Schweiz
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Die Aargauer Regierungsraetin Susanne Hochuli, links, Staenderaetin Christine Egerszegi, Mitte,  und Staenderaetin Pascale Bruderer-Wyss, rechts, Praesidentinnen des Nein Komitees zum Gripen, an einer Medienkonferenz in Aarau, am Donnerstag, 24. April 2014. Die Volksabstimmung zum

Gemeinsame Sache: Christine Egerszegi und Pascale Bruderer im April 2014 an einer Medienkonferenz zu «Gripen Nein». Bild: KEYSTONE

Parteichefs wussten von nichts: FDP-Egerszegi wirbt für SP-Bruderer statt Parteikollege Müller

Statt für Philipp Müller aus der eigenen Partei macht sich Christine Egerszegi im Rennen um den Ständerat für die Konkurrenz stark und unterstützt SP-Kandidatin Pascale Bruderer.

Rolf Cavalli / Aargauer Zeitung



Ein Artikel der

Pascale Bruderer hat am Wochenende ihren Ständerats-Wahlkampf lanciert. Gestern traf sie sich mit ihrem Helferteam zu einer Art Aufwärmrunde «im privaten Rahmen», wie Elisabeth Burgener, Co-Präsidentin der SP Aargau, bestätigte. Schon am Freitag schaltete Bruderer ihre neue Wahlkampf-Seite auf. Ein Blick darauf macht klar, wie die SP-Politikerin am 18. Oktober ihr Glanzresultat von vor vier Jahren wiederholen will: Sie positioniert sich als mehrheitsfähige Brückenbauerin, die weit über das linke Lager hinaus Stimmen machen kann. Um das zu unterstreichen, hat die Nussbaumerin diverse Aargauer Persönlichkeiten ausserhalb der SP für ihre Wahlplattform aufgeboten, die nun dort für sie werben; von Mammut-Chef Rolf Schmid bis Mundart-Musiker Adrian Stern (siehe auch Box).

Die Jury-Connection

Pascale Bruderer kann in ihrem Ständerats-Wahlkampf auch auf ihre Beziehungen beim NAB-Award zur Wahl «Aargauer des Jahres» zurückgreifen. Bruderer selber ist dort Jurypräsidentin. Und unter den Persönlichkeiten, die auf ihrer Wahlkampf-Seite für sie politisch werben, finden sich drei weitere Jurymitglieder: Musiker Adrian Stern, Sängerin Sina und Sibylle Lichtensteiger, Leiterin Stapferhaus Lenzburg. Ebenfalls unter den Promotoren für Pascale Bruderers Wiederwahl als Ständerätin ist Kunstturner und Musiker Lucas Fischer, der 2013 zum «Aargauer des Jahres 2013» gewählt wurde. (AZ)

In dieser Galerie der Bruderer-Promotoren sticht aber vor allem eine heraus: Christine Egerszegi. Die bekannte FDP-Politikerin, die selber als Ständerätin zurücktritt, zeigt sich auf einem Foto mit der SP-Kollegin und lässt sich zitieren: «Auch künftig braucht es im Ständerat ein starkes Team für den Aargau

Ja, sie habe das Okay gegeben, dass ihr Foto mit dem Kommentar für die Homepage von Pascale Bruderer verwendet werden dürfe, sagt Egerszegi auf Anfrage: «Wir setzen uns seit 2011 für den Kanton Aargau ein und ich hoffe, dass der Aargau auch in der nächsten Amtsperiode gut vertreten sein wird.» Im Klartext heisst das: SP-Kandidatin Bruderer soll unbedingt wiedergewählt werden.

FDP-Chefs wussten von nichts

Pikant ist es aber allemal, dass sich Egerszegi von der SP-Kandidatin einspannen lässt. Nicht nur, weil sich die FDP zurzeit besonders stark gegen die SP abgrenzt und diesmal wieder gemeinsam mit der SVP und der CVP in die Nationalratswahlen geht. Auch weil die FDP nach Egerszegis Rücktritt die schwere Aufgabe hat, ihren Ständeratssitz zu verteidigen. Kandidat Philipp Müller hat als bekannter Parteipräsident Schweiz gute Chancen, hat aber kein Interesse daran, dass Stimmen aus der Mitte an Pascale Bruderer wandern.

Amriswil, 27.06.2015, Delegiertenversammlung FDP Schweiz, Philipp Mueller (Parteipraesident FDP Schweiz und Nationalrat) (Gonzalo Garcia/EQ Images)

FDP-Parteipräsident Müller: «Kein Kommentar». Bild: Gonzalo Garcia

Überrascht von Egerszegis Aktion wurden dagegen die Verantwortlichen in der FDP. Matthias Jauslin, Aargauer FDP-Präsident, wusste am Wochenende noch nichts von Egerszegis Bruderer-Wahlhilfe: «Sie war nicht mit der Partei abgesprochen.» Er kommentiere die Aktion seiner Parteikollegin nicht, so Jauslin, betont aber: «Ich habe als Parteipräsident unsere Mitglieder aufgerufen, bei den Ständeratswahlen bürgerlich zu wählen: Ruth Humbel von der CVP, Hansjörg Knecht von der SVP und natürlich vor allem unseren eigenen FDP-Kandidaten Philipp Müller.» Namentlich nicht SP-Frau Bruderer.

Wahlkampf von aussen sehen

Was sagt FDP-Ständeratskandidat Philipp Müller selber zu Christine Egerszegis Engagement für die Konkurrentin? «Ich kommentiere keinen Wahlkampf. Nicht meinen und auch nicht denjenigen anderer Kandidatinnen und Kandidaten.» Müllers Wahlleiter Adrian Meier hörte ebenfalls erst von der az, dass sich Egerszegi hinter die SP-Ständerätin stellt. Ob die FDP für ihren Kandidaten ebenfalls Persönlichkeiten zur Wahlunterstützung aufbietet, lässt Meier offen. Ein Einbezug von Parteikollegin Egerszegi ist gemäss Meier aber nicht geplant.

Auf aktive Unterstützung seiner Parteikollegin kann Philipp Müller jedenfalls nicht zählen. Egerszegi macht klar, dass das Statement auf Bruderers Wahlplattform eine einmalige Aktion ist. «In den Wahlkampf 2015 mische ich mich nirgendwo aktiv ein. Ich freue mich, dass ich das von aussen sehen kann.» (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hans Jürg 17.08.2015 19:49
    Highlight Highlight Freisinnig demokratisch. Das ist Frau Ergerszegi zu 100%. Ganz im Gegensatz zu vielen FDP-Mitgliedern. Allen voran deren Präsident Müller.
    7 6 Melden
  • Lumpirr01 17.08.2015 13:06
    Highlight Highlight Der Aargauer Wahlkampf um die Ständeratssitze ist trotz dieses Anlasses momentan noch sehr flau. Egerszegi (FDP) war zusammen mit Bruderer (SP) im Stöckli und die beiden sind politisch recht nahe beieinander. Eigentlich braucht Frau Bruderer kaum Unterstützung, denn ihre Wiederwahl dürfte kaum umstritten sein. Als Nachfolger von Egerszegi kommt wohl mit Philipp Müller (FDP) der Präsident dieser Partei ins Stöckli. Die Chancen der anderen Kandidaten dürften nach heutiger Einschätzung wohl eher bescheiden bleiben.
    14 0 Melden
  • klugundweise 17.08.2015 12:41
    Highlight Highlight Bravo!
    Liebe Aargauer, nehmt Euch ein Beispiel und wählt lösungsorientierte Politiker und nicht populistische Polteri und Hetzer!
    28 9 Melden

Vierfachmord Rupperswil: Thomas N. von Verhandlung vor Obergericht dispensiert

Thomas N. ist von der Gerichtsverhandlung vom 13. Dezember vor dem Aargauer Obergericht dispensiert worden.

Am Berufungsprozess vor dem Aargauer Obergericht zum Vierfachmord von Rupperswil AG wird der Täter nicht teilnehmen. Der 34-jährige Schweizer wurde auf sein Gesuch hin dispensiert.

Damit beschränke sich die Berufungsverhandlung auf die Befragung der Sachverständigen und auf die Parteivorträge der amtlichen Verteidigung sowie der Staatsanwaltschaft, wie die Gerichte Kanton Aargau am Mittwoch mitteilten. Die Verhandlung findet am 13. Dezember am Obergericht in Aarau statt.

Die Staatsanwaltschaft …

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