Schweiz
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ZUM DIGITALEN IMMOBILIENMARKTPLATZ HOMEGATE STELLEN WIR IHNEN HEUTE, DONNERSTAG, 14. DEZEMBER 2017, FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Employees work in an office of the digital real estate marketplace Homegate in Zurich, Switzerland, on November 22, 2017. (KEYSTONE/Ennio Leanza)  

Mitarbeiter arbeiten in einem Buero des digitalen Immobilienmarktplatzes Homegate, aufgenommen am 22. November, 2017, in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Die meisten Schweizer mögen ihren heutigen Job. Aber viele schauen skeptisch in die Zukunft. Bild: KEYSTONE

Sichere Jobs? Junge Schweizer nehmen den Staat in die Pflicht

Die meisten Menschen in der Schweiz sind mit ihrer Arbeit zufrieden. Dies zeigt eine neue Umfrage. Nur etwa die Hälfte aber fühlt sich gut auf die Zukunft vorbereitet. Auch die Jobsicherheit beurteilen die Befragten skeptisch. Viele Junge erwarten Abhilfe vom Staat.



Die Schweiz ist ein Land, in dem man gut und gerne lebt. So könnte man es in Abwandlung eines Slogans aus dem letztjährigen deutschen Bundestagswahlkampf formulieren. Das trifft auch auf den Faktor Arbeit zu. Laut einer Umfrage des Instituts Yougov für das Beratungsunternehmen EY Schweiz sind 86 Prozent der Befragten mit ihrer Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden.

Die wichtigsten Elemente einer guten Arbeitsstelle sind demnach Abwechslung, Flexibilität und der persönliche Kontakt zu Kollegen. Aber auch Gehalt und Boni sind nach wie vor wichtig, den Männern etwas mehr als den Frauen. 42 Prozent der Befragten sagten, die Arbeitgeber könnten ihre Belegschaft am besten mit einer guten oder besseren Vergütung motivieren.

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Die wichtigsten Befunde der EY-Umfrage.

Ein zwiespältiges Bild ergibt die Umfrage bei den Zukunftsperspektiven. Rund drei Viertel der Befragten beurteilen ihren Job als zukunftssicher, aber nur 44 Prozent glauben, dass er attraktiver wird. Und 63 Prozent gehen davon aus, dass es in Zukunft weniger Jobs geben wird – für EY ein Beleg dafür, «dass eine gewisse Verdrängung bezüglich der eigenen Betroffenheit vorhanden ist».

Getrübter Blick in die Zukunft

Die grösste Skepsis zeigen die Menschen in der Schweiz gegenüber der Automatisierung und der demografischen Entwicklung; beide werden als grosse Herausforderungen angesehen. Gleichzeitig sehen Schweizerinnen und Schweizer Chancen durch eine erhöhte Flexibilisierung und neue Geschäftsmodelle wie Sharing Economy.

Skeptisch sind die Befragten jedoch gegenüber ihren eigenen Perspektiven. Weniger als die Hälfte (49 Prozent) fühlt sich gut auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereitet. Dabei schauen vor allem Frauen und Menschen mit schlechterer Ausbildung und geringerem Gehalt kritisch in die Zukunft – ein nicht ganz neuer Befund. Die Befragten sehen Weiterbildung und ein solides Netzwerk zu Kollegen als wichtigste Elemente an, um in der Zukunft bestehen zu können.

Die Zukunft wird anspruchsvoll, darüber ist sich eine klare Mehrheit der befragten Schweizerinnen und Schweizer einig. Rund 84 Prozent geben sich überzeugt, dass die Zukunft der Arbeit mehr Stress mit sich bringt, dass mehr Leistung gefordert wird (81 Prozent) und dass wir unseren Alltag vermehrt mit Robotern teilen werden (76 Prozent). Wer aber trägt die Verantwortung und wie gehen Staat, Unternehmen und der einzelne Mensch mit den Herausforderungen um?

Junge hoffen auf Papa Staat

Die Verantwortung für eine Zukunft der Arbeit, in der alle eine Chance haben, sieht ein grosser Teil (44 Prozent) der Befragten bei Unternehmen und Arbeitgebern. Nur ein geringer Teil (26 Prozent) sieht den Staat in der Pflicht. Ausgerechnet die Jungen im Alter von 16 bis 24 Jahren aber finden mit 45 Prozent überdurchschnittlich stark, dass der Staat für zukunftssichere Jobs sorgen muss.

Bedingungsloses Grundeinkommen

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Video: watson

An der Medienkonferenz von EY am Freitag, an der die Umfrage präsentiert wurde, gab dieser Aspekt besonders zu reden. Eine Erklärung dafür ist die Tatsache, dass gerade die Jungen Wert auf eine gute Work-Life-Balance legen. Gleichzeitig sind sie mit der Perspektive konfrontiert, dass sie in Zukunft mehrere Jobs gleichzeitig ausüben müssen, um über die Runden zu kommen.

Positive Haltung zum Grundeinkommen

47 Prozent aller Befragten haben laut der Umfrage Angst vor den Veränderungen der Arbeitswelt. Offenbar trauen gerade die Jungen eher dem Staat als der Wirtschaft zu, für Abhilfe zu sorgen. Dazu passt ein weiterer Befund der Umfrage: Viele der befragten Schweizerinnen und Schweizer sind gegenüber einem bedingungslosen Grundeinkommen im Prinzip positiv eingestellt.

Besonders deutlich ist dies bei jenen der Fall, die die zukünftige Jobsicherheit negativ beurteilen: 61 Prozent glauben, dass das Grundeinkommen sich positiv auf unsere Art zu arbeiten auswirken wird. Fazit der Umfrage: Die Schweizer Bevölkerung ist mit ihrer heutigen Arbeit zufrieden, aber im Hinblick auf die Zukunft herrscht gerade bei den Jungen nicht wenig Verunsicherung. (pbl/pd)

Die Methode

Für die EY-Umfrage hat Yougov zwischen dem 24. und 31. August 2018 insgesamt 2025 Interviews mit Personen ab 16 Jahren durchgeführt, die bevölkerungsrepräsentativ eingeladen wurden. Die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht und Region gewichtet.

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pafeld 21.10.2018 01:07
    Highlight Highlight Natürlich wendet sich die Jugend an Papa Staat. Mama Wirtschaft hat sich ja trotz allen Eigenverantwortungsbeteuerungen bis heute standhaft geweigert, Verantwortung zu übernehmen. Entweder verabschiedet sich die Wirtschaft endlich von ihren Lippenbekenntnissen, oder sie hat mit den staatlichen Eingriffen und dem Vertrauensverlust zu leben. Denn diese Jugend wird sich die blumigen Versprechen nicht mehr aufbinden lassen, mit denen ihre Eltern abgespeist wurden.
  • liingfeng 20.10.2018 13:06
    Highlight Highlight Also der Staat wird da sicher nicht helfen!
    Im gegenteil.
    Staatsnahe oder statliche Betriebe treiben zurzeit ihre mitarbeiter in der Ruin. Zu 100% Angestellte, welche noch Sozialhilfe beziehen müssen um eine Familie ernähren zu können.
    Natürlich sprechen wir von Jobs welche keine besondere Qualifikation voraussetzen.
    Mein Tipp an die Jungen: geht lieber zur jetzt zur Schule. Der Staat wird der erste sein, der Euch ein Bein stellen wird.
    • Flötist 20.10.2018 17:01
      Highlight Highlight Du solltest hier strikt zwischen staatsnahen Unternehmen und dem staatlichen Auffangnetz (Sozialwerke) unterscheiden. Die Schweiz hat eines der besten finanziellen Auffangnetze der Welt.
  • Gawayn 20.10.2018 11:04
    Highlight Highlight Ich finde schlimmer, das Firmen im Land die Kohle verdienen, dort die Steuern noch "optimieren" und die Arbeiter ins Ausland outsourcen.

    Das ist dann legal.
    Einnahmen fett im Land, die Ausgaben und Arbeiter ins Ausland.
    Wenn Firmen sowas tun, sollten die extra besteurt werden.
    Aber wir wissen ja auch was für Herren in der Landesführung stehen....
  • Ruffy 20.10.2018 09:17
    Highlight Highlight Der Staat gibt uns in der Schweiz hervorragende Möglichleiten sich vorzubereiten und weiterzubilden. Nur ist etwas Eigenverantwortung auch noch notwendig, man kann nicht alles delegieren.
  • patnuk 20.10.2018 08:39
    Highlight Highlight Es ist nicht so das Menschen nicht arbeiten wollen, sondern es hat zu wenig Arbeit für alle Menschen. Bald werden es 10 Millionen sein in der Schweiz, Schweiz gehört zu den innovativsten Ländern, fördert Automatisierung, Robotisierung, Ausbildung und Entwicklung. Es ist nicht negativ gemeint sondern positiv, es muss aber früher oder später eine Lösung gefunden werden, ob es das Grundeinkommen ist oder staatlich geförderte Arbeitsgarantie ist Zukunftsmusik. Der Wohlstand der Schweiz kann aber nicht bestehen bleiben wenn die Arbeitslosigkeit steigt und sich die Mittelklasse verkleinert.
    • Röleböle 20.10.2018 10:15
      Highlight Highlight sehr gut analysiert!
      digitalisierung verändert die gesellschaft und das schon seit vielen jahren grundlegend.
      handlungsbedarf ist mehr als angebracht.
  • Ökonometriker 20.10.2018 07:00
    Highlight Highlight Statt sichere Jobs sollte es anständige Ausbildungen für Arbeitslose geben, damit die auf der Höhe der Zeit bleiben und in neue, zukunftsträchtige Jobs wechseln oder mit neuen Technologien die Welt vorwärts bringen können. Damit liesse sich auch die Produktivität und der Wohlstand für alle steigern.
    Es ist ja nicht so, dass es zu wenig zu tun gäbe...
    • Dame vom Land 20.10.2018 13:12
      Highlight Highlight Solange in den HR-Abteilungen junge MA darüber entscheiden, wer die ausgeschriebene Stelle bekommen soll, die Erfahrenen MA ohne Diplome grad mal auf die Beige „leider nein“ gelegt werden, weil die Dipolmgeilheit in der CH Überhand hat, solange haben ü50 er keine Chance oder ganz schlechte Chancen sich wieder auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren Erfahrung und Fachwissen zählen heutzutage nicht mehr!
  • Mimimimi 20.10.2018 00:56
    Highlight Highlight EY = Ernst & Young = Krebsgeschwür
    • dan2016 20.10.2018 13:24
      Highlight Highlight ?
  • Röleböle 19.10.2018 22:49
    Highlight Highlight schön dass die jungen auf den geschmack von bge kommen.
    ich bin dafür, und zwar in der höhe von 5000chf!!
    mit dem bge würde niemand was verlieren. und alle viel gewinnen.
    • Julian Roechelt 20.10.2018 10:04
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte bleibe beim Thema und beachte die Kommentarregeln.
  • derEchteElch 19.10.2018 20:04
    Highlight Highlight „Viele der Befragten sind gegenüber einem bedingungslosen Grundeinkommen im Prinzip positiv eingestellt.“

    Ohmann! Das BGE wurde mit über 75% NEIN Anteil abgelehnt. Die Schweizer Bevölkerung will nichts von so einem kommunistischen Experiment wissen. Checkt das endlich! Daran ändert auch eine 100% Zustimmung unter BGE-Befürwortern nichts.
    • p4trick 19.10.2018 20:23
      Highlight Highlight Es braucht halt eine gewisse Zeit bis alle das BGE begriffen haben. Wer es nicht versteht ist dagegen so einfach :-)
    • Roman h 19.10.2018 20:30
      Highlight Highlight Wieso genau haben hier bis jetzt die meisten Leute geblitzt?
      Es ist nun mal so das die Schweizer Bevölkerung das BGE nicht will.
      75% ist nicht knapp, das ist ein deutliches mehr.
      Kann aber schon verstehen wieso junge Leute dafür sind.
      Für jeden Student wäre das ein Traum, so würde der Staat einem das leben finanzieren.
    • Toerpe Zwerg 19.10.2018 20:44
      Highlight Highlight Genau. GE (das B ist Schwindel) ist supidupi. Solange es niemand bezahlen muss. Siehe Rheinau.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Flötist 19.10.2018 19:55
    Highlight Highlight Wenn die Arbeitslosenzahlen steigen, dann miss der (Papa???) Staat dies auffangen, die Firmen werden es nicht tun (siehe Situation in Dublin, wo der Staat die Milliardenkonzerne viel weniger besteuert, diese aber vermehrt Stellen abbauen oder Stellenprofile austauschen und der Staat kaum mehr Geld hat die Arbeitslosen zu ernähren!).

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