Schweiz
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Unwetter verursachten 2017 Schäden von 170 Millionen  – die höchste Bilanz seit 2007

16.03.18, 09:52 16.03.18, 10:34


Hochwasser, Rutschungen, Murgänge, Steinschlag, Fels- und Bergstürze haben 2017 in der Schweiz Schaden von 170 Millionen Franken verursacht. Das ist die höchste Schadensumme seit 2007. Acht Menschen starben beim Bergsturz von Bondo GR.

Besonders hohe Gebäudeschäden gab es durch abfliessendes Wasser, wie die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Freitag aufgrund ihrer Unwetterschadens-Datenbank mitteilte.

Der Bergsturz bei Bondo GR

Die Schäden von 170 Millionen Franken reichen bei weitem nicht an die 700 Millionen von 2007 heran. Sie lagen auch unter dem Mittel von 307 Millionen Franken seit der Erfassung der Daten 1972. Die höchsten Schäden gab es 2005 mit 3 Milliarden Franken.

Das am 22. August 2005 von einem Bergsturz heimgesuchte Gebiet oberhalb von Goldau, hier am 7. Mai 2006, befindet sich unweit desjenigen des Rossbergs aus dem Jahr 1806. Der groesste Bergsturz der Schweizer Neuzeit, der

Das Alpenhochwasser 2005 verursachte in der Schweiz Schäden in der Höhe von 3 Milliarden Franken. Im Bild: Bergsturz bei Goldau am 22. August 2005. Bild: KEYSTONE

Rund 94 Prozent der Schäden entstanden durch Hochwasser oder Murgänge. Sturzvorgänge machten vier Prozent aus und zwei Prozent Rutschungen. Zwei Drittel dieser Vorgänge gingen auf Gewitter und andere Starkniederschläge zurück. Fünf Prozent entstanden durch Dauerregen und bei 29 Prozent waren andere oder unbekannte Faktoren ausschlaggebend.

Acht Tote bei Bondo

Die höchsten Schäden 2017 verursachten die Überschwemmungen im Raum Zofingen AG vom Juli und der Bergsturz im Val Bondasca mit den darauf folgenden Murgängen in Bondo GR vom August.

Bei Bondo kamen die acht Menschen ums Leben. Sie waren auf Bergwanderungen und wurden auf dem Weg von der Sciorahütte ins Tal verschüttet. Bis heute konnten sie nicht gefunden werden.

epa06161652 A search-and-rescue team arrives on the improvised heliport in Bondo, Graubuenden in South Switzerland, 25 August 2017. The village had been hit by a massive landslide on Wednesday. The main road between Stampa and Castasegna is disconnected. The village has been evacuated. Eight people have been reported missing.  EPA/GIAN EHRENZELLER

Der Bergsturz bei Bondo kostete acht Menschen das Leben. Bild: Suchtruppe am 25. August 2017. Bild: EPA/KEYSTONE

Der Bergsturz vom 23. August gehört zu den grössten in der Schweiz seit über 130 Jahren. Anschliessende Murgänge beschädigten 99 Gebäude, einen Drittel davon irreparabel. Rund 3,1 Millionen Kubikmeter Felsmaterial stürzten vom Pizzo Cengalo ins Tal. Die Murgänge beförderten rund 500'000 Kubikmeter Material bis nach Bondo. Der Sachschaden wird auf 41 Millionen Franken geschätzt.

Zofingen unter Wasser

Den Raum Zofingen verwüsteten am 8. Juli vor allem abfliessendes Wasser aber auch über die Ufer getretene Flüsse und Bäche. In Zofingen war das Stadtgebiet innert kürzester Zeit überschwemmt. Das Unwetter setzte hunderte von Kellern, Betrieben, Tiefgaragen und Unterführungen unter Wasser.

Aufraeumarbeiten bei der Bahnhofsunterfuehrung in Zofingen (AG) am Sonntag, 9. Juli 2017. Ein Unwetter in der Nacht zum Sonntag hat vor allem im Westaargau zu Ueberschwemmngen und Hangrutschen gefuehrt. Zahlreiche Feuerwehren waren im Einsatz. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Aufräumarbeiten in der Bahnhofunterführung in Zofingen am 9. Juli 2017. Bild: KEYSTONE

Auch das Bahnhof-Parking mit über 100 parkierten Fahrzeugen wurde überschwemmt. In Uerkheim trat die Uerke über die Ufer und überflutete den Talboden mit zahlreichen Gebäuden. Im nahegelegenen Bottenwil und in Oftringen gab es Gebäudeschäden. Der Schaden beläuft sich auf 90 Millionen Franken.

Schäden vor allem durch Gewitter

Weitere Schäden gab es vor allem durch Gewitter. In Davos verstopften bei einem starken Regen am 28. Mai Geschiebemassen den Durchlass eines Baches und ein Industrieareal wurde überschwemmt.

Die starken Regenfaelle der letzten Tage verursachten einen kleinen kuenstliche Seen in der Landschaft, am Samstag, 2. September 2017, im St. Gallischen Rheintal in Altstaetten, wo starke Regenfaelle zu Ueberschwemmungen fuehrten. (KEYSTONE/Eddy Risch)

Überflutetes Feld bei Altstätten SG am 2. September 2017. Bild: KEYSTONE

In der Ostschweiz, speziell im St. Galler Rheintal, sorgte ein Hochwasser am 2. September für hohe Schäden. Betroffen waren die Gemeinden Widnau, Au, Balgach, Altstätten und St. Margrethen.

In der Nähe von Riehen BS auf deutschem Boden wurde beim Sturmtief «Zubin» am in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember eine Frau in ihrer Jurte von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Die Forschungsanstalt WSL sammelt die Unwetterschäden seit 1972 systematisch. In der Datenbank sind Angaben zu Schäden von Hochwasser, Murgängen und Rutschungen. 2002 kamen Steinschlag, Lawinen, Schneedruck, Erdbeben, Blitzschlag, Hagel und Stürme hinzu. Die Daten bieten eine wichtige Grundlage zur Gefahrenbeurteilung. (whr/sda)

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Zahlreiche Lawinen donnern in die Täler

Video: srf

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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