Schweiz
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ZUM 15. JAHRESTAG DES SWISSAIR GROUNDING AM SAMSTAG, 1. OKTOBER 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - JAHRESRUECKBLICK 2002 - WIRTSCHAFT - DAS ENDE DER SWISSAIR: Ein Mythos liegt am Boden: Buchstaben des Schriftzugs

2001 liegt die Swissair am Boden: Schon damals begann das Vertrauen der Schweizer in die Wirschaftselite zu bröckeln. Bild: KEYSTONE

Warum die Schweizer der Wirtschaftselite nicht mehr trauen

Bei wirtschaftspolitischen Abstimmungen wird die Kluft zwischen Basis und Elite grösser. Das sind die Ursachen dafür – und mögliche Auswege.

ANTONIO FUMAGALLI UND DENNIS BÜHLER / Aargauer Zeitung



Es ist, wie wenn der Tanker auf den Eisberg zusteuert. Man sieht ihn nahen, merkt, dass es für das Wendemanöver zu spät ist, beginnt sich zu fragen, ob man den Kurs vielleicht doch schon früher hätte anpassen sollen, und hofft einzig noch darauf, dass der Aufprall nicht allzu heftig sein wird.

Etwa so fühlten sich die Befürworter der Unternehmenssteuerreform III noch am Sonntagmorgen. Als am Nachmittag klar wurde, dass es – um beim Bild zu bleiben – zu einer Frontalkollision kommen wird, begann das grosse Wundenlecken. Verbunden mit der Frage: Wie konnte es so weit kommen?

«Christoph Blocher beherrscht das Spiel auf beiden Klaviaturen, Ueli Maurer kann das nicht. Also bricht dieser Widerspruch jetzt auf.»

Peter Bodenmann, langjähriger SP-Präsident und heute Hotelier 

Präzise Rückschlüsse darüber wird erst die Abstimmungsanalyse in ein paar Wochen geben, die sich auf Nachbefragungen stützt. Landauf, landab wird aber bereits jetzt über die Entfremdung eines beträchtlichen Teils der Bevölkerung gegenüber den wirtschaftlichen und politischen Machtzentren sinniert.

Man spürt – dafür muss man nicht nach Frankreich, Italien oder die USA schauen – eine eigentliche Vertrauenskrise gegenüber der Elite (siehe Beispiele am Ende des Artikels).

«Der Widerspruch bricht auf»

Das Referendum gegen die USR III hat die SP zusammen mit den Grünen lanciert, die beiden Parteien kommen zusammen auf einen Wähleranteil von gerade mal gut 25 Prozent. Am Sonntag folgten ihnen aber fast 60 Prozent und damit mehr als das doppelte Elektorat.

Der Blick auf die Abstimmungskarte zeigt, dass neben den Städten insbesondere ländliche Gemeinden Nein stimmten – also oftmals Gegenden, in denen die SVP mit Abstand wählerstärkste Partei ist.

Abstimmungskarte nach Kantone

Endresultat USR III

Dass die Basis der Partei mutmasslich die Gefolgschaft verweigert hat, interpretierte SVP-Bundesrat Ueli Maurer am Sonntagabend mit dem Unmut über die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative und folgerte daraus, dass viele Leute «denen in Bern» auch bei anderen Themen nicht mehr trauten.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet ein Bundesrat jener Partei, welche den Graben zwischen dem «Volk» und der «Elite» rhetorisch jeweils am meisten bemüht, nun selbst Opfer davon geworden ist.

Peter Bodenmann, langjähriger SP-Präsident und heute Hotelier in Brig, sieht in der SVP eine «Zwitterpartei», die Migrationskritik mit der neoliberalen Lehre verbinde. «Christoph Blocher beherrscht das Spiel auf beiden Klaviaturen, Ueli Maurer kann das nicht. Also bricht dieser Widerspruch jetzt auf», sagt er.

Tatsächlich ist in Fragen der Wirtschaftsordnung – anders als in der Migrations- oder Aussenpolitik – die Diskrepanz zwischen den Mehrheiten im Parlament und denen bei Volksabstimmungen besonders gross, wie Politgeograf Michael Hermann im Herbst in einer Studie nachwies.

Die USR III sei dafür ein Paradebeispiel. «Mit dem Rechtsrutsch des Parlaments hat sich dieser Graben in der Tendenz sogar noch vertieft und ist heute der grösste aller Gräben», sagt er.

Dem Mittelstand geht's gut

Die SP schürte diese Entfremdung im Abstimmungskampf, indem sie nicht müde wurde, darauf hinzuweisen, dass der Mittelstand die Zeche für wegfallende Steuereinnahmen zu bezahlen habe.

Sie thematisierte damit geschickt die verbreitete Furcht vor sozialem Abstieg. Dabei ist nicht mal entscheidend, ob sich dieser statistisch auch beweisen lässt – es zählt das Gefühl.

«Die empirischen Grundlagen zeigen keine Anzeichen einer Destabilisierung des Mittelstands. Mit anderen Worten: Es ging ihm noch nie so gut wie jetzt», sagt Christoph Schaltegger, Professor für Politische Ökonomie an der Universität Luzern.

Ein Mitgrund für den gefühlten Niedergang der mittleren Einkommensschichten ist gemäss Schaltegger der Einkommenszuwachs bei tieferen Schichten. «Der untere Mittelstand kann sich nur noch schwer gegenüber der Unterschicht abgrenzen. Das verursacht ein gewisses Unbehagen.»

«Der Wirtschaft fehlen Köpfe, in die man Vertrauen hat.»

Bundesrat Ueli Maurer

Hinzu kommt, dass der Wohlstand auch in anderen Ländern zunimmt: «Der Zukunftsoptimismus ist dahin. Uns geht's zwar gut, aber andere sind am Aufholen», so Scheidegger.

Was ist der Ausweg?

Bleibt die Frage, wie sich diejenigen Teile der Bevölkerung, die sich insbesondere in wirtschaftspolitischen Fragen von Bundesbern nicht mehr vertreten fühlen, wieder zurückgewinnen lassen.

Maurer wünscht sich glaubwürdigere Vertreter der Wirtschaft. «Ihr fehlen Köpfe, in die man Vertrauen hat», sagte er gestern gegenüber SRF. Zudem hätte man die Abstimmungskampagne «besser machen können», so der Finanzminister.

Auch alt Bundesrat Pascal Couchepin (FDP) nimmt die privatwirtschaftliche Führungsriege in die Pflicht und erhofft sich von ihr mehr Demut.

Alt-Bundesrat Pascal Couchepin spricht bei einer Europadebatte der NEBS (Neue Europaeische Bewegung Schweiz), am Samstag, 18. Oktober 2014, in Fribourg. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Alt Bundesrat Pascal Couchepin Bild: KEYSTONE

Eine stärkere Reglementierung sei nicht vonnöten und ohnehin nur im internationalen Kontext durchsetzbar, aber sie müsse anerkennen, dass Schlagzeilen über überrissene Managersaläre Gift für den Zusammenhalt der Bevölkerung seien.

«Wenn die politischen und vor allem wirtschaftlichen Eliten Glaubwürdigkeit zurückgewinnen wollen, müssen sie wieder mehr Bescheidenheit an den Tag legen.»

Beispiele, warum das Vertrauen der Schweizer bröckelte:

Swissair-Grounding – ein nationales Trauma

ZUM 15. JAHRESTAG DES SWISSAIR GROUNDING AM SAMSTAG, 1. OKTOBER 2016, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Ein Swissair Pilot streckt beim Ueberpruefen seines Flugzeugs am 29. September 2001 auf dem Flughafen Zuerich-Kloten seinen Kopf in ein Triebwerk. Das weitere Schicksal der Swissair ist auch am Montag, 22. Oktober 2001, ungewiss.  (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Bild: KEYSTONE

Sie war der Stolz vieler Schweizerinnen und Schweizer: die eigene Airline. Am 2. Oktober 2001 aber blieben alle Swissair-Flugzeuge auf dem Boden. Treibstofflieferanten hatten sich geweigert, die Maschinen zu betanken – zu unwahrscheinlich schien, dass das marode Unternehmen jemals dafür bezahlen würde.

Für das Fiasko verantwortlich gemacht wurde der Swissair-Verwaltungsrat, der sich mit seiner «Hunter-Strategie» völlig übernommen und mit Selbstzufriedenheit auf warnende Stimmen reagiert hatte. Gut drei Jahre später wurde die aus der Crossair und der Swissair-Insolvenzmasse gegründete Swiss nach Deutschland verkauft.

Erneut raste die Volksseele – und die Elite stimmte in den Chor ein: Der frühere FDP-Chef Franz Steinegger wetterte, der Verkauf sei «ein Beweis der Unfähigkeit der Schweizer Elite, eine eigene Fluggesellschaft in eine erfolgreiche Zukunft zu führen».

UBS-Rettung – Steuergelder für die Wirtschaft?

ARCHIVBILD ZUR BEKANNTGABE DER JAHRESBILANZ 2016 DER BANK UBS, AM FREITAG, 27. JANUAR 2017 - Das UBS Logo fotografiert am Tag der Bilanzmedienkonferenz der Bank UBS am Dienstag, 2. Februar 2016 in Zuerich. Der Reingewinn der UBS Group AG fuer 2015 erhoehte sich gegenueber dem Vorjahr um 79 Prozent auf CHF 6,2 Milliarden. (KEYSTONE/Ennio Leanza)....The logo of Swiss bank UBS in Zurich, Switzerland, Tuesday, 02 February 2016. Swiss Bank UBS UBS Group net profit for 2015 increased 79 percent year on year to CHF 6.2 billion. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Bild: KEYSTONE

Die UBS brachte die Schweiz im Oktober 2008 gefährlich nah an den Abgrund: Die Grossbank hatte in den Jahren zuvor in einer von Grössenwahn getriebenen Strategie ihre Bilanzsumme auf das Vierfache des schweizerischen Bruttoinlandsprodukts aufgebläht, war dann aber von der globalen Finanzkrise hart und weitgehend unvorbereitet getroffen worden.

Der Bundesrat erklärte die UBS für «too big to fail» – und griff ihr mit Dutzenden Milliarden Franken unter die Arme. Grossen Teilen der Bevölkerung fehlte hierfür das Verständnis: Hatten nicht gerade jene Manager, die ihr Unternehmen nun vom Staat retten liessen, jahrelang fette Boni eingestrichen? Immerhin: Für den Staat wurde die UBS-Rettung wider Erwarten zum guten Geschäft.

Minder-Initiative – genug von Manager-Exzessen

Thomas Minder, Parteilos-SH, spricht waehrend der Diskussion zum Auslaendergesetz und der Steuerung der Zuwanderung und Vollzugsverbesserungen bei den Freizuegigkeitsabkommen, an der Wintersession der Eidgenoessischen Raete, am Mittwoch, 30. November 2016, im Staenderat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bild: KEYSTONE

Diese Abstimmung traf die Wirtschaftselite ins Mark: Am 3. März 2013 stimmten 68 Prozent der Stimmenden und alle Stände der Abzocker-Initiative des Schaffhauser Unternehmers Thomas Minder zu – nur zwei Mal zuvor war eine Volksinitiative deutlicher angenommen worden.

«Die Demokratie explodiert», frohlockte Minder. Mit seiner Initiative hatte er auf exorbitante Vergütungen einzelner Manager in grossen Schweizer Unternehmen und Banken reagiert.

Kurz vor dem Urnengang war bekannt geworden, dass der scheidende Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella für ein Konkurrenzverbot mit Beratertätigkeit zwölf Millionen Franken pro Jahr erhalten werde – auf sechs Jahre verteilt 72 Millionen.

MEI – Misstrauen gegenüber der gesamten politischen Klasse

Ein SVP Plakat gegen die sogenannte Masseneinwanderung wirbt fuer die Annahme der SVP Volksinitiative

Bild: KEYSTONE

Es ging nicht nur gegen die Wirtschaftselite, sondern gegen das gesamte politische Establishment: Entgegen allen Parolen mit Ausnahme jener der SVP sagte die Stimmbevölkerung am 9. Februar 2014 Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative, die die wählerstärkste Partei ergriffen hatte.

Im Vorfeld hatten Bundesrat und Parlament, Parteien und Wirtschaftsverbände die Chancen der Initiative – und ihre Sprengkraft – auf fahrlässige Art und Weise unterschätzt. Aussenminister Didier Burkhalter etwa trank in der heissen Phase des Abstimmungskampfes lieber Tee mit dem japanischen Kaiser, als im Inland für enge Beziehungen mit der Europäischen Union und gegen die SVPInitiative zu werben.

USR III – Die rote Karte für das Wirtschafts-Establishment

Plakate vom ueberparteilichen Komitee haengen anlaesslich des Kampagnenstarts

Bild: KEYSTONE

SP und Grüne stilisierten die Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform III zur wichtigsten Schlacht dieser Legislatur: Am Sonntag folgten ihnen 60 Prozent des Wahlvolkes, welche die Vorlage von Bundesrat und Parlament wuchtig verwarfen.

«Eine rote Karte an die Adresse der rechten Mehrheit im Parlament», frohlockte SP-Präsident Christian Levrat. Vertreter von bürgerlichen Parteien und Wirtschaftsverbänden schieben sich derweil gegenseitig die Schuld am Fiasko in die Schuhe.

Hat sich der Gewerbeverband, der die Pro-Kampagne geleitet hatte, in Ton und Stil vergriffen? Ja. Hat dies allein den Ausschlag gegeben? Kaum. Vielmehr muss sich die ganze Elite an der Nase nehmen: Der Absturz dieser überfrachteten Vorlage ist ein Misstrauensvotum

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    Alle Leser-Kommentare
  • Herr Hasler 14.02.2017 13:55
    Highlight Highlight Nicht zu Vergessen in den Beispielen:
    USRII: Es musste kräftig gespart werden.
    LU und SZ müssen sparen wegen ihren Steuersenkungen.
    In beiden Fällen bezahlt der Mittelstand schon jetzt.
    • MaxHeiri 14.02.2017 20:45
      Highlight Highlight Es wird nicht gespart. Es wird einfach nicht immer mehr jährlich ausgegeben. Die Steuerausgaben haben sich seit 1990 mehr als verdoppelt :)
  • Halimasch 14.02.2017 11:34
    Highlight Highlight Die USR III war eine völlig unausgewogene Vorlage, eine Zwängerei, was das Volk aber durchschaut hat. Um Vertrauen zurück zu gewinnen, müssen die Wirtschaftsvertretrer damit aufhören solche einseitigen Projekte auszuhecken.
    Wie die Ergebnisse der beiden anderen Vorlagen zeigen, ist da Volk durchaus bereit, der Politik Vertrauen zu schenken. Das Trump-Schema von Volk gegen Elite zeigt sich in der Schweiz nur sehr beschränkt.
  • Kommemtar 14.02.2017 11:20
    Highlight Highlight Aus meiner Sicht zeigt das Resultat zwei Dinge:

    1. Ein grosser Teil der Bevölkerung folgt nicht Blind einer Partei, sondern entscheidet von Fall zu Fall.

    2. Ueli Maurer ist als Bundesrat gescheitert. Er konnte weder als Verteidigungsminister, noch als Finanzminister mehrheitsfähige Vorlagen präsentieren und hat in kapitalen Abstimmungen verloren. (Grippen, USR III)

    Ich würde es begrüssen, wenn Herr Maurer spätestens am Ende der Legislatur seinen Rücktritt verkündet.
  • Besserwisser 14.02.2017 10:31
    Highlight Highlight Interessante Erkenntnis aus der Nachbefragung von Tamedia: "Wer einen Universitäts oder Fachhochschulabschluss hat, befürwortete die Vorlage zudem eher (49% Ja) als jemand, dessen höchste Ausbildung eine Berufslehre ist (37% Ja). Ein Schelm wer nun denkt, dass die Vorlage für einen Teil der Bevölkerung zu kompliziert war.
    • Majoras Maske 14.02.2017 11:59
      Highlight Highlight Vielleicht sind auch einfach Chancen und Risiken dieser Vorlage für den Betriebsökonomen ja nicht gleich wie für den Maurer oder KV-Angestellten? Ausserdem sind 12% Unterschied nicht wirklich gewaltig, zumal auch deine Hochgebildeten mehrheitlich "Nein" gestimmt haben.
    • Besserwisser 14.02.2017 12:42
      Highlight Highlight @Marshall Wie ich angemerkt habe, stammt diese Analyse der Nachbefragung nicht von mir. Wie du mich beschuldigst "Uni-Absolventen zu verherrlichen" ist mir schleierhaft. Ich selber habe kein Problem damit zuzugeben, dass ich die Vorlage von der Patentbox bis zur zinsbereinigten Gewinnsteuer sehr kompliziert fand.
      @Majoras Maske: Gewaltig nicht, aber doch relativ hoch. Zu deinem zweiten Punkt. Da hast du recht. Mit 51% zud 49% aber sehr knapp, wie du zugeben musst.
    • MaxHeiri 14.02.2017 20:46
      Highlight Highlight Viele Uniabgänger haben Staatsjobs. Logisch will man nicht sparen!
  • Besserwisser 14.02.2017 10:27
    Highlight Highlight "Präzise Rückschlüsse darüber wird erst die Abstimmungsanalyse in ein paar Wochen geben, die sich auf Nachbefragungen stützt." Nicht ganz korrekt. Dazu gibt es schon Ergebnisse: http://www.tamedia.ch/tl_files/content/Group/PDF%20Files/Deutsch/20170214-MIT-Tamedia-Nachabstimmungsumfrage-DE.pdf
  • ElendesPack 14.02.2017 10:06
    Highlight Highlight Ich frage mich, in welcher Welt Professor Schaltegger so lebt. Ich mag mich daran erinnern, dass der Mittelstand es sich in meiner Kindheit in der Regel leisten konnte, dass nur ein Elternteil arbeiten musste und es dabei noch schaffte, ein bescheidenes Vermögen anzuäufnen. Heute kenne ich eigentlich keine Leute mit Kindern, bei denen nicht beide arbeiten müssen, und Vermögen bilden kann man eigentlich auch knicken. Aber klar, es ging dem Mittelstand noch nie so gut.
    • Fabio74 14.02.2017 14:13
      Highlight Highlight Mit dem Unterschied, dass es früher Badeferien in Italien gab. Keine Flugreisen. Keine Computer und Handys.
      Heute muss es Ferien weit weg sein. Mehrmals pro Jahr. Neue Handy mehr Luxus
    • Lichtblau 14.02.2017 20:30
      Highlight Highlight @Elendes Pack: Bei uns war am Monatsende nicht mehr viel da. Aber wir vier wohnten im Zürcher Seefeld, waren alle cool gekleidet, haben öfter Gelage mit Gästen gefeiert und fuhren regelmässig ins (geerbte) kleine Ferienhaus. Okay, das stand nicht an der Côte, aber an einem lauschigen Westschweizer See. Und das alles mit dem Lohn eines nicht übermässig besoldeten Papis. Goldene Kindheitserinnerungen ...
    • MaxHeiri 14.02.2017 20:47
      Highlight Highlight Bitte lernt Statistiken lesen und nicht auf eigene Gefühle und Wahrnehmungen zu vertrauen
    Weitere Antworten anzeigen
  • Majoras Maske 14.02.2017 09:47
    Highlight Highlight Wenn sie Vertrauen zurück wollen, müssen sie dem Neoliberalismus abschwören und sich zum sozialen Kapitalismus bekennen. Wie hat denn das gemeine Fussvolk vom Wirtschaftswachstum seit 2006 profitiert? Durch stagnierende Löhne und Stabilisierungspakete. Als es den Kommunismus noch gab, musste man den erreichten Wohlstand noch verteilen um die Bevölkerung vom besseren System zu überzeugen, aber heute verdienen die Millennials nachweislich erstmals seit dem Krieg weniger als ihre Elterngeneration. Das ist nicht "gefühlt".
    Hier sind Taten gefragt und NICHT nur "bessere" Erklärungen.
  • N. Y. P. D. 14.02.2017 09:46
    Highlight Highlight Dass die Basis der Partei mutmasslich die Gefolgschaft verweigert hat, interpretierte SVP-Bundesrat Ueli Maurer am Sonntagabend mit dem Unmut über die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative und folgerte daraus, dass viele Leute «denen in Bern» auch bei anderen Themen nicht mehr trauten.

    Ueli, ich frage mich langsam ernsthaft. Du bist dermassen neben den Schuhen. Du weisst genau, was die Gründe sind ! Ich habe vorgestern schon geschrieben, dass Du die Wähler für minderbemittelt hältst. Du beweist es mit Deiner Aussage gleich wieder. Den Mist glaubt doch keiner.
    • rodolofo 14.02.2017 10:49
      Highlight Highlight "Ueli der Bundesrat" versteht einfach nicht, warum nicht alle so eifrig wie er den Bückling machen vor Ihro Majestät, Stöffeli dem Ersten und Letzten, von und zu Herrliberg, heiliger Führer des von Gott auserwählten Süneli-Ordens und zugewandter Manne u Froue vom "Einigen Fouch", der mit dem Helvetischen "Clark Kent" (als unauffälliger Bürolist getarnter Super-Man), Roger Köppel, im Bunde ist, dem scharfzüngigsten und durchtriebensten Super-Hirn, aller Zeiten!
      Ja warum nur machen die nicht ebenfalls den Bückling?
      Etwa weil sie Nachfahren der stolzen EidGENOSSEN sind?
      ...
  • FrancoL 14.02.2017 09:28
    Highlight Highlight Der Satz "Der Widerspruch bricht auf" kann man durchaus für breite Schichten der Inländerbevölkerung anwenden.

    Seit Jahren wettert man gegen die Zuwanderung ABER im Sektor der Tieflohn-Arbeiten hat die Schweiz KEINERLEI Zunahme möglicher "Eigenprodukte" die diese Arbeiten übernehmen wollen generiert.

    Seit Jahren bemängelt man dass inländische Arbeitskräfte (zB Frauen) brach liegen, ABER die nötigen Massnahmen um dies wichtigen Kräfte zu mobilisieren wurden keine getroffen.

    Seit Jahren wettert man gegen die hohen Gehälter der Manager, ABER eine Regulierung findet nicht statt.

    etc…..
  • Der Rückbauer 14.02.2017 09:03
    Highlight Highlight Und was ich noch zum Stern von St. Gallen sagen wollte: Ein Ökonom ist jemand, der morgen genau erklären kann warum das, was er gestern für heute vorhergesagt hat, NICHT eingetroffen ist. - Wenn die Irrlehren der Nationalökonomen und die Politik einhergehen, kommt ein NEIN zur USRIII raus.
    • Neruda 14.02.2017 11:45
      Highlight Highlight Der Zukunft der Wirtschaft vorauszusagen ist genau so seriös, wie die Hellseherin auf der Chilbi. Nur halt mit Uni-FH-Abschluss
  • rodolofo 14.02.2017 08:51
    Highlight Highlight Die Reaktionen auf das USR III - Nein auf Seiten dieser tonangebenden Wirtschafts-Verbände, sowie aller Bürgerlichen Partei-Sprecher bestätigen dieses Misstrauen einmal mehr:
    Die Pro-Kampagne sei zuwenig erklärend und zu aggressiv gewesen, was kontra-produktiv gewesen sei.
    Das Erklären übernahm aber dafür die Gegenseite!
    Die Befürworter dieser schamlosen Abzocker-Reform versuchten mit bewährten Angstmacher- und Diffamierung-Kampagnen, sowie mit Alternativen Fakten (= Lügen), sowie mit viel Geld in etwas zu investieren, das ihnen noch viel mehr Geld eingebracht hätte!
    Doch ihr Bluff flog auf...
  • Der Rückbauer 14.02.2017 08:28
    Highlight Highlight Am Anfang war das Licht. In der Schweiz nahm das Misstrauen des Volkes seinen Anfang mit dem Erleuchten des Sterns von St Gallen. Durch die enge Verbandelung von Wirtschaft und Politik wucherte das neoliberale Gedankengut auf dem Miststock der Globalisierungspioniere Reagan/TINA immer weiter, entwickelte eine Eigendynamik, hob ab und entfremdete sich dem Volk immer mehr. Das Volk (die Völker, nicht nur die Schweizer) versucht nun, das Ding vom Himmel zu holen. In der Schweiz besteht die Flak aus den friedlichen demokratischen Volksrechten. Hoffentlich gelingt es.
  • oXiVanisher 14.02.2017 08:26
    Highlight Highlight Grundsätzlich bin ich mit dem Artikel ja einverstanden.

    ABER: Warum wird immer komplett ignoriert, dass die MEI nicht so umgesetzt werden KONNTE in der Form wie die SVP dies versprach? Man musste das im voraus und es wird weiterhin nichts dagegen gemacht, dass jeder Holzkopf eine nicht umsetzbare Vorlage eingeben kann.

    Kein Wunder hat das Volk genug von überrissenen Manger-Löhnen (die jedes Jahr ansteigen), während der Mittelstand höchstens kleinste Lohnerhöhungen erhält und die Krankenkassen-Beiträge (und viele andere Kosten) jedoch um 10%+ steigen. So dumm sind die Schweizer übrigens nicht
    • Dr. Zoidberg 14.02.2017 10:06
      Highlight Highlight natürlich wusste "man", dass die mei nicht umgesetzt werden kann, ohne die bilateralen zu kündigen (was allerdings wohl von der svp erhofft wurde). nur: das hat "man" ignoriert (und ignoriert es immer noch). ist ja auch viel einfacher, denen in bern" die schuld zu geben. dazu kommt, dass "man" den nutzen der bilateralen nicht sieht (die eu ist ja grundsätzlich nur scheisse).

      dass "man" allerdings eher nicht erfreut ist, wenn gewisse bänker, bevor sie auch nur 1 tag gearbeitet haben, erstmal mehrere millionen kassieren, um den job anzunehmen, ist mehr als verständlich.
  • Posersalami 14.02.2017 08:25
    Highlight Highlight "Die empirischen Grundlagen zeigen keine Anzeichen einer Destabilisierung des Mittelstands"
    Zumindest gefühlt erodiert der Mittelstand. Seit Jahren gibt es nur magere Lohnzuwächse, während Mieten, Häuserpreise, KK Prämien, Managerlöhne, Boni und Gewinne der Unternehmen explodieren. Da kommt es halt nicht gut an, wenn man den Unternehmen noch weniger abnehmen will.

    "Hinzu kommt, dass der Wohlstand auch in anderen Ländern zunimmt"
    Welche Länder sind das? China und Vietnam? Unsere Nachbarn sind das nämlich definitiv! nicht. Der Abstieg der EU Länder ist sicher auch noch ein Faktor.
  • fax 14.02.2017 08:20
    Highlight Highlight Ich möchte eine saubere und faire Politik und eigentlich weniger Steuerwettbewerb. Ich möchte mehr Ethik und Firmen, die sich einem Staat aus dem sie kommen verpflichtet fühlen. Ich traue unserem Finanzminister nicht für den Über ein zukunftsträchtiges System ist. Die Schweiz hat mehr zu bieten als die Höhe der Steuerbelastung. Darum habe ich ein Nein eingelegt.
    • ChiliForever 14.02.2017 10:32
      Highlight Highlight Weniger internationaler Steuerwettbewerb wäre in der Tat wünschenswert. Das würde aber mehr Zusammenarbeit - und zwar dauerhaft und nicht nach politischem Kalkül schwankend - erfordern. Aber genau dieses Dauerhafte ist ja gerade von vielen Bürgern in vielen Ländern nicht gewünscht, sonst hätte die EU längst solche Regeln. Genau die EU, bei der die Schweiz aber auch nicht mitmachen möchte.
      Ein starker Staatenbund für die Bürger könnte die zunehmende Globalisierungsmacht der Konzerne brechen. Dafür müssten die Bürger+Staaten halt bereit sein, selbst Macht abzugeben.
  • dracului 14.02.2017 07:47
    Highlight Highlight Ist es wirklich eine "gefühlte Schwächung des Mittelstandes"? Die Kosten steigen überall, fängt beim Kaffee and und endet irgendwo bei den Krankenkassen, deren Kosten zu explodieren drohen. Die Altersversorgung ist nicht gesichert und Bürger werden zum Sparen angehalten. Die Elite sorgt primär für sich selber und nicht für die Belegschaft oder gar das Land. Diplome werden wichtiger als Erfahrung und ab 50 ist man nur noch geduldet im Arbeitsmarkt. "Experten" kommen aus dem europäischen Raum. Der Mittelstand kann nicht bei den Steuern tricksen und zahlt die Zeche - ganz real, nicht gefühlt!
    • Besserwisser 14.02.2017 10:38
      Highlight Highlight @dracului "Die Kosten steigen überall" - Dieser Satz ist, auch wenn durch die Krankenkassen oft so empfunden, nicht korrekt. Seit 2011 ist der Index der Konsumentenpreise von 100 auf 97,9 Punkte leicht zurückgegangen. Bsp: Zwischen 2011 bis 2015 war im Autogewerbe ein massiver Preiszerfall zu beobachten: Die Neuwagenpreise brachen im Schnitt um rund 20 Prozent ein, diejenigen für Occasionen sogar um 27 Prozent. Quelle: srf.ch/news/wirtschaft/fallende-preise-und-trotzdem-keine-deflation
    • Alf 14.02.2017 11:15
      Highlight Highlight @Besserwisser: was nützt dir 10 Rappen günstigeres Brot oder ein 1 Franken günstigerer USB-Stick, kannst du damit die KK-Prämienerhöhung abfedern?
    • Tomtom64 14.02.2017 13:00
      Highlight Highlight @Besserwisser

      Was den Konsumentenpreisindex resp. dessen zugrundeliegenden Warenkorb angeht vollkommen korrekt.
      ABER: Mittlerweile sind viele Gebühren oder früher ganz oder teilweise von der Allgemeinheit übernommene Kosten hinzugekommen, die den Mittelstand stark belasten. Beispiele: Pässe und ID für die ganze Familie, Schwimmunterricht für die Kinder, Musikschule usw.
      Zudem wird vieles wegen zunehmender, häufig staatlich geforderter, Professionalisierung teurer. Bespiele: externe Kinderbetreuung, Jugendlager.
      Und KK-Prämien werden im Warenkorb mit Gesundheitskosten ungenügend abgebildet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • El Vals del Obrero 14.02.2017 07:45
    Highlight Highlight "Es geht uns allen super gut" trifft sicher nicht für alle zu. Und dadurch wirkt diese Aussage ziemlich arrogant.

    Im Gegenteil ist es so, dass frühere Generationen meistens das Gefühl haben konnten, dass es ihnen besser geht als ihren Eltern.

    Heute ist das kaum mehr so. Einstiegslöhne geringer, Generation Praktikum, Pensionskasse praktisch keine Zinsen mehr, letzte Arbeitszeitsenkung oder Ferienerhöhung Jahrzehnte her.

    Das Gefühl, ob es grundsätzlich auf- oder abwärts geht, ist wahrscheinlich wichtiger als die absolute Wohlstandshöhe.
    • El Vals del Obrero 14.02.2017 08:58
      Highlight Highlight Ein Teil der Abneigung, die die "angry white men" gegenüber anderen Gruppen haben, hängt vielleicht auch damit zusammen.

      Wenn man einer prinzipiell benachteiligten Gruppe angehört (z.B. Frauen, Behinderte), dann kann man heute Dank der zunehmenden Gleichberechtigung immer noch das Gefühl haben, dass es einem besser gehen wird als der vorherigen Generation der selben Gruppe.

      Und das kann halt einen gewissen Neid wecken.
    • El Vals del Obrero 14.02.2017 09:51
      Highlight Highlight Bitte meinen vorherigen Post nicht falsch verstehen. Es geht nicht darum, dass ich meinte, dass die "angry white men" damit recht hätten. Oder dass ich für sie Partei ergreifen würde oder Gleichberechtigung verschiedener Gruppen schlecht finden würde.

      Es ging mir nur darum, dass das relative Auf/Abwärts-Gefühl, dass je nach Gruppe verschieden sein kann, emotional einen grösseren Einfluss als der Vergleich des absoluten Wohlstands haben kann.
  • Froggr 14.02.2017 07:28
    Highlight Highlight Was viele nicht wissen: Die EU ist richtig hässig, da das Schweizer Stimmvolk "falsch" abgestummen hat. Unser Bundesrat war so grosszügig und hat in fie Vorlage noch Dinge reingepackt, dass die der EU noch ein bischen hinten rein kriechen kann. So nicht! Ich denke, dass dies einer der Hauptgründe war, warum sie abgelehnt wurde. Bei mir war es auf jedenfall so. Und bei vielen anderen auch. Die EU hat null Ahnung von Demokratie.
    • Fabio74 14.02.2017 08:34
      Highlight Highlight Blödsinn. Die OECD minierte die Ungleuchbehandlung von ausländischen Holdings vs Rest.
      Dass bürgerliche Parlament hst zu viel reingepackt ohne Gegenfinanzierung. Daher das Nein
      Hat mit der EU nichts zu tun
    • Hierundjetzt 14.02.2017 09:04
      Highlight Highlight Die EU ist demokratisch zu 100% legitimiert, Dein Argument ist somit invalid.

      Ich bin für Europa aber gegen die USRIII

      Nicht "unser" Bundesrat sondern der SVP-Finanzminister hat die Vorlage überfrachtet
    • Sandro Lightwood 14.02.2017 09:22
      Highlight Highlight Haha nein, es wurden im Gegenteil noch Dinge reingepackt, die nicht der EU gedient hätten, sondern den Reichen. Steuergeschenke. Der EU dient es sicher nicht, wenn wir Steuerdumping betreiben und die EU weiterhin nicht konkurrenzfähig ist gegen unser Steuersystem.

      Bezüglich null Ahnung gebe ich dir aber recht, die EU hat nix verstanden bezüglich des Vorums der Schweizer. Aber nicht nur die EU, wie mir scheint...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 14.02.2017 07:20
    Highlight Highlight Meine Behauptung: Nicht nur der Mittelstand, auch das Prekariat hat NEIN gestimmt. Die CARITAS hatte davor gewarnt, dass bei einem JA die Sozialleistungen gekürzt würden.
    • Fabio74 14.02.2017 08:35
      Highlight Highlight Weiterhin SVP wählen und die Sozialleistungen sind bald weg
    • Spooky 14.02.2017 10:04
      Highlight Highlight @Fabio74
      Wieso kommst du eigentlich darauf, dass ich SVP wähle? Weil ich den Linken an den Karren fahre? Bei dieser Abstimmung habe ich NEIN gestimmt. 1:12 habe ich JA gestimmt. Grundeinkommen auch JA. Pauschalbesteuerung NEIN.

      Ich bin für die Überwindung des Kapitalismus. Und wie steht's mit dir? Bist du auch für die Überwindung des Kapitalismus? Ja oder Nein?




    • Fabio74 14.02.2017 14:17
      Highlight Highlight Die Kommentare gegenüber den bösen Linken, das Pauschalisieren,aus welcher Ecke das Böse kommt etc, lässt den Schluss zu dass du SVP Fan bist
  • saukaibli 14.02.2017 07:14
    Highlight Highlight Eine andere Idee, die noch keiner der "Verlierer" bis jetzt angesprochen hat: Vielleicht waren die Schweizer einfach nicht einverstanden mit der Vorlage, vielleicht fanden sie sie einfach schlecht. Ich weiss, das ist für arrogante Wirtschaftsheinis kaum nachzuvollziehen, denn in deren Sicht machen sie ja immer alles perfekt. Aber vielleicht fanden die Schweizer die Vorlage eben ganz und gar nicht perfekt und haben die deshalb versenkt. Aber anstatt darüber nachzudenken, fragen sie sich nur, wie sie die Werbung für ein schlechtes Produkt besser gemacht hätten können.
    • Philipp Burri 14.02.2017 07:39
      Highlight Highlight Genau mein Gedanke
    • Sandro Lightwood 14.02.2017 09:25
      Highlight Highlight Sehe ich genau so. Die jetzt auf grundsätzliches Misstrauen auf die Elite zu schieben ist zu einfach und passt den Herren Genau in den Kram. So ist es nicht ihre Schuld sondern die Schuld einer höheren Gewalt.

      Watson, hier müsst ihr Gegensteuer geben. Die Reform war schlussendlich ein Selbstbedienungsladen der Wirtschaft. Das war das Problem. Nicht ein nebulöses fehlendes Vertrauen.
  • MarZ 14.02.2017 07:10
    Highlight Highlight Die Abstimmung hat vor allem gezeigt, dass Volksentscheide für die zunehmend komplexen Fragestellungen nicht mehr geeignet sind. Von keiner Seite wurde wirklich mit Fakten argumentiert, nur Emotionen.
    • Amboss 14.02.2017 07:39
      Highlight Highlight Was sind denn die Fakten bei der USR III?

      Wenn sie dies wissen, sind sie der klugste Mensch der Schweiz, denn nicht mal Ueli Maurer oder andere Politiker kennen die Fakten.

      Das Parlament hätte also genau gleich wie wir aufgrund von Emotionen entschieden...
    • Tschiger 14.02.2017 08:11
      Highlight Highlight Es wurde schon immer mit Emotionen gespielt
      Leider!!!!
      Dem Anderen "ans Bein pinkeln" ist wichtiger als Sachpolitik zu betreiben
    • Midnight 14.02.2017 08:12
      Highlight Highlight Weil die Fakten auch ziemlich raffiniert verheimlicht wurden. Die Vorlage war sehr intransparent, was wohl zu einem grossen Teil zur Ablehnung beigetragen hat. Und wenn dann im Abstimmungsbüechli noch Begriffe auftauchen, welche weder im Duden, noch auf Wikipedia oder irgend einer anderen Enzyklopädie definiert sind, muss ich mich dann schon ernsthaft fragen was das soll! Darüber hinaus war hier die Fragestellung eigentlich auch nicht komplexer als sonst. Der NAF war da schon wesentlich ausgeklügelter (und zudem äusserst transparent).
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  • Hartbart 14.02.2017 07:09
    Highlight Highlight Man kann über Qualität, Stabilität und Nachaltigkeit um Kunden oder Firmensitze konkurrieren, oder man kann es als über Billiganbieter über den Preis machen. Die Schweiz mit ihrer Bildung und Stabilität darf kein Billiganbieter sein, sonst verschleudert sie mögliche Gewinne.
  • Hartbart 14.02.2017 07:05
    Highlight Highlight O rly? Ich denke diese Analyse schiesst am Ziel vorbei. Die Leute haben genug davon, dass auch in der Schweiz die reichsten 1% mehr besitzen als dite restlichen 99% (https://www.google.ch/amp/s/www.bluewin.ch/de/leben/nachhaltigkeitsblog/2016/16-02/-superreiche-nehmen-einfluss-auf-die-politik-.amp.html), man durch Arbeit im Vergleich zu Kapital kaum was erreichen kann, ausser, das Kapital der Besitzer zu mehren und das Kapital durch Erbschaften vielerorts immer noch unbesteuert bei denen bleibt, die's haben.
    • saukaibli 14.02.2017 08:11
      Highlight Highlight Und das Perverse ist ja dazu noch, dass ich meine durch harte Arbeit verdienten Brötchen zu einem höheren Satz versteuern muss als einer, der genug Geld hat sich ein paar gewinnbringende Aktien zu kaufen. So wird gewährleistet, dass der vom Kapitalismus immer neu erzeugte Reichtum auch ganz sicher nur beim obersten Prozent ankommt. Sowas nennt man dann Neoliberalismus.
  • Trasher2 14.02.2017 07:04
    Highlight Highlight Die Strategie der Wirtschaftsbosse und Politiker ist doch schon lange "Gewinne privatisieren - Verluste Verstaatlichen"

    Schön, wenn das nun auch auf dem Lande gemerkt und in Abstimmungen dagegen gehalten wird..
  • Döst 14.02.2017 06:50
    Highlight Highlight Ich bleib dabei: keine verfassungsmässige Umsetzung der MEI, keine USRx.
    Und auch sonst: alles was von Bern oder der Wirtschaft nach Wunschkonzert tönt, wird abgelehnt, solange die "MEI Schuld" gegenüber dem Volk nicht beglichen wurde.
    • Anam.Cara 14.02.2017 07:12
      Highlight Highlight Dast S.: Die MEI-Schuld ist zustande gekommen, weil die Initianten das Volk angelogen haben. In der Hoffnung, die Bilateralen durch die Hintertür abzuschaffen. Die "schwache" Umsetzung wird in den nächsten 100 Jahren wohl als Begründung für jedes "täupele" herhalten müssen.
      Ich bin froh, dass es in der Schweiz genug Menscben gibt, die auch andere Gründe finden, um ein solches Geschenk an die Oberschicht abzulehnen.
    • Fabio74 14.02.2017 07:16
      Highlight Highlight Bleib dabei. Das ist Kindergarten. MEI ist erledigt. Die feige SVP war sich für das Referendum zu schade.
      Somit geht das Leben weiter. Es gibt keine Schuld irgendwelchem Volk gegenüber
    • _helmet 14.02.2017 07:28
      Highlight Highlight Weshalb hat die SVP das Referendum gegen die MEI-Umsetzung nicht ergriffen? ..Weil sie davon ausgeht, dass das Volk dieser zustimmen würde. Die Initiative war nicht 1zu1 umsetzbar, weil sie den Bilateralen Verträgen widersprach, die das Volk - noch viel deutlicher - auch angenommen hatte. Das Parlament hat das Möglichste gemacht. Die Mehrheit der Schweizer würde der Lösung höchstwahrscheinlich zustimmen. Das wird bei den meisten Leuten also kaum der Grund für ein Nein gewesen sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • bruce 14.02.2017 06:37
    Highlight Highlight Krankenkassen steigen unkontrolliert, Konsultationsverfahren bei Entlassungen verkommen zu Alibiübungen (Trumpf, Alstom...), Pendeln wird teurer, gleichzeitig aber auch Wohnraum in Zentren. Dies hat weniger mit Zuwanderung zu tun, als mit grenzenlosem Kapitalismus (auch wenn ersteres natürlich mehr Wutbürger mobilisiert). Würden diese Probleme ernsthaft angegangen, hätten wohl Vorlagen wie die USR III realistische Chancen.
    • meerblau 14.02.2017 07:30
      Highlight Highlight Für mich perfekt auf den Punkt gebracht. Danke!!
      Und +100 Herzchen. :)
    • Döst 14.02.2017 09:06
      Highlight Highlight Hat sehr wohl mit Zuwanderung zu tun...
      Krankenkassen steigen: wer einwandert, hat die Jahre davor nichts ins System einbezahlt = Mehrkosten für "Eingeborene".
      Pendeln teuerer: Weil Infrastruktur ausgebaut werden muss, und dies wegen Zunahme Einwohner.
      Wohnraum teurer: mehr Einwohner, mehr Wohnraum bei begrenztem Platz=höhere Mieten
    • bruce 14.02.2017 09:46
      Highlight Highlight Natürlich hat das auch mit Zuwanderung zu tun, aber eben weniger. Wenn die Firmen sich genügend an den Infrastrukturkosten beteiligen würden, von welcher sie profitieren (Strasse, Schiene, Wohnraum) wäre das ein viel grösserer Effekt. Bei den Krankenkassen sind nicht die Zuwanderer das Problem, denn die Prämien dürfen ja nur so teuer sein, dass die Kosten gedeckt sind, das ist nicht wie z.B. Altersvorsorge. Ich glaube nicht, dass wir mit weniger Zuwanderung eine tiefere Steigerung der Kosten hätten, es wäre bloss etwas verzögert, die Treiber sind Behandlungen und Medikamente
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12 Kärtchen für genervte Kleinkind-Mütter

«Sollte das Kind nicht längst im Bett sein?» «Mein Fluppi konnte mit einem Jahr schon gehen.» Fremde Menschen, die Grosseltern, der eigene Partner und Freunde – alle wissen sie es besser als die Mutter des Kindes und überschreiten dabei unzählige Grenzen. Doch jetzt gibt es ein Gegenmittel.

Ich habe mit zahlreichen Kleinkind-Müttern über das Mom-Shaming und andere unangenehme Begegnungen im Alltag gesprochen. Daraus sind zwölf hoffentlich hilfreiche Antwortkärtchen entstanden, die ihr den Besserwissern und Grenzüberschreitern fortan wortlos in die Hand drücken könnt. Ausdrucken, ausschneiden und austeilen.(Und selbstverständlich folgen auch schon bald die «Kärtchen für genervte Kleinkind-Väter».)

Herzlichen Dank an alle interviewten Mütter für ihre ehrlichen, teils …

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