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Von wegen sparen, sparen: Bundesrat erwartet für 2019 einen Überschuss von 1,3 Milliarden

27.06.18, 17:21


Der Bundesrat erwartet für 2019 einen Überschuss von 1.3 Milliarden Franken. Gründe sind die an der Urne abgelehnte Unternehmenssteuerreform III sowie das Nein zur Reform der Altersvorsorge, aber auch mehr Geld aus der Verrechnungssteuer.

Der Bundesrat verabschiedete am Mittwoch den Voranschlag 2019 sowie den Aufgaben- und Finanzplan (IAFP) für die Jahre 2020 bis 2022 materiell. Die Einnahmen belaufen sich auf 73.6 Milliarden Franken, die Ausgaben auf 72.3 Milliarden Franken. Der Bundesrat rechnet aber nur mit einer kurzen Entspannung.

Denn ab 2020 werde die vom Ständerat verabschiedete Steuervorlage 17, die einen Zuschuss für die AHV vorsieht, den Bundeshaushalt mit insgesamt 1.4 Milliarden Franken belasten, hiess es in der Mitteilung der Eidg. Finanzverwaltung (EVF). Der Nationalrat muss über diese Vorlage noch befinden.

Defizit für 2020 erwartet

Die Steuer- und AHV-Vorlage ist laut EFV ein Hauptgrund für das im Finanzplan 2020 erwartete Defizit von 0.1 Milliarden Franken. Für 2021 hingegen wird ein Überschuss von 0.4 Milliarden Franken erwartet und für 2022 ein Plus von 0.9 Milliarden Franken.

Ab 2021 dürfte gemäss den Berechnungen des Bundesrates die Beseitigung der Heiratsstrafe den Haushalt mit einer weiteren Milliarde Franken belasten. Für weitere im Raum stehende Begehren - sowohl Steuersenkungen als auch neue Ausgaben - gebe es zurzeit keinen Spielraum, hiess es in der Mitteilung.

Die budgetierten Einnahmen von 73.6 Milliarden Franken sind - bereinigt um Sonderfaktoren - 2.5 Prozent höher als im Voranschlag 2018. Damit steigen die Einnahmen etwas weniger als das erwartete Wachstum des nominalen Bruttoinlandprodukts (BIP) von 2.7 Prozent.

Mehr Geld aus Verrechnungssteuer

Aus der Verrechnungssteuer erwartet der Bundesrat im nächsten Jahr Einnahmen von 7.1 Milliarden Franken, 4.8 Prozent mehr als die nach dem Budget erstellte Schätzung für 2018. Das Rekordergebnis von 8.2 Milliarden Franken von 2017 habe höhere Prognosen für die Zukunft zur Folge, hiess es dazu.

Die Einnahmen aus der direkten Bundessteuer auf Einkommen schätzt der Bund auf 11.5 Milliarden Franken, 5.7 Prozent mehr als die Schätzung für 2018. Grund für den Zuwachs ist, dass die privaten Haushalte wegen des Aufschwungs mehr Einkommen erzielen.

Erwartungen bereits übertreffen

Bei den Gewinnsteuern für den Bund sind die Erwartungen für das laufende Jahr bereits übertroffen - die Einnahmen dürften sich demnach auf 11 Milliarden Franken belaufen. Für 2019 rechnet der Bund dann mit einer Normalisierung des Wachstums und Einnahmen von 11.3 Milliarden Franken.

Bei der Mehrwertsteuer würden die Einnahmen an sich ähnlich stark wachsen wie das BIP. Dass sie effektiv aber nur um 2.0 Prozent steigen, liegt an der gescheiterten Reform der Altersvorsorge und der beendeten Zusatzfinanzierung der Invalidenversicherung (IV). Der Mehrwertsteuer-Normalsatz wurde Anfang Jahr um 0.3 Prozent gesenkt.

Kostenanstieg bei Sicherheit

Die 2019 erwarteten Ausgaben des Bundes von 72.3 Milliarden Franken sind 1.8 Prozent höher als im Budget vom vergangenen Jahr. Die prozentual stärkste Zunahme verzeichnet die Sicherheit mit einem Plus von 7.1 Prozent auf 6.3 Milliarden Franken.

Für Soziale Wohlfahrt rechnet der Bund mit Auslagen von insgesamt 23 Milliarden Franken. Ein Anstieg von 2.6 Prozent auf 11.7 Milliarden Franken wird bei der Altersvorsorge erwartet. Im Bereich Migration hingegen dürften wegen der sinkenden Zahl von Asylgesuchen die Ausgaben um 3.5 Prozent auf 2 Milliarden Franken sinken. Ebenfalls Auswirkungen auf diese Sparte hat das Ende der IV-Zusatzfinanzierung.

8 Milliarden für die Bildung

Dass die Ausgaben für Bildung und Forschung um 2.6 Prozent voraussichtlich auf 8 Milliarden Franken ansteigen, ist laut der EFV auf den Bundesbeitrag an den Nationalfonds sowie den höheren Pflichtbeitrag an das EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 zurückzuführen.

Der Bundesrat verabschiedete das Budget samt IAFP am Mittwoch materiell. Die Botschaft ans Parlament will er aber erst nach der Sommerpause im August vorlegen. (whr/sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Graustufe Rot 28.06.2018 10:38
    Highlight Ich hoffe, die SVP will das Geld in den Schuldenabbau stecken. De Sozialhilfebezüger müssen ja auch Leistungen zurückzahlen, sobald sie wieder etwas Geld im Portemonnaie haben.
    4 0 Melden
  • goldmandli 28.06.2018 09:31
    Highlight "Die prozentual stärkste Zunahme verzeichnet die Sicherheit mit einem Plus von 7.1 Prozent auf 6.3 Milliarden Franken."

    - Für bitte was denn?
    1 0 Melden
  • _kokolorix 27.06.2018 21:54
    Highlight Daran sieht man ja wohl überdeutlich wie schädlich diese Unternehmensteuerreformen sind. Man sollte die Letzte rückgängig machen und künftige sein lassen. Dann wäre eine Rückzahlung der Staatsschulden in 200 Jahren wieder in greifbare Nähe gerückt😁.
    Aber die 'vernünftigen' bürgerlichen Parteien werden das mit Hilfe der 'vernünftigen' Bevölkerungsmehrheit wohl zu verhindern wissen 🤔
    9 6 Melden
    • Ökonometriker 28.06.2018 02:11
      Highlight Unternehmenssteuern machen die Schweiz als Investitionsstandort unattraktiv und werden von internationalen Grosskonzernen mühelos umgangen.
      Besser durch höhere MWSt. ersetzen - dann zahlen auch Firmen deren Gewinn zufälligerweise in Panama und nicht in der Schweiz anfällt...
      7 6 Melden
    • _kokolorix 28.06.2018 07:35
      Highlight @Ökonometriker
      Ich hab ja nicht gesagt, dass wir die Unternehmenssteuern abschaffen sollen. 😁
      MwSt erhöhen? Dann zahlen wir selber, weil diese zu 100% auf den Konsumenten abgewälzt werden🤔
      3 0 Melden
    • Graustufe Rot 28.06.2018 10:50
      Highlight @Okonometriker. Unternehmenssteuern abschaffen, MWSt. rauf. Und Renten runter, Ergänzungsleistungen runter, Fürsorgegelder runter, Löhne runter (hohe Löhne machen den Investitionsstandort schliesslich auch unattraktiv),und im Gegenzug möglichst hohe Mieten für die Hauseigentümer.

      WOW!!!

      Die SVP strich schon mal in weiser Voraussicht den Puurezmorge, weil sie weiss dass das Vouch, die liebe Manne ond Froue die zehn Franken Eintritt schon bald nicht mehr zahlen können. Ende Ironie.
      4 0 Melden
    • Ökonometriker 28.06.2018 12:40
      Highlight @koko: in einem Markt mit perfekter Konkurrenz würde Deine Aussage stimmen. Da die meisten Produkte heute ohnehin mit Markennamen und Emotionen verhängt sind si d die Firmen quasimonopoliste und können die Kaufkraft der Konsumenten stark abschöpfen. Vergleiche dazu die Preisunterschiede zwischen der Schweiz und Deutschland.
      Daher würde die MWSt. direkt vom Gewinn abgehen und könnte nicht direkt auf die Konsumenten überwälzt werden.
      1 1 Melden
    • _kokolorix 28.06.2018 17:22
      Highlight @Ökonometriker
      Ich kann deiner Logik nicht folgen. Die MwSt. wird einfach auf den Preis draufgebuttert, ob das Unternehmen nun in Panama oder Hinterfultigen zuhause ist. Die Steuer wird zu 100% vom Endkunden getragen, unabhängig ob der Preis schon eingeschweizert ist oder nicht, ob ein Monopolist oder eine bekannte Marke. Das Einzige was die Betriebe auf sich nehmen ist der Verwaltungsaufwand, und der bringt niemandem wirklich was.
      Die MwSt ist ein nettes Instrument um den Reichsten noch mehr Reichtum zuzuschanzen, weil sie überporoportional vom Unter- und Mittelstand getragen wird
      1 0 Melden
    • Ökonometriker 29.06.2018 11:55
      Highlight @koko: ja, die Thematik ist schwierig in einem Kommentar zu erläutern... noch ein Versuch: bei einer unvollständigen Konkurrenz wie bei Konsumgütern üblich ist der Anbieter nicht Preisnehmer, sondern beeinflusst die Nachfrage. Der Anbieter setzt also den Preis so, dass er die Zahlungsbereitschaft des Kunden optimal abschöpfen kann. Daher sind viele Güter in der CH teurer als in DE, wo die MWSt. ja viel höher ist. Bei einer Erhöhung der MWSt. ist die Zahlungsbereitschaft der Kunden gleich, daher würde der Anbieter bei einer Erhöhung des Preises verlieren. Ergo bezahlt das Unternehmen.
      0 0 Melden
  • Sir Konterbier 27.06.2018 18:32
    Highlight Ah das ist ja mal ne Neuigkeit. Am besten gleich ein paar Kampfjets kaufen💪
    6 3 Melden
    • Graustufe Rot 28.06.2018 10:52
      Highlight Und dann ab damit in die Luft, Ladeklappe auf und die restlichen Millionen in den Bodensee fallen lassen. Im Geldverschwenden und zum Fenster raus werfen hat der Bund ja Uebung.
      0 2 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 27.06.2018 18:17
    Highlight Das wahre Problem bei den Bundesfinanzen ist der relative Zuwachs der schwach und stark gebundene Ausgaben die den Gestaltungsspielraum der Politik einschränkt und zu teils schädlichen Sparübungen in nicht gebunden Bereichen führt. Wenn das Wachstum gedämpft werden muss, wird dies in nicht geschützen Bereich erfolgen, wie zB der Bildung.
    3 1 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 27.06.2018 18:14
    Highlight Der Titel des Artikels stimmt, nur wohl anders als vermutlich angedacht. Der Bund spart nicht und hat er die letzten Jahre auch nie gemacht. Er bremst das Ausgabenwachstum und hält so die Staatsquote einigermassen stabil, in anbetracht der auf uns zukommende Auslagen für die Renten, die Krankenkassen (die beiden letzten Jahre sind die teuersten und es wird in Zukunft mehr letzte Jahre geben) und den Klimawandel ist ein sparsame und vorausschaunde Finanzpolitik angebracht.
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