Schweiz
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Peking-Reise von Schneider-Ammann: China verweigert  Schweizer Journalisten die Einreise



Die Westschweizer Zeitung «Le Temps» wird nicht über die China-Reise von Bundesrat Johann Schneider-Ammann berichten, da ihr Journalist kein Visum erhalten hat. Die Zeitung kritisiert fehlende Unterstützung von Bundesbern.

Es sei bedauerlich, dass die chinesische Botschaft eine solche Auswahl treffe, hiess es in dem am Mittwoch veröffentlichten Artikel von «Le Temps». Die Schweizer Behörden liessen es zu, dass ein anderes Land bestimme, welche Medien ein Regierungsmitglied in einer offiziellen Delegation bei einem Besuch im Ausland begleiten könnten.

EDA intervenierte erfolglos

Zu Schneider-Ammanns Delegation gehören Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft. Für «Le Temps» hätte der Asien-Spezialist Frédéric Koller berichten sollen, wie dieser auf Anfrage von Keystone-SDA bestätigte. Schneider-Ammanns Wirtschaftsdepartement (WBF) wies den Vorwurf zurück, Koller nicht genügend unterstützt zu haben.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) habe auf Ersuchen des WBF die chinesische Botschaft in Bern um eine Erklärung gebeten und gefordert, dass Koller das Einreisevisum ausgestellt werde, sagte WBF-Sprecher Erik Reumann. Leider habe dies aber nicht zum erwünschten Resultat geführt.

Journalistenverband empört

Die Reise werden fünf Journalisten begleiten, darunter ein Westschweizer, wie Reumann sagte. Er bedauere es, dass der anerkannte China-Spezialist Frédéric Koller nicht dabei sein könne. Eine Absage der Reise sei aber nicht zur Debatte gestanden.

Koller selbst sagte, er wisse nicht, weshalb ihm kein Visum ausgestellt worden sei. Er habe mehrmals bei der chinesischen Botschaft nachgefragt, aber keine Antwort bekommen. Probleme habe er in den 20 Jahren, seit er über China berichte, nie gehabt.

Empört über das verweigerte Visum war laut einem Communiqué der Journalistenverband impressum. Schweizer Journalisten seien keine Marionetten von Peking. Bern müsse intervenieren. Bei der chinesischen Botschaft in Bern hiess es, dass zu dieser Angelegenheit keine Informationen gegeben würden.

Rund 50-köpfige Delegation

Wirtschaftsminister Schneider-Ammann ist seit Mittwoch und bis und mit kommenden Sonntag in China. Eine rund 50-köpfige Delegation begleitet ihn auf dieser Wirtschafts- und Wissenschaftsmission. In Peking und Shanghai möchte er mit der neu gebildeten chinesischen Regierung Kontakte knüpfen.

Laut WBF ist China der bedeutendste wirtschaftliche Partner der Schweiz in Asien. Das Handelsvolumen von 37 Milliarden Franken im Jahr 2017 wird nur vom Handel mit der EU und den USA übertroffen. (whr/sda)

Bundesräte in China

So kauft sich China Freunde in Afrika

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • acoves 07.09.2018 12:03
    Highlight Highlight Es ist wohl nichgt anzunehmen, dass Schneider-Ammann bei den Chinesen nachfragen wird, dazu sind im "seine" Geschäfte und die nicht eingehaltenen Menschenreicht viel zu wichtig um sich auch nur einen Rappen entgehen zu lassen.
  • Gipfeligeist 05.09.2018 19:36
    Highlight Highlight China ist eime geschlossene Gesellschaft, aber könnte ohne den Handel mit der globalen Gemeinschaft nicht überleben. Aber unsere Werte durchsetzen?

    Nope, economy first
  • einmalquer 05.09.2018 18:19
    Highlight Highlight Was Schneider-Ammann uns damit sagen will ist, dass die Pressefreiheit keine 37 Milliarden wert ist.

    Was ich mich noch frage, welchen Wert misst Schneider-Ammann den Menschenrechten zu.
    • dä dingsbums 06.09.2018 00:17
      Highlight Highlight Welche Regierung in Europa äussert sich überhaupt noch zu den Menschenrechten in China oder Tibet?
  • Dani Düsi 05.09.2018 17:47
    Highlight Highlight Ja, die aufstrebenden Länder können mal 'leider' nicht auch noch auf Menschenrechte und echten Umweltschutz achten, das würde sie ja bremsen... Aber das wird sich irgendwann mal ändern, wenn die grosse Masse der eigenen Bevölkerung endlich verstanden hat, dass der Wohlstand der obersten ca. 3% auf dem Buckel jener getragen wird, die sich nie eine Reise ins Ausland leisten können werden. Wacht endlich auf, Chinesen, ihr seid die gleichen ausgebeutet armen Teufel wie in allen anderen Schwellenlandern. Nehmt eure Rechten und Pflichten wahr. Was ihr da macht ist doch kein Fortschritt sondern neuzeitliche Sklaverei...
  • Beim Teutates 05.09.2018 16:59
    Highlight Highlight Da sind ja unsere Bundesräte genau am richtigen Ort! Auch für diese gilt: Zuerst das Fressen, dann die Moral!
  • Staatsgebeutelter 05.09.2018 16:31
    Highlight Highlight Vielleicht findet China dass Koller doch nicht China-Spezialist ist und möchte ihm ausser Landes etwas Zeit lassen seine Sicht zu optimieren.
  • Joe Smith 05.09.2018 15:35
    Highlight Highlight De Schweiz lässt sich doch ihre Waffengeschäfte mit Diktaturen nicht durch solchen Pipifax wie die Pressefreiheit vermiesen.

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