Schweiz
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Hotellerie soll bei der Mehrwertsteuer privilegiert werden

12.06.18, 09:45


Der Ständerat will ein neues Mehrwertsteuer-Privileg für die Hotellerie einführen. Er hat am Dienstag eine Motion des Bündner CVP-Ständerats Stefan Engler angenommen, die eine «Vereinfachung» bei Packages verlangt.

Dabei handelt es sich um Kombinationen von Leistungen oder Produkten, die zu unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen besteuert werden. Heute wird das gesamte Package vergünstigt besteuert, wenn mindestens 70 Prozent einem reduzierten Satz unterliegen.

Senkung auf 55 Prozent

Engler fordert, dass die Schwelle für Leistungen zum Hotellerie-Satz auf 55 Prozent gesenkt wird. 70 Prozent sind seiner Meinung nach zu hoch: In vielen Fällen könne so kein Package geschnürt werden, sagte er.

Für Engler geht es um mehr unternehmerischen Spielraum und um Abbau von Bürokratie. Das führe zu mehr Wachstum und Beschäftigung. Den Staat koste die tiefere Schwelle nichts, da die Kunden das eingesparte Geld anderenorts ausgeben würden.

Bundesrat ist dagegen

Der Bundesrat sprach sich gegen die Motion aus. Finanzminister Ueli Maurer wies auf die Ungleichbehandlung der Kunden hin: Wer in einem Hotel wohne, zahle weniger für gewisse Leistungen. Tatsächlich handle es sich um eine «zusätzliche Subvention für die Hotellerie.» Der Bundesrat möchte auch einen Wettbewerbsnachteil für andere Branchen verhindern. Der nächste Vorstoss, der ebenfalls Erleichterungen verlange, komme bestimmt, sagte Maurer.

Der Ständerat stimmte Englers Motion trotzdem mit 25 zu 18 Stimmen zu. Diese geht nun an den Nationalrat. Es ist nicht das erste Mal, dass die kleine Kammer Herz für die Bergregionen zeigt. Aus ihren Reihen stammte zum Beispiel ein Vorstoss, der Pistenfahrzeuge von der Mineralölsteuer befreit. Die Bergbahnen werden damit um 13 Millionen Franken entlastet. (whr/sda)

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Video: srf

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Brikne, 20.7.2017
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18
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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pointer 12.06.2018 17:17
    Highlight Die armen Hoteliers sollen mal nach Dubai. Da kommen noch 20 % an Steuern und Gebühren sowie eine weitere Abgabe von mehreren Franken hinzu.
    1 0 Melden
  • JackMac 12.06.2018 15:08
    Highlight Warum? Warum sollen gewisse Bereiche bevorzugt behandelt werden?
    8 0 Melden
    • Mitsch 12.06.2018 15:23
      Highlight Weil sich irgendwann die ganze Lobbyarbeit ja auch mal rechnen muss *gg*.

      Sonst müsste man ja plötzlich grössere Beträge einsparen als ein bitzeli MwSt... was die Lobbyisten wohl eher uncool fänden ;-)...
      8 0 Melden
  • Mitsch 12.06.2018 12:22
    Highlight Genau, und die paar Prozent sind dann sicher das Zünglein an der Waage um unsere Hotellerie zu retten. Wenn das Problem „ein paar Prozent“ wären...
    17 0 Melden
  • Redly 12.06.2018 11:59
    Highlight „Den Staat koste die tiefere Schwelle nichts, da die Kunden das eingesparte Geld anderenorts ausgeben würden.“
    Was für ein Unsinn!
    Mit diesem Argument könnte jede Steuer in allen Bereichen gegen Null gesenkt werden.
    Sind Hoteliers bessere Menschen? Nein? Dann braucht‘s auch keine tieferen Steuern.
    23 1 Melden
  • Ökonometriker 12.06.2018 11:23
    Highlight Die Hotellobby so: "weil Arme ja ständig in Hotels absteigen, muss man schon nach Möglichkeiten suchen, die Preise zu senken"
    Die MWSt.-Erleichterung für Luxusgüter wie Ferien gehört ganz abgeschafft.
    18 1 Melden
    • Knety 12.06.2018 15:59
      Highlight Es gibt auch viele Businessgäste. Da kann man meinetwegen schon eine Ausnahme machen.
      1 3 Melden
    • Ökonometriker 12.06.2018 23:59
      Highlight @Knety: bei Businessgästen macht es keinen Unterschied. Wenn sie für Hotels keine MWSt. bezahlen müssen, fallt für ihr Endprodukt am Ende mehr MWSt. an. Daher das 'M' in MWSt. Der Gewinn des Unternehmens bleibt gleich.
      0 0 Melden
    • Knety 14.06.2018 13:55
      Highlight Ich ckeck jetzt gerade die Logik hinter deiner Aussage nicht. Kannst du ev. Literatur dazu empfehlen? Würde mich schon noch noch interessieren.
      0 0 Melden
    • Ökonometriker 14.06.2018 15:30
      Highlight @Knety: wenn z.B. ein Berater nach Zürich kommt und im Hotel lebt, so bezahlt er für das Hotel zwar MWSt., dem Staat muss er aber nur die Differenz der MWSt. auf seine Leistung minus der an das Hotel bezahlten MWSt. zahlen. Deswegen.

      Eine bessere Erklärung gibt's auf Wikipedia:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrwertsteuer#Rechnungsmethode
      0 0 Melden
    • Knety 14.06.2018 16:00
      Highlight Merci 🤙
      0 0 Melden
  • Caturix 12.06.2018 10:16
    Highlight Den meisten Hotels in der Schweiz, also mehrheitlich den kleinen, geht es einfach sehr schlecht. Zu viele Abgaben, Gebühren, alles ist Teuer im Einkauf. Immer mehr BnB und Airbnb die ohne Patent machen was sie wollen. Wenn man umbauen will gibt keine Bank mehr einen Kredit also verliehrt man auch immer mehr Gäste. Am Ende wird es nicht mehr viele Hotels geben ausser grosse Ketten oder 4-5 Sterne Hotels. Und dann kommt der Bundesrat, der in 5* Hotels schläft und hat angst um ein paar Franken die er weniger an Steuern einnimmt.
    4 36 Melden
    • Astrogator 12.06.2018 11:09
      Highlight Vielen Hotels in der Schweiz geht es schlecht weil sie lausig geführt wurden und man teilweise Jahrzehnte nicht investiert hat.

      Tragisch, man predigt Marktwirtschaft aber in immer mehr Branchen nähert man sich kommunistischen Modellen: Landwirtschaft, Glücksspiel, Hotellerie... und immer sind bürgerliche Parteien wie FDP und SVP die treibenden Kräfte. Aber flankierende Massnahmen um unsere Löhne zu schützen sind dann wieder Teufekswerk und der Untergang des Landes.

      Gleichzeitig bürdet man dem Mittelstand mehr Gebühren auf und wundert sich über zunehmenden Einkaufstourismus.
      17 2 Melden
    • Simon Probst 12.06.2018 11:20
      Highlight airbnb kann ja jetzt verboten werden :)
      3 1 Melden
    • winglet55 12.06.2018 11:29
      Highlight Der Hotellerie geht es nicht wegen ein paar
      MwSt % schlecht. Schauen Sie nur mal beim Service- Personal vorbei, kaum gelerntes Personal, kaum Personal das neben der lokalen Sprache auch eine, geschweige denn 2 Fremdsprachen auch nur rudimentär versteht. Zudem wird häufig mit Teilzeit Personal gearbeitet, auf Abruf notabene. Bei solchen Voraussetzungen ist es auch fast unmöglich, motiviertes, freundliches Personal zu bekommen. Damit hat man die einmalige Chance verpasst, den ersten Schritt zur Kundenbindung herzustellen. Aber in Bern jammern ist halt einfacher, wie bei den Bauern abgeschaut.
      11 2 Melden
    • Caturix 12.06.2018 16:34
      Highlight Investitionen kann man mehr oder weniger keine machen wenn man das Geld nicht hat, viele Hoteliers verdienen gleich viel wie die viele Bauern, so ein tiefen Lohn da würde keiner dafür arbeiten gehen. Das beste ist schliessen und dann Wohnungen draus machen. Man verdient mehr und bekommt das Geld von der Bank.
      Und warum muss das Servicepersonel mehr als die Lokale sprache sprechen ? im Verkauf können die meisten auch nur 1 Sprache + vielleicht noch ihre Muttersprache. Wenn ich nach Frankreich gehe können sie dort meistens nur Französisch.
      1 2 Melden
    • winglet55 12.06.2018 20:16
      Highlight ich arbeite in einem Hotel, und erlebe was die Kunden wünschen und was sie bekommen, die Diskrepanz ist erheblich! Gehen Sie mal in den mittleren Osten oder nach Asien, da erleben Sie den Unterschied!
      1 0 Melden
    • Astrogator 13.06.2018 06:35
      Highlight "Und warum muss das Servicepersonel mehr als die Lokale sprache sprechen" - wenn man im Tourismus erfolgreich sein will passt man sich dem Kunden an, nicht umgekehrt.
      2 0 Melden

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