Schweiz
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Schweizer Spitzenmanager verdienen leicht weniger (aber immer noch sehr viel)



Die Lohnschere zwischen den höchsten und tiefsten Löhnen in der Schweiz ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Allerdings gingen erneut die besser bezahlten Löhne überwiegend an Männer. Die Unia fordert mehr Tempo und verstärkt Lohnkontrollen.

Für die Gewerkschaften geht die Anpassung der Lohngefälle in Schweizer Unternehmen zu langsam vorwärts. Fünf Jahre nach Annahme der Abzocker-Initiative habe sich an den exorbitanten Managerlöhnen wenig geändert, kommentierte Unia die am Donnerstag veröffentlichte Studie.

So blieben die Cheflöhne in den 39 untersuchten Unternehmen nach Ansicht der Gewerkschaft auch 2017 hoch: Durchschnittlich rund 4,4 Millionen Franken Lohn erhielt ein CEO in der Schweiz. Das ergibt in der Summe 172 Millionen Franken.

Damit verringerten sich die Managerlöhne gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent. Weil sich aber die Gewinne der Unternehmen viel stärker zurückbildeten – im Schnitt um 24 Prozent –, sei die Vergütung an die Manager nach wie vor zu hoch, argumentiert die Gewerkschaft. Zähle man die weiteren Vergütungen dazu, seien fast eine Milliarde Franken an die Manager im vergangenen Jahr ausbezahlt worden.

Was die Lohnschere anbelangt, so sei der Abstand zwischen den höchsten und den tiefsten Löhnen zwar zurückgegangen, aber noch immer gross. In Zahlen ausgedrückt reduzierte sich das Gefälle um 14 Prozent auf 1 zu 143 (2016: 1 zu 164). Angeführt wird die Liste mit der grössten Lohnschere erneut von der UBS (1 zu 273).

Nur eine Frau dabei

Mit Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin gibt es nur eine Frau unter den bestbezahlten Managern. Sie verdiente letztes Jahr knapp 2 Millionen Franken und befindet sich damit im unteren Drittel der Rangliste. Die Untervertretung von Frauen in den Chefetagen könnte mitunter ein Grund sein, dass Frauen insgesamt 18,1 weniger verdienten als Männer, schreibt die Unia.

Zum anderen arbeiteten auch viele Frauen in der Pflege, Betreuung oder im Detailhandel, wo deutlich tiefere Löhne bezahlt würden. Die besser bezahlten Positionen seien in diesen Berufen zudem mehrheitlich mit Männern besetzt. Die Unia fordert deshalb, dass systematische und verbindliche Lohnkontrollen durchgesetzt werden.

Den höchsten Cheflohn bezahlte im letzten Jahr erneut die Schweizer Grossbank: UBS-Chef Sergio Ermotti kassierte einen Bruttolohn von 14,2 Millionen Franken. Damit hat er 3,6 Prozent mehr verdient als im Vorjahr.

Die Unia publiziert jedes Jahr eine Studie zur Entwicklung der Lohnschere in der Schweiz. Dabei nimmt sie die Löhne der 39 grossen Schweizer Unternehmen unter die Lupe.

Am (morgigen) Freitag wird Travail.Suisse zum Thema Managerlöhne eine Medienkonferenz abhalten. Der Dachverband der Arbeitnehmenden untersuchte ebenfalls die Lohnschere in Schweizer Unternehmen. (sda)

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Astrogator 21.06.2018 17:08
    Highlight Highlight In den USA wo die hohen Löhne herkommen kann ein Manager für lange Zeit ins Gefängnis gehen wenn er Mist baut. Hierzulande aber nicht, die hohen Löhne sind nicht an Verantwortung gekoppelt und das ist störend.
    9 1 Melden
    • _kokolorix 21.06.2018 19:35
      Highlight Highlight Auch in den USA ist der Lohn weit von jeder Verantwortung entfernt. Bis so ein überbezahltes Bubi ins Gefängnis geht, muss er einem anderen, noch mehr überbezahlten , Schlawiner heftig an den Karren fahren oder den Staat völlig doof bescheissen. Die Angestellten betrügen und ausbeuten gehört nicht zu den Straftatbeständen...
      2 0 Melden
  • leu84 21.06.2018 15:05
    Highlight Highlight Die armen Spitzenmanager😂
    10 0 Melden
  • Ökonometriker 21.06.2018 14:58
    Highlight Highlight Und sind die tiefen Löhne gestiegen oder gingen die Einsparungen beim Topkader vollständig in die Taschen der noch viel reicheren Aktionäre?
    12 2 Melden
  • Unangemeldeter Nutzer 21.06.2018 14:47
    Highlight Highlight Was man auch noch schreiben müsste: Zwar sind die Saläre der Spitzenmanager leicht zurück gegangen, aber die Saläre der Manager aus der zweiten Reihe, also der weniger stark kapitalisierten Unternehmen, haben stark zugelegt. Siehe https://www.blick.ch/news/wirtschaft/jetzt-fuellen-sich-ceos-aus-der-zweiten-reihe-die-tasche-wo-die-aktionaere-nicht-hinschauen-wird-kraeftig-abgesahnt-id8322518.html
    12 0 Melden
  • Makatitom 21.06.2018 14:47
    Highlight Highlight Und jetzt? hat die Glückskette schon eine Sammlung gestartet. Topmanager haben wir vielleicht einen oder zwei, alles andere sind Flopmanager oder Schönwetterkapitäne
    12 2 Melden

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