Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Manager-Löhne: «Die Schweiz ist das Vergütungsparadies in Europa» 

22.06.18, 10:40 22.06.18, 15:28


Roche-Vorstandschef Severin Schwan hat seine Position als Top-Verdiener unter Europas führenden Managern behauptet. Der Österreicher stand im vergangenen Jahr mit einer Direktvergütung von 13,0 (2016: 13,2) Millionen Euro an der Spitze der Gehaltsrangliste der 73 wichtigsten Unternehmenslenker in Europa.

Dies geht aus Berechnungen der Vergütungsberatungsfirma hkp hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlagen. Traditionell bezahlen Schweizer Konzerne ihre Chefs am besten: Mit UBS-Chef Sergio Ermotti (12,52 Millionen Euro) und Joseph Jimenez (10,7 Millionen) von Novartis liegen zwei weitere von ihnen auf den Rängen drei und fünf. «Die Schweiz ist das Vergütungsparadies in Europa», sagt hkp-Chef Michael Kramarsch.

Gewerkschaft warnt vor «Boni-Rausch»

In seiner diesjährigen Managerlohnstudie hat Travail.Suisse 26 Schweizer Unternehmen unter die Lupe genommen. Seit 2011 und bis 2017 wuchsen die Löhne in den Chefetagen gemäss Travail.Suisse um 16 Prozent und die Löhne generell um 3,8 Prozent.
Die Rekord-Lohnschere hat die Grossbank UBS mit einem Verhältnis von 1:273 zwischen den Bezügen von CEO Sergio Ermotti und dem tiefsten Lohn der UBS. Dahinter folgen Roche-Chef Severin Schwan mit 1:236 und ABB-Chef Ulrich Spiesshofer mit 1:217. 27 Manager verdienten 2017 mindestens 100 Mal so viel wie der tiefste Lohn im Unternehmen.​ (sda)

Von einem anderen Stern

Im Vergleich zu ihren US-Kollegen müssen sich Konzernchefs in Europa immer noch bescheiden geben: Bestbezahlter Firmenchef in den USA war 2017 Walt-Disney-Chef Robert Iger, der bei dem Unterhaltungskonzern umgerechnet 28 Millionen Euro einstrich. «Die USA sind immer noch von einem anderen Vergütungs-Stern», sagt Kramarsch.

Allerdings schwanken die Gehälter dort deutlich stärker. Bekommen die Europäer im Schnitt gut ein Viertel ihrer Vergütung als festes Grundgehalt, bestehen die Vergütungen in den USA zu 90 Prozent aus Boni und Aktienoptionen.

Doch selbst das Schlusslicht der Rangliste in den USA, Apple-Chef Tim Cook (8 Millionen Euro), liegt noch über dem Schnitt der 15 Stoxx-Unternehmen aus Deutschland.

Managerlöhne bröckeln

Europaweit sind die Direktvergütungen der Konzernchefs im vergangenen Jahr im Schnitt um 2,7 Prozent gestiegen. Während die Durchschnittsgehälter in Deutschland seit 2015 um 14 Prozent wuchsen, bröckeln sie in Grossbritannien und der Schweiz ab.

«Die Kritik von Investoren an grossen Vergütungspaketen hat in Grossbritannien deutlich zugenommen», sagt Kramarsch. «Und wir sehen erste Wölkchen über dem Schweizer Paradies.»

Auch VR-Präsidenten sahnen ab

Aussergewöhnlich hoch sind in der Schweiz weiterhin die Vergütungen der Verwaltungsratspräsidenten. Spitzenreiter ist Axel Weber von der UBS mit 5,1 Millionen Euro. Erklärt wird das meist damit, dass ihre Rolle im Gegensatz zu Deutschland als Vollzeitjob ausgelegt sei.

«Aber das kann nicht alles erklären», sagt HKP-Chef Kramarsch. Vielmehr sei das Vergütungsniveau ein Relikt aus der Zeit, als in der Schweiz das Amt des Konzernchefs und des Verwaltungsratspräsidenten meist in einer Hand lagen. «Über die Zeit wird das weniger werden.» (whr/awp/sda/reu)

Das bestgehütete Geheimnis wurde geknackt

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

«Who is America?» – 7 Fakten über die neue Skandal-Show von Sacha Baron Cohen

Warum das chinesische Modell über den Westen siegen wird

Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zur WM 2022 in Katar

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

Ein kleiner Vorgeschmack, was uns bei der nächsten WM erwartet

So gross müsste ein Gebäude sein, um die gesamte (!) Menschheit zu beherbergen

Nach diesen 5 Dokus wirst auch du deine Ernährung hinterfragen

Wie mich Sekten mundtot machen wollten – und was ich daraus gelernt habe

«Nur no ä halbs Minipic»: Lara Stoll steckt für 127 Stunden mit dem Finger im Abfluss fest

Erkennst du alle Filme an nur einem Bild? Wer weniger als 7 hat, muss GZSZ* gucken!

8 Dinge, die purer Horror sind, wenn sie morgens vor deinem ersten Kaffee passieren

Bei welchen Fluglinien hast du gratis oder günstig WLAN? Der Preisvergleich zeigt's

Das sind die Tops und Flops der WM

Trump erhebt in Schweigegeld-Affäre Vorwürfe

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 23.06.2018 08:24
    Highlight Es gibt Löhne ausserhalb jeden Anstandes. Diese haben weder mit der Leistung noch mit der Verantwortung etwas zu tun, sei es, dass Leute aus der "zweiten Reihe" mindestens gleich viel leisten wie die Top-Leute, sei es, dass "goldene Fallschirme" die Top-Leute vor den Auswirkungen falscher strategischer Entscheide schützen. Die Top-Kader der Grossunternehmungen schanzen sich international ihre feudalen Entschädigungen gegenseitig zu. Diese Feudalisierung der Wirtschaft muss international bekämpft werden wie das Bankkundengeheimnis.
    6 1 Melden
  • Leopold der Grösste 22.06.2018 12:47
    Highlight Sind die Löhne kaufkraftbereinigt oder werden nackte Zahlen verglichen?
    4 11 Melden
  • Ökonometriker 22.06.2018 11:58
    Highlight Lieber 100 Millionen Managerlohn als 100 Millionen mehr Gewinn für die Aktionäre. Der Manager bezahlt zumindest anständig Steuern auf sein Einkommen. Die Aktionäre halten ihr Vermögen meist über steuerbefreite Stiftungen und bezahlen nichts; die Gewinnsteuer für Unternehmen ist viel tiefer als die Einkommenssteuern.

    Schwan müsste über 1000 Jahre Roche-CEO sein um so reich wie die Roche-Besitzer zu werden. Und da sind nur die Aktien eingerechnet.
    12 14 Melden

Abweisende Vegetarier, skeptische Metzger – das Laborfleisch hat fast keine Freunde

Die Nachricht machte am Dienstagmorgen schnell die Runde. Die Coop Tochter Bell Food Group investiert in kultiviertes Rindfleisch. Mit rund 2.3 Millionen Franken beteiligt sich der Schweizer Fleischproduzent am holländischen Start-up Mosa Meat, das bereits seit Jahren am Fleisch tüftelt, das kein Leben auf dem Gewissen hat. Am Fleisch, das die ganze Branche auf den Kopf stellen könnte.

Der Schweizer Fleisch-Fachverband SFF winkt ab. «Wir sehen mittelfristig keine Bedrohung für die …

Artikel lesen