Schweiz
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Die Grünen mit historischen Sieg – die wichtigsten Antworten zu den NR-Wahlen



Die Grünen haben bei den Nationalratswahlen einen historischen Sieg errungen. Sie gewinnen 17 Sitze und kommen neu auf 28 Mandate. Damit überholen sie die CVP. Grösste Verliererin ist die SVP. Trotzdem bleibt der Nationalrat bürgerlich dominiert. Alle wichtigen Ergebnisse kannst du hier in unserem Liveticker nachlesen.

Überrascht das Ergebnis?

Dass die Grünen gewonnen haben, ist keine Überraschung. Der Klimawandel war das dominierende Thema im Wahlkampf. Eine Verschiebung in diesem Ausmass war aber nicht erwartet worden. Für Schweizer Verhältnisse ist sie ungewöhnlich: Die Grünen haben mehr neue Sitze erobert als die SVP bei ihrem Durchmarsch im Jahr 1999.

Präsidentin Regula Rytz (Mitte) jubelt: Schon jetzt steht fest, dass die Grünen die überragenden Sieger des heutigen Wahlsonntags sind.

So sieht Freude aus: Präsidentin der Grünen (rechts) jubelt über das gute Ergebnis für ihre Partei. Bild: KEYSTONE

Was heisst das für die Linken?

Mit dem Sieg der Grünen ist das linke Lager stärker geworden. In einigen Kantonen gehen die Gewinne der Grünen allerdings auf Kosten der SP. Diese muss den Verlust von 4 Sitzen hinnehmen und kommt noch auf 39 Sitze. Damit verfügt das linke Lager aus SP und Grünen über rund einen Drittel der Stimmen im 200-köpfigen Nationalrat.

Wird jetzt konkrete Klimapolitik betrieben?

Umweltanliegen lassen sich also nicht ohne bürgerliche Unterstützung durchsetzen. Die Grünliberalen gewinnen zwar 9 Sitze und kommen neu auf 16 Sitze, doch auch damit ist der ökologische Block noch fast 20 Stimmen von einer Mehrheit entfernt. Dennoch dürften es Umweltanliegen nach dieser Klimawahl einfacher haben.

Klimastreik in Zuerich am Freitag, 24. Mai 2019.   (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die Klimajugend und viele weitere Schweizer Bürger wollen konkrete Massnahmen für den Klimaschutz – wird sich in den kommenden vier Jahren tatsächlich etwas ändern? Bild: KEYSTONE

Das Zünglein an der Waage wird die CVP bleiben, die 3 Sitze verliert und noch auf 25 Sitze kommt. Diese Rolle könnte vermehrt auch der GLP zukommen.

Welche Auswirkungen hat der Linksrutsch?

Die Kräfteverschiebung dürfte sich auf gesellschaftspolitische Anliegen auswirken. Ausserdem könnte die Gleichstellung von Frau und Mann mehr Gewicht erhalten. Dazu dürfte die gewachsene Frauenvertretung beitragen. In der Sozialpolitik dagegen werden es SP und Grüne mit ihren Positionen weiterhin schwer haben.

Welche Parteien sind die Verlierer?

Mit Abstand stärkste Partei im Land bleibt die SVP. Sie verliert aber ihre 2015 zusätzlich eroberten 12 Mandate und kommt noch auf 53 Mandate. Die FDP hat nach dem Verlust von 4 Sitzen noch 29 Sitze. Ob sie trotz oder wegen ihrer grünen Wende verloren hat, werden die Analysen zeigen. Fest steht, dass die SVP und die FDP im Nationalrat zusammen keine Mehrheit mehr haben.

Ein schwarzer Tag war es auch für die BDP, die 4 Mandate verliert und mit 3 Sitzen keine Fraktionsstärke mehr hat. Die EVP dagegen gewinnt einen Sitz und kommt neu ebenfalls auf drei Sitze.

Welcher Kanton wurde nicht von der grünen Welle erfasst?

Der Kanton Aargau wurde nicht von der grünen Welle erfasst. Grüne und GLP haben weiterhin je einen Sitz. SP und CVP gewannen je einen Sitz, die FDP und SVP verloren je einen. Die BDP musste ihren einzigen Sitz an die EVP abgeben.

Und wo bleibt alles gleich?

In Appenzell Innerrhoden verteidigt die CVP ihren Sitz mit dem ehemaligen Regierungsrat Thomas Rechsteiner. Glarus schickt auch in den nächsten vier Jahren BDP-Chef Martin Landolt als einzigen Vertreter im Nationalrat nach Bern. Keine Verschiebungen gibt es ausserdem in den Kantonen Basel-Landschaft, Schaffhausen, Schwyz, Nidwalden, Appenzell Ausserrhoden und Jura. (mim/sda)

Frauen im Parlament

Regula Rytz – Präsidentin Grüne

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    Alle Leser-Kommentare
  • blueberry muffin 21.10.2019 09:03
    Highlight Highlight Der SVP stirbt die Wählerschaft weg. Die Grüne Welle hat erst begonnen, die Fridays for Future dürfen nächstes mal auch Wählen.

    Aber bin froh das die 0 Klima Politik der SVP sich nicht rendiert.
  • Politikinteressierter 21.10.2019 07:54
    Highlight Highlight Die nüchterne Analyse:

    Bei der SVP gehen 3 Familiedynastien weiter (Martullo-Blocher, Beni Giezendanner und Toni Brunners Freundin Esther Friedli). Ausserdem hat die Weltwoche weiterhin 2 NR-Vertreter.

    Arbeitnehmervertreter (Wüthrich, Pardini) haben zu gleichen Teilen verloren wie die Arbeitgebervertreter (Rime und Bigler).

    Schweizer stehen auch weiterhin auf lobbygesteuerte Politiker wie z.B. Josef Dittli (Curafutura), Martin Schmid (diverse Mandate), Albert Rösti (Swissoil) oder Ruth Humbel (Concordia).

    Derweil hat Zanetti jetzt genug Zeit zu Hause Eiswürfel im Glas aufzulösen.
  • benn 21.10.2019 06:57
    Highlight Highlight Warten wir bis die zusätzlichen Verbote und Gebühren für die Mittelschicht kommen und für den Hype bezahlen müssen, dann dreht es schnell. Politiker konnten noch nie grosse Probleme lösen siehe KK, Verkehr, AHV,Pensionskasse, Working Poor, Schulsystem, Altersarbeitslosigkeit und und und... Ich bin zwar kein SV P Wähler sehe es in diesem Fall jedoch leider ähnlich.
  • Baron Swagham IV 21.10.2019 06:52
    Highlight Highlight Braucht es für eine Fraktion 5 Sitze im NR oder 5 in der Bundesversammlung🤔?
    Wäre noch spannend zu sehen wo sich die BDP anschliesst.
    Bin froh wurde ihr "wir sind langweilig" nicht belohnt.
    Ich denke die BDP hat sich zu schnell von ihren Wurzeln verabschiedet. Linksliberale Positionen sind mir persönlich zwar sympathisch, aber in 10,11 Jahren von SVP mit Anstand zu glp light war vielleicht etwas übertrieben.
    Kenne viele BDP Wähler die leider wieder rechter wählen.
  • RicoH 21.10.2019 06:50
    Highlight Highlight Wir haben alles richtig gemacht und fahren genauso weiter wie bisher. Schuld ist nur der "Klimahype".

    Na ja, SVP bleibt halt eben SVP – uneinsichtig und trotzig...
  • TheBee 21.10.2019 06:16
    Highlight Highlight Finde ich super. Hätte ich wählen dürfen, hätte ich auch grün gewählt.
    Jetzt müssen die aber nur noch etwas daraus machen.
  • Schneider Alex 21.10.2019 05:55
    Highlight Highlight Der politische Flugsand (Wechselwähler) hat zugeschlagen!
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 21.10.2019 09:34
      Highlight Highlight Nette Umschreibung dafür, dass die SVP verlorene hat.
      Doch die 11 Sitze sind wohl eher auf jahrelanges Gejammer ohne Leistung zurückzuführen, als auf Wechselwähler.
    • Schneider Alex 21.10.2019 13:02
      Highlight Highlight
      Das ewige SVP-Bashing und die Befeuerung des Klimahypes durch die Mainstream-Medien haben ihre Wirkung getan.
  • fczzsc 21.10.2019 05:36
    Highlight Highlight Viele Wähler haben so ihr (Klima-)Gewissen beruhigt.
    Jetzt buchen sie noch schnell den nächsten Ferienflieger, bevor die Preise steigen...
    • a-minoro 21.10.2019 06:06
      Highlight Highlight jesses! so früh am morgen schon so ein dümmlicher, nichtssagender kommentar... 😵
    • DerTaran 21.10.2019 06:17
      Highlight Highlight Nicht die schlechteste Einstellung. Wenn ich weiß, das mein Fleisch zu schwach ist, dann sorge ich eben dafür, dass der Wille Unterstützung bekommt (Fliegen teurer wird). Das hat beim Rauchen und Rasen ja auch geklappt.
    • Graf von und zu Trautmannsdorff 21.10.2019 06:29
      Highlight Highlight Dümmlich oder nicht, aber der Kommentar ist ehrlich und realitätsnah. Genau so wird es sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Michael Heldner 21.10.2019 04:55
    Highlight Highlight Das der Aargau nicht auf der grünen Welle mit schwimmt war zu erwarten. Ist der Kanton doch Pendler dominiert. Und wenn wir mal ehrlich sind waren die Forderungen der grünen Parteien vor allem zu Lasten der Pendler.
    • Unbearable 21.10.2019 06:32
      Highlight Highlight Bullshit. Habe noch nie was von den Plänen der Grünen das GA abzuschaffen gehört. Und mit dem Auto vom Aargau nach Züri pendeln ist halt nicht wirklich eine brilliante Idee...
    • Aurum 21.10.2019 07:26
      Highlight Highlight @Michael Welche forderungen der Grünen gingen denn bisher bitteschön zu lasten der Pendler?!
      Bitte antworte! nimmt mich echt wunder.
    • Michael Heldner 21.10.2019 08:12
      Highlight Highlight Bullshit? Also ich kenne keinen der sich das ÖV antut wenn es auch anders geht, und die vollen Parkplätze der Firmen sagen auch etwas anderes. Die verstopften verkehrsachsen jeden Morgen Richtung basel oder Zürich sehen sich nicht nach ÖV aus 😅 auch kenne ich genug Leute welche (selbst wenn ihr job ÖV freundlich wäre) lieber allein im Stau stehen als in stinkenden überfüllten Zügen 🤔
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