Schweiz
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So will der Bundesrat im Gesundheitswesen Millionen sparen



Der Bundesrat will das Kostenwachstum im Gesundheitswesen bremsen. Er hat am Freitag verschiedene Massnahmen in die Vernehmlassung geschickt. Damit hofft er, mehrere hundert Millionen Franken pro Jahr zu sparen.

Die Massnahmen gehen auf den Bericht einer Expertengruppe und Vorschläge aus dem Parlament zurück. Im März hat der Bundesrat beschlossen, dass ein erstes Massnahmenpaket dieses Jahr, ein zweites Ende 2019 in die Vernehmlassung gehen soll. Mit der Aufteilung will er den Widerstand etwas brechen.

Alle seien sich einig, dass Kosten gespart werden müssten, sagte Gesundheitsminister Alain Berset vor den Bundeshausmedien. Doch sobald konkrete Massnahmen vorgeschlagen würden, gebe es Widerstand. Es geht um Milliarden. «Die Interessen, die auf dem Spiel stehen, sind gewaltig», sagte Berset.

Widerstand der Pharma-Lobby

So bläst dem Gesundheitsminister bei der wohl wirkungsvollsten Massnahme der ersten Etappe schon jetzt ein kalter Wind ins Gesicht. Es geht um ein Referenzpreissystem für Generika. Diese seien in der Schweiz teilweise doppelt so teuer wie in anderen europäischen Ländern, sagte Berset. Deshalb soll künftig für alle Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff ein maximaler Preis vergütet werden.

Der Preisüberwacher fordert seit Jahren ein Referenzpreissystem. Er schätzt, dass sich damit bis zu 400 Millionen Franken pro Jahr einsparen lassen. Dagegen laufen Pharma- und Chemieindustrie, Ärzteschaft und Apotheker Sturm. Die von ihnen gegründete Allianz gegen Referenzpreise warnen vor schlechteren Therapien, steigendem Medikamentenverbrauch und weniger Versorgungssicherheit.

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Video: srf/SDA SRF

Gegen den vom Bundesrat vorgeschlagenen Experimentierartikel dürfte es vergleichsweise wenig Widerstand geben. Dieser soll den Kantonen und Tarifpartnern die Möglichkeit geben, innovative, kostendämpfende Pilotprojekte durchzuführen. Berset nannte als Beispiele Pilotprojekte zur einheitlichen Finanzierung stationärer und ambulanter Leistungen oder Versuche im Bereich der integrierten Versorgung.

Blockade verhindern

Eine nationale Tariforganisation soll ebenfalls zur Dämpfung des Kostenwachstums im ambulanten Bereich beitragen. In dieser sollen die Tarifpartner die Tarifstruktur ständig entwickeln und anpassen. Können sich die Tarifpartner nicht einigen, soll der Bundesrat eine Tariforganisation ins Leben rufen. «Es braucht einen gewissen Druck», sagte Berset.

Er hofft, dass das Tarifbüro dank der besseren Datenlage zu hohe Tarife leichter identifizieren und auch anpassen kann. Die Erfahrungen mit der Tariforganisation im stationären Bereich sind nach seinen Angaben sehr gut. Vorschriften über die Tarifstrukturen will der Bundesrat aber nicht machen.

Als weitere Massnahme sollen Ärzte, Spitäler und Krankenkassen dem Bund künftig auch die Daten liefern müssen, die für die Anpassung und die Genehmigung von Tarifen nötig sind. So will der Bundesrat die Zunahme der erbrachten Leistungen unter Kontrolle halten.

Ärzte, Spitäler und Krankenkassen sollen verpflichtet werden, verbindliche Massnahmen zur Steuerung der Kosten zu vereinbaren. Ziel ist es, das ungerechtfertigte Mengenwachstum zu bremsen. Damit sind unbegründete ärztliche Leistungen gemeint. Kommt keine Einigung zu Stande, soll der Bundesrat selber solche Massnahmen festlegen können.

Die Ausweitung der Leistungen kann auch mit Pauschalen verhindert werden. Daher will der Bundesrat einheitliche Pauschaltarife für einzelne Eingriffe fördern können. Auf eine Pflicht, Pauschalen zu vereinbaren, verzichtet der Bundesrat.

Prämienwachstum bremsen

Patienten sollen künftig immer eine Kopie der Rechnung erhalten, damit sie diese prüfen können. Auch die Bundesbehörden wollen bei den Rechnungen genauer hinschauen. Die Massnahme hat beträchtliches Kostendämpfungspotenzial, wie der Bundesrat in einem Bericht schreibt. Unnötige Behandlungen könnten vermieden und die verantwortlichen Leistungserbringer zur Rechenschaft gezogen werden.

Schliesslich sollen die Krankenkassenverbände gegen die Zulassung von Spitälern und Pflegeheimen Beschwerde führen können. Damit will der Bundesrat einer kostspieligen Überversorgung entgegenwirken. Nach der aktuellen Rechtsprechung haben die Krankenkassenverbände kein Beschwerderecht, was nach Ansicht des Bundesrats zu einem Ungleichgewicht führt.

Kostendeckel aufgeschoben

Der Bundesrat hofft, mit diesen Massnahmen mehrere hundert Millionen Franken pro Jahr sparen zu können. Mit Prognosen ist er aber vorsichtig. Die Einsparungen hingen stark von der konkreten Umsetzung ab, sagte Berset.

Tiefere Gesundheitskosten bedeuten tiefere Prämien. Vorläufig steigen die Prämien ständig weiter. Ein Teil des Kostenwachstums lässt sich nicht durch den technischen Fortschritt oder die Alterung der Bevölkerung erklären. Eine Tarmed-Revision sollte strukturelle Probleme beheben. Die Tarifpartner konnten sich jedoch nicht einigen, worauf der Bundesrat aktiv wurde.

Die Vernehmlassung dauert bis am 14. Dezember 2018. Es handelt sich um ein erstes von zwei geplanten Massnahmenpaketen. Eine weitere Etappe soll Ende 2019 folgen. Diese enthält möglicherweise den von der Expertengruppe vorgeschlagenen Kostendeckel. In der ersten Etappe hat der Bundesrat darauf verzichtet. Die Massnahme sei stark umstritten, sagte Berset. (sda)

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Video: srf

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54Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Karoon 15.09.2018 09:02
    Highlight Highlight Wieder wie seit Jahren nur Pflästerlipolitik. Es gibt Reformen, die wirklich griffig wären und die Kosten reduzieren würden:
    1. Parallelimporten von Medikamenten erlauben
    2. Spitalplanung beim Bund
    So lange sich Bundesrat, Parlament und Verwaltung von der Pharmalobby und von regionalen Sonderinteressen dominieren lassen, wird nichts passieren.
    Ich sehe (leider) sehr schwarz.
    6 1 Melden
  • TaZe 15.09.2018 08:44
    Highlight Highlight Ich arbeite in einem grossen Pharmabetrieb und sehe immer wieder wie dort Geld das Loch heruntergespült wird, Mitarbeiter quasi Lohnbezüger (machen nichts, haben trotzdem CHF 7'200.- Lohn) sind und trotzdem jedes Jahr eine Lohnerhöhung UND ein Bonus ausbezahlt wird da die Zahlen wieder (wie immer!!) so toll sind. Und warum? Weil "unsere" Patienten auf Grund der Indikation nicht wählen können ob sie das Medikament brauchen oder nicht und der Preis immens ist. Ich als kleines Rad seje das, kann aber ja auch nichts dagegen tun. Ausser eine neue Stelle zu suchen.
    8 1 Melden
  • Firefly 14.09.2018 19:42
    Highlight Highlight Ein Produkt wie ein Medikament hat seinen Preis. Aber wird ein und das selbe Produkt im einen Land um das x fache teurer verkauft als im anderen Land, grenzt dies meiner Meinung nach an Rassismus.
    3 8 Melden
    • Tartaruga 14.09.2018 22:22
      Highlight Highlight Das nennt man Preisdiskriminierung.
      21 1 Melden
    • Firefly 15.09.2018 11:24
      Highlight Highlight ja, Preisdiskriminierung kann man leider nicht einklagen, Rassismus schon.
      0 3 Melden
  • Homes8 14.09.2018 18:44
    Highlight Highlight Man könnte mal anfangen gesünder zu Leben.
    Naturbelassene Narungsmittel statt Industrie-Food.
    Hahnenwasser statt Zuckerwasser.
    Sport statt TV.
    16 32 Melden
    • Pafeld 14.09.2018 20:20
      Highlight Highlight Weniger Gesundheitsesoterik könnte auch mal nicht schaden.
      24 5 Melden
  • Fulehung1950 14.09.2018 18:29
    Highlight Highlight Was interessieren die Pharmalobbyisten? Preise nicht nur für Generika, sondern generell den Preisen in der EU anpassen. Dann sinken die Kosten, dass uns allen die Tränen kommem - vor Freude!

    Heulen werden dann die Pharma-Multis und ihre Aktionäre, weil die Quartalsgewinne nicht mehr im mehrfachen Milliardenbeteich liegen. Das wäre mir vergleichsweise wurscht!

    Leider wird Berset wieder abgewürgt werden: die Bürgerlichen von SVP, FDP und CVP werden, von Bakschisch bei Laune gehalten, genau so handeln, wie die Pharma-Lobbyisten es ihnen mit 1000er-Nötli schmackhaft machen.
    17 3 Melden
  • axantas 14.09.2018 18:17
    Highlight Highlight Ich habe meine Kommentare bis 02/2017 durchforstet:

    Thema bei Watson:
    Medikamenten-Preise: Bundesrat will 240 Millionen sparen – Konsumentenschutz enttäuscht

    Meine Prognose für 2018 amm 01.02.2017 14:45
    "03.01.2018: Wie der Bundesrat in einem Communiqué mitteilt, haben die ab ersten März vorigen Jahres eingeleiteten Massnahmen zur Senkung der Medikamentenpreise nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Die Preise zogen im Gegenteil sogar um 20 % an. Das Scheitern ist hauptsächlich auf eine Gesetzeslücke zurückzuführen, die es den Pharmafirmen ermöglichte....."

    ...hätte ich bloss gewettet.
    17 3 Melden
  • Kaderfröschli 14.09.2018 17:03
    Highlight Highlight ...(Teil 2).
    Apotheken haben ein Leistungsorientiertes Abgeltungsystem, was bedeutet, dass sie ihre Leistungen abrechnen und an den Medikamenten (in der Rezeptpflicht) kaum etwas verdienen. So wird sichergestellt, dass die wirtschaftlich sinnvollste Packung gewählt und ein Generika angeboten wird. Beim Arzt ist das nicht so. Ärzte die Medikamente selbst abgeben, verdienen sehr gut an diesen und geben gerne auch teure und grosse Packungen ab, die selten aufgebraucht werden. Ich bin der Überzeugung man kann viel Geld sparen, wenn man alle Medikamente in der Apotheke bezieht.
    12 6 Melden
  • Kaderfröschli 14.09.2018 17:00
    Highlight Highlight Ich bin der Meinung, dass die Apotheken die Schlüssel dazu sind, die Kosten zu senken.
    Ich weiss, dass nun einige denken „Was?! Die bösen bösen Pharmafirmen!“, aber es ist Zeit ein wenig genauer hinzusehen.
    Oben wurde ja erwähnt, dass es Medikamente gibt, die im 5-Stelligen Preissgment sind. Ja das ist wahr, aber dies sind keine Medikamente, die Herr und Frau Normalbürger täglich brauchen. Es sind Produkte für seltene Erkrankungen, die viele intensive Jahre der Forschung benötigen und kaum mehr als 2 oder 3 Mal im Jahr verkauft werden.... (Teil 1)
    9 8 Melden
  • AfterEightUmViertelVorAchtEsser 14.09.2018 16:02
    17 7 Melden
    • AfterEightUmViertelVorAchtEsser 14.09.2018 17:05
      Highlight Highlight Ich denke mal, es gibt massiv Sparmöglichkeiten bei den Medikamenten.
      9 2 Melden
  • Rhabarber 14.09.2018 15:25
    Highlight Highlight Könnte man nicht nochmal eine Initiative für eine Einheitskasse starten? Wer könnte das tun?
    115 20 Melden
    • w'ever 14.09.2018 16:16
      Highlight Highlight vermutlich wird keine der parteien eine solche initiative starten weil sie selber von den subventionen der pharma industrie abhängig sind.
      22 12 Melden
    • Rhabarber 14.09.2018 16:26
      Highlight Highlight Von wem war denn die letzte?
      Ich muss das mal recherchieren. Ich habe keine Ahnung, was für eine Initiative alles nötig ist. Sonst könnte man das einfach irgendwie online starten. Aber da brauchts sicher irgendwelches juristisches Blabla dazu.
      4 5 Melden
    • Maracuja 14.09.2018 17:19
      Highlight Highlight @w‘ever

      Zuletzt haben die Schweizer Stimmbürger 2014 eine Initiative zur Einheitskasse abgelehnt. Initiiert wurde das Volksbegehren u.a. von SP und Grünen. Ihre Behauptung ist also nicht wahr. Hingegen ist es einleuchtend, dass es wenig Sinn macht, kurz nach Ablehnung einer Initiative schon wieder Unterschriften für das exakt gleiche Begehren zu sammeln. Zurzeit sind andere Initiativen zur Krankenversicherung in Arbeit, m.W. 1 von CVP (Kostenbremse) und 1 von SP.
      15 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • infomann 14.09.2018 15:19
    Highlight Highlight Der Bundesrat will, aber der National- und Ständerat nicht.
    Dort sitzen alle von der Farmalobby und die werden es schon verhindern.
    In welchem Parteien sitzen sie vorallem?
    In den sogenannten Volkspartei ein.
    55 8 Melden
  • Hackphresse 14.09.2018 15:19
    Highlight Highlight Solange bei den Krankenkassen, Prämien von 1000CHF und mehr ausgeschüttet werden für Vertragsabschlüsse mit Kunden, muss man sich nicht wundern. Da geht bis zu 30% der bezahlten KK-Beiträge direkt an den, dem sie die Hand geschüttelt haben beim Unterschreiben des Vertrags.

    Das wäre bei einer Einheitskasse wohl anders.
    66 4 Melden
  • Philler_sg 14.09.2018 15:05
    Highlight Highlight Man könnte einmal damit anfangen die Preise für Medikamente zu senken. Was da teils verlangt wird (Beispiel in einem Artikel vor ein paar Tagen hier auf Watson: 20'000.- pro Packung für ein Medikament)...
    Logisch kann das eine KK nur stützen, indem man die Prämien erhöht.

    Ich will das Jahr mal erleben, in dem die Prämie der KK sinkt.
    29 7 Melden
  • Ironiker 14.09.2018 14:55
    Highlight Highlight Warum steht in jedem kleinen Spital teure Spezialgeräte, die dann mit unnötigen Untersuchungen amortisiert werden müssen?

    Warum gibt es so viele Spezialärzte welche 7-Stellig im Jahr verdienen, hingegen besteht vielerorts Mangel an Hausärzten?

    Warum kosten die Medikamente ein X-faches als im benachbarten Ausland?

    Warum dürfen die Kassen für die Grundvers. Werbung machen und hohe Vermittlerprämien zahlen?

    Warum kostet mich eine Grippe 50.-- wenn ich die Medis selber kaufe, während meine Krankenkasse das dreifache für mich zahlen muss, wenn ich zum Arzt gehe?

    Es gäbe noch viel mehr...
    157 12 Melden
    • The Origin Gra 14.09.2018 15:17
      Highlight Highlight "Warum steht in jedem kleinen Spital teure Spezialgeräte, die dann mit unnötigen Untersuchungen amortisiert werden müssen" weil z.B. gerade die Krankenkassen und die Kantone an Erbringer teils grosse Ansprüche stellen was Material und Ausbildungsstand des Personals angeht, werden diese Bedingungen nicht erfüllt so wird entweder der Baserate gesenkt oder die Dienstleistung darf der Erbringer nicht mehr Erbringen.
      24 3 Melden
    • Ironiker 14.09.2018 15:29
      Highlight Highlight @ The Origin Gra

      Beispiel CT: Wie oft muss eine Person im Leben ein CT machen? Es wäre doch absolut in Ordnung, dafür mal in das nächst grössere Spital zu fahren.

      Und ja, ich finde es ok, wenn nicht jedes Spital jede Dienstleistung erbringen kann/darf. So werden die Kosten gesenkt, und die Qualität erhöht. Es ist erwiesen, dass die Qualität einer Behandlung steigt, je öfter sie durchgeführt wird.

      Es gibt Spitäler die bestimmt Operationen nur einmal bis wenige male im Jahr durchführen. Macht absolut keinen Sinn und ist für die Patienten ein Sicherheitsrisiko.
      35 4 Melden
    • The Origin Gra 14.09.2018 16:11
      Highlight Highlight @Ironiker: Sagen sie das mal einem Patienten der schon lange braucht um ins nächste Spital zu kommen, geschweige den ins nächste Zentrums- oder Universitätsspital.

      Klar macht es sinn das Zürich nur das Unispital hat aber auf dem Land sieht es nunmal ganz anders aus
      5 20 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • whoozl 14.09.2018 14:36
    Highlight Highlight Was leider immer wieder sehr gerne vergessen geht: auch die Krankenkassen selbst generieren Kosten in nicht unerheblichem Ausmass und nicht nur die Leistungserbringer (Spitäler, Ärzte etc.), auf die traditionsgemäss immer mit dem Finger gezeigt wird, wenn es um steigende Kosten im Gesundheitswesen geht.
    Daher sollten auch die Krankenkassen dahingehend überprüft werden, ob sich bspw. der administrative Aufwand schlanker und kostengünstiger gestalten liesse. Ich bin mir sicher, dass sich gerade auch bei den Krankenkassen noch einiges einsparen liesse!
    194 13 Melden
    • Die Erleuchtung 14.09.2018 15:22
      Highlight Highlight Der administrative Aufwand, also die sogenannten Verwaltungskosten betragen weniger als 5% der Prämien. Der durchschnittliche Versicherte bezahlt rund 13.50 CHF pro Monat für sie gesammten Verwaltungskosten (Hauptsächlich Personalkosten (rund 70% in OKP), zudem Abschlussprovisionen und Werbung) Mit extrem drastischen Massnahmen (Bsp. Einheitskasse, einschränkung des Wettbewerbs) könnte man diese ev. auf 2.5% halbieren. Das Problem der steigenden Kosten wäre damit nicht ansatzweise gelöst, vorallem weil die administrativen Kosten gerade aufgrund des Wettbewerbs seit Jahren sinkend sind.
      18 11 Melden
    • Ironiker 14.09.2018 15:22
      Highlight Highlight 95% der eingenommenen Prämien werden wieder ausbezahlt. 5% sind Verwaltungsaufwand. Wenn man diese 5% im Verhältnis zum Gesamtvolumen anschaut, ist der Spareffekt nicht so gross. Trotzdem besteht auch bei den Krankenkassen Sparpotential.

      Aktuell gibt es 94 Kassen. 6-10 würden reichen.
      Werbung und Vermittlerprämien für die Grundversicherung sollten verboten werden.

      Weitere Einsparungsmöglichkeiten, die in Zusammenarbeit mit den KK angegangen werden könnten, wären z.B. strengere Rechnungskontrollen der Leistungserbringer.

      Und die Mahnkosten der säumigen Zahler verschlingen auch Unsummen...
      25 3 Melden
    • Schnueffelix 14.09.2018 15:56
      Highlight Highlight Was ist denn die Quelle dieser Zahlen? Die KK selber? ein Schelm, wer dabei Böses denkt. Und die ganzen "Prozente und Presente" (Zitat EAV) welche bei einem Essen abgemacht werden, landen garantiert nicht einfach so offen in der Buchhaltung. Wenn ich nun allein schon die Provisionen für die Makler für gesunde Kunden anschaue, die jedes Jahr anfallen und das potentielle Gewinnpotential eines solchen, wird mir schon einiges klar. Es wandert zudem jährlich von einer Buchhaltung in die andere, was Kontrolle nochmal erschwert. Mahnkosten? Ein Computersystem, welches automatisch Mahnbriefe schreibt?
      13 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerSimu 14.09.2018 14:20
    Highlight Highlight Ich frage mich, wie viel man im Gesundheitswesen sparen könnte, indem die Politik endlich mal den Kopf aus dem Arsch der Pharmalobby ziehen würde und gegen die überrissenen Medikamentenpreise in der Schweiz kämpfen würde.
    28 14 Melden
    • axantas 14.09.2018 15:43
      Highlight Highlight Aber Simu. Würdest du den Ast absägen, auf dem du selber sitzt?

      Da passt etwas Baldrian für das kostengebeutelte Volk besser. Das tut niemandem im näheren Umkreis der Interessenvertreter weh.
      14 6 Melden

Lohnabhängige Prämien – ist das die Lösung für die hohen Krankenkassen-Kosten?

Die jährliche Belastung einer Familie durch die Krankenkassenprämien soll einen Monatslohn nicht übersteigen: Caritas Schweiz fordert eine entsprechende neue Prämiengestaltung. Nur so könnten einkommensschwache Haushalte vor dem Abrutschen in die Armut geschützt werden.

Alljährlich gerieten tausende Familien wegen der steigenden Krankenkassenprämien in finanzielle Schwierigkeiten, teilte Caritas am Montag in einem Communiqué mit. Diese Entwicklung müsse dringend korrigiert werden.

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