Schweiz
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Kommt jetzt das Velohelm-Obligatorium für Kinder bis 14 Jahre? Die BFU meint: Ja



Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) fordert ein schweizweites Velohelm-Obligatorium für Kinder bis 14 Jahre. Derzeit trage jedes vierte Kind beim Velofahren keinen Helm, obwohl Kinder im Strassenverkehr besonders verletzlich seien.

Insgesamt sei in der Schweiz jede zweite Velofahrerin oder jeder zweite Velofahrer mit einem Helm unterwegs, teilte die BFU am Dienstag mit. Die 50-Prozent-Marke sei letztes Jahr erstmals erreicht und in diesem Jahr nun bestätigt worden.

Velofahrende Kinder mit Helm in einer Seitenstrasse

Kein Kind ohne Velohelm, fordert die BFU. Bild: shutterstock.com

Bei Kindern bis 14 Jahre liege die Helmtragquote zwar deutlich höher. Dennoch trage noch jedes vierte Kind beim Velofahrern keinen Helm und habe so bei einem Sturz oder einer Kollision ein deutlich höheres Risiko für Kopf- und Hirnverletzungen.

Grund für das überdurchschnittlich hohe Verletzungsrisiko sei der überproportional grosse und schwere Kopf bei Kindern und die im Verhältnis dazu noch schwach ausgebildete Kopf- und Nackenmuskulatur. Zudem seien die Schädelknochen noch weicher und somit verletzlicher.

Sollen Velofahrer zwingend einen Helm tragen müssen?

Hinzu komme, dass Kinder im Strassenverkehr noch unsicher seien. Aufgrund ihres Entwickungsstands und der fehlenden Erfahrung könnten sie Verkehrssituationen und Gefahren noch nicht verlässlich einschätzen.

Durchschnittlich werden laut der BFU pro Jahr 300 Kinder als Radfahrer leicht, 61 schwer und ein Kind tödlich verletzt. (sda)

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hansueli_4 27.08.2019 21:59
    Highlight Highlight Helmtragepflicht für schnelle E-Bikes und auf dem Sportrad ist sinnvoll, ansonsten sollte besser auf eine sicherere Infrastruktur gesetzt werden.
    Benutzer Bild
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 27.08.2019 21:44
    Highlight Highlight Kluge Köpfe schützen sich
  • kobL 27.08.2019 19:11
    Highlight Highlight Reine Symptombekämpfung.
    Anstatt griffige Massnahmen umzusetzen, die den Verkehr sicherer machen, setzt man auf 2 cm dicke Styroporschalen, die Verletzungen im besten Fall minimieren aber ganz sicher nie einen einzigen Unfall verhindern werden.
    Aber das würde ja vor allem dem MIV sehr viele Privilegien wegnehmen. Müssen wir z.B. unbedingt mit 50 km/h Innerorts unterwegs sein, wenn man 30 km/h schon dort angehalten hat, wo man bei 50 km/h erst auf die Bremse tritt? Viel langsamer ist man ja nicht, mit meinen 25 km/h im Schnitt auf dem Velo bin ich meisten schneller.
  • winglet55 27.08.2019 17:09
    Highlight Highlight Wie wärs noch mit einem Helmobligatorium für E- Trottis, wäre auch noch sinnvoll.
  • Capslock 27.08.2019 16:21
    Highlight Highlight man wird das Gefühl nicht los, dass gew. Parlamentarier in früheren Jahren einen Helm zum Schutze ihres Kopfes hätten tragen sollen
  • Jamaisgamay 27.08.2019 16:21
    Highlight Highlight Safety by numbers. Diese Grafik sagt eigentlich alles.
    Benutzer Bild
    • Binnennomade 27.08.2019 23:13
      Highlight Highlight Was für eine unübersichtliche Grafik! Aber ja, man sieht sehr schön, wie wenig Helmtragequoten mit tödlichen Verletzungen korrelieren. Dasselbe gilt übrigens für den Schneesport, aber auch da wollte die Bafu unbedingt die Helme forcieren.. Ist halt einfach für die..
  • Michele80 27.08.2019 15:34
    Highlight Highlight Verkehrstote in der Familie helfen ungemein, dass Helme getragen werden. Meine Geschwister und ich habe es nie hinterfragt, nicht mal in der Pupertät. Und bei dem obligaten "waaaaas du ziehst den an?" des nervigen Mitschülers hat "ja 1 totes Kind reicht meinen Eltern glaubs" als Antwort auch ausgereicht. Dann war es meist sehr still. Helm anziehen war und ist so normal wie angurten im Auto. Und hey, die modernen Helme sind auch sehr bequem und leicht und mir fliegen keine dummen Insekten in die Haare.
  • Strandmolch 27.08.2019 15:05
    Highlight Highlight Velohelme sollten für alle Pflicht sein so wie die Gurtpflicht im Auto.
    • PlayaGua 27.08.2019 15:52
      Highlight Highlight Dann fahre ich künftig nicht mehr mit dem Velo, sondern dem Auto an den Bahnhof.
    • Magnum 27.08.2019 15:54
      Highlight Highlight Ich empfehle auch Dir, Dich über den Zusammenhang zwischen Helmpflicht und Nutzung vom Fahrrad zu informieren.

      Wo der Velohelm Pflicht ist, spielt das Velo als Verkehrsträger eine bestenfalls marginale Rolle und wird zum reinen Sportgerät. Treffendes Beispiel: Australien.
      Wo das Velo als Verkehrsträger zentral ist, wird eine Helmpflicht nicht einmal in Betracht gezogen. Beispiele: Niederlande, Dänemark.

      Angesichts von Staus und verschmutzter Luft vor allem in Städten kann es kaum Sinn machen, Massnahmen zu ergreifen, welche den Veloverkehr verringern. Genau dies tut eine Velohelmpflicht!
    • Ueli_DeSchwert 27.08.2019 19:46
      Highlight Highlight @Magnum: Schweden hat Helmpflicht bis zur Volljährigkeit. Deshalb sieht man einen grossteil der Personen in Schweden, egal welchen Alters, mit Helm fahren.
      Und in Schweden ist das Velo im urbanen Bereich gleich verbreitet wie in den Niederlanden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Le_Raclette 27.08.2019 14:59
    Highlight Highlight Also ich finde das jetzt mit fast 30 doof und ab 9 hab Ich gelernt dass so ein Helm super in das Paketfach vom Briefkasten passt weil Mutti mich schon zwingen wollte.

    Eine offizielle Empfehlung mit versicherungsauschluss bei Schaden wäre ein Kompromiss aber damit ist auch niemand zufrieden
  • SaveAs_DELETE 27.08.2019 14:57
    Highlight Highlight Wenn wir Eltern als Vorbild vorangehen, benötigen wir kein Obligatorium.
    Das Problem bei einem Obligatorium wird sein, dass irgendjemand dann wieder eine Strafe verhängen muss. Und wer soll Bestraft werden - der 3-Käsehoch ja kaum...
  • Magnum 27.08.2019 14:45
    Highlight Highlight Wieso nur ein Helm? Ein Ganzkörper-Airbag muss her!

    Im Ernst: Erstens ist ein Helm immer nur Symptombekämpfung. Und zweitens signalisiert eine Helmpflicht Gefahr.

    Die Forderung der BfU wird zu weniger Velonutzung durch Kinder führen - und zu mehr fettleibigen Kindern mit schlechter Körperkoordination und erhöhtem Diabetes-Risiko. Ernst zu nehmende Verkehrsexperten (sorry, BfU) sind sich einig: Die Infrastruktur für Velofahrende muss so sicher werden, dass sie von Menschen von 8 bis 88 Jahren sicher genutzt werden kann. Infrastruktur rettet Leben, nicht eine olle Styroporschale!
    • christof.artho 27.08.2019 15:03
      Highlight Highlight Ich hatte mir beim Radfahren, als ich 12 war, den rechten Arm gebrochen - beim Bergauffahren - auf einer unbefahrenen Strasse. Was ich damit sagen möchte: Es ist viel schneller etwas passiert als man denkt. Velofahren sicherer machen? Unbedingt! An die eigene Vernunft appellieren? Unbedingt! Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist der Helm vermutlich die einfachste und am schnellsten umgesetzte Möglichkeit, einen Kopf zu schützen. Und manchmal muss man dies mit dem Mahnfinger „erzwingen“.
    • K1aerer 27.08.2019 15:07
      Highlight Highlight Also sorry, was wollen Sie denn da an der Infrastruktur ändern? Wenn Sie ohnmächtig werden, hilft Ihnen auch die beste Infrastruktur nicht. Schon von Kosten her, sind die Helme massiv günstiger. Und wegen einem Helm aufs Velo verzichten, macht für mich gar keinen Sinn, aber da hat dann def. die Erziehung ziemlich versagt.
    • DeDanu 27.08.2019 15:09
      Highlight Highlight Die olle Styroporschale macht genau den Unterschied zwischen schwersten Kopfverletzungen oder einer Hirnerschütterung bei einem Crash. Selbst oder Unverschuldet. Durfte ich leider selbst schon erleben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Miicha 27.08.2019 14:44
    Highlight Highlight Ja bitte! Das ist überfällig.
  • Lioness 27.08.2019 14:35
    Highlight Highlight Ich denke es kommt sehr auf die Vorbilder an. Ich stelle fest, Familien in denen die Eltern auch immer Helm tragen, tragen die Kinder viel häufiger Helm. Bei Familien bei denen die Eltern keinen Helm tragen, hängt der Helm oft am Lenker. Mir fällt einfach kein vernünftiger Grund ein, wieso der Kopf meines Kindes geschützt werden muss, meiner aber nicht.
  • Veganivor 27.08.2019 14:21
    Highlight Highlight Wer die Kinder vor Unfällen mit Fahhrrädern schützen will, muss ihnen die Fahrräder wegnehmen.
    • Magnum 27.08.2019 14:49
      Highlight Highlight *Genau*: Wenn man Kinder in einem Wattekokon aufzieht, passiert ihnen nichts. Diese "Weisheit" von Helikoptereltern wird uns eine Generation von fettleibigen "Gschtabbis" einbringen, die während der Kindheit nur Bildschirme gesehen und sich nie körperlich betätigt oder Sport getrieben haben.

      Zum Aufwachsen gehören gelegentliche Blessuren, und in Tempo30-Zonen oder auf Bewegungsstrassen im Quartier können Kinder ihren Bewegungsdrang auf Velos ausleben, ohne permanent durch Autos gefährdet zu werden. Ob dazu ein Helm nötig ist, sollten mE die Eltern entscheiden.
    • Ueli_DeSchwert 27.08.2019 19:50
      Highlight Highlight Absolut korrekt.
      Unfälle passieren, und daran kann man nichts ändern.
      Man kann aber ändern, ob die Kinder eine Hirnerschütterung oder bleibende Hirnschäden davontragen - alles nur dank eines Helms.
    • Binnennomade 27.08.2019 23:47
      Highlight Highlight Ueli, dasselbe gilt auf dem Spielplatz, auf dem Fussballplatz, im Wald, etc. Würdest du deinem Kind da überall auch einen Helm aufsetzen?

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