Schweiz
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The view of the display panel at Bern Airport shows that all SkyWork flights have been canceled on Thursday, August 30, 2018, Bern, Switzerland. SkyWork Airlines ceased operations on Wednesday evening after the last scheduled flight landed. After failed negotiations with a possible partner, the company had to file for bankruptcy. (KEYSTONE/Anthony Anex)  

Der Blick auf die Anzeigetafel am Berner Flughafen zeigt: Alle Skywork-Flüge sind gestrichen, am Donnerstag, 30. August 2018. Nach der Landung der letzten flugplanmässig ankommenden Maschine hat Skywork Airlines am Mittwochabend den Flugbetrieb eingestellt. Nach gescheiterten Verhandlungen mit einem moeglichen Partner koenne der Betrieb nicht weitergeführt werden. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bild: KEYSTONE

«Das konnte nicht funktionieren» – was die SkyWork-Pleite für den Flughafen Bern bedeutet

Die Fluggesellschaft SkyWork hat per sofort ihren Betrieb eingestellt. Ein herber Schlag für ihre Heimbasis – den Flughafen Bern-Belp. 



2018 schien ein gutes Jahr für den Berner Flughafen zu werden. Im Juli vermeldete die Leitung einen Anstieg bei den Passagierzahlen um sieben Prozent und auch das Ausbauprojekt schien endlich voranzuschreiten. Der Kanton Bern teilte im Frühjahr mit, sich mit zwei Millionen Franken am Projekt zu beteiligen zu wollen.

Doch ...

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Bild: Giphy

Am Mittwochabend verkündete die Fluggesellschaft SkyWork ihr definitives Aus und reisst damit auch den Berner Flughafen mit in die Krise. Denn rund 6 von 10 Passagierflugzeugen, die vom Berner Flughafen abhoben, trugen bis gestern das Logo von SkyWork.

Dass der Flughafen Bern eine Daseinsberechtigung hat, wird von Aviatikexperten nicht bestritten. Doch nicht in der heutigen Form, da sind sich Hansjörg Bürgi und Sepp Moser einig. 

Das Ende der Linienflüge?

«Es war seit langem klar, dass das nicht funktionieren kann», sagt Sepp Moser zum Aus von SkyWork. Die Nachfrage in der Hauptstadt sei schlicht zu klein, um von Bern aus Linienflüge anzubieten. «Doch viele Berner wollen dies bis heute nicht wahrhaben und möchten auch einen Flughafen, wie ihn Genf oder Zürich haben.» 

Sepp Moser

Aviatikexperte und Publizist Sepp Moser posiert am Dienstag, 4. Dezember 2001, in Winkel ZH mit seinem Buch

Bild: KEYSTONE

Dass sich trotz der wirtschaftlich schwierigen Aussichten immer wieder eine Fluggesellschaft fand, die Linienflüge von Bern aus anbot, bezeichnet Moser als reinen Lokalpatriotismus. «Der Flughafen Bern ist für Passagiere schlicht zu wenig attraktiv. Denn als Berner ist man in 70 Minuten am Zürcher Flughafen und hat Anschlüsse in die ganze Welt.» Damit könne Bern nicht mithalten.

Moser geht davon aus, dass sich keine Fluggesellschaft finden lässt, die Bern zukünftig als Heimbasis nützt. Aber sicherlich würden auch zukünftig Fluggesellschaften Bern von einzelnen Destinationen aus anfliegen  – «einfach jene Strecken, die sich wirtschaftlich lohnen».

«Wenn es SkyWork nicht gelingt, weiss ich nicht, wem es sonst gelingen soll, eine Airline ab Bern zu betreiben.»

Alec von Grafenried, Stadtpräsident Bern

Weiterhin nicht Bern anfliegen, wird die Fluggesellschaft Swiss. Auf Anfrage von watson teilt die Airline mit, dass man sich in der Schweiz weiterhin auf die Flughäfen Zürich, Genf und Lugano konzentriere. 

Die Meinung von Moser teilt der Berner Stadtpräsident, Alec von Graffenried. «Wenn es SkyWork nicht gelingt, weiss ich nicht, wem es sonst gelingen soll, eine Airline ab Bern zu betreiben», sagte er zu Radio Energy.

Das sagt der SkyWork-Gründer Alex Gribi

Alex Gribi gründete SkyWork vor 35 Jahren als Taxi- und VIP-Airline. Gribi ist aus allen Wolken gefallen, als er am Donnerstagmorgen vom Grounding erfahren hat. «Das ist ein schwerer Schlag für Bern. Die Pleite tut mir vor allem für die Mitarbeiter leid.» Der Niedergang von SkyWork begann mit einer Expansion: 2008 kaufte Gribi eine 72-plätzige Dash-8. Nach einem Unfall musste das Flugzeug lange am Boden bleiben. Die Folgekosten trieben Gribi fast in den Ruin. 2011 übernahm Investor Daniel Borer die Airline und rettete SkyWork – zumindest vorübergehend – vor der Pleite. «Wir hätten sonst schon damals Konkurs anmelden müssen», so Gribi zu watson. 2015 übernahm die heutige SkyWork-Führung das Zepter, nachdem die Airline mit einer grössenwahnsinnigen Expansion über 50 Millionen Franken verbrannt hatte. Doch der Turnaround gelang nicht. Im Herbst 2017 musste SkyWork wegen Finanzproblemen die Flotte bereits während mehrerer Tage grounden. Nun erfolgt nach einem letzten Aufbäumen das definitive Aus. (amü)

Das Ende der Ausbau-Pläne?

Für 17,7 Millionen Franken sollte der Flughafen Bern ausgebaut werden. Geplant sind vier Hangars für Kleinfliegerei, ein Grosshangar, Abstellflächen und Rollwege. Das Projekt wird unterstützt vom Kanton Bern, der sich mit zwei Millionen Franken beteiligen will.

Nach dem Aus von SkyWork stellt sich jetzt aber die Frage, ob es jemals so weit kommt. Aviatikjournalist Hansjörg Bürgi hat Zweifel. «Ich gehe davon aus, dass das Bauprojekt jetzt einmal sistiert wird.»

Der Chef des Flughafens Bern, Mathias Gantenbein, will zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellung dazu nehmen. Zuerst müsse man Verhandlungen mit anderen Fluggesellschaften abwarten.

Mehr Privatflugzeuge?

Für den SkyNews.ch-Chefredaktor Hansjörg Bürgi könnte der Berner Flughafen zukünftig noch stärker auf ihr Standbein Business Aviation setzen. «Die Geschäftsfliegerei wird immer stärker von den Flughäfen Genf und Zürich weggedrängt. Dabei ist das Marktpotenzial gross.»

«Business Aviation ist bereits heute sehr wichtig für uns», sagt Mathias Gantenbein, Chef des Berner Flughafens zu watson. «Und wir hoffen in diesem Segment zukünftig weiter zu wachsen.» Doch letztlich sei dies vor allem vom Markt abhängig.

Fachkräftemangel über den Wolken wird zum Problem

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Video: srf

Willkommen zuhause, Darth! Die besten Flughafen-Empfänge

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    Alle Leser-Kommentare
  • chandler 31.08.2018 08:10
    Highlight Highlight Jeder will möglichst schnell bei einem Flughafen sein. Und sehr viele Bürger beschweren sich wegen dem Fluglärm.
    Man sollte sich einig werden was genau man möchte. Denn "ds füfi u ds weggli" geht nun mal nicht.
  • Tenno 31.08.2018 06:21
    Highlight Highlight Der Bund sollte versuchen die ganze Privatfliegerei von Zürich und Genf nach Bern zu verschieben.
    Bern wäre somit gerettet. Dübendorf könnte so weiterhin die historische Fliegerei betreiben.
  • derEchteElch 30.08.2018 20:52
    Highlight Highlight Sorry, Bern-Belp ist und war in meinen Augen NIE ein Flughafen. Nur ein grosser Flugplatz.

    Für einen regionalen Flughafen ist Bern-Belp zu nah an Basel, Zürich und Genf, wo die Schweiz schon grosse Flughäfen hat.

    Das Prinzip, wo (wie in den USA) jede Stadt einen Regionalflughafen hat, funktioniert hier nicht. Dazu haben wir viel zu geringe Distanzen und ein genug dichtes Strassen- und Bahnnetz. Das hat alles seine Vorteile.
  • Wurstbrot 30.08.2018 19:58
    Highlight Highlight Gut so. Wieder einige Flugzeuge weniger welche die Luft verpesten.
    Wenn es nicht rentiert hat, war die Nachfrage nicht da. Es gibt ein Überangebot. Nur so sind die ganzen Billigstflüge zu erklären. Das kann eh nicht funktionieren.
  • bärn 30.08.2018 18:36
    Highlight Highlight "experte sepp"....läck rege ig mi uf… (ja ich bin berner)… aha.. 70min bern-kloten… welche stoppuhr nutzt er und wohnt er im hb bern? rechnet er ein zugticket oder parking mit ein? rechnet er von haustüre bis fliegertüre? never ever… das ist einfach blödsinn und nicht objektiv.
    belp hat ein "marketingproblem" und müsste viel mehr tun für die bekanntheit..
    in bern kann ich 20min vor abflug durch den check-in, das parking ist viel günstiger, mit öv einigermassen zeitgerecht zu erreichen.. zürich/genf/basel? alle reisende (auch wallis bis olten) sollten unbedingt bern prüfen können...habe fertig
    • Shelley 31.08.2018 07:47
      Highlight Highlight Kein sehr hilfreicher Frustkommentar
  • Aeschiii 30.08.2018 18:11
    Highlight Highlight Songzitate in real life:

    Grenzenlos ist unser Hunger.
    Warum werden wir nie satt?
    Blind vor Gier sieht niemand hier,
    Dass jedes Wachstum Grenzen hat.

    Wachstum, Wachstum über alles,
    Über alles in der Welt.
    Danach lasst uns alle streben,
    Bis der letzte Groschen fällt.
    Eitelkeit und gier und Ego
    Sind es was die Welt erhält.

  • Hierundjetzt 30.08.2018 17:59
    Highlight Highlight Also, ich soll als Berner das Tram bis zum
    Bahnhof nehmen, danach die S-Bahn und anschliessen den Bus um bis zum Flughafen zu gelangen? Alles im 15 - 30’ Takt. Ernsthaft?

    In Zürich steig ich ins 10er Tram und bin am Flughafen. Alle 5’ fährt zudem ein Zug Richtung Flughafen. Ganz ehrlich, man darf auch mal dazu stehen wenn etwas nicht funktioniert.

    Bern hätte einen Internationalen Flughafen erhalten (anstelle Kloten)

    Wer war dagegen? Rrrrichtig, die SVP. Begründung: Denkt an das gute Ackerland und an die armen Bauern. So kann man natürlich nicht denken 🙄
    • EvilBetty 30.08.2018 19:00
      Highlight Highlight Was nicht heisst dass man nicht ans Ackerland denken sollte, das wird nämlich auch irgendwann unfruchtbar und das trifft dann als erstes die Bevölkerung. Ob der internationale Flughafen in Bern oder Kloten steht ist absolut unwesentlich für die Bevölkerung.
    • 7immi 30.08.2018 20:21
      Highlight Highlight den 5 minutentakt zum flughafen ist mir nicht bekannt. ausserdem gab es in den 1950ern, als der flughafen entstand, noch keine svp. was du meinst ist vermutlich die bgb.
      das sumpfland des damaligen artillerieschiessplatzes zu nutzen war aber sicherlich sinnvoll, da nahe an dübendorf gelegen (vorheriger landesflughafen) und günstiges und nicht anderweitig nutzbares land verwendet wurde.
    • Hierundjetzt 30.08.2018 21:08
      Highlight Highlight Bleiben wir kurz bei den Fakten:
      Bitte S-Bahn bitte miteinbeziehen (www.sbb.ch, 5 - 6’ Takt. Sogar jetzt um 2100) BGB wurde einfach in SVP umbenannt, da ist nichts anders. Das es die Abstimmung in Bern gab, kann man nicht in Abrede stellen ebenso, dass die BGB/SVP dagegen opponierte mit den obenerwähnten Argumenten.

      Ein „Sumpfland“ trockenlegen ist immer noch teurer als auf normalem Boden zu bauen. Somit sprach ja alles gegen Kloten 😏
  • El Vals del Obrero 30.08.2018 17:53
    Highlight Highlight Dann ist es ja fast noch Glück im Unglück, dass die Pleite der Fluggesellschaft vor mit Steuergelder geplanten Ausbau erfolgte.

    In Europa gibt es ja ein ziemliches Überangebot an Flughäfen, weil jede Stadt oder Region unbedingt einen haben will und ihn subventioniert.

    Extrembeispiel: ex-Flughafen Ciudad Real (siehe Suchmaschine).

    Und undirekt subventioniert man so den ganzen Flugverkehr inkl. Billigfliegerei. Bei den heutigen CO2-Problematiken muss das ja wirklich nicht sein.
  • Sklement 30.08.2018 17:32
    Highlight Highlight Sorry, aber Bern ist der coolste Flughafen in der Schweiz: vom Auto zum Gate 20 Meter, zudem sehr freundliches und hilfsbereites Personal, ergänzt mit einem Hauch von der Zeit, als Fliegen noch etwas Exklusives war. Schade, Skyworks verbreitete für mich das Flair vom Privatjet für Normalsterbliche.
    • honesty_is_the_key 30.08.2018 18:36
      Highlight Highlight Danke, bin ganz deiner Meinung !
    • Mimimimi 30.08.2018 19:24
      Highlight Highlight Wo bist du denn so hingeflogen?
    • Hierundjetzt 30.08.2018 19:32
      Highlight Highlight Sicher korrekt. Nur mit einem Regionalflughafen alleine machst Du eben kein Geld.

      Beispiel: Die grösste Baustelle der Schweiz ist zurzeit „the circle“, über 1 Mrd wird von Privaten ein ganzer Hügel abgetragen bzw. bebaut, 20 Meter (!) vom Flughafen entfernt.

      Das ist das Kernproblem von Belp. Es investiert niemand.

      Ein Rollfeld alleine bringt nichts.
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  • flying kid 30.08.2018 17:27
    Highlight Highlight Ja Bern ist wohl ein schwieriges Pflaster für eine Airline. Wie die Vergangenheit leider schon ein paar mal gezeigt hat.
    Ich bin mir aber sicher, dass in absehbarer Zeit jemand die Lücke, die Skyworks hinterlässt, wieder füllen wird.

    Und Sepp Moser als Aviatikexperten zu bezeichnen, naja. Da gäbe es doch einige andere die besser geeignet sind...
  • bebby 30.08.2018 17:23
    Highlight Highlight Ist eigentlich Herr Moser der einzige Experte der Schweiz in diesem Gebiet? Ich lese immer nur von ihm.
    • infomann 30.08.2018 17:35
      Highlight Highlight Experten???
      Seine These zum Absturz von der Ju52 haben die Verantwortlichen als...Hafächäs bezeichnet.
    • LubiM 30.08.2018 17:43
      Highlight Highlight Vor allem ist noch zu Swissair Zeiten allen die sich mit der Szene auskennen bewusst geworden, dass er kein richtiger Experte ist sondern einfach ein Kenner mit guten Beziehungen zu den Medien und mit einer Meinung die sehr dehnbar zu jedem erdenklichen Thema ist. Also er sagt als "Experte" genau das was die Leute hören wollen.
    • Triple 30.08.2018 17:54
      Highlight Highlight Ob man jetzt einen Journalisten der in seiner Freizeit fliegt als Experten betiteln kann? Meiner Meinung nach gibt es dafür kompetentere Personen in der Schweiz.
      Allerdings sind seine Bücher zu dem Thema ganz gut geschrieben.
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