Schweiz
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Ranking der Reichen: Die Schweizer haben im Durchschnitt 173'800 Euro auf der hohen Kante. Damit liegen sie nach den US-Amerikanern auf Platz 2. (Symbolbild)

Die Superreichen in der Schweiz besitzen rund 40 Prozent des gesamten Vermögens. Bild: KEYSTONE

Die Schweizer besitzen immer mehr Vermögen – so frappant sind die kantonalen Unterschiede

Die Vermögen sind in den letzten Jahren stark gewachsen – und ungleicher verteilt als früher. Solange das die soziale Mobilität und Chancengleichheit nicht beeinträchtige, stelle das kein Problem dar, sagt Volkswirtschaftsprofessor Reto Föllmi von der Universität St. Gallen.

Kari Kälin / ch media



Die Zahl ist schwindelerregend hoch: 1792 Milliarden Franken Vermögen horteten Ende 2015 alle Schweizer Haushalte zusammen. Das entspricht 215166 Franken pro Einwohner, wie die Eidgenössische Steuerverwaltung am Montag mitteilte. Noch im Jahr 2003 besassen die Schweizer erst gut 1000 Milliarden Franken. Die Hauptgründe für den markanten Zuwachs sind der gestiegene Wert der Immobilien und die Entwicklung an der Börse, wie Reto Föllmi, Volkswirtschaftsprofessor an der Universität St. Gallen, sagt.

Die kantonalen Unterschiede sind frappant (siehe Grafik). Mit 718'473 Franken pro Einwohner stehen Schwyz an der Spitze, gefolgt von Nidwalden (677'401) und Zug (492'311). Die Reichsten bevorzugen also ein mildes Steuerklima: Die «ärmsten» Schweizer wohnen in den Kantonen Freiburg (99'099), Jura (100'762) und Solothurn (101'708).

Bild

Bild: ch media

Die Vermögen sind auch ungleicher verteilt als 2003. Etwas mehr als die Hälfte der in der Schweiz wohnhaften Personen weist ein Vermögen von weniger als 50000 Franken auf, ein Viertel gar keines. Knapp 6 Prozent besitzen mehr als eine, 0.28 Prozent oder 14803 Personen mehr als 10 Millionen Franken. Überdurchschnittlich stark gewachsen sind die Vermögen unter anderem in Schwyz, Obwalden, Uri, Nidwalden und Graubünden.

Die «Superreichen» ziehen davon

Die Vermögensverteilung erwies sich in den vergangenen 100 Jahren als sehr konstant, wie Föllmi in einem aktuellen wissenschaftlichen Artikel aufzeigt. Aktuell besitzt ein Prozent rund 40 Prozent des Gesamtvermögens. Dieser Wert ist rund doppelt so hoch wie in Frankreich und England. Ein Grund für die im internationalen Massstab hohe Ungleichheit ist die Attraktivität der Schweiz für multinationale Unternehmen und Topverdiener. Oder anders formuliert. Wenige «Superreiche» hängen mit ihrem Vermögen den Rest immer stärker ab. Das gleiche Phänomen lässt sich bei den Einkommen beobachten. Aber auch dort sind die Verhältnisse in den letzten 100 Jahren sehr konstant geblieben. Und im internationalen Vergleich sind die Löhne in der Schweiz überdurchschnittlich gleich verteilt.

Die zehn reichsten Schweizer nach Vermögen im Jahr 2019

Ist die tendenziell wachsende Vermögenskonzentration ein Problem? Zunächst relativiert Föllmi den Befund. Der Grund: In der Vermögensberechnung sind die Gelder der zweiten und dritten Säule der Altersvorsorge ausgeklammert. Wenn man diese Beträge anrechne, rücke die Schweiz im internationalen Vergleich bei der Vermögenskonzentration von der Spitze ins Mittelfeld.

Für Föllmi stellt die leicht steigende Vermögensungleichheit kein Problem dar, solange sie die soziale Mobilität und die Chancengleichheit nicht beeinträchtigt. «Dafür sehe ich zurzeit noch wenig Anzeichen», sagt der Volkswirtschaftsprofessor. Mit anderen Worten. Talente können sich hierzulande auch ohne vermögende Eltern nach oben kämpfen - weil auch ihnen staatliche Dienstleistungen wie Bildung offen stehen.

Gewerkschaftsbund für höhere Vermögenssteuer

Daniel Lampart, Chefökonom beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund, hingegen ortet eine Reihe von Schwierigkeiten. Reiche Eltern könnten ihren Kindern zum Beispiel eine bessere Ausbildung ermöglichen. Und:

«Menschen mit hohem Vermögen können mehr Einfluss auf Politik und Wirtschaft ausüben.»

Menschen mit hohem Vermögen können mehr Einfluss auf Politik und Wirtschaft ausüben.

Lampart plädiert dafür, die Vermögen künftig stärker zu besteuern.

2015 bescherten die Vermögenssteuern den Kantonen und Gemeinden 6.6 Milliarden Franken Steuereinnahmen - 2.2 Milliarden mehr als noch 2003.

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 26.09.2019 06:04
    Highlight Highlight Gesellschaftspolitisch problematisch wird Reichtum erst, wenn er mit Luxusgütern verprasst wird, sonst bleibt er ja – vielfach als risikotragendes Kapital – der Wirtschaft und damit auch den Arbeitnehmenden – erhalten.

  • Der Kritiker 24.09.2019 21:57
    Highlight Highlight sagt mir mal: was läuft mit dem kanton solothurn "falsch" ?
    • ingmarbergman 25.09.2019 08:49
      Highlight Highlight Verhältnismässig viel ehemalige Industrie, wie zB Von Roll, die verschwunden ist und nicht durch neues Gewerbe ersetzt werden konnte.
      Dazu ein verschuldeter Kanton (Kantonalbank Konkurs), der sparen musste anstatt zu investieren.
      Hinzu kommt die unattraktive Lage in der Mitte von drei Metropolregionen.
    • Der Kritiker 25.09.2019 18:21
      Highlight Highlight Ingmarbergman, das ist nur die halbe Wahrheit. In Solothurn gibt's etliche Medtech-Firmen, die in der Regel eine hohe Wertschöpfung generieren. Zudem hat es viele KMUs im Bereich Feinmechanik, Décolletage, welche Zulieferer für Medtech, Automotive und weitere interessante Branchen sind. Vermutlich liegt hier das Problem begraben, nämlich in der Abhängigkeit anderer Industriezweige. Und um diese zu brechen, müssten die Endprodukte hier gefertigt werden, dafür müsste aber das Know How im Kanton angesiedelt werden. Was fehlt im Kanton? Der Transfer der FH in die hiesige Industrie?
    • Der Kritiker 25.09.2019 18:25
      Highlight Highlight Zudem mag Bern eine Metropolregion sein, allerdings wirtschaftlich sehr unattraktiv, Stichwort Steuern. Jahrzehntealte Betriebe werden dort zudem "drangsaliert" und zum Umzug gedrängt, weil man neue Shoppingparadiese ansiedeln möchte.
  • Oliver Weber 24.09.2019 10:03
    Highlight Highlight Die reichen werder reicher, die armen ärmer.
  • PlayaGua 24.09.2019 08:51
    Highlight Highlight Mich würde der Median interessieren. Und zwar inkl. Einbezug von Minus-Vermögen, sprich Schulden.
  • Fairness 24.09.2019 08:13
    Highlight Highlight In den 70- bis 90er-Jahren zahlten Unternehmen und Reiche massiv höhere Steuern. Und die Wirtschaft wuchs gut. Wieso geht das nicht mehr? Ich kann mich gut erinnern als mein Vater im Geschäft die ersten Autos leaste und sagte, die Hälfte (!) zahlen ja die Steuern ... Das war einmal. Heute zahlt der Mittelstand viel zu viel. Bitte zeigt mal diese Veränderungen auf.
    • Menel 24.09.2019 08:24
      Highlight Highlight Antwort auf deine Frage:

      «Menschen mit hohem Vermögen können mehr Einfluss auf Politik und Wirtschaft ausüben.»
    • Hierundjetzt 24.09.2019 08:59
      Highlight Highlight Fairness: tut mir leid, in den 70gern waren wir im Vergleich zu heute arm.

      Klar gibts die RAV erst seit den 1990ger und klar das es damals 0,1 - 0,2% (!) Arbeitslosigkeit gab.

      Aber: dann kam die Absage an Europa (EWR - Abstimmung) und wir fielen innerhalb von 10 Jahren ins Mittelfeld. Enorme Kosten, Rezession, hohe Arbeitslosigkeit und RAV waren die Folge

      Wenn Du also die Vergangenheit bedauerst, dann bedanke Dich bei der SVP

    • NotWhatYouExpect 24.09.2019 09:47
      Highlight Highlight Hier wird ein Problem gut aufgezeigt. Zwar aus Deutschland aber gilt auch bei uns.
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  • Der Rückbauer 24.09.2019 08:07
    Highlight Highlight Die Reichen werden immer reicher und die Fleissigen immer ärmer.
    W a r u m ?
    • karl_e 24.09.2019 15:20
      Highlight Highlight Seit dem Untergang der Sowjetunion können sich die Unternehmer wieder so benehmen, wie es die reine Betriebswirtschaftslehre verlangt: Möglichst hoher Ertrag bei möglichst geringen Kosten. Löhne sind Kosten.

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