Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Geistig Behinderte sexuell missbraucht: Sieben Jahre Haft für Betreuer in Schwyz

Ein ehemaliger Mitarbeiter einer betreuten Wohngemeinschaft ist vom Schwyzer Strafgericht zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er soll sich während drei Jahren an fünf Bewohnern sexuell vergangen haben.



Vergewaltigung, Gewalt an Frauen

Schuldspruch für Betreuer: Missbrauchsfall in einer Wohngruppe im Kanton Schwyz. Bild: AZ

Das Gericht befand den Mann der mehrfachen sexuellen Nötigung und der mehrfachen Schändung schuldig, wie der «Bote der Urschweiz» am Donnerstag berichtete. Die Kurzbegründung des Urteils liegt der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor. Der Prozess hatte bereits Anfang Februar unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden.

Die Taten geschahen laut der Anklageschrift zwischen März 2012 und Mai 2015. Der Beschuldigte soll fünf Bewohner einer betreuten WG dazu veranlasst haben, mit ihm sexuelle Handlungen vorzunehmen. Diese reichten vom Anfassen der Geschlechtsteile über Oralverkehr bis hin zu analer Penetration.

Beim Beschuldigten handelt es sich um einen rund 40-jährigen Mann, wie Strafgerichtsvizepräsidentin Sandra Rieder auf Anfrage sagte. Aufgeflogen sei er, weil sich eines der Opfer jemandem anvertraut habe.

Der Beschuldigte anerkannte laut dem Gericht, mit einem Opfer fünf Mal Oralverkehr gehabt zu haben, dies sei aber einvernehmlich geschehen. Weitere sexuelle Handlungen mit dieser oder anderen Personen bestritt er.

Das Gericht schenkte allerdings den Aussagen der Opfer Glauben. Es erachtet es als erstellt, dass sich zwei Personen aufgrund ihrer starken geistigen Beeinträchtigungen mehrfach nicht gegen den Beschuldigten zur Wehr setzen konnten. Drei weitere Personen hätten ihm gegenüber zwar jeweils geäussert, dass sie die sexuellen Handlungen nicht möchten, der Beschuldigte setzte sich aber mehrfach darüber hinweg. Aus Angst vermochten sie sich nicht weiter zu wehren, zumal ihnen teilweise Konsequenzen angedroht wurden.

300'000 Franken Verfahrenskosten

Dass sexuelle Handlungen zwischen dem Beschuldigten und einem der Opfer im gegenseitigen Einverständnis erfolgt sein sollen, schliesst das Gericht aus. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren gefordert.

Neben der unbedingten Freiheitsstrafe wurde der Mann zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 100 Franken bestraft. Für ihn wird ein zehnjähriges Tätigkeitsverbot verhängt, und er hat den Opfern Genugtuung zwischen 2000 und 7000 Franken zu bezahlen. Auch die Verfahrenskosten muss er tragen - sie belaufen sich auf rund 300'000 Franken.

Der Richterspruch ist noch nicht rechtskräftig, der Beschuldigte hat Berufung angemeldet, womit das Urteil zu begründen ist. (aeg/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mrgoku 28.02.2019 13:37
    Highlight Highlight das sind mind. 63 Jahre zu wenig...
  • wipix 28.02.2019 13:21
    Highlight Highlight Das die Handlungen vom Betreuer mit von ihm abhängigen passiert ist, wurde nicht gross erwähnt. Dabei ist dies gerade in einem solchen Fall der Hauptgrund, dass eine eventuelle Einwilligung eines der Opfer keine Rolle spielen dürfte. 7 Jahre wären OK. Warum kein lebenslanges Berufsverbot, gerade weil der Täter nicht einsichtig ist kann ich auch nicht nachvollziehen.
  • paper 28.02.2019 12:46
    Highlight Highlight Genugtuung: 4stellig
    Verfahrenskosten: 6stellig
    Da sieht man wo die wirklichen Profiteure sind.
    #unpopularopinion
    • Hierundjetzt 28.02.2019 14:28
      Highlight Highlight Falsch: Damit sieht man, dass der Staat keine Kosten scheut um den Täter zur Strecke zu bringen.

      Die Opfer sind zudem geistig behindert (evtl. Trisomie 21?), dass könnte die hohen Kosten erklären.

      Was hingegen nagepasst werden muss ist die Schwyzer Gesetzgebung für die Opferentschädigung. Das ist ja lächerlich tief.
  • Janis Joplin 28.02.2019 11:47
    Highlight Highlight Und selbstverständlich ist es ja immer einvernehmlich geschehen...

Tiere «schwerwiegend vernachlässigt» – Strafanzeige wegen Tierquälerei gegen Zürcher Bauer

Einem Bauern im Zürcher Oberland wird Tierquälerei vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren eröffnet. Eine Tierschutzorganisation spricht von einem «extremen Fall».

Zentimeterhoch türme sich der Mist, der Boden sei mit Kot und Urin bedeckt, die Tiere würden vernachlässigt: Es sind happige Vorwürfe, welche die Organisation «Tier im Fokus» (TIF) gegen Landwirt H.M.* erhebt. Dieser führt in einer Gemeinde im Zürcher Oberland einen Mutterkuh-Betrieb. Bilder aus dem Innern des Rinderstalls von Bauer H.M. sollen die Vorwürfe belegen. Sie stammen laut Angaben von «Tier im Fokus» aus dem Juni 2019 und wurden der Organisation auf einem USB-Stick zur …

Artikel lesen
Link zum Artikel