Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Skifahrer filmt Lawine von Crans + Verschütteter stirbt im Spital + Suche eingestellt



Bild

Bild: Kantonspolizei Wallis

Beim Lawinenabgang von Dienstag in Crans-Montana VS ist ein Pistenpatrouilleur ums Leben gekommen. Zum Zeitpunkt des Unglücks befand er sich in einem Rettungseinsatz und half einer verletzten Person auf der Skipiste.

Sein Arbeitskollege, die verletzte Person sowie ein vierter Wintersportler wurden ebenfalls von der Lawine erfasst, wie die Bergbahnen von Crans-Montana am Mittwoch mitteilten. Sie kamen aber mit leichten Verletzungen davon. Zwei von ihnen konnten das Spital wieder verlassen. Eine Person befand sich am Mittwoch weiter in ärztlicher Behandlung.

Rettungskräfte konnten die Verschütteten schnell bergen. Der schwer verletzte Patrouilleur wurde in kritischem Zustand in einem Helikopter in das Spital von Sitten geflogen, wo er in der vergangenen Nacht verstarb.

Der 34-jährige Franzose arbeitete seit neun Jahren für die Bergbahnen des Walliser Ferienorts. Im Sommer war er als Bergretter tätig. Er hinterlässt eine Frau und zwei kleine Kinder.

Die Bergbahnen Crans-Montana äusserten sich in einem Communiqué tief betroffen über den Unfall. Ein Care-Team bietet für Angehörige, Mitarbeiter und betroffene Touristen psychologische Unterstützung an.

Keine Vermisste

Am Mittwochmorgen wurde die Suche nach möglichen Verschütteten eingestellt. Die Rettungskräfte hätten keine weitere Opfer gefunden, teilte die Polizei mit. Sie habe ihre Untersuchungen im betroffenen Skigebiet abgeschlossen.

Die Polizei richtete eine Telefon-Helpline ein. Dort gingen zahlreiche Anrufe ein. Es seien umfangreiche Ermittlungen durchgeführt worden, um Erkenntnisse über allfällige verschüttete Personen zu gewinnen, hiess es. Es jedoch keine vermisste Person gemeldet worden.

Während der Nacht war die Suche nach möglichen Verschütteten fortgesetzt worden. Augenzeugen hatten zuvor berichtet, es könnten noch weitere Menschen unter den Schneemassen begraben sein.

250 Retter im Einsatz

Im Einsatz standen zehn Lawinenhundeführer, die Spezialisten der Rettungsorganisation Maison FXB du Sauvetage, die Kantonspolizei Wallis, die Armee, mehrere Mitarbeiter der Bergbahnen Crans-Montana sowie acht Helikopter von Air-Glaciers und Air-Zermatt.

Für die Intervention wurden zudem Pistenfahrzeuge mit Instrumenten zur Bestimmung der Tiefe der Schneemassen ausgerüstet. Bei der Suche setzte die Polizei technische Hilfsmittel zur Lokalisierung von Mobiltelefonen ein. Insgesamt waren 244 Menschen an den Sucharbeiten beteiligt.

Der betroffene Pistenabschnitt wurde auf Weisung der Behörden gesperrt. Das Flugverbot über dem Schadenplatz wurde wieder aufgehoben.

Die Schneemassen hatten sich am Dienstag gegen 14.15 Uhr an einem Hang in der Region La Plaine Morte gelöst, dem höchstgelegenen Bereich des Skigebiets. Die Piste Kandahar wurde dabei auf einer Länge von etwa 400 Metern verschüttet. Der Lawinenkegel erreichte mit einer Länge von 840 Metern, einer Breite von 100 Metern und einer Höhe von bis zu drei Metern ein gigantisches Ausmass.

Untersuchung läuft

Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Grundsätzlich gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder hätten Schneesportler oberhalb der gesicherten Skipiste die Lawine ausgelöst, oder diese sei spontan abgegangen.

Ein Experte des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos ging in einer ersten Einschätzung von einer Gleitschneelawine aus. Bei solchen Rutschen gleitet die gesamte Schneedecke auf glattem Untergrund ab.

Der Walliser Schneeforscher Robert Bolognesi glaubt nicht, dass das Risiko unterschätzt wurde. «Diese Lawine löste sich oberhalb der üblichen Höhe von Gleitschneelawinen», sagte er der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Das SLF warnte in ihrem Lawinenbulletin für Dienstag von Nass- und Gleitschneelawinen im Tagesverlauf aufgrund der tageszeitlichen Erwärmung und der Sonneneinstrahlung. Insgesamt schätzte das Institut das Risiko für Lawinen als mässig ein, der zweiten von fünf Gefahrenstufen.

Skirennen findet statt

Auf die Skiweltcuprennen der Damen vom kommenden Woche in Crans-Montana hat der Lawinenniedergang keinen Einfluss. In Absprache mit dem Internationalen Skiverband FIS habe man entschieden, das Rennprogramm aufrechtzuerhalten, teilte das Organisationskomitee mit. Es sprach der Familie des Lawinenopfers sein Beileid und Mitgefühl aus. (aeg/sda)

Sind Drohnen die neuen Lawinenhunde?

abspielen

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Blüemli! 20.02.2019 13:23
    Highlight Highlight Herzliches Beileid für die Trauerfamilien. So ein junger Mann der ev. Noch Familie hat. Da will man helfen und muss selbst sein Leben geben. Tragisch! Das hat alles dem durcheinander der Wetterextremen zu tun! Doch das Rennen am Wochenende finde ich in diesem Fall nicht angebracht!

Pharmakonzern-Eigentümer sollen Milliarde in der Schweiz versteckt haben

Die Besitzer des wegen der Opiate-Krise in die Kritik geratenen US-Pharmakonzerns Purdue sollen Schweizer Bankkonten benutzt haben, um Millionen-Überweisungen vom Unternehmen in die eigene Tasche zu verschleiern. Dies behauptet die New Yorker Generalstaatsanwältin.

Staatsanwältin Letitia James teilte am Freitag mit, die Familie Sackler habe rund eine Milliarde Dollar in die Schweiz überwiesen. Der Transfer sei im Rahmen von Ermittlungen gegen Purdue und Mitglieder der Familie Sackler …

Artikel lesen
Link zum Artikel