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Dieses Video zeigt den Unfall auf der A1.
YouTube/Andreas Hugentobler

Wenn der Autopilot schlampt – 5 finanzielle Fakten, die nicht nur Tesla-Fahrer kennen sollten

01.06.16, 13:41 02.06.16, 17:19


Es hat gekracht vor ein paar Tagen vor der Ausfahrt Winterthur-Ohringen. Eigentlich nichts ungewöhnliches. Wäre nicht ein Tesla involviert gewesen.

Ein solcher prallt gegen einen Van – laut dem Fahrer haben dabei der Abstandtempomat wie auch das Notbremssystem versagt. Tesla teilt dem Lenker mit, alles habe einwandfrei funktioniert; der Mann nimmt die Verantwortung auf sich. Trotzdem wird nun rege diskutiert und das Video, welches den Crash zeigt, verzeichnet am Mittwochmittag weit über 380'000 Aufrufe. 

Im Zentrum steht nun die Schuld-Frage, wer in solchen Fällen für den Schaden aufkommen muss. Matthias Rüegg, Leiter Privatkundengeschäft der AXA Winterthur gibt Antworten. Diese beziehen sich auf die Thematik im Allgemeinen, nicht auf den aktuellen Unfall. 

Wer trägt die Schuld, wenn Assistenzsysteme (Abstandtempomat und Notbremse) versagen?

Die heutigen Systeme sind lediglich Assistenzsysteme, die der Erhöhung der Verkehrssicherheit dienen. Deshalb haftet der Fahrer, respektive der Halter des Fahrzeugs. 

Haftet der Fahrer auch wenn ein technischer Fehler eindeutig zum Unfall führt?

Wurde ein Unfall zweifelsfrei aufgrund technischer Fehler verursacht – etwa durch Assistenzsysteme, die durch den Lenker nicht übersteuerbar sind –  kann die Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalter, einen Regress/Rückgriff auf Dritte nehmen. Namentlich auf den Autohersteller oder den Systemzulieferer. Hier sind jedoch verschiedene Faktoren relevant und aufgrund der herrschenden Lehre und Rechtsprechung können derzeit noch nicht alle Fragen beantwortet werden. Zentral ist jedoch: Der Geschädigte erhält den Schadenersatz vom haftpflichtigen Halter beziehungsweise dessen Versicherung vergütet. Um allfällige Rückgriffe muss er sich im Sinne des Geschädigtenschutz nicht kümmern.

Muss der Fahrer in ähnlichen Fällen wie beim Unfall auf der A1 eingreifen?

Der Fahrer muss jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug haben und muss jederzeit in das Fahrgeschehen eingreifen können. Er kann sich beispielsweise nicht darauf verlassen, dass ein Assistenzsystem sein Fahrzeug einparkiert und er sich etwa durch telefonieren ablenken lässt.

Assistenzsysteme und selbstfahrende Autos sind die Zukunft. Wie bereiten sich Versicherungen darauf vor?

Wir verfolgen die technologischen Entwicklungen sehr genau und passen unsere Produkte und Dienstleistungen laufend dem Markt und den Kundenbedürfnissen an. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass mit dem Anstieg an selbstfahrenden und teilautonomen Fahrzeugen im Verkehr weniger und vor allem weniger schwere Unfälle mit Personenschäden gibt.

Und wer haftet bei einem Unfall mit einem selbstfahrenden Auto?

Darüber diskutieren Experten momentan intensiv. Wir gehen davon aus, dass die Halterhaftung mittelfristig dominierend bleibt. Sollte es zu Unfällen aufgrund technischer Fehler kommen, kann möglicherweise Regress auf Dritte genommen werden. Zudem wollen wir auch in Zukunft jedes Fahrzeug – ob selbstfahrend oder nicht – gegen Verlust oder Beschädigung versichern.

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • JayG 02.06.2016 05:00
    Highlight Mein Fahrzeug (5er BMW) kann stehende Hindernisse auch nicht erkennen. Das weiss man ja als Fahrer. Steht auch in der Bedienungsanleitung. Es braucht zu jeder Zeit die volle Aufmerksamkeit des Fahrers um eingreifen zu können, wenn das System versagt. Bei Schneefall funktioniert der Sensor übrigens auch nicht richtig. Der einzige der geschlampt hat, war der Fahrer. Dem sollte man den Ausweis wegnehmen.
    17 1 Melden
  • --Sevi-- 01.06.2016 16:51
    Highlight Der Witz ist ja, dass wenn ein normales Auto einen Unfall hat interessiert das niemanden. Aber wenn ein Tesla, welcher mit einem System ausgerüstet ist, welches nachweislich schon Unfälle verhindert hat, dann ist natürlich das böse Auto schuld, auch wenn der Fahrer am telefonieren ist. (was verboten ist, da es ja zu Unfällen führen kann...)
    44 8 Melden
  • Zeit_Genosse 01.06.2016 15:23
    Highlight Fahre seit vielen Jahren mit Radar-Assistenzsystem und traue dem an und für sich gut funktionierenden System nicht soweit, dass ich die Verantwortung abgeben würde. Es ist eine Unterstützung, mehr nicht. Doch diese Systeme entkoppeln einem gefühlsmässig vom Verkehrsgeschehen und damit verlängert sich die Reaktionszeit für Notfalleingriffe. Da ist noch ein langer Weg bis zu den selbststeuernden/-handelnden Autos. Es wird noch viel Juristengfutter auf den Tisch kommen.
    31 0 Melden
    • Nietram 01.06.2016 16:48
      Highlight Mein Radar hält einfach den Abstand zum fahrenden Auto vor mir – das entlastet und ist sehr praktisch.
      Fahre ich auf eine stehende Kolonne oder ein stehendes Hindernis zu, muss ich immer noch selber aufpassen, darum sind meine Reaktionen auch noch völlig intakt.
      13 7 Melden
  • Nietram 01.06.2016 14:42
    Highlight Wenn der Fahrer schläft soll also der Abstands-Radar schuld sein?
    24 4 Melden
    • Charlie Brown 01.06.2016 15:33
      Highlight Wo steht das?
      7 1 Melden
    • Nietram 01.06.2016 16:45
      Highlight Das steht nirgends, aber gewisse Zeitgenossen scheinen dies zu glauben – warum gäbe es sonst diesen Artikel?
      15 1 Melden
    • Charlie Brown 01.06.2016 22:15
      Highlight Nun ja. Die Diskussion um selfdriving cars und die juristischen und moralischen Implikationen ist aktuell. Insofern sehe ich denn Sinn des Artikels durchaus.

      Klar, im Moment reden wir noch nicht von ganz autonomen fahren. Aber wir sind mit diesen Assistenten auf dem Weg dorthin.
      4 1 Melden

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