Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Image

Zwar nicht günstiger, dafür ehrlicher: Medikamente von Zukihund neu interpretiert.  bild: zukihund

Wir zahlen zu viel für Medis – Preisüberwacher fordert jetzt Massnahmen



Generika sind in der Schweiz so teuer wie nirgends sonst in Europa. Nun verliert der Preisüberwacher langsam die Geduld mit der Politik. Es müsse dringend gehandelt werden, um diesen Missstand zu beheben, fordert Stefan Meierhans.

Untersucht hat der Preisüberwacher die Preise der 20 umsatzstärksten Wirkstoffe in der Schweiz und in 15 europäischen Ländern. Stichmonat war der August 2016. In den Vergleichsländern kosten die patentfreien Originalpräparate nur halb so viel wie in der Schweiz, wie der Preisüberwacher am Donnerstag in seinem Newsletter mitteilte.

Zwar nicht günstiger, dafür ehrlicher: Wie Medikamente wirklich heissen sollte

Noch ausgeprägter sind die Preisunterschiede bei den Generika. Durchschnittlich kostet ein Generikum in den 15 europäischen Ländern rund 60 Prozent weniger als in der Schweiz. Keines der Vergleichsländer weise derart hohe Generikapreise aus wie die Schweiz.

Fixer Betrag vergütet

Damit seien Medikamente in der Schweiz rund doppelt so teuer wie in Europa, kritisiert der Preisüberwacher. Angesichts der hohen Preise schlägt er eine Reihe von Massnahmen vor. Als wichtigste fordert er einen Wechsel vom heutigen Vergütungssystem mit Selbstbehalt zu einem Festbetragssystem. Aus seiner Sicht hat sich dieses in zahlreichen Ländern bereits bewährt.

Konkret sieht das Modell vor, alle patentfreien Originalpräparate und Generika mit demselben Wirkstoff in eine Gruppe einzuteilen. Vergütet würde nur noch ein fixer Betrag (Festbetrag) pro Wirkstoff durch die Grundversicherung – und zwar auf der Basis eines günstigen Generikums.

In einem solchen System haben Patienten laut Meierhans verstärkt Anreize, günstige Präparate zu beziehen, die ihnen vollständig vergütet werden. Für die Pharmafirmen könne es sich lohnen, ihre Preise auf oder unter den Festbetrag zu reduzieren, um so für die Patienten attraktiver zu werden.

Erneuert hat der Preisüberwacher auch seine Forderung, die Medikamentenpreise in Zukunft jährlich statt wie bisher nur alle drei Jahre zu überprüfen.

Neues Modell nicht vor 2019

Es ist nicht das erste Mal, dass der Preisüberwacher die Medikamentenpreise ins Visier nimmt. Bereits seit mehreren Jahren fordert er regulatorische Massnahmen, um die steigenden Kosten in den Griff zu kriegen.

Der Preisüberwacher bedauert, dass der Bundesrat nicht vorwärtsmache. Dieser habe bereits im Sommer 2014 die Einführung eines Festbetragssystems angekündigt. Nach dem Willen der Regierung soll das neue Modell allerdings nicht vor 2019 in Kraft treten. (gin/sda)

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ano Nym 27.10.2016 13:17
    Highlight Highlight Aber sich dann darüber aufregen dass schweizer vermehrt im ausland einkaufen...
    9 0 Melden
    • AnnaX 31.10.2016 11:26
      Highlight Highlight Sorry ich kaufe meine medis schon lange im Ausland. In asien sogar rezeptfrei für meine chronische Erkrankung. In Deutschland für weniger als die Hälfte. Einziges Manko ist dass deutsche Apotheken ein dauerrezept nicht kennen.
      0 0 Melden

«Wir haben es in der Hand, ein Massensterben zu verhindern»

Die Artenvielfalt ist in den letzten 50 Jahren dramatisch gesunken. Das zeigt der WWF in seiner neuesten Ausgabe des Living Planet Index auf. Zum Glück findet ein Umdenken bei den Menschen statt. Das sagt Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz. 

60 Prozent der Tierarten sind in den letzten 50 Jahren verschwunden. Ist es also gerechtfertigt, von einem sechsten Massensterben zu sprechen? Ja, heute sterben 100 bis 1000 Mal mehr Arten aus als in vergangenen Zeiten. Das ist einmalig – und wir Menschen sind die Ursache. Der Living Planet Index des WWF untersucht die Populationstrends und zeigt so Veränderungen sehr früh an.

Ist dieses Massensterben nicht mehr aufzuhalten? Die kurze Antwort lautet: doch. Taucht man tiefer in die Daten ein, …

Artikel lesen
Link to Article