Schweiz
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Warum es im Januar so viel schneit und trotzdem ein neuer Wärmerekord erwartet wird

Anhaltende Strömungen aus West und Südwest bringen milde und feuchte Luft aus dem Atlantik nach Westeuropa – und damit einen Rekordjanuar.

Christoph Bopp / Nordwestschweiz



Das Winterwetter bei uns wird bestimmt durch das Islandtief im Norden und das Azorenhoch im Süden. Sind die beiden Gebiete ausgeprägt, herrscht also ein grosser Druckunterschied, entsteht eine Westströmung. Dann werden die Winter allgemein feucht. Ist der Druckunterschied niedrig, strömt kalte Luft vom Kontinent her nach Zentraleuropa und die Winter werden eher trocken und kalt.

Schneechaos in der Schweiz

Rekordwarmer Januar

Im Moment haben wir West- und sogar Südwestströmungen. Sie bringen mildfeuchte Atlantikluft in den Alpenraum. Warm ist die Luft wegen dem Golfstrom. Der Golfstrom führt warmes Wasser aus der Karibik nach Westen. Das lässt die Schneefallgrenze steigen. «Die fast ununterbrochene Zufuhr von milder Atlantikluft treibt die Monatsmitteltemperatur stark in die Höhe», sagt Stephan Bader von MeteoSchweiz.

In tiefen Lagen der Westschweiz rechnet MeteoSchweiz mit dem wärmsten Januar seit Messbeginn 1864 mit Temperaturen von 4 bis 5 Grad über der Norm von 1981-2010. In den tiefen Lagen der Ostschweiz und der Südschweiz dürfte es der zweitwärmste Januar seit Messbeginn werden. Die Temperaturen liegen 2 bis 4 Grad über der Norm. In den Bergen ist es nur leicht weniger warm.

Die Jahres-Temperatur in der Schweiz seit 1864

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Quelle: Meteoschweiz

In Valencia sei am Sonntag und Montag der Wärmerekord für Januar gebrochen worden – mit bis zu 26.6 Grad, berichtete die Weltwetterorganisation. In Montpellier in Südfrankreich fiel der Rekord für die wärmste Nachttemperatur im Januar: 14.5 Grad. In Teilen Spaniens lag die Temperatur sieben bis zehn Grad über dem für diese Jahreszeit üblichen Mittel.

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In Valencia gab es am Sonntag einen neuen Januar-Wärmerekord.

«Diese häufigen Tiefdruckgebiete führten zu einer hohen Niederschlagstätigkeit», sagt Bader. Auch der Lawinenwinter von 1999 war tiefdruckbestimmt. Die einströmende Luft kaum aus Nordwesten und war etwas kälter. Aber auch damals war es im Mittelland mild und schneefrei. Ob es dabei auch noch stürmt, spiele dabei keine Rolle.

Sturmtiefs entstehen in der sogenannten Frontalzone, wenn sich in der Westströmung am südlichen Rand des Tiefdruckgebietes im Norden bei Schottland kleine Tiefs lösen, erklärte SRF-Meteorologe Felix Blumer am Samstag in der «Wetterwoche». Sie werden durch den «Zahnradeffekt» beschleunigt, weil die Tiefs im Norden im Gegenuhrzeigersinn drehen und das Azorenhoch im Uhrzeigersinn. Wenn wir uns in der Frontalzone befinden, gibt es meistens mehrere und auch heftige Stürme. Das war 1989/90 der Fall, als «Vivian» vier Tage lang wütete, oder im Winter 1999/2000 bei «Lothar». Das letzte Mal war es «Andrea» im Winter 2011/2012.

Die Kälte kommt aus Sibirien

Auf das Wochenende haben die Meteorologen nun noch einmal Schnee prognostiziert. Wird es danach endlich kälter? Das hängt vor allem davon ab, ob sich der Druckunterschied zwischen Azorenhoch und Islandtief verringert oder sich die beiden Gebiete bewegen. Das würde den sogenannten NAO-Index (Nordatlantische Oszillation) ins Negative kippen lassen. Bei deutlich positivem NAO-Index entsteht die aktuelle deutliche Westströmung, bei negativem NAO-Index könnte sich die kalte Luft aus dem Norden durchsetzen.

«Richtig kalt» wird es, erklärte Felix Blumer, bei uns dann, wenn bei stabilen Hochdrucklagen kalte Luft aus Sibirien nach Zentraleuropa strömt. Dann kann es auch minus 30 Grad werden wie im Januar 1987. Fast so kalt war es während 14 Tagen auch im Januar r 1985. Die letzte Kälteperiode erlebte die Schweiz im Winter 2012. (aargauerzeitung.ch)

Meeresspiegel steigt überdurchschnittlich

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