Schweiz
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Rückzug von Swatch aus Baselworld bringt MCH Group in Schwierigkeiten

30.07.18, 12:22 30.07.18, 12:37


epa06630437 The Omega stand at the world watch and jewellery show Baselworld in Basel, Switzerland, 26 March 2018. Baselworld 2018
runs from 22 - 27 March 2018.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Bild: EPA/KEYSTONE

Für die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld ist der Verlust des bisher grössten Ausstellers Swatch ein schwerer Schlag. Zwar versicherte Messechef Michel Loris-Melikoff im Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Temps»: «Baselworld wird weiterhin existieren – egal, was passiert.» Die Anleger allerdings zeigten sich deutlich pessimistischer und schickten die MCH-Aktien auf Talfahrt.

Es sei zu früh, um über einen möglichen Schneeballeffekt zu spekulieren, sagte Loris-Melikoff. Die Baselworld habe 650 Aussteller, die gespannt auf die Neuerungen der Uhrenmesse warteten, sagte der Messechef in dem am Montag veröffentlichten Interview.

Am Wochenende hatte Swatchchef Nick Hayek in der «NZZ am Sonntag» die Abkehr seiner Swatch Group von der Uhren- und Schmuckmesse in Basel ab 2019 verkündet.

Baselworld will Swatch umstimmen

Swatch ist mit fast allen seiner 18 Marken und einem Messebudget von über 50 Millionen Franken der bisher grösste Aussteller an der Baselworld. Bereits diesen März waren an der Messe mit 650 Ausstellern nur noch halb so viele wie im Vorjahr dabei. Kritiker fordern unter anderem neue Ansätze bei der Organisation und der Durchführung der Basler Messe. Hayek kritisierte zudem in dem Zeitungsbericht, MCH habe die Hersteller beim neuen Konzept nicht miteinbezogen.

epa06630440 The Hublot stand at the world watch and jewellery show Baselworld in Basel, Switzerland, 26 March 2018. Baselworld 2018
runs from 22 - 27 March 2018.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Bild: EPA/KEYSTONE

«Ich kann die Ungeduld der Swatch-Gruppe verstehen, aber die Entscheidung enttäuscht mich. Denn ich hatte noch gar nicht genug Zeit, um unser neues Konzept im Detail auszuarbeiten», sagte Loris-Melikoff. Er leitet die Messe seit Juli, nachdem die bisherige Baselworld-Chefin Sylvie Ritter nach 15 Jahren das Handtuch geworfen hatte. Loris-Melikoff will nichts unversucht lassen, Swatch noch umzustimmen und doch noch zu halten.

Swatch kritisiert fehlenden Mut

In einer offiziellen Stellungnahme geht Swatch zwar hart mit MCH ins Gericht. Allerdings lässt das Unternehmen mit seinen Formulierungen auch die Tür offen für eine mögliche Rückkehr, sollten die geforderten Änderungen in Angriff genommen werden.

So schreibt Swatch zwar, jährliche Uhrenmessen, wie sie derzeit existierten, machten nicht mehr viel Sinn. Heute sei alles transparenter, schnelllebiger und spontaner geworden. Aber: «Das heisst nicht, dass die Messen nicht mehr von Bedeutung sind.» Sie müssten sich neu erfinden und mehr Dynamik und Kreativität unter Beweis stellen.

Den Messen gelinge das «momentan» nicht. Die MCH Group beschäftige sich hauptsächlich mit der Optimierung und Amortisierung ihres neuen Gebäudes, als dass sie den Mut aufbringe, regelrechte Fortschritte sowie echte und tiefgreifende Veränderungen herbeizuschaffen.

MCH-Aktie im Sinkflug

Die Frage, ob MCH tatsächlich noch eine Chance hat, den Aussteller zu halten und umzustimmen, beantwortet Swatch nicht direkt. Abgesehen von der Stellungnahme will die Uhrengruppe das Thema nicht weiter kommentieren.

Mit dem Rückzug von Swatch steht der «NZZ am Sonntag» zufolge auch die Zukunft der Messefirma MCH auf dem Spiel, die sich zur Hälfte im Besitz der drei Kantone Basel-Stadt, Basel-Land und Zürich befindet. Bei MCH war bis am Montagmittag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Schon 2017 hatte der Bedeutungsverlust des wichtigen MCH-Standbeins Baselworld die Messebetreiberin das erste Mal in ihrer Geschichte in die roten Zahlen gedrückt. Infolge der Schrumpfkur bei Baselworld musste MCH über 100 Millionen Franken auf ihr Messegebäude abschreiben.

Anleger reagierten schockiert auf den Abgang von Swatch: Die MCH-Aktie stürzte am Montag um gut 9 Prozent ab.

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Avalanche89 30.07.2018 17:18
    Highlight Die MCH tritt in der Tat arrogant auf. Die Begründung der Swatch ist absolut nachvollziehbar. Der Kundenumgang ist alles, aber nicht Kundenfreundlich. Als Aussteller, der Waren liefert muss man über ein Checkpoint System fahren. Wartezeit vor Ort: gerne mal 6 Stunden. Es macht den Eindruck als seien sie zu fest mit sich selber beschäftigt. Die Preise für Wareneinlagerungen: unverhältnismässig. Man kommt sich abgezockt vor.

    Die Swatch scheint ja noch nicht endgültig mit dem Thema Baselworld abgeschlossen zu haben. Sie erwarten Innovation und eine Vidion wohin es gehen soll.
    2 1 Melden
  • Rookie 30.07.2018 14:13
    Highlight MUBA weg, Baselworld schrumpft... eChampionships und VR-Treffen bringen Leute zusammen. Messen in der klassischen Art sind tot.
    9 6 Melden
  • manhunt 30.07.2018 13:57
    Highlight das ist nun die quittung dafür, wie die mch mit denausstellern umgeht. an abriss und überheblichkeit fehlts der messe basel jedenfalls nicht. diese entwicklung war leider vorhersehbar.
    33 1 Melden

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