DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Chili (links) und Julie (rechts) gehen regelmässig für ein Check-up zum Tierarzt. bild: kris

Bratkartoffeln und Broccoli im Fressnapf – diese zwei Zürcher Hunde fressen nur Veganes

Ausweitung der Vegan-Zone: der kulinarische Trend hat nun auch den Fressnapf erreicht. Das stösst bei Tierärzten auf Kritik. Kris aus Zürich erzählt, warum er seine Hunde trotzdem vegan ernährt. 



Bratkartoffeln und Broccoli – das sind die Lieblingsmenüs von Terrier-Mischling Chili und der spanischen Streuner-Dame Julie. 

Bild

Chili (9) und Julie (13). bild: Kris

Ihr Herrchen Kris*, Mittvierziger aus Zürich, ist überzeugter Veganer. Er frönt der fleischlosen Ernährung bereits seit neun Jahren – und ist davon heute begeisterter denn je. 2014 entscheidet er sich, auch seine zwei «Mitbewohner» in seine Essensgewohnheiten miteinzubeziehen – seither gibt's für Chili und Julie keine Knochen und Co. mehr: In ihrem Fressnapf landet nur noch Pflanzliches. 

Kris: «Für mich war es ein konsequenter Schritt. Ich will mit einem nachhaltigen Lebensstil der Umwelt auf die Sprünge helfen und einen Beitrag zum Tierschutz leisten. Da passt es nicht zusammen, wenn ich bei der Ernährung meiner Hunde nicht darauf achte.» Am Anfang der Umstellung sei er auf Ergänzungsprodukte angewiesen gewesen, heute jedoch nicht mehr: «Ich habe mich in die Thematik eingelesen und weiss nun genau, wie ich dafür sorgen kann, dass meine Hunde an die notwendigen Nährstoffe kommen, auch ohne Fleisch und andere Tierprodukte.» Er sei nun auch vertrauter mit den Bedürfnissen seiner Hunde und könne ihnen eine abwechslungsreichere Ernährung bieten als zuvor.

«Wie bei uns Menschen ist es bei Hunden, die nur vegane Kost zu sich nehmen, wichtig, den Eisenwert und das Vitamin B12 im Auge zu behalten.»

Vorsichtshalber bringt er seine zwei Hündinnen trotzdem regelmässig zum Tierarzt für ein Check-up. Dort überprüft der Veterinär insbesondere die Blutwerte der Tiere. «Wie bei uns Menschen ist es bei Hunden, die nur vegane Kost zu sich nehmen, wichtig, den Eisenwert und das Vitamin B12 im Auge zu behalten.» Bisher habe weder Chili noch Julie an Mangelerscheinungen gelitten, betont Kris. 

Der Tierarzt sei kein Fan der veganen Ernährung der Hunde. Kris: «Es ist wie bei den Humanmedizinern: Es gibt wenige, die sich total mit dem veganen Lebensstil auskennen und die meisten, die sehr kritisch sind, weil sie zu wenig darüber wissen.»

Hinter die Meinung des Tierarztes stellt sich jedoch auch Marie Müller vom Schweizerischen Verein für Kleintiermedizin. Sie rät von einer rein veganen Ernährung bei Hund und Katze ab: «Das geht gegen die Natur der Tiere. Hunde und Katzen fressen seit Tausenden von Jahren Fleisch.» Veganismus beim Tier sei gar nicht naturnah, sondern eher das Gegenteil: «Man vermenschlicht die Tiere und will, dass sie genau wie wir essen beziehungsweise fressen.

«Es gibt Gerichte, die sie mögen, andere weniger. Da geht es ihnen wie uns Menschen.»

Chili und Julie sind nicht seit ihrer Geburt vegan. Kris hat ihre Ernährung erst mit 6 respektive 10 Jahren umgekrempelt. Kris: «Vorher gab es meistens typisches Hundefutter, gelegentlich eine Wurst aber auch regelmässig die Resten der Pasta oder der Rösti von meinem Mittagessen.» Seiner Meinung nach war diese abwechslungsreiche Kost ein Aspekt, der in der späteren Umstellung auf die vegane Kost eine wichtige Rolle spielte: «So waren beide von Anfang an bereit, das zu essen, was ich ihnen auftischte.» Das heisse aber nicht, dass die Hunde jede Nahrung zu sich nehmen. «Es gibt Gerichte, die sie mögen, andere weniger. Da geht es ihnen wie uns Menschen.»

Rund 3 Prozent der Bevölkerung vegan

Kris und seine Lebensparterin kochen oft für fünf – die zwei sind Eltern einer kleinen Tochter: «Meistens bekommen Julie und Chili einen Teil unseres Menüs als ungewürzte Portion ab. Seien es Teigwaren, Linsen, Reis, Polenta, Rüebli, Broccoli oder Kartoffeln.» Er sei sich bewusst, dass vegane Kost bei Tieren ein kontroverses Thema sei. Doch: «Strassenhunde essen auch was sie finden – und das ist bei langem nicht nur Fleisch.» Zudem gehörten zum natürlichen Speiseplan von Hunden sowieso auch pflanzliche Bestandteile wie zum Beispiel Haselnüsse. Er kenne sogar eine Katzenhalterin, die ihr Büsi vegan ernähre, erzählt Kris. «Aber: Das ist jedoch schwieriger und möglicherweise auch weniger artgerecht, weil Katzen von Natur aus Karnivore sind.»

In der Schweiz ernähren sich rund drei Prozent der Bevölkerung vegan – Tendenz steigend. Dass es deswegen auch immer mehr vegane Haustiere gibt, stimme aber nicht, so Kris. Denn er weiss: Es gibt auch Widersacher auf der eigenen Seite: Für viele Veganer ist es ein No-Go, überhaupt ein Haustier zu halten, ein Tier zu «besitzen». Kris: «Das verstehe ich, ich hatte hierzu eigentlich auch meine Bedenken.» Schliesslich habe er jedoch folgendes Fazit gezogen: «Wegen uns Menschen gibt es Millionen Strassenhunde, die ihrem Schicksal überlassen sind. Mir war es wichtig, wenigstens zwei davon zu helfen.»

*Nachname der Redaktion bekannt. 

Achtung, Prank! So reagieren watson-Redakteure, die zum ersten Mal «veganes» Fondue essen

Video: watson

Mehlwurm-Pasta, Erbsen-Glace und andere unvorstellbare Leckereien

1 / 8
Mehlwurm-Pasta, Erbsen-Glace und andere unvorstellbare Leckereien
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Der Bund stoppt den Genderstern: «Bürger*innen» wird nicht amtlich

Die Bundesverwaltung schafft Fakten: Der Genderstern und ähnliche Schreibweisen werden bei den Behörden untersagt. Sie führten zu «einer ganzen Reihe von sprachlichen Problemen», heisst es in einer neuen Weisung.

Es ist ein Reizthema. Sollte man in der deutschen Sprache verschiedene Geschlechter besser berücksichtigen? Immer mehr Unternehmen, Hochschulen und Organisationen verwenden neue sprachliche Formen – allen voran den Genderstern. Bürger*innen, heisst es dann. Oder Wähler*innen.

Damit werde niemand ausgeschlossen, finden die einen: Frauen ebenso wenig wie Menschen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen. Die anderen befürchten, dass damit das Deutsche …

Artikel lesen
Link zum Artikel