm a dreamer und ich bin sogar stolz darauf!;-P
    • Soli Dar 12.10.2016 22:49
      Highlight Highlight Auf Ausbeutung und Zerstörung?
    • Posersalami 13.10.2016 04:37
      Highlight Highlight Unser "Glück" ist ein Beschiss an uns selbst. Sieht man an der Selbstmordrate oder den Tonnen von Psychopharmaka, die jedes Jahr vertilgt werden.
      Besitz, Geld, Karriere etc. macht halt doch nicht glücklich.. Ich sehe es an mir selbst. Ich verdiene jetzt doppelt so viel wie vor 5 Jahren (Weiterbildung sei dank). Aber bin ich glücklicher als vor 5 Jahren? Nein
  • Donald 12.10.2016 17:09
    Highlight Highlight Auf dem Bild sieht man ja gar keine zersiedelung. Das ist alles aneinander gebaut.
    • Aristoteles 12.10.2016 19:22
      Highlight Highlight Zersiedelung = Urbane Durchdringung * Dis­persion * Flächen­inanspruchnahme pro Einwohner/Arbeitsplatz

      Und speziell für dich:
      http://www.wsl.ch/dienstleistungen/publikationen/pdf/11308.pdf
    • Donald 12.10.2016 22:37
      Highlight Highlight Ja, und jetzt schau dir nochmal das Bild an. Häuser stehen nah beieinander. Die meisten sind Mehrfamilienhäuser. Wenn du jetzt dein Dokument nochmal genau liest, wirst du feststellen, dass Zersiedelung (logischerweise) vor allem an Streuung und Fläche pro Einwohner gemessen wird...
    • Turi 13.10.2016 15:59
      Highlight Highlight dazu gibts einen interessanten artikel von hesse/kaltenbrunner "zerrbild 'zersiedelung'". in der tat ist der begriff zersiedelung sehr vage.
      http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/02513625.2005.10556902
    Weitere Antworten anzeigen
  • Turi 12.10.2016 17:02
    Highlight Highlight "Ganz anders die Väter: 87 Prozent haben einen Fulltime-Job. Bemerkenswert: Bei den kinderlosen Männern sind es 79 Prozent."

    Die Forderung wohlhabender Feministinnen nach teilzeitarbeitenden Vätern scheinen bei dem Gros der kinderhabenden Bevölkerung nicht anzukommen. Da ist Arbeiten eben ein Mittel zum Geld verdienen und nicht ein ideologisches Statement.
  • Kookaburra 12.10.2016 16:49
    Highlight Highlight Natürlich ist das Streben nach Verbesserung ein Grundsatz des Fortschritts. Alles andere wäre ja dumm.
    Leider gönnen uns die älteren Generationen und die Linken, aber die Chancen und Möglichkeiten, die sie selbst hatten nicht - und verschenken im Gegenteil die knappsten Ressourcen Boden, Arbeit, Wohlstand, Demokratie, Bildung und Umweltschutz mit beiden Händen an Immigranten und dadurch die Wirtschaft...
    Dadurch sind wir kein Volk mehr, sondern eine immer heuchlerische, immer ellenbogigere, Neidgesellschaft, gegängelt vom neoliberalen Wohlstandsfaschismus der Linken und der Wirtschaft...
    • Lowend 12.10.2016 19:53
      Highlight Highlight Ihr Kommentar ist aber eine echt üble Aneinanderreihung von Lügen, Unwahrheiten und rechtsnationalistischen Propagandafloskeln!
      Der Schluss ist dann aber echt der Hammer, wo Sie schreiben: "Neidgesellschaft, gegängelt vom neoliberalen Wohlstandsfaschismus der Linken und der Wirtschaft" und diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, denn erst wenn man "der Linken" durch "der Rechten" ersetzen, wird daraus ein sinnvoller und wahrer Satz.
    • Kookaburra 12.10.2016 20:08
      Highlight Highlight Es ist tatsächlich sehr schwierig zu erkennen, dass der Wohlastandsfaschismus und Neoliberalismus Heutzutage von den linken Globalisten gemacht wird. Ich erwarte nicht, dass gerade du dies je verstehen könntest. :)
    • Eljham 12.10.2016 20:16
      Highlight Highlight "(...) gegängelt vom neoliberalen Wohlstandsfaschismus der Linken und der Wirtschaft... "
      Da hast du jetzt grad alle politischen Parteien beschuldigt. Wo stehst du?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Madison Pierce 12.10.2016 16:37
    Highlight Highlight Bin gerade recht fassungslos: Nur zwei Drittel verlangen von ihrem Partner absolute Treue in der Beziehung? Und weniger als die Hälfte will treu sein?
    • 321polorex123 12.10.2016 17:39
      Highlight Highlight #tripelmoral
    • phreko 12.10.2016 18:08
      Highlight Highlight Welcome to the real world!
    • Too Scoop 12.10.2016 18:42
      Highlight Highlight Meist verlangt man von anderen mehr und hat die höheren Erwartungen an diese, als man selber bieten kann.

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

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