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Livique, Interio oder Ikea: So rüsten sich die Möbelhäuser für die Zukunft

Die Einrichtungsbranche kämpft mit sinkenden Umsatzzahlen. Das Problemkind ist der Onlinehandel. Mit neuen Ladenkonzepten sowie technischen Innovationen wird versucht, den Onlinehandel stärker in den stationären Handel einzubinden.

Patrick Harcuba / AZ



Am Montag verschwand in Oberentfelden AG die Coop-Möbelmarke TopTip. Das Unternehmen lancierte dafür am selben Ort die Marke Livique. Bis Ende Monat sollen alle Filialen entsprechend umbenannt werden. Mit der Namensänderung einhergeht ein neues Konzept.

Obwohl die Einrichtungsbranche noch zu den schwach entwickelten Märkten im Online-Bereich gehört, liegt der Anteil des Online-Handels schon bei 7 Prozent. Er dürfte in den nächsten Jahren noch kräftig zulegen.

Oliver Roth, Leiter Division Toptip und Lumimart, links, und Joos Sutter, Vorsitzender der Geschaeftsleitung Coop, rechts, enthuellen an einer Medienkonferenz das neue Logo des Moebelhauses LIVIQUE in Oberentfelden, am Montag, 3. September 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

TopTip heisst neu Livique. Bild: KEYSTONE

Livique will die Vorteile des Online-Handels mit jenen des stationären Handels verbinden. «Die Kunden sind bei der Möbelwahl wesentlich anspruchsvoller geworden», erklärt Mediensprecherin Andrea Bergmann der AZ. «Wir beobachten schon länger den Wunsch nach individuellem Wohnen. Oft möchten die Kunden für ihr Zuhause nicht einfach das in der Ausstellung oder online präsentierte Möbelstück.» Die Lösung von Livique: Personalisierbare Möbelstücke, wobei «über 100 Millionen» Möbel-Varianten möglich sein sollen. 

Begehbarer Onlineshop

Auch bei Interio, das der Migros gehört, wird ein neues Ladenkonzept eingeführt. Seit 2015 hat das Einrichtungshaus rund 45 Millionen Franken an Umsatz eingebüsst. Mit dem neuen Konzept soll dieser Trend umgekehrt werden: Am 28. August wurde in Spreitenbach ein Pilot-Laden eröffnet, ein «begehbarer Onlineshop», wie ihn Michel Keller, CEO von Interio, gegenüber 20 Minuten bezeichnet.

Viele Kunden würden sich zuerst online über die Produkte informieren und erst dann den Laden besuchen. Um solchen Kunden die Orientierung zu vereinfachen, wurde im neuen Konzept die Ladenstruktur gleich aufgebaut wie im Onlineshop: Suche man zum Beispiel etwas aus der (Online-)Kategorie «Wohnen», gehe man im Laden in den «Wohnen»-Bereich, wo sich die Einzelelemente wie Regale oder Tische befinden.

Des Weiteren kann man sich auch direkt vor Ort genaustens über die Produkte informieren: QR-Codes und Touch Displays helfen bei der Produktauswahl. Ein wichtiger Bestandteil des neuen Konzepts ist eine  Augmented-Reality-App (AR), mit der die Möbel über das Smartphone virtuell in den eigenen Wohnraum gestellt werden können.

Bei Livique können zurzeit erst Leuchten und Lampen via Virtual Reality erlebt werden. Andrea Bergmann sagt dazu: «Im Bereich Möbel streben wir Augmented Reality an, d.h. Kunden können anhand von eigenen Fotos die gewünschten Möbel in ihrer eigenen Wohnungen und Häuser virtuell ansehen. Bis zur Realisierung gibt es jedoch noch einige technische Hürden zu überwinden.»

«Das Erlebnis wird wichtiger»

Was sich bei Livique noch in Planung befindet und bei Interio eine Neuheit darstellt, ist bei Ikea bereits Alltag: Der gelb-blaue Möbelriese bietet seit letztem Herbst eine AR-App an. Doch auch Ikea verzeichnet einen Umsatzrückgang im stationären Bereich. Dieses Jahr könnte er sogar unter die 1-Milliarden-Franken Marke fallen.

Ikea versucht, diesen Trend umzukehren, indem der Onlinehandel fokussiert und die Kundeninteraktion im stationären Handel gefördert wird. «Die Rolle des stationären Geschäfts im Mehrkanalhandel befindet sich im Wandel. Das Erlebnis wird wichtiger, da sich der reine Verkaufsprozess stark auf den Onlinehandel verschiebt», liess sich Simona Scarpaleggia, CEO von Ikea Schweiz, in einer Medienmitteilung zitieren. In Spreitenbach wurde kürzlich ein Erlebnis-Showroom eröffnet, wo verschiedene Schlafzimmerprodukte ausprobiert, kombiniert oder umplaziert werden können. 

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So funktioniert die AR-App bei IKEA. Video: YouTube/IKEA

Nicht nur das Aufkommen des Online-Handels zwingt zu Anpassungen, sondern auch das Auftreten weiterer Konkurrenz. Anfang April wurde das erste Stilhaus der österreichischen Möbelkette XXXLutz in Rothrist eröffnet und zog gleich in den ersten 150 Tagen über 300'000 Kunden an. Die europäische Nummer 2 setzt in der Schweiz auf Ladenexpansion. Im Gespräch mit dem Blick sagt Co-Landesleiter Meinrad Fleischmann: «Der Onlineshop auf der Plattform XXXlutz.ch wird ab dem zweiten Quartal 2019 voll funktionsfähig sein.» Er sagt aber auch: «Eine App oder VR-Anwendung kann heute das Erlebnis im reellen Möbelhaus noch nicht ersetzen.» 

Es wird sich zeigen, wessen Zukunftsstrategie die Richtige ist. (aargauerzeitung.ch)

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Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

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