Schweiz
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Planschbecken bringen in Zeiten der anhaltenden Hitze die gewünschte Abkühlung. Bild: shutterstock

Heiss, heisser, Hitzesommer: Wer von der Gluthitze profitiert

Mit dem Wunsch nach Abkühlung lassen sich derzeit gute Geschäfte machen. Nur nicht mit Bier.

Philipp Felber / Schweiz am Wochenende



Seit Wochen ächzt die Schweiz unter der Hitze. Die Temperaturen steigen täglich auf über 30 Grad. Eine Abkühlung tut not. Die Werbeindustrie weiss dies zu nutzen: Wasserperlen, die auf Glasflaschen runterrinnen, haben im Sommer Hochkonjunktur. Doch fürs kühle Bier an einem drückend-schwülen Sommertag, auch das ein gern gesehenes Werbeideal, ist es zu heiss. «Bei Temperaturen über 30 Grad wird weniger Bier und mehr Mineralwasser getrunken», sagt Christoph Lienert vom Schweizer Brauerei-Verband.

Darben müssen die Brauereien aber noch nicht. Denn trotz der anhaltend heissen Temperaturen lief das Geschäft in diesem Jahr gut. Die Fussball-WM mit all ihren Begleiterscheinungen wie Public Viewings liess den Bierabsatz in die Höhe schnellen. Der Brauereiverband geht im Vergleich zum letzten Jahr von einem Plus von zwei bis drei Prozent beim Bierverkauf aus. Dies aber auch nur unter der Bedingung, dass es weiterhin schön ist, aber nicht zu heiss. Der Juli war denn auch nicht der beste Biermonat: Viele sind in den Ferien, der Umsatz sinkt. Hinzu kommt die Hitze.

Doch während es für herkömmliches Bier zu heiss ist, laufen andere Brauprodukte sehr gut. «Während der aktuellen Hitze-Tage spüren wir, dass bei unserer Kundschaft vermehrt Biermischgetränke und alkoholfreies Bier nachgefragt wird», sagt Reto Preisig von der Brauerei Schützengarten. Deshalb sind die Bierbrauer mehrheitlich zufrieden mit dem Geschäftsverlauf in diesem Jahr. «2018 ist ein gutes Jahr, aber kein Ausreisser nach oben», sagt Urs Frei von Heineken Schweiz. Der Absatz sei ähnlich wie in anderen WM-Jahren, sagt Frei.

Europäische Rekord-Dürre: 40 Grad und kaum Regen

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Video: srf

Nicht nur die Schweiz, ganz Europa schwitzt

Glaceproduzent stellt Leute an

Während es für Brauereien dieser Tage zu heiss ist, profitieren andere Wirtschaftszweige. Allen voran die Glaceproduzenten. So etwa Gasparini, dessen Stängelglacen mit jeweils zwei verschiedenen Geschmacksrichtungen Kult sind. Sie laufen in diesem Jahr besonders gut. «Wir steuern auf einen Rekordsommer hin», sagt Orlando Hügli, Betriebsleiter von Gasparini. Man sei klar über dem Vorjahresniveau. Das Unternehmen aus dem Baselbiet musste deshalb auch 15 Mitarbeiter zusätzlich einstellen, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden.

Die einen versuchen, sich mit Getränken oder Glace abzukühlen, andere setzen eher auf kühlen Wind. So sind bei Coop etwa Klimageräte und Ventilatoren momentan der Renner, wie eine Sprecherin sagt. Dabei seien vor allem kleine Tischventilatoren beliebt. Bei der Migros-Tochter Doit+Garden habe man mit Klimaanlagen bereits doppelt so viel Umsatz gemacht wie im letzten Jahr, schreibt Migros-Sprecher Patrick Stöpper. «Gibt es mehrere Tropennächte in Folge, steigen die Verkäufe stark an», sagt Stöpper.

Glaces bis zu 20 Prozent teurer

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Video: srf/SDA SRF

Importschlager Klimaanlagen

Klimageräte und Ventilatoren sind aber nicht nur in diesem Jahr viel gekaufte Produkte, wie Importzahlen zeigen. So stiegen diese in den letzten 20 Jahren kontinuierlich an. 1998 wurden Klimageräte im Wert von rund 100 Millionen Franken importiert. Im letzten Jahr lag diese Zahl bei 250 Millionen Franken. Dasselbe Bild bei Ventilatoren mit einer Leistung von unter 125 Watt. Der Import stieg um fast das Dreifache an. Interessant sind die Ausreisser: Während des Hitzesommers 2003 stieg der Import sprunghaft an und ein Jahr später gar noch einmal. Die Detailhändler haben ganz offensichtlich reagiert und mehr Ventilatoren und Klimageräte in ihre Lager genommen.

Neben Wind setzen Schweizerinnen und Schweizer aber auch auf Pools, um sich abzukühlen. In den Regalen der hiesigen Gartenbedarfscenter klaffen bei den bunten Plastikplanschbecken bereits erste Löcher. Kein Wunder. «Unser beliebtestes Poolset wurde bereits über drei Mal so oft gekauft wie im ganzen Jahr 2016», sagt Landi-Sprecherin Heidi Niederberger.

Von der Hitze profitiert auch der Tourismus, vor allem in den Bergen. So etwa am Oeschinensee im Berner Oberland. Dieser Tage findet man am Nachmittag nur schwer ein ungestörtes Plätzchen zum Baden. Im ganzen Berner Oberland dürften die Besucher im Juli für neue Rekordzahlen sorgen, sagt Markus Hostettler, Präsident des Dachverbandes der Berner Bergbahnen, gegenüber Radio SRF. Neben den Temperaturen hilft auch ein für den Tourismus gutes Euro-Franken-Verhältnis, das Reisen in die Schweiz für ausländische Touristen momentan günstiger macht. (aargauerzeitung.ch)

«Hitzewellen wie diese werden sich künftig häufen»

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Leichterbär 05.08.2018 16:55
    Highlight Highlight Bei diesem Wetter ist natürlich Motorradfahren ein Traum.Natürlich nur oberhalb von 2000m🤗Wehe man fährt wieder runter nach Brig oder Visp.Meine güte 39 Grad .Das ist nicht mehr auzuhalt
    en.
  • Alexander König 05.08.2018 15:36
    Highlight Highlight Abwarten und heissen Tee trinken. Der hydriert gut, da er vom Körper nicht "erwärmt" werden muss, bevor er von unserem Organismus verwendet werden kann.

    Jemand meinte, er trinke mehr Kaffee als sonst. Das kann durchaus gesund sein, aus dem selben Grund wie Tee. Solange er nicht dickflüssig ist. Und: Wenn man geistig wach ist, kann man besser dafür sorgen, dass man gesund und hydriert bleibt, als wenn man dahinschmilzt und gegen Fatamorganas ankämpft.
  • Paddiesli 05.08.2018 14:04
    Highlight Highlight Wer kann, soll auch für die Bienen und weitere Insekten ein Schälchen Wasser hinstellen und regelmässig füllen wegen der starken Verdunstung. Auch Insekten leiden unter dem Wassermangel. Es braucht einfach einen Rand, worauf sie landen können.
    KEIN Zuckerwasser!
    Benutzer Bild
    • maxi 05.08.2018 17:47
      Highlight Highlight oder steindli reinlegen klappt auch gut. so inseli machen:)
    • Paddiesli 05.08.2018 18:03
      Highlight Highlight Danke, Maxi, gute Idee. So können sie auch nicht ertrinken, denke ich mal. Werde ich ergänzen.
  • Paddiesli 05.08.2018 12:25
    Highlight Highlight Das einzige, dass bei mir profitiert, ist meine Linie. 😉 Ausser Salat bringe ich gar nichts runter.
  • Theor 05.08.2018 10:35
    Highlight Highlight Also bei mir ist vor allem der Kaffeekonsum in die Höhe geschossen. Klingt zwar anfänglich komisch, aber die Dauerhitze macht mich echt müde. Da ich aber nicht den ganzen Tag verschlafen kann und trotzdem arbeiten und Leistung erbringen muss, trinke ich im moment gut das Doppelte an Kaffee als üblich.
  • NaSkivaL 05.08.2018 10:00
    Highlight Highlight Gestern wollt ich einen zusätzlichen Sonnenschirm holen. Die Regale waren bis auf ein paar Riesenschirme und kleine Strandschirme leer. Von den Standardschirmen fand ich nur noch drei. Dummerweise aber keine passenden Sockel dazu. Den fehlenden Sonnenschirm hol ich mir dann also im Herbst.

    Vermutlich werden wir über Winter wenigstens ins Schlafzimmer eine Klimaanlage einbauen lassen. Solche Sommer gibts in Zukunft öfter und wir werden nicht jünger. Drum muss das sein.

    Da bald ein neues Heizsystem fällig ist, fragen wir uns auch grad, wie gut Photovoltaik mit Hitzewellen zurechtkommt.

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